Als Ernährungsberaterin und Tierheilpraktikerin werde ich oft gefragt, ob Hunde Nüsse fressen dürfen.

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Gerade jetzt in der tollen, farbenfrohen Herbst- und beginnende Weihnachtszeit eine Frage, die sicherlich viele Hundehalter beschäftigt. Manchmal, weil der Hund eine Walnuss am Wegesrand gefunden und geknackt hat oder weil der Halter vielleicht gerade eine Tüte Haselnüsse gekauft und sein Hund diese neugierig beschnüffelt und sie ganz offensichtlich gerne stibitzen würde.

Auch im Wald findet der Hund gerade jetzt eine Menge an Eicheln auf dem Boden liegend (Ja, Eicheln sind auch Nüsse… ) Spaßig für den Hund, wenn der Halter plötzlich Fangen spielt und laut "Nein- Kreischend" hin und her rennt. Für uns Menschen wohl eher nicht. Also vorweg  - Eicheln sollten nicht vom Hund gefressen werden. Sie sind sowohl für unseren Vierbeinern als auch für uns Menschen ungenießbar.

Aber generell gilt nicht nur in der Homöopathie die Regel - die Menge macht das Gift! Auch bei der Frage ob Hunde Nüsse fressen dürfen, kann man sich dieses Motto sehr wohl zueigen machen.

Ganz allgemein sind Nüsse an sich extrem gesund

Sie sind voll  mit wertvollen Vitaminen, Eiweiße, Mineralien, Ballaststoffe, sind reich an ungesättigten Fettsäuren und vielen Spurenelemente, Folsäure und Magnesium. Sie machen satt und sollen den Cholesterinspiegel senken. Außerdem enthalten sie Entzündungshemmer und sind eine gute Quelle für Vitamin E.  Außerdem sagt man Nüssen nach, das sie durch ihre große Menge an wertvollen B-Vitaminen vor zu viel sogenannten Homocytein im Blut schützen. Der Verbindung von Homocytein,  Vitamin B9 ( Folsäure) ,  Vitamin B6 und Vitamin B12 wird nachgesagt, das sie in Zusammenarbeit sehr erfolgreich das Homocytein im Blut senken. Homocytein ist ein Zwischenprodukt welches bei der Verstoffwechslung unter dem Einfluss bestimmter Enzyme entsteht. Es ist für die Zellen giftig und sollte in einem gesunden Organismus eigentlich umgehend von weiteren Enzymen, deren Wirksamkeit von Vitamin B6 abhängig ist, abgebaut und dem Stoffwechselkreislauf wieder entzogen werden. Bei dieser so wichtigen Verstoffwechslung kommt es wiederum zu einem Vorgang die für den Organismus nützlichen Aminosäuren wie Cysthationin und Cytein bildet…

Also, die Liste des Lobes ist wirklich lang. Aber Nüsse sind auch sehr fetthaltig, haben einen hohen Phosphor Anteil sind wirklich kalorienreich und tatsächlich können manche Nussarten sogar giftig sein.

Und welche Nusssorten können an Hunde verfüttert werden?

Viele Nussarten können bedenkenlos gefüttert werden, andere wiederum nur mäßig oder lieber gar nicht.

Nüsse die bedenkenlos gefüttert werden können:

  • Haselnüsse
  • Paranüsse
  • Walnüsse
  • Mandeln
  • Cashewkerne
  • Pekannüsse
  • Pistazien
  • Erdnüsse
  • Kokosnüsse

Aber sind denn das wirklich alles Nüsse? Erdnüsse zum Beispiel sind, botanisch gesehen, Hülsenfrüchte und somit keine Nüsse. Auch Mandeln zählen nicht zu den Nüssen, sondern tatsächlich zum Steinobst… Wussten Sie`s?

Kokosnüsse übrigens sind auch keine Nüsse! Auch wenn sie so heißen. Auch sie zählen zum Kernobst. Dafür haben sie aber auch viele Vitamine, allem voran  Vitamin E und das so wichtige Fol. Außerdem gelten sie als Wurmwidrig und somit werden die Kokosnussraspeln gern als natürliches Entwurmungsmittel dem Futter hinzugegeben.

