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In unserer schnelllebigen Zeit ist die Erschöpfung auch bei unseren Kindern angekommen.

junge erschoepft auf stuhl

Dadurch, dass sich die Gesellschaft und auch das Familienleben, aber auch das Umfeld wie die Schule und die damit verbunden Leistungen, die die Kinder erbringen sollen, sehr verändert hat, sind immer mehr Kinder schnell erschöpft. Hier gibt es verschiedene Faktoren zu betrachten.

Körperliche Hintergründe

Für die körperlichen Hintergründe spielt schon die Schwangerschaft eine wichtige Rolle: ob die werdende Mutter gesund lebt, nicht raucht, keinen Alkohol zu sich nimmt und auch ansonsten eine gesunde Lebensweise hat, ob ein Kind zum Geburtstermin auf die Welt kommt oder zu früh geboren wird. Mit einer gesunden Lebensweise macht sie Ihrem Kind schon bevor es auf der Welt ist ein großes Geschenk, was sich auch positiv auf die zukünftige Entwicklung und Stabilität des Kindes auswirkt. Dadurch wird sein Gehirn nicht vorgeschädigt, was andernfalls bei Alkohol- und Tabakkonsum der Fall sein kann. Hier wird schon wesentlich zur zukünftigen Stabilität des Kindes beigetragen.

Selbstverständlich ist es zunächst wichtig, bei einer schnellen Erschöpfung des Kindes die möglichen körperlichen Ursachen durch einen Arzt oder Heilpraktiker abklären zu lassen. Denn es könnte sich um eine Herzerkrankung, eine Schilddrüsenstörung oder um einen Vitamin- und Vitalstoffmangel etc. handeln.

Die verschiedenen Aspekte für die kindliche Gesundheit umfassen einen gesunden Schlaf, eine gesunde Ernährung, Bewegung (besonders an der frischen Luft), Entspannung und Freizeit: Zeit haben, um das zu tun, was Freude macht, z.B. mit Freunden oder alleine spielen -  da wird aufgetankt.

Alle Kinder sind individuell verschieden, so dass mache Kinder mit Leistungsdruck, wenig Freizeit und Bewegung besser zurechtkommen als andere, die dann auf Dauer gestresst und schneller erschöpft und müde sind. Das ist teilweise zwar genetisch bedingt, hängt aber auch von der Familie und dem Familienleben ab. Wünschenswert wäre es, dass die Familie generell der Ruhepol für das Kind ist, es sich dort akzeptiert und angenommen fühlt und gewiss sein kann, dass es ohne Vorbehalte angenommen ist – unabhängig davon, ob es ein „anstrengendes Kind“ ist oder auch nicht die gewünschten Leistungen erbringt. In einer solchen Familie wird ein Kind gestärkt und kann ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln, was auch in Bezug auf die Erschöpfung eine große Ressource ist. Die Resilienz wird so schon aufgebaut.

Ernährung

Die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf die gesunde Entwicklung. Die Industrie nutzt die Lücke eines häufigen Zeitmangels der ganzen Familie und bringt immer mehr angeblich gesunde Fertiggerichte auf den Markt. Da viele Eltern heute unter Zeitmangel leiden, wird des Öfteren auf die „schnelle Küche“ zurückgegriffen z.B. auf Fastfood, so dass zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe in den Mahlzeiten zu finden sind. Eine gesunde und vollwertige Ernährung wäre jedoch wichtig, um der schnellen kindlichen Erschöpfung entgegenzuwirken.

Bewegung

Für eine gesunde Entwicklung und ein gesundes Wachstum ist die Bewegung sehr wichtig. Leider bleibt auch hierfür im Alltag oft wenig Zeit. Manches Kind ist in einem Sportverein aktiv oder hat noch genügend Bewegung an der frischen Luft oder auch drinnen durch sportliche Aktivitäten wie z.B. Turnen, Trampolinspringen usw. – das ist wunderbar. Die verbleibende Freizeit wird allerdings oft mit anderen Aktivitäten wie Online- oder Handyspielen verbracht. Wenn das Kind schon schnell ermüdet oder der Druck von außen groß ist, wird es diesem Onlinespielverhalten immer mehr zusprechen, da es hier erfolgreich ist. In Extremfällen kann das dann zu einer Realitätsflucht führen.

