Willkommen, zu einem der wichtigsten Themen in unserem Leben: Der Selbstvergebung.

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Vor etwa 30 Jahren habe ich begonnen, mich auf die Reise der Selbsterkenntnis und –entwicklung zu machen.  Was sie heute hier erfahren, ist das Ergebnis meiner eigenen Entwicklung durch Krisen, die Erziehung meiner Kinder und durch die therapeutische Begleitung meiner Patienten.

Wir sind „Körper-Seele-Geist-Wesen“

Ich sehe den Menschen ganzheitlich als Körper-Seele-Geist-Wesen, das als offenes System ständig in Interaktion mit allem ist, was es umgibt. Die Bereitschaft zur Veränderung - auf allen Ebenen - ist Basis für ein Fließgleichgewicht, für Gesundheit und Wohlbefinden.

Krankheit hat ihren Ursprung auf der geistig-seelischen Ebene. Und manifestiert sich im physischen Körper. Deshalb ist es so wichtig, unserer geistig-emotionalen Entwicklung  Achtsamkeit zu widmen.

Vergebung und „Schuld“

Wenn wir von Vergebung sprechen, so ist Schuld ein zentrales Thema.

Das „Sich-selbst-verzeihen-können“, ist ein lebenslanger dynamischer Prozess. Wir alle stehen an unterschiedlichen Punkten dieser Entwicklung.

Das Gefühl von Schuld erzeugt Schuldgefühle. Wir leben ein Leben mit Schuldgefühlen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Diese Gefühle haben tiefen Einfluss auf unsere Wahrnehmung, auf die Menschen, die wir anziehen, auf unsere Lebensumstände und letztendlich auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden.

Es dauert manchmal ein halbes Leben, bis uns selbst klar wird, dass wir Schuldgefühle haben. Wir betrachten die Art und Weise, was und wie wir denken als normal, weil es schon immer so war.  Und weil uns noch nie jemand darauf aufmerksam gemacht hat.

Wie bemerken wir, dass wir Schuldgefühle haben?

  • Wir kritisieren andere - erwarten ein hohes Maß an Perfektion von unseren Mitmenschen.
  • Diese Perfektion erwarten wir auch von uns selbst. Sind streng mit uns, und erlauben uns keine Fehler. Wir wollen es allen recht machen. Lob und Anerkennung beflügeln – Kritik befeuert Selbstkritik.
  • Schwächen erlauben wir uns nicht. Wir bewerten uns negativ, wenn wir es wieder nicht geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören oder der „Süßigkeiten-Orgie“ nicht widerstehen konnten. 
  • Unsere Gedanken kreisen oft um unsere selbstdefinierten Fehler in der Vergangenheit: zB. in der Erziehung unserer Kinder; in Beziehungen; über Unrecht, das wir Mitmenschen zugefügt haben und die dadurch möglicherweise Schaden erlitten haben.
  • Wird uns Unrecht oder Schmerz zugefügt, so sind wir nicht bereit, zu verzeihen. Wut und Enttäuschung darüber können wir nicht loslassen.
  • Bewertung, Nicht-genügen, Schuld… das ist die Essenz dieser Auflistung, die sich endlos fortsetzen ließe!

In uns selbst inszenieren wir  - nach erlernten Maßstäben - ein Tribunal. Bei dem wir Richter, Staatsanwalt und Angeklagter zugleich sind.  Der Angeklagte ist immer schuldig.

Und die „Strafe“ ist ein Leben in Schuld!

Der Ursprung von „Schuld“

Wo hat dieser „Circulus Vitioses“ seinen Ursprung?

In uns allen ist eine Blaupause von Richtig und Falsch, Gut und Böse angelegt. Eine Programmierung aus frühester Kindheit. Unsere ersten Vorbilder waren unsere Eltern. Wie gingen sie mit sich selbst und dem Thema „Schuld“ um? Konnten wir es ihnen womöglich nie recht machen? Waren Fehler nicht erlaubt? Wurde uns gesagt, dass wir, so wie wir sind, nicht richtig sind?

Was haben wir in der Schule gelernt? Wie wurden wir von unseren Pädagogen behandelt? Hat man uns dort beigebracht, dass wir nicht genügen? Den Anforderungen nicht entsprechen?  Dass wir dumm sind?

In der Katholischen Kirche ist das „allgemeine Schuldbekenntnis“  ein in der Liturgie  verwendetes Gebet. Es wird in der heiligen Messe nach der Eröffnung gesprochen:

„Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe – ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn“.

In diesem Gebet geht um Schuld, um Gut und Böse und eine Vergebung der Sünden durch Gott.

Was wäre, wenn…

Kann jemand, der sich ständig schuldig fühlt, sich selbst verzeihen? Kann jemand, dem gesagt wird, nur Gott könne Sünden vergeben, sich selbst vergeben?

Besteht die Möglichkeit, dass uns - wie bei einem Computer – irgendwann von außen ein Programm „aufgespielt“ wurde, nach dem wir nun agieren?

So lange wir dieses „Grundprogramm“ in uns nicht in Frage stellen, funktionieren wir unbewusst nach einmal erlernten Mustern. Sind manipulierbar durch Bewertung von außen.   

Was wäre, wenn es dieses Prinzip von „Schuld“ gar nicht gäbe?

Was wäre, wenn du dich neu programmieren könntest und Verhaltensweisen für dich entdecken könntest, die  dir das Leben leichter machen, dich glücklicher und gesünder sein lassen und dir jeden Tag die Kraft geben, dir selbst immer mehr zu verzeihen?

