Sie und Ihr Partner haben sich gerade getrennt? Wie fühlt es sich für Sie an? Schlimm?

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Ja … es ist schlimm und sehr traurig. Jeder Abschied erscheint wie ein „kleiner Tod“. Wir müssen unsere Gefühle, Hoffnungen, Ziele, Wünsche mit diesem einen Menschen „begraben“.

Vielleicht passiert Ihnen das nicht das erste Mal!? Fakt ist, es tut immer wieder weh und das Herz zerreißt in gefühlte 1000 Stücke. Alle Ängste, die tief in uns geschlummert haben, geben sich ein Stelldichein.

Bevor ich Ihnen ein paar Tipps gebe, wie Sie Ihre Schmerzen lindern können, betrachten wir doch die ganze Situation von einer anderen Seite.

Machen Sie es doch wie die NASA. Haben Sie es im Film schon einmal gehört? Der Ausruf vom Chef der Bodenkontrolle nach einer Katastrophe „lock the doors!“. Was bedeutet das für die NASA und wie können Sie das für sich nutzen?

Die NASA verdrängt nicht die Fehler, sondern analysiert die Situation unter Betrachtung aller relevanten Informationen. Sie macht eine exakte Bestandsaufnahme der Ereignisse, um zukünftig diese Fehler zu vermeiden. Es handelt sich um eine lösungsorientierte konstruktive Betrachtung des Geschehens.

Was halten Sie davon diese auch für sich zu nutzen, damit die nächste Beziehung besser gelingt? Nehmen Sie sich die Zeit und gehen Sie die Stadien Ihrer letzten Beziehung durch. Wann fing es an in die Schieflage zu geraten? Wo sehen Sie Ihren Part dabei? Wann haben Sie aufgehört zuzuhören? Komplimente zu machen? Wann und weshalb haben Sie den Respekt voreinander verloren? Wann haben Sie begonnen, Ihr Gegenüber als selbstverständlich zu betrachten und sich keine Mühe mehr gegeben? Haben Sie sich entschuldigt, wenn Sie einen Fehler gemacht haben? Haben Sie gemeinsam aus Ihren Fehlern gelernt?

Die meisten Probleme in einer Partnerschaft in meiner täglichen Praxis sind:

1. Keine oder eine „falsche“ Kommunikation: Die meisten Paare funktionieren als gut eingespieltes Team. Sie bewältigen den Alltag, ziehen die Kinder groß, bauen ein Haus und sind beruflich erfolgreich. Gesprochen wird entweder nur das Nötigste oder jegliche kleinste Form von Kritik artet gleich in einen handfesten Streit aus, in dem es sehr laut wird und der nur noch aus Schuldzuweisungen besteht. Jeder hat seine innere Schutzmauer hochgezogen und verharrt in einer trotzigen oder vorwurfsvollen Haltung, anstelle dem Anderen seine verletzten Gefühle zu erklären und zusammen eine Lösung zu finden.

2. Keine Paar-Zeit: Für alles nehmen wir uns Zeit ...  aber nicht für einen gemeinsamen Abend, in dem wir als Mann und Frau miteinander ausgehen, umeinander werben so wie früher … wieder einen Hauch von Leichtigkeit und Freude in unsere Beziehung bringen.

3. Ehrlichkeit: Wir trauen uns nicht, dem Anderen gegenüber ehrlich zu sein. Warum sagen wir nicht, was uns stört, was uns wichtig ist und welche Bedürfnisse wir haben? Stattdessen schmollen wir still vor uns hin und erwarten, dass unser Partner uns unsere Wünsche von den Lippen ablesen kann. Darauf können wir aber meist lange warten und so wächst der Frust und das Gefühl des Nicht-Geliebt-Werdens und des Nicht-Verstanden-Werdens ins Unendliche.

4. Sinnfreie Versprechungen: Sollte unser Partner doch einmal sagen, was ihn stört, was wir unterlassen sollten, dann versprechen wir ihm alles was er hören will ... aus Angst ihn sonst zu verlieren. Aber eigentlich wissen wir in dem Moment schon selbst, dass wir das Versprechen nicht einhalten können. Dies führt langfristig dazu, dass der Partner immer wieder von uns enttäuscht wird und uns nicht mehr vertraut. Dies untergräbt langfristig die Liebe.

5. Sexualität: Sexualität gehört zu unseren Grundbedürfnissen. Wenn diese langfristig nicht erfüllt werden, werden wir reizbar und unzufrieden. Um das zu vermeiden, sollten wir klar sagen, was uns antörnt, was wir brauchen, auf was wir nicht verzichten können und wollen. Oft einigen wir uns am Anfang unserer Beziehung auf den kleinsten gemeinsamen sexuellen Nenner und reden nie mehr über unsere alten- bzw. neu entstandenen – Bedürfnisse aus Angst oder Scham. Wir entgehen dadurch der Chance mit unserem Partner etwas Neues auszuprobieren und unseren lustvollen Spielraum zu erweitern. Vielleicht träumt der Partner inzwischen heimlich auch von neuen erotischen Experimenten. Fragen Sie ihn doch einmal.

Die Aufarbeitung der Vergangenheit und das Durchleben der Trauer und des Schmerzes können Hand in Hand gehen.

Hilfe in der akuten Phase finden Sie in Selbsthilfegruppen, Literatur, Internetforen oder auch  beim  Psychologen.

Verwöhnen Sie sich so oft es möglich ist. Gönnen sie sich Ihre eigenen seelischen und körperlichen Streicheleinheiten, sanfte Musik, wohltuende Düfte, ein Schaumbad mit Rosenblütenessenzen, eine Massage oder einen Saunabesuch.

Genießen Sie Ihre neue Freiheit. Sie sitzen jetzt am Steuer Ihres Lebens und müssen auf niemand mehr Rücksicht nehmen. Legen Sie sich ein neues Hobby zu, streichen Sie Ihre Wohnung neu, tanzen Sie die ganze Nacht durch, machen Sie einen spontanen Wochenendtrip nach Paris, erfinden Sie sich neu und haben Sie so viel Spaß wie möglich!

Stellen Sie sich neuen Herausforderungen und gehen Sie Ihre Ängste an, so gewinnen Sie an innerer Stärke und erleben ein ungeahntes Hochgefühl.

Nehmen Sie sich jeden Tag eine kleine – machbare -  Aufgabe vor. Sprechen Sie einen wildfremden Menschen an und machen Sie ihm ein ehrlich gemeintes Kompliment. Genießen Sie Ihre Wirkung auf andere Menschen und spüren, wie schnell man ins Gespräch kommt und dem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht  zaubert. Das stärkt Ihr Selbstbewusstsein- und das der Anderen- ungemein.

Nutzen sie die neugewonnene Zeit, indem Sie Gutes tun! Bieten Sie sich als Beispiel bei Ihren Freunden als Babysitter an ... das Gefühl gebraucht zu werden gibt ihnen neue Stärke ... bauen Sie sich ein neues Netzwerk auf ... machen Sie das Leben anderer ein bisschen bunter und Sie werden merken wieviel davon zurückkommt. Wichtig ist, dass Sie weiter am Leben teilnehmen.

Schreiben Sie jeden Abend ein Dankbarkeitstagebuch mit 3 Dingen, für die Sie heute dankbar sind.

Finden Sie Ihr persönliches Schutzsymbol und tragen Sie es immer bei sich.

Löschen Sie den Partner in sämtlichen sozialen Netzwerken. Abstand bekommt man bekanntlich  nur mit Abstand.

Ein absolutes No-Go:  Schreiben Sie Ihrem ehemaligen Partner nie nach Alkoholkonsum eine Nachricht und rufen Sie ihn in diesem Zustand auch niemals an. Am nächsten Tag schämen Sie sich nur dafür und verlieren den Respekt vor sich selbst. Schreiben Sie lieber seitenlange Briefe an ihn, die sie später wieder zerreißen und nie abschicken.

Loslassen geschieht slowly … Stück für Stück ... es bedeutet Akzeptanz, dass dieser Lebensabschnitt vorbei ist. Lassen Sie der Trauer ihren Raum, denn Gefühle, gegen die man ankämpft, werden  dadurch nur stärker.

Wenn Sie bereit für ein Ablöse-Ritual sind, dann betrachten Sie nochmal in Ruhe alte Erinnerungsstücke, verpacken Sie sie liebevoll in einen Karton und stellen Sie sie auf den Dachboden oder machen Sie sich komplett davon frei. Das unterstützt den inneren Reinigungsprozess.

Wenn es Ihnen besser geht: Warum nicht eine Trennungsparty veranstalten? Setzen Sie ein Statement. Ab heute bin ich bereit für ein neues Leben, in dem ich wieder der Hauptdarsteller bin! Bedanken Sie sich dabei auch bei Ihren Freunden für die Unterstützung in dieser schweren Zeit.

Zeit für eine neue Liebe:

Bevor Sie eine neue Liebe in Ihr Herz und in Ihr Leben lassen, sollten Sie bei der Wahl des Objektes Ihrer Begierde von vorneherein neben ihrem Herz auch ihren Verstand befragen. Verfallen Sie nicht in die alten Muster. Wenn Sie z.B. in der Nähe von zierlichen Blondinnen mit großen Augen zum „nicht- ernstzunehmenden-Liebeskasper“ mutieren, dann geben Sie doch mal einer brünetten Dame die Chance. Sollten Sie sich zu galanten Herzensbrechern hingezogen fühlen, dann riskieren Sie doch diesmal einen zweiten Blick auf den vermeintlich schüchternen Nachbarn von nebenan.

Machen sie sich eine Liste mit Eigenschaften, die ihr neuer Partner unbedingt mitbringen soll.

Welche Art von Kompromissen sind sie zukünftig bereit einzugehen? Was ist ein absolutes No-Go?

Je klarer Ihre Vorstellungen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau die Person, die Sie suchen und die Sie ergänzt in Ihr Leben tritt.

Rekapitulieren Sie erneut Ihre „NASA-Analyse“!

Und jetzt kann das Abenteuer losgehen. Gehen Sie unvoreingenommen in Ihr nächstes Date. Einfach mal samstags morgens unverbindlich einen Kaffee zusammen trinken. Es muss ja nicht immer gleich eine sich im ungünstigsten Fall endlos hinziehende Abendverabredung sein. Sollte es spontan funken, kann man das Zusammensein ja problemlos verlängern.

Achten sie mehr auf die Taten Ihres Gegenübers, nicht nur auf die wohlklingenden Versprechungen, dann werden Sie diesmal mit Sicherheit die Person in ihr Leben lassen, die ihnen guttut!

Ich wünsche Ihnen ein wundervolles erfülltes Leben … mit oder ohne Partner!

Autor: Iris Wegmann
Thema: Neuer Lebensabschnitt nach Trennung
Webseite: https://pairrepair.de