Laut aktuellen Statistiken nehmen Schlafstörungen in Deutschland immer mehr zu. (Quelle: www.statista.com)

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Betroffene versuchen alles um diese zu beseitigen und dadurch ihre Lebensqualität wieder deutlich zu verbessern.

Was aber tun, wenn selbst die beste Schlafhygiene nichts nutzt?

Fernseher und Computer sind mindestens eine Stunde vorm schlafen gehen ausgeschaltet, man trinkt abends keinen Alhohol als Schlummertrunk, liest im Wohnzimer und im Bett wird nur geschlafen, aber trotzdem kommt man nicht zur Ruhe und wacht morgens gerädert auf? Eine durchaus sinnvolle Idee ist es, die circa 3.000 Jahre alte daoistische Lehre Feng Shui zu Rate zu ziehen.

Feng Shui, um was handelt es sich dabei genau?

Wörtlich übersetzt bedeutet Feng Shui: Wind und Wasser. Der chinesischen Mythologie zufolge begann alles vor ungefähr 5.000 Jahren, als ein mächtiger, chinesischer Herrscher mit dem Namen Fu Hsi am Ufer des Flusses Lo in der Sonne saß und bemerkte, dass ein Schildkröte langsam und bedächtig ans Ufer kroch. In der dortigen Philosophie symbolisiert die Schildkröte das Universum: der gewölbte Rücken soll den Himmel bilden, der Panzer mit seiner Zeichnung steht für die Planeten und Sternbilder. Der Bauch ist die Erde und die Schildkröte an sich bewegt sich so durch das Wasser, wie das Land von den Meeren umgeben ist. Das Tier selbst steht in China für Stärke, Geduld, Weisheit und ein langes Leben. Als diese Schildkröte nun neben dem oben genannten Herrscher ans Land kroch und er sich besagte Gedanken zu dem Tier machte, fiel ihm zudem die besondere Zeichnung des Panzers auf. Das Muster schien sich im Licht der Sonne zu verändern, so dass Fu Hsi die aus dem I Ging bekannten Trigramme erkannte aus denen er das magische Quadrat „Lo Shu“ oder auch „Bagua“ bildete. Diesem kommt eine besondere Funktion zu. Es wird im klassischen Feng Shui über den Plan eines Grundstücks, aber auch über die einzelnen Räume gelegt, um herauszufinden welcher Teil mit welchem Lebensaspekt korrespondiert. Zusammenfassend kann man sagen, dass Feng Shui die daoistische Lehre von Harmonie und Gleichgewicht ist.

Was ist ein Bagua und wie ist es aufgebaut?

In der Lehre des Feng Shui geht man davon aus, dass das Leben insgesamt neun Hauptaspekte hat. Diese müssen alle in Harmonie zueinander stehen. Steht eines zu sehr im Vordergrund, schwächt dieses ein anderes. (Das Bagua ist in der Regel recheckig, quattratisch oder achteckig aufgebaut) Im folgenden ein solches Schema (Bagua), welches über das Haus, beziehungsweise über den Plan eines einzelnen Raumes gelegt werden sollte:

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(Die Zahlen in Klammern stehen für die jeweils zugeordnete Zahl. Jeder Aspekt entspricht nicht nur eines Bereiches, sondern auch einer Zahl, eines Körperorgans, eines Planeten, einer Jahreszeit und auch einer Tageszeit in dem der Energiefluss besonders kräftig ist.)

Der Eingang zu dem jeweiligen Raum befindet sich immer in einem der unteren drei Bereiche. Das bedeutet, dass das Bagua je nach Lage der Tür gelegt, beziehungsweise gedreht wird. Würde also die Tür zu unserem Schlafzimmer im Bereich Beruf liegen, wäre das Bagua wie folgt gedreht:

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Bei ungünstigen Raumschnitten kann es auch vorkommen das einzelne Bereiche fehlen oder gar erweitert sind, was die Gesamtharmonie ebenfalls stört. Doch nun zum eigentlichen Thema.

Was sollte man bei Feng Shui im Schlafzimmer alles beachten?

