Ratgeber Lifestyle

Da NLP/Neurolinguistisches Programmieren sehr oft als erhebliches Machtinstrument verwendet wird, ist es mir im Vorfeld schon wichtig zu sagen, dass NLP eine wundervolle Therapie sein kann, wenn sie mit dem Herzen ausgeführt wird und wenn dem Coach negative Manipulation fremd ist. Dabei ist mir meine Einstellung als systemische Therapeutin sehr hilfreich, die mich davor schützt, dem anderen den eigenen Film überzustülpen. Jeder Therapeut, jede Therapeutin sollte an den eigenen Themen umfassend gearbeitet haben. Finden und bewusst machen kann er/sie stets nur das, was er/sie selbst kennt und in sich gut damit umgehen kann.

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Die NLP–Begründer Richard Bandler/John Grinder/Robert Dilts haben sich sehr namhafte und äußerst wichtige Therapeuten als Modell genommen, wie z.B. Virginia Satir mit dem wachstumsorientierten Ansatz ihrer Familientherapie, Fritz Perls mit seiner Gestalttherapie und den wunderbaren Milton H. Erickson, dem Begründer der Hypnotherapie. Dies zeigt schon, welch tiefgreifenden Denkunterbau NLP hat.

Ein wichtiger NLP-Grundsatz ist: „Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zugrunde“.

Jedes Verhalten ist irgendwann einmal entstanden. Die positive Absicht, die dahintersteht kann entweder bewusst, viel öfter noch unbewusst sein. Durch ein Verhalten kann noch nicht auf die Absicht geschlossen werden. Eine berechtige Frage dabei ist, welche Lebensgeschichte steckt dahinter? Ursachen bestimmter Verhaltensweisen können sowohl in der Kindheit entstanden sein, als auch im Familiensystem, sozusagen als übernommene Gefühle. Eine verschobene Wahrnehmung ist oft das Resultat. Trotzdem heißt das nicht, dass man das Verhalten akzeptieren muss, die Ursache sollte herausgefunden werden, um sich selbst besser kennen zu lernen und zu wachsen. NLP ist für mich dafür ein wichtiger Ansatz.

NLP-Reframing fragt in der Hauptsache nach dem Sinn hinter den Dingen.

Reframing bedeutet, etwas umzudeuten oder in einen neuen Kontext bzw. Rahmen zu setzen. Jedes Verhalten bzw. jede Reaktion steht in irgendeinem Zusammenhang. Unsere subjektive Wahrnehmung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Beim Reframing soll das abgelehnte Verhalten und die dahinterstehende Absicht voneinander bewusst getrennt werden. Unterschieden wird zwischen Bedeutungsreframing und Kontextreframing. Stark verkürzt suchen beide Varianten den Nutzen einer ungeliebten Verhaltensweise, um die positive Absicht erkennen zu lassen.

Schwächen als Stärken entdecken und das Positive im Negativen!

Reframing, im Detail, lässt sich vermutlich am besten an Hand von Beispielen erklären. Nehmen wir an, eine Frau, verheiratet, hat drei Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, sie ist in ihrem Halbtagsjob gefordert, hat zudem ein großes Haus mit Garten zu versorgen, ihren Haushalt zu bestellen und viele Interessen. Sie klagt darüber, dass sie morgens überaus schwer in die Gänge kommt. Sie kommt lange nicht aus den Federn, braucht immer wieder noch eine weitere Minute bevor sie schließlich schleppend aufstehen kann. Nichts geht ihr flott von der Hand, obwohl es doch so dringend wäre, alle Aufgaben anzugehen. Damit ist sie unzufrieden und wertet sich extrem ab.

Mit NLP-gerechten Fragen arbeiten wir heraus, dass sich in ihr zwei Anteile streiten, einer möchte alles gut und zügig erledigen, möchte funktionieren und ein anderer blockiert das. Meist wird innerlich dieser Teil, der blockiert massiv abgewertet, was die Sache noch schlimmer macht. Weil einfach alles, was wir unbedingt weghaben wollen, stärker wird. Wo unsere Aufmerksamkeit hingeht, wird automatisch wachsen.