Onlinespiele und –verhalten

Auch die Auswirkungen des Handy- und Tabletspielverhaltens im Kindesalter führt bei einem Übermaß auf Dauer zu einer schnellen Erschöpfung des Kindes, da hier viel Konzentration und Zeit eingesetzt werden und ein gesunder Ausgleich fehlt. Viele Kinder haben weder die Zeit noch die Gelegenheit oder Motivation, sich draußen ohne vorherige Verabredungen mit Freunden zu bewegen, zu spielen und dadurch Erholung und Entspannung zu finden. Spontanität und Flexibilität bleiben hier auf der Strecke. Vom frühesten Alter an haben viele Kinder schon einen gut gefüllten Terminkalender, der wenig Spielraum für erholsame Beschäftigungen lässt. Um einer schnellen Erschöpfung vorzubeugen, sollte man dem Kind helfen, einen ausgewogenen Einklang aller wichtigen Komponenten zu finden.

Kita, Kindergarten und Schule

Nicht zu unterschätzen ist auch der Leistungs- und Zeitdruck, dem schon unsere Kleinsten ausgesetzt sind. Oft sind die Tage im  Kindergarten, in der Kita und der Schule voll verplant. Wenn die dort zu verbringende Zeit zu Ende ist, muss noch „weitergearbeitet“ werden. Zwischen Unter- und Überforderung ist es eine zu bedenkende Gratwanderung. Oft bleibt zu wenig Zeit zur freien Verfügung, alles ist zeitgenau geplant und organisiert. Des Weiteren werden Kinder häufig mit anderen verglichen oder es vergleicht sich selbst mit anderen. In unserer Leistungsgesellschaft löst das Druck aus und trägt auf Dauer ebenfalls zu einer immer schneller anwachsenden Erschöpfung bei. Das Kind stresst sich immer mehr, so dass die Freizeit oft noch kürzer bemessen ist, der Appetit wird weniger, es wird immer erschöpfter und schläft unter Umständen auch nicht mehr so gut. Ein Teufelskreis hat eingesetzt und  das Kind braucht nun definitiv die familiäre Unterstützung und Akzeptanz, um wieder in ein ruhigeres, stressfreieres, gesundes Leben zurückzufinden.

Schritte zu einem stressfreieren und gesunden Leben

Je nach dem Schwierigkeitsgrad eines erschöpften Kindes, bedarf es neben der oben beschriebenen familiären Umstellung evtl. auch professionelle Unterstützung:

  • Entspannungsreisen, Autogenes Training für Kinder
  • Klassische Musik hören: Entspannungsmusik trägt auch während des Tagesverlaufs und bei den damit verbunden Pflichten, wie z.B. Anfertigen der Hausaufgaben dazu bei, dass das  Kind ruhiger, entspannter und ausgeglichener wird und auftanken kann. Diese Art der Musik kann sich bei konstantem Einsatz sehr positiv auf das Kind und somit auch auf die ganze Familie auswirken. Der Regenerationsprozess kann beginnen.
  • Falls das alles nicht zu dem entsprechenden Erfolg führt, wäre eine Therapie anzuraten.
  • Empfehlenswert wären hier eine Verhaltenstherapie oder eine Kinderhypnose, die bereits ab einem Alter von 6 Jahren zur Anwendung kommen kann. Durch die Therapie kann sehr viel zum Guten verändert werden. Selbstverständlich muss dabei die ganze Familie einbezogen werde, da immer das gesamte Familiensystem ineinander greift.