Lass dich ein auf ein Experiment:

Das Thema“ Schuld“ streichen wir komplett und ersetzen es durch „Verantwortung“. Du übernimmst Verantwortung für dich, deine Gedanken, deine Worte, dein Handeln, dein Wohlergehen!

Ziel ist es, dir selbst die Wertschätzung, die Anerkennung, den Respekt und die Liebe zu geben, die du möglicherweise in der Vergangenheit nicht erfahren hast. Ziel ist es, deine Mitmenschen, die Schöpfung,  so zu behandeln, wie du selbst behandelt werden möchtest. Zum Wohle aller.

Dein Inneres Kind wartet auf dich

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Sehr gute Erfahrungen in der Persönlichkeitsentwicklung und Inneren Gesundung mache ich mit dem therapeutischen Konzept des Inneren Kindes.

Literatur

  • Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst (John Bradshaw)
  • Aussöhnung mit dem inneren Kind (Erika Chopich, Margaret Paul)

Stell dir dich selbst vor, als du noch Kind warst. Im Alter von etwa 5 Jahren. 

Dieses Innere Kind wurde unter Umständen von Eltern, Pädagogen oder Anderen verletzt, nicht beachtet, gerügt, konnte nichts richtig machen. Dem Inneren Kind wurde gesagt „wenn du etwas falsch machst ist das schlecht und muss bestraft werden“.

Dein Inneres Kind wurde womöglich in die Welt entlassen mit der Prägung „Ich bin nicht richtig, so wie ich bin. Ich sollte so sein, wie andere/meine Eltern mich haben wollen“.

Meditiere und nimm Kontakt zu deinem Inneren Kind auf. Je nachdem, wie verletzt, traurig, vernachlässigt es sich fühlt, wird es antworten.  Manchmal muss man ihm Zeit geben, bis es aus seiner Ecke herauskommt und in Dialog mit dir geht.

Du hast Hier und Jetzt die Möglichkeit, die Verletzungen deines Inneren Kindes, deine Verletzungen, zu heilen.

Sprich mit deinem Inneren Kind: wohlwollend, achtsam, wertschätzend.  Hör ihm aufmerksam zu.

Gib ihm zu verstehen, dass du es liebst, unabhängig von seinen Leistungen. Dass du es liebst es um seiner selbst willen. Bedingungslos. Behandle dein Kind so, wie du gerne behandelt worden wärst als Kind.

Sich selbst verzeihen

  • Entscheide dich, Verantwortung  dafür zu übernehmen, wenn du das Gefühl hast, einen Fehler gemacht oder jemandem Unrecht getan zu haben.  Verurteile dich nicht dafür.
  • Gibt es eine Möglichkeit der Wiedergutmachung? Eine Entschuldigung? Schadenersatz? Falls nicht: Auch eine Entschuldigung im Geiste, gerichtet an denjenigen, dem Unrecht geschehen ist durch dich, kommt an und hat Wirkung - wenn du es ehrlich und aus tiefstem Herzen meinst!
  • Lerne aus deinem Fehlverhalten. Sei wohlwollend mit deinem Inneren Kind, mit dir selbst, und hab Geduld und Mitgefühl für sein/dein Verhalten. Fehler sind menschlich und dürfen sein. Müssen sein, um zu wachsen.  Auch Scheitern ist wichtig, um zu wachsen. Du bist gut, so wie du bist. Nimm die aktuelle Situation an.
  • Überleg dir Strategien, wie du in deiner Entwicklung weiter kommst. Umgib dich mit Menschen, die dir helfen, dein Verhalten zu ändern.  Menschen, die auf dem Weg, den du gehen möchtest, schon ein Stück weiter gekommen sind.
  • Wenn du Gedanken negativer Bewertung dir selbst oder anderen gegenüber verspürst: Setze einen bewussten Stopp und lenke deine Aufmerksamkeit auf hilfreiche Affirmationen. Widme deine Gedanken der Dankbarkeit.

Du bist liebenswert, so wie du bist

Für ein Kind ist Alleingelassenwerden gleichbedeutend mit dem Tod.

Sei für dein Inneres Kind da. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern als liebende Mutter,  die ihrem Kind ein Gefühl von Wohlwollen, Geborgenheit, Mitgefühl und Verständnis gibt. So dass dein Kind wachsen und gedeihen kann. Hör ihm zu und nimm es ernst.

Durch die Verbindung zu deinem Inneren Kind wirst du eine Verbindung zu deinen tiefen Gefühlen – den positiven und den negativen - und Erinnerungen finden.

Je mehr deine Verletzungen heilen können, desto mehr wird deine Selbst-Liebe und Selbst-Annahme wachsen.

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Nähre das Pflänzchen „Selbst-Liebe“ täglich. Wen man liebt, dem kann man leicht vergeben und verzeihen. Deine Liebe dir selbst gegenüber ist die wichtigste Lektion, die du in diesem Leben erlernen kannst.  Sie ist die Basis für emotionale Unabhängigkeit, Gesundheit, Vitalität und Empathie. Glück!

Vergebung dir selbst gegenüber ist nicht etwas, das du einstudieren musst, wie ein neues Verhalten. Selbst-Vergebung  entwickelt sich auf natürliche Weise in dem Maße, in dem du dich einlassen kannst auf die Liebe zu dir selbst.

Namaste

Autor: Sabine Mühlbauer, Heilpraktikerin
Thema: Selbstvergebung - Sich selbst verzeihen
Webseite: http://www.genuine-homoeopathie-seminare.de

Quellen:

  • Das Kind in uns. Wie finde ich zu mir selbst (John Bradshaw)
  • Aussöhnung mit dem inneren Kind (Erika Chopich, Margaret Paul)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Inneres_Kind
  • https://www.psychomeda.de/lexikon/inneres-kind.html

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