In Italien wurden 2016 3.451 Fälle von HIV-Infektion diagnostiziert. Diese Daten wurden im vergangenen November vom Gesundheitsministerium veröffentlicht. Im Einzelnen wurden im Durchschnitt 5,7 neue Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Damit liegt Italien – zusammen mit Griechenland – in dieser Hinsicht an 13. Stelle in Europa.

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Im Vergleich zu den Vorjahren wurde eine Erhöhung des Durchschnittsalters festgestellt, in dem die Krankheit diagnostiziert wird. In einem von zwei Fällen wissen die Personen zum Zeitpunkt der Diagnose nicht, dass sie HIV-positiv sind. Auch die Übertragungsarten haben sich geändert: Die Fälle von sexueller Übertragung nehmen zu und Fälle durch die Injektion von Substanzen werden weniger.

2012 veröffentlichte das Ministerium ein Dokument mit folgendem Titel: Popolazione tossicodipendente: indicazioni per la promozione della salute orale ed interventi di prevenzione e protezione (Drogenabhängige Population: Hinweise für die Förderung der Mundgesundheit, Präventions- und Schutzmaßnahmen). Es enthält eine Reihe von Empfehlungen zur Behandlung von Patienten, die unter AIDS leiden, sowohl um den Schutz der Patienten selbst zu gewährleisten als auch um eine Ansteckung des Praxispersonals bei Diagnose und Behandlung zu vermeiden.

PSA und Schutzmaßnahmen gegen Ansteckung für Zahnärzte und Praxismitarbeiter

Die Leitlinien des Ministeriums stellen dar, wie wichtig die Verwendung der geeigneten persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und spezifische Ausrüstungen für zahntechnische Labors sind, um die Möglichkeit einer Infektion des Personals abzuwenden. Insbesondere wird die Verwendung folgender Instrumente empfohlen:

  • Einweg-Klebefolie für den Schutz aller Arbeitsgeräte, die nicht im Autoklav gereinigt werden können
  • doppelte sterile Handschuhe, die jeder Mitarbeiter tragen sollte
  • Masken aus TNT-Vliesstoff mit hoher Filterkraft, die alle halbe Stunde ausgewechselt werden sollten
  • Einweg-Kittel aus TNT-Vliesstoff, die sowohl das Personal als auch der Patient tragen sollten (sie sind gleich nach Abschluss der Sitzung, in jedem Fall vor dem Verlassen des Behandlungszimmers zu beseitigen)
  • Gesichtsschutzschild sowie Mund- und Nasenschutz, um den Kontakt mit Dampf und biologischen Flüssigkeiten des Patienten mit den Schleimhäuten von Augen, Nase und Mund des ärztlichen Teams zu verhindern
  • Quartäre Ammoniumsalz-Lösungen für die Desinfektion und Dekontamination der Instrumente, die nicht im Autoklav gereinigt werden können, und der verwendeten zahnärztlichen Geräte.

Empfehlungen für die Behandlung von HIV-positiven Patienten

Das Dokument des Ministeriums enthält auch Leitlinien zur Behandlung von HIV-positiven Patienten. Dabei geht es besonders um die Wurzelglättung und die Kürettage des Zahnfleischs, um Zahnstein von der Zahnwurzel und den Zahnfleischtaschen zu entfernen: Bei beiden Verfahren werden die Zahnmediziner angehalten, fluoridhaltige Lacke zu verwenden, um Sekundärkaries durch die Veränderung der Speichelbildung (Xerostomie) zu vermeiden, eine Nebenwirkung von bestimmten Arzneimitteln, zum Beispiel Reverse-Transkriptase-Hemmern.

Bei Granulozytopenie braucht ein HIV-positiver Patient, der anfälliger für bakterielle Infektionen ist, eine geeignete Antibiotikaprophylaxe. Bei Anämie oder Thrombozytopenie (also erhöhter Blutungsgefahr) wird empfohlen, nur die konservativen Behandlungen auszuführen, während odontostomatologische Eingriffe von einer geeigneten antihämorrhagischen Prophylaxe begleitet sein sollten.

Generell werden vor jeder zahnmedizinischen Behandlung eine Sitzung für die professionelle Mundhygiene – in der Regel mindestens einmal im Quartal – und eine einminütige Spülung mit Chlorhexidin (0,2 %) zu Beginn jeder Sitzung empfohlen. Bei Patienten, deren HIV-Positivität bekannt und in fortgeschrittenem Zustand ist, sollte im Voraus mit Laboruntersuchungen geprüft werden, ob eventuelle Blutdyskrasien vorliegen, die im Blutspiegel festzustellen sind.

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