Im folgenden werden zuerst einmal die allgemeinen Punkte genannt, bevor im zweiten Schritt noch einmal auf das Bagua eingegangen wird. Im günstigen Fall kann man die Lage des Schlafzimmers beeinflussen. Dieses sollte:

  • Für einen idealen Energiefluss nach Westen ausgerichtet sein, denn dadurch können Störungen und Reizungen vermieden werden.
  • Es sollte nicht über einer Garage oder einem Abstellraum liegen.
  • Ebensowenig sollte es gegenüber, neben, über oder unter der Toilette positioniert sein.
  • Neben, gegenüber, unterhalb oder oberhalb der Küche ist als Lage des Schlafzimmers besonders ungünstig.
  • Die Lage der Wohnung selbst sollte generell nicht an energetisch ungünstigen Plätzen sein. Hierzu zählen: in der unmittelbaren Nähe von Eisenbahn oder Straßenbahnen, über einer Fleischerei, eines Bestattungsinstitutes, eines Restaurantes oder einer Disko, auf der Seite zu einer Kirche oder anderer Andachtsstätte, eines Friedhof und auch nicht in der Nähe einer Müllhalde sowie an belebten Straßen.

Im klassischen Feng Shui wird zudem zwischen Yin- und Yang-Räumen unterschieden. Yang ist dabei die aktive Energie (Arbeitszimmer, Wohnzimmer)  während Yin für die ruhigen Räume wie das Schlafzimmer steht.  Es hat deshalb im Feng Shui eine wesentliche Bedeutung, da es als Rückzugsort dient und damit Körper und Geist Erholung bieten sollte.  Die wichtigste Regel ist somit, dass dieser Raum frei von störenden oder schädigenden Einflüssen gehalten werden muss und ordentlich sein sollte. Im Raum sollten möglichst wenig Möbel und Dekorationsartikel stehen. Elektronische Geräte sollten ebenfalls nicht hier gelagert, sondern zum Beispiel ins Wohnzimmer verbannt werden. Um den Raum optisch ruhig zu halten, ist es desweiteren empfohlen sanfte Farben für die Wände und die Möbel zu wählen. (helle Pastell- oder Erdfarben). Schwere Möbel und großflächige Bilder sollten vermieden werden, ganz besonders hinter dem Bett.

Kann man die Lage des Raumes nicht beeinflussen, sollte man wenigstens das Bett selbst nach Westen ausrichten. Wenn es sich dabei um einen sonnendurchfluteten Raum handelt, sollte man zudem darauf achten, dass diese das Bett nie erreicht, da der Schlafbereich sonst mit zuviel Energie aufgeladen wird.

Ebenfalls ungünstig ist es, wenn das Bett direkt unter einer Dachschräge steht. Lässt sich dies nicht vermeiden, sollte man diese mit Tüchern verdecken. (In der Art eines Himmelbettes.)

Auf jeden Fall sollte das Bett von beiden Seiten gut zugänglich sein und für die Harmonie des Raumes ebenfalls an den beiden langen Seiten ein kleines Nachtischchen haben.

Das Bett selbst sollte auf Beinen stehen und genügend Platz unter der Liegefläche bieten, damit das Chi ausreichend Raum über und unter dem Bett hat um frei fließen zu können. Betten mit eingebauten Schubladen oder so genannte Futons sind nach Feng-Shui-Lehren eher ungeeignet.

Bei der Wahl des Bettes sollte man Naturmaterialien wie Holz wählen. Holz ist  Yin zugeordnet und daher besser für Ruhe und Erholung. Den Lehren zufolge fließt das Chi zwischen Türen und Fenstern. Daher ist es zu vermeiden das Bett auf der Linie zwischen Tür und Fenster zu positionieren, da dies zu Unruhe und Nervosität führen kann. Idealerweise steht das Bett außerhalb dieser Flusslinie mit dem Kopfteil an einer festen Wand. Der Fußteil zeigt dabei ebenfalls auf eine feste Wand. Der Abstand zum nächsten Fenster sollte mindestens eineinhalb Meter betragen. Ist das nicht möglich, empfiehlt es sich dichte Vorhänge zu verwenden, sodass bei Nacht kein störendes Licht auf das Bett fallen kann. Noch einmal zur Vertiefung: Ganz wichtig ist, dass das Bett nicht zwischen Tür und Fenster steht. Ansonsten kann nach dieser Lehre der heinkommende Chi-Fluss die Gesundheit stören.

Auch beim Bodenbelag kann man sich an die Richtlinien von Feng Shui orientieren. Fliesen sollte man vermeiden, da sie eher kalt sind. Holz ist zu bevorzugen. Ideal ist somit Parkett oder wenigstens die günstigere Variante Laminat.

Nachts sollten auch alle Türen und Fenster im Schlafzimmer geschlossen sein. Dies gilt nicht nur für die Eingangstür, sondern auch für Schranktüren und Schubladen.

Wenn man gerne Pflanzen hat, sollte man im Schlafzimmer wenige kleine Töpfe wählen. Wenn es große Pflanzen sein sollten, dann nur eine Einzelne, mehr stört den Fluss des Chi.