Was also ist ihr eigentlicher Gewinn dieses störenden Verhaltens? Ihr wird nach einiger Zeit durch gezielte Fragen klar, dass ihr der langsame Tagesbeginn durchaus etwas bringen könnte. Schon wird dieser unerwünschte innere Anteil oder die blockierende Seite nicht mehr so negativ wahrgenommen, ja sogar als hilfreich angesehen, um zu erkennen, dass sie unbedingt mehr kleine Ruheinseln in ihren Tagesrhythmus einbauen sollte, um nicht an Kraft zu verlieren und irgendwann auszubrennen.

Es ist die Sichtweise, die das Leben erleichtern kann. So sind es zwei Seiten einer Medaille, das Rauchen beispielsweise als schädlich anzusehen, für viele bedeutet es auch Freiheit, Abschalten, Beruhigung oder Pause, einfach irgendein Ritual, z.B. in Verbindung mit einer Tasse Kaffee. Wer also gerne das Rauchen aufhören möchte, es aber nicht schafft, hat keine Chance, wenn das schlechte Gewissen das Vorhaben noch mehr erschwert. Vielmehr können auch hier wieder zwei Strebungen festgestellt werden. Eine Seite hat das Bedürfnis gesund zu leben, die andere Seite sollte jedoch auch gewürdigt werden, die sich Ruhepausen und Entspannung wünscht. Diese Erkenntnis wird helfen, entspannende Pausen oder andere Rituale in den Alltag bewusst einzubauen, damit das Rauchen überflüssig werden kann.

Anerkennen und würdigen ist die Zauberformel!

Wenn in meiner Praxis eine Mutter über ihr allzu „freches, lautes und aufmüpfiges Kind“ ihr Leid klagt, weil es in der Schule nicht ruhig ist, weil es den Lehrern und Eltern Stress macht, ist es nicht sofort angebracht, das Verhalten des Kindes umzudeuten. Erst nach einiger Zeit wird sich die Mutter dafür öffnen können, eine neue Sichtweise zuzulassen, indem Sie hört, dass es sich um ein lebendiges, aufgewecktes und sehr waches Kind handelt, das kritisch interessiert ist und höchstwahrscheinlich mehr Herausforderung und Förderung benötigt.

Schon das alleine kann helfen, dass die Mutter ihr Kind in einem ganz anderen Licht sieht und sie ihr Verhalten ändert, um auf einer ganz anderen Ebene weiterzumachen und ein entspanntes Miteinander entstehen kann. Ein AHA-Effekt ist die Folge und dadurch ein anderes, innerliches Spüren der Wahrheit. Die Erwartungshaltung ändert sich und damit auch das Ergebnis.

Das Unbewusste ist nicht zu unterschätzen!

Reframing ist im NLP ein Baustein, ein Grundformat. Es ermöglicht, einer Verhaltensweise bzw. einer Sachlage einen anderen Rahmen zu geben, eine andere Bedeutung, eine neue Sichtweise, schlicht gesagt, handelt es sich um eine Umdeutung. Es soll helfen, festgefahrene Gedankenmuster zu unterbrechen und erleichternd umzudenken.

Meist sind es unsere Bewertungen und unsere Glaubenssätze, die uns das Leben schwer machen.

Die Absichten, die jeder hat sind gut, das Handeln jedoch meist nicht so sehr, wohlgemerkt aber gut gemeint für uns. Vieles ist in unserem Unbewussten verborgen und das ist sehr mächtig. Folglich ist es wichtig, sich dessen bewusst zu werden für ein besseres Verständnis innerer Vorgänge und auch die der Mitmenschen, um die jeweilige positive Absicht leichter zu erkennen. Die Praxis des NLP-Reframing kann von großem Vorteil sein und liefert einen wertvollen Beitrag um den Blickwinkel zu verändern.

Vorsicht ist jedoch angebracht - Reframing ist kein Allheilmittel. Wenn zu früh umgedeutet wird, wird sich der/die Gesprächspartner/in nicht geachtet fühlen. Er/sie hat schließlich eine gewisse Not mit seiner Verhaltensweise und möchte erst einmal verstanden werden, das sollte das oberste Bestreben eines/r guten Therapeuten/in sein. NLP ist umfangreich und hat verschiedene Kommunikationstechniken, die Vertrauen und Verständnis aufbauen können, damit es nach einiger Zeit möglich wird, den/die Gesprächsteilnehmer/in in Richtung Entlastung zu führen.

Autor: Monika Sauer | Naturheilkundliche Psychotherapie (HPG)
Thema: NLP - Reframing

Webseite: www.sauer-media.de

 

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