Sogar Edelmöbeldesigner nutzen transportassoziierte Paletten mittlerweile als charmante Bauelemente. Bestimmte Palettenarten bieten sich hierbei eher zum Möbelbau an als andere.

palette farbe pinsel

Als einer der wichtigsten Lifestyles im gegenwärtigen Jahrhundert wirkt sich Nachhaltigkeit auf alle Lebensbereiche aus. Das gilt beispielsweise für die Wohnwelt, in der Trends wie Upcycling aus dem Nachhaltigkeitsgedanken hervorgegangen sind.

Palettenmöbel repräsentieren diesen Trend auf schicke Art und Weise, wobei echte Anhänger des Upcycling zugunsten der Marke Eigenbau auf Designermöbel aus Paletten verzichten. Wenn ihr die richtigen Palettenarten zweckentfremdet, sieht euer Eigenbau bei höherer Nachhaltigkeit trotzdem nach einem Designerstück aus.

Eine Frage der Belastbarkeit

Obwohl Holzpaletten im Transport- und Lagerungswesen als meistgenutzte Arten gelten, könnt ihr Palettenmodelle aus verschiedenstem Material zum Möbelbau nutzen. Das gilt beispielsweise für hochbelastbare Kunststoffkonstruktionen, die im Transportwesen insbesondere bei hohen Hygieneanforderungen verwendet werden.

Wichtig ist für euer Upcycling-Projekt insbesondere die Belastbarkeit, die vor allem von der Entscheidung zwischen Mehr- und Einwegpaletten abhängt. Wegen ihrer Vergleichsweise geringen Stabilität und minderwertigen Verarbeitungsqualität eignen sich Einwegpaletten beispielsweise nicht zur Herstellung tragfähiger Möbelelemente.

Gerade weil Einwegprodukte zur Entsorgung vorgesehen sind, birgt der Möbelbau aus diesen Varianten trotz geringer Stabilität das höchste Umweltbewusstsein. Bei entsprechender Behandlung könnt ihr aus Einwegmodellen neben Schlüsselleisten zumindest Palettendeko wie Uhren und Kunstwerke bauen, oder nutzt die Varianten als Füllelemente für mehrteilige Möbelprojekte.

Richtig abgestempelt

Besonderen Charme verbreiten Desingerstücke aus Paletten dank ihres Brennstempels. Beim Eigenbau entsprechender Möbel sind diese schwarzen Aufdrucke nicht nur dekorativ, sondern außerdem informativ. Die Kennzeichnungen verraten euch zum Beispiel, wie resistent die Materialien gegenüber Feuchtigkeit sind.

Das EPAL-Zeichen steht für die ausschließliche Verwendung trockener Holzmaterialien, wodurch Paletten mit diesem Schriftzug weniger schimmelanfällig sind als ihre Artgenossen. Der HT-Stempel steht demgegenüber für Hitzebehandlung und deutet auf die Abtötung von Sporen und Ungeziefer hin.

Mit Vorsicht zu genießen ist die MB-Kennzeichnung, die für Metylbromid-Begasung steht. Entsprechende Paletten eignen sich beispielsweise nicht zur Herstellung von Brotkästen, weil sie mit Brommethan belastet sind. Diese giftige, chemische Verbindung schadet dem zentralen Nervensystem und hat im Haushalt deshalb grundsätzlich nichts verloren. Esstische und Kindereinrichtung solltet ihr aus gebrauchten Paletten übrigens niemals bauen, weil ihr die Vorgeschichte der Transportelemente trotz ihrer Stempel nicht gut genug überblicken könnt.

Selbstgekauft ist sicherer

Echte Upcycler verwenden zum Möbelbau ausschließlich Paletten, die von Lagerhallen, Speditionen und Supermärkten zur Entsorgung aussortiert wurden. In einigen Fällen verschenken Besitzer diese Elemente, um sich den Entsorgungsaufwand zu sparen. Während ihr sogar beschädigte und splittrige Paletten durch Schleifarbeit wieder in Form bringen könnt, spart ihr euch bei augenscheinlichem Schimmel- und Ungezieferbefall lieber die Mühe.

Am sichersten fahrt ihr natürlich, wenn ihr im Rahmen von Umzügen oder anderweitigen Möbeltransporten selbst Paletten verwenden müsst, sie neu kauft und anschließend gleich ihrem neuen Bestimmungszweck als Möbelstück zuführt. Dadurch könnt ihr euch über den Zustand der Bauelemente sicherer sein und müsst euch weniger Sorgen um die Stoffe machen, mit denen die Paletten auf dem Weg zu euch in Kontakt geraten sind.