Das Bagua

Nun noch einmal zurück zu dem Schema oder genauer Bagua eines Raumes. Feng Shui strebt nach Harmonie und so sollten alle Bereiche in einem Raum in harmonischem Verhältnis zueinander stehen. Zusätzlich kann man aber bestimmte Bereiche durch Symbole verstärken. Hier liegt die Besonderheit in dem Raum des Schlafzimmers, in dem es hauptsächlich darum geht, dass der Mensch sich erholt und Ruhe findet. Im folgenden werden nun die einzelnen Bereiche genannt und gleichzeitg erläutert, was dabei im Schlafbereich zu beachten ist:

  • Der Bereich Beruf kann mit Symbolen von Schildkröten, insbesondere der Drachenschildkröte verstärkt werden.
  • Für den Bereich Partnerschaft (Beziehung) sind zwei Delfine besonders hilfreich. Möglich sind aber auch Statuen eines Liebespaares oder Herzen.
  • Auch im Bereich Ahnen (Familie) sind Drachen ein beliebtes Symbol.
  • Für den Bereich Reichtum kann man ganz klassisch Münzen aufhängen. Beliebt in anderen Räumen sind Brunnen. Diese sind aber im Schlafzimmer tabu.
  • In der Raummitte, welche für den Bereich Gesundheit steht, ist eine DNS Spirale, Buddha-Statue oder andere Symbole sehr förderlich.
  • Der Bereich Wohltäter, oder besser Freunde wird durch Kristalle verstärkt.
  • Beliebte Symbole für den Bereich Kinder sind Symbole und Statuen, oder Bilder der Kinder. Letzteres gilt wiederum nicht fürs Schlafzimmer. Hier sind Kinderbilder absolut tabu. Diese Bilder würden die Harmonie in der Partnerschaft stören oder anders ausgedrückt, deren Energie schwächen.
  • Im Bereich Ruhm kann man alle Arten von Vögeln plazieren. Auch Sonnensymbole oder Löwen verstärken die Energie in diesem Bereich.
  • Der Bereich Wissen kann durch ein Symbol der Blume des Lebens unterstützt werden.

Im Schlafzimmer gilt generell: Weniger ist mehr. Der Raum soll wie schon erwähnt ruhig und aufgeräumt wirken. Es soll Weichheit und Wärme austrahlen, welche durch Kissen und Vorhänge verstärkt wird. Der Raum unter dem Bett soll ebenfalls sauber bleiben. Bitte keinen Vorratsplatz für Bücher oder Kleidung hier anlegen. Alle Möbelstücke sollen abgerundete Ecken haben um ungesundes Chi zu vermeiden. Spiegel sind eher ungünstig, wenn dann nur ovale und diese sollten sorgfältig plaziert sein. Auf keinen Fall sollte man sich  während des Schlafes darin sehen. Dies erzeugt laut der Feng Shui Lehre ungünstige Energie und man würde nachts öfter aufwachen.

Das Schlafzimmer kann jede Farbe haben. Vermeiden sollte man jedoch stark kontrastierende Wandflächen (z.B. dunkles Violet neben einem starken Gelbton) Diese Energie kann zu Streitereien führen. Besonders günstig für die Partnerschaft ist dagegen, wenn man rot integriert. Dies kann mit Bilder, Kissen oder einfach nur gut plazierten Schleifen sein.

Und zum Schluss noch einmal den Tipp: Ordnung und klare Linien stehen im Vordergrund. Unaufgeräumte Ecken, zuviele Bücher oder achtlos verstreute Kleidungstücke sind unbedingt zu vermeiden, damit der Schlaf erholsam sein kann und man Frische und Energie für den nächsten Tag tankt.

Autor: Ute Frank, Zertifizierte Feng Shui Beraterin
Thema: Feng Shui im Schlafzimmer
Webseite: http://www.ute-frank.de

Literaturtipps:

1) Feng Shui: Leben und Wohnen in Harmonie, Taschenbuch – erschienen am 8. Februar 2014 im GU Verlag. Autor: Günther Sator

2) Wohnen mit Feng Shui: Das Praxisbuch für Einsteiger, Taschenbuch – erschienen am 1. Januar 2001 im Goldmann Verlag. Autor: Thomas Fröhling

3) Unser Zuhause als Spiegel der Seele: Wie Sie mit kleinen Veränderungen Ihr Leben in Schwung bringen, Taschenbuch– erschienen am 9. Oktober 2015 im Schirner Verlag von Barbara Arzmüller

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