Folgende Nüsse sind bedenklich und lieber nicht zu füttern:

  • Macadamia - und Schwarznüsse

Macadamia-Nüsse enthalten sogenannte cyanogene Glykoside, das ist ein bedenkliches Pflanzengift. Dieses Gift kann epilepsieartige Anfälle provozieren. 

Schwarznüsse, verwandt mit der Walnuss, kann von einem giftigen Schimmelpilz befallen sein.

 *Noch etwas zu den Walnüssen. Sicher werden hier einige Leute "gezuckt" haben. Ja, ich bin der Meinung Walnüsse sind gut für den Hund. Ja, Walnüsse enthalten u.a. Blausäure und die unreife grüne Schale kann, wie auch bei der  Schwarznuss, von diesem bestimmten Schimmelpilz befallen sein. Dieser ist für uns Menschen leider nicht mit dem bloßem Auge zu erkennen. Dieser Schimmelpilz trägt ein Gift namens Roquefortin C in sich. Aber Walnüsse enthalten u.a. auch wichtigen Omega-3-Fettsäuren, also halte ich es hier, wie oben schon erwähnt. Es ist die Menge, die das Gift ausmacht. Also nicht in Panik verfallen! Außerdem, wenn sie die  Nüsse ausschließlich reif und natürlich ohne die Schale verfüttern besteht keine Sorge!

*Mandeln - hier achten sie bitte darauf, ihrem Vierbeinern nur die Süßmandeln und nicht die Bittermandeln zu geben. Knabbern sie einfach selber die Mandeln an, sie werden es sicherlich schmecken. In vielen Tütenmischungen sind Bittermandeln enthalten. Bittermandeln enthalten den Stoff Amygdalin welcher im Darm giftige Blausäure freisetzt. Der Bitterstoffgehalt ist abhängig von welchem Baum die Mandeln geerntet worden. Also die bitteren lieber nicht füttern.

Die Nüsse sollten am besten stark zerkleinert und z.B. Teelöffelweise dem gesunden Futter hinzugefügt werden. So erreichen sie eine besser Aufnahme der Nährstoffe und der Hundeorganismus verdaut sie umso besser.

Natürlich sollten die Nüsse auch geschält, ungesalzen und möglichst unbehandelt sein.

Allergie oder Vergiftung?

Leider reagieren Hunde, wie auch wir Menschen manchmal allergisch auf Nüsse. Hierzu kann ich nur empfehlen es zu testen. Schauen sie sich ihren Hund vorher! ordentlich an. Schauen sie ihm ins Maul, seine Augen, seinen allgemein Zustand. Wie sieht er also im Normalfall aus. Hat er weiches Fell,  geschwollenen Gelenke oder sabbert er eh viel? Geben Sie ihrem Hund ein paar wenige, zerkleinerte Nüsse (erstmal nur von einer Sorte) und warten min. 24 Stunden ab ob es zu einer Reaktion kommt. Solche Reaktionen könnten zum Beispiel Anschwellen der Schleimhäute im Maulbereich, Husten, Würgen, Luftnot, stark tränende Augen und ungewöhnlicher Juckreiz oder Speichelfluss sein.

Hat der Hund vielleicht heimlich geklaut und sie vermuten sogar eine Vergiftung, ist der Gang zum Arzt unumgänglich und sofort erforderlich. Hunde können uns nicht sagen, wann sie sich schlecht fühlen. Aber ein kranker Hund zieht sich des Öfteren zurück. Oder ihr sonst so friedlicher Hund schnappt ganz plötzlich nach ihnen oder verhält sich anders aggressiv.  Vergiftungserscheinungen könnten zum Beispiel starkes Hecheln, Fieber, Störungen der Motorik (stolpern sowie stürzen, humpeln), unkontrollierte Bewegungen, Apathie, in schlimmen Fällen auch starkes Zittern, Erbrechen oder krampfartige Zuckungen sein.

Also auf die Frage, ob mein Hund Nüsse fressen darf, antworte ich ganz klar mit einem entschiedenen Jnein! ;-)

Nun wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben alles Gute und eine entspannte, gesunde Zeit. 

Autor: Annette Joisten
Thema: Dürfen Hunde Nüsse fressen
Webseite: https://www.tierheilpraktiker.de