Ob für einen ausgiebigen Thermenaufenthalt oder für eine kurze Auszeit von ein paar Stunden – Thermalwasser ist seit Jahrhunderten ein beliebtes natürliches Mittel gegen eine Vielzahl von körperlichen Leiden und Stress.

thermalwasser

Was macht diese besondere Art des Wassers aus und welche positiven Wirkungen hat es auf unsere Gesundheit?

Der ganz besondere Ursprung

Thermalwasser unterscheidet sich von herkömmlichen Quellwassersorten durch seine Temperatur und Zusammensetzung. Seinen Namen darf es offiziell nur dann tragen, wenn es mit mindestens 20°C aus der Erde tritt. Je nach Quelle kann die Austrittstemperatur 20°C bis sogar über 100°C betragen. Erwärmt wird es durch heißes Gestein tief im Erdreich.

Gefördert wird das besondere Wasser aus unterschiedlichen Quellen und wird anschließend je nach Austrittstemperatur weiter erwärmt oder auch gekühlt. Es enthält wichtige Inhaltsstoffe, die über die Haut aufgenommen werden und sogar Krankheiten und andere Beschwerden lindern können. Zu den häufigsten Inhaltsstoffen zählen Kohlensäure, Schwefel und Sulfate, Kieselerde, Eisen, Zink, Magnesium, Kalzium und Jod.

Ganz wichtig: aufgrund der Temperatur und der Herkunft aus dem Erdinneren ist das Heilwasser frei von jeglichen Keimen, Duft- und anderen Zusatzstoffen, also ein reines Naturprodukt und somit gut geeignet für die meisten Allergiker. Zu den bekannten Thermalwasserquellen zählen zum Beispiel die heiße Lavey-Quelle in der Schweiz, die berühmten Geysire im Yellowstone National Park oder die Quellen im Oberrheingraben in Deutschland.

Bereits zur Zeit der Römer wurde Thermalwasser von der ganzen Gesellschaft zur Erholung genutzt. Die prunkvollen alten Badeanlagen sind unter dem Namen „Thermen“ bekannt, deren Überreste noch heute besichtigt werden können.

Anwendungsarten von Thermalwasser

Heute werden Thermalbäder zur Entspannung oder als Erlebnisbad für Groß und Klein genutzt, auch in der Sauna kommt das heilende Wasser zum Einsatz. Liegt ein hoher Salzgehalt vor, wird das Wasser als Sole bezeichnet und ist auch in vielen größeren Schwimmbädern zu finden.

frau schwimmt im wasser

Viele moderne Thermen sind zudem für das besondere Flair im römisch-antiken Stil hergerichtet und bieten neben großen Badebecken sportliche Aktivitäten, Saunen, Spa und Massagen. Eine Übersicht mit Hotels mit eigenem Thermalwasser oder in unmittelbarer Nähe zu einer Therme findet sich bei https://www.kur-und-gesundheitsurlaub.de/

Thermalwasser kann jedoch ebenso als Spray eingesetzt werden. In dieser Form ist das Wasser natürlich nicht mehr warm, kann jedoch abhängig von Marke und Zweck um die 15 verschiedenen Mineralien enthalten. Als erfrischendes und stärkendes Mittel wird es auf die Haut gesprüht und ist in vielen Apotheken und Drogerien erhältlich.

Wasser mit großer Wirkung

Besonders an heißen Sommertagen kann Thermalwasser als Spray aufgetragen die gestresste Haut spürbar erfrischen und mindert Juckreiz und Spannungsgefühle. Sogar bei leichten Entzündungen oder auch nach dem Rasieren und Epilieren kann das Wasser lindernd wirken.

Thermalbäder werden dagegen meist im Rahmen einer etwa dreiwöchigen Kur genommen. Während eines Bades wird der Körper für etwa 20 Minuten warmem, mineralstoffreichem Wasser ausgesetzt. Da die Stoffe durch die Atmung und die Haut aufgenommen werden, können sie so die Gesundheit positiv beeinflussen.

Ein wichtiger Effekt, der bei jedem Bad auftritt, ist eine spürbare Stressminderung. Eine Studie konnte beispielsweise belegen, dass der Gehalt des Stresshormons Cortisol im Speichel nach einem 25-minütigen Thermalbad reduziert ist. Aber auch Leiden wie Rheuma, Muskelverspannungen, Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems und Hauterkrankungen kann entgegengewirkt werden.

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Der Körper wird besser durchblutet, Gewebe werden entwässert und der Stoffwechsel wird gefördert. Thermalwasser mit einem hohen Anteil an Schwefelwasserstoff ist besonders gut geeignet bei Schmerzen und Entzündungen. Durch die typische Temperatur von etwa 38°C werden die Blutgefäße erweitert, wodurch sowohl der Schwefelwasserstoff mitsamt anderen Mineralien besser aufgenommen und durch den Körper transportiert werden können. Sowohl die Haut, als auch Gelenke und Muskeln profitieren von der Wirkung des Schwefelwasserstoffes.

Auch das Solebad mit seinem hohen Salzanteil ist beliebt bei Menschen mit unterschiedlichen Hautleiden wie Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis. Das Salz wirkt antibakteriell auf der Haut, während die Dämpfe gleichzeitig Atemwegserkrankungen entgegenwirken.

Kohlensäurebäder dagegen sind speziell für Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden und hohem Blutdruck geeignet, indem sie in Kombination mit der hohen Wassertemperatur die Durchblutung fördern.
Ein weiterer Bonus eines jeden Thermalbades: durch die Leichtigkeit im Wasser entspannen die Gelenke, während die Muskulatur auf sanfte Weise trainiert werden kann. Das ist besonders praktisch bei starkem Übergewicht, Gelenkproblemen oder Osteoporose.

In welchen Fällen ist Vorsicht geboten?

Nicht jedes Thermalbad ist für jedermann geeignet. So sind insbesondere Schwefelbäder bei Bluthochdruck, Fieber oder einem schwachen Herz-Kreislauf-System weniger förderlich – solche Patienten sollten eine Alternative mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Bei einem allgemein sehr schwachen Kreislauf oder bei Krampfadern wird grundsätzlich von Thermalbädern abgeraten. Der lange Aufenthalt im sehr warmen Wasser kann den Kreislauf stark belasten und zu Schwindel führen. Nicht umsonst gibt es in den Einrichtungen eine vorgeschriebene maximale Dauer pro Bad von meist um die 20 Minuten.

Bei auftretenden Zweifeln können die Betreiber eines Thermalbades oder auch der behandelnde Arzt zu Rate gezogen werden.

 

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