Fazit

Kindern, die unter immer schneller auftretender Erschöpfung leiden, wäre es zu wünschen, dass sie mithilfe der oben angesprochenen Punkte wieder in eine gesunde Balance gebracht werden. Das würde ihnen helfen sich optimal zu entwickeln und sie gut rüsten für ihren Lebensweg. Diese Balance bewirkte eine Ausgeglichenheit und die Chance wäre sehr groß, dass das Kind sich zu einem selbstbewussten, glücklichen und zufriedenen Menschen entwickelt. Ein Kind, das sein Leben fortan, dann als Jugendlicher und später als Erwachsener in schwierigen Lebenslagen meistert.

Autor: Beate Winkler
Thema: Kind schnell erschöpft
Webseite: http://www.beatewinkler.de

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„Was das mit mir oder Anderen zu tun haben könnte und was ich und wir daran ändern können.“

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Die grundlegenden Gedanken für diesen Satz lauten:

Wir können unseren Partner nicht verändern.

Unser Partner kann sich jedoch selbst verändern, … wenn er das möchte und dazu bereit ist! Wir können unsere Sichtweise auf die Dinge ändern, … unser Partner auch.

Jede Änderung, die wir bei uns selbst herbeiführen oder die der Partner bei sich herbeiführt, hat Einfluss auf unser partnerschaftliches Miteinander, im Positiven wie im Negativen. Jedes von uns erlebte Beziehungsphänomen wird in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation und dem jeweiligen Kontext bewertet. Eine Situation, die uns heute traurig stimmt oder Ärger bereitet, kann bereits morgen als gleichgültig oder sogar humorvoll bewertet werden. Je nachdem, welche individuellen Erlebnisse und systemische Wechselwirkungen uns in dem Moment unserer Bewertung beeinflussen und welche „Erlebnisbrille“ wir gerade tragen!

Ausgehend von dieser Denkweise sowie der Grundannahme, dass es uns im Wesentlichen darum geht, unsere Beziehung zu erhalten, zu verbessern oder gar neu zu erfinden, möchte dieser Artikel Ideen aufzeigen, wie wir Beziehungsprobleme erkennen können, ob diese Probleme aus uns, aus der Partnerschaft heraus oder eher extern entstehen und wie wir diese Probleme mildern oder beseitigen können. Häufig zeigt sich, dass externe, als stressig empfundene, Ereignisse, unseren partnerschaftlichen und paarinternen Stress „triggern“. 

Mögliche Hinweise darauf, dass in unserer Beziehung etwas nicht stimmt und Handlungsbedarf besteht

Egozentrik und Entfremdung

Geht es uns „nur noch“ um unsere eigenen Bedürfnisse? Ist unser Partner noch ein Teil unseres Denkens, Fühlens und Handelns? Fühlen wir uns in unserer Partnerschaft alleine? „Mit Dir bin (fühle) ich (mich) auch allein?“

Gefühlte Entfremdung in der Partnerschaft scheint eine häufige Folge von egozentrischen Verhaltensweisen zu sein. Je mehr wir uns nur noch um die eigene Achse drehen, umso entfremdeter kann uns unser Partner vorkommen, umso entfremdeter wirken wir auf unseren Partner. Egozentrisches Verhalten kann wiederum zu einem Gefühl der Entfremdung führen.

Der partnerschaftliche Dialog über unsere unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse und vor allem die Zeit, die wir uns für diesen Austausch nehmen sollten, sind eine wichtige Grundvoraussetzung dafür, eine gute Balance zwischen Autonomie und Bindung zu finden.

Folgende Fragen können den Weg zu einem konstruktiven Dialog ermöglichen:

„Was brauchst Du für Dich?“ „Was brauche ich für mich?“
„Was brauchst Du für uns?“ „Was brauche ich für uns?“

Eine gefühlte Egozentrik kann auch die Folge von überhöhten Anforderungen des Arbeitsalltags sein. Wenn wir uns überfordert und dauerhaft gestresst fühlen, drehen wir uns oft nur noch um uns selbst, kapseln uns ein und wirken entfremdet.

Bevor wir diese Phänomene partnerschaftlich auf uns beziehen, sollten wir uns in einem konstruktiven Gespräch darüber austauschen.

„Wie frei fühlst Du Dich in letzter Zeit in Deiner Arbeit?“
„Inwieweit kannst Du Dich auf der Arbeit frei entfalten?“
„Wie ist in letzter Zeit das Arbeitsklima im Job?“
„Wie sehr nimmst Du Deine Arbeit gefühlt mit nach Hause?“

Desinteresse und fehlende Unterstützung

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.

Haben wir noch Interesse an unserem Partner? Sind für uns noch die Dinge von Interesse, die unseren Partner beschäftigen?

Fühlen wir uns von unserem Partner unterstützt? Bemerkt unser Partner, dass wir in gewissen Situationen seine Unterstützung benötigen?

Ein gefühltes Desinteresse muss nicht unbedingt auf partnerschaftliche Probleme hinweisen. Erfährt unserer Partner paarexternen, arbeitsbedingten Stress, gibt es ein Gefühl der Überforderung? Ist der augenblickliche Arbeitsalltag sehr belastend?

Wir sollten jederzeit in Erwägung ziehen, dass gefühltes Desinteresse nicht unbedingt etwas mit uns als Partner zu tun hat. Zudem können emotionale Situationen in Arbeitssituationen oder paarexternen Situationen auftreten, die uns in einer Weise überfordern, dass wir unserer Partnerschaft wenig Aufmerksamkeit entgegenbringen können. Wir sollten diese Situationen nicht auf die Waagschale legen und vergleichen, was jetzt wichtiger ist. Der Vergleich des Ist- mit dem Sollzustand sorgt in der Regel für ein eher unglückliches Gefühl.

Auch bei diesem Aspekt ist Kommunikation ein wichtiger Bestandteil, sprechen wir über die Ursachen des gefühlten Desinteresses.

Sollte das Desinteresse paarintern, also in uns selbst oder in unserer Beziehung, begründet sein, können folgende, möglichst an konkreten Beispielen erläuterte, Fragen ein Gespräch eröffnen:

„Ich habe mich gestern sehr unbeachtet und alleine gefühlt. Was wünscht Du Dir von mir, dass unsere Partnerschaft wieder mehr in den Mittelpunkt unseres Lebens rücken kann und wir uns gegenseitig wieder mehr Beachtung schenken können?“
„Wie fühlt sich für Dich im Moment unser gegenseitiges Interesse aneinander an?“
„Ich würde mir wünschen, dass wir gemeinsam einen Weg finden, um unser gegenseitiges Interesse aneinander neu zu entdecken, wärest Du auch bereit dazu?“

Gemeinsame Freizeitgestaltung

paar herbst sonnenuntergang wiese

Ist unser Partner noch Teil unserer Freizeitplanung oder schließen wir ihn aus? Planen wir noch gemeinsame Freizeitaktivitäten außerhalb familiärer Aktivitäten? Schenken wir uns noch Zeit für Zweisamkeit oder lebt jeder für sich nur noch in seiner eigenen Welt?

Würden wir unsere Zeit für Zweisamkeit genauso planen, wie wir andere Aktivitäten in unseren Terminkalender eintragen, würden wir unsere partnerschaftlichen Begegnungen nicht mehr dem Zufall überlassen. Häufig erleben Paare eine Leere, wenn sie auf einmal Zeit für sich haben. Würden wir uns vorher darüber austauschen, wie wir unsere Zeit zu Zweit und außerhalb von familiären Aktivitäten erleben möchten, könnten wir diese Zeit mit Aktivitäten füllen, die uns beiden etwas bedeuten und an die wir uns gerne zurückerinnern.

Inwiefern spielt auch bei diesem Aspekt externer Stress eine Rolle? Bestimmt unser Arbeitsleben so sehr den privaten Bereich, das vielleicht nicht mehr ausreichend Energie für partnerschaftliche Unternehmungen vorhanden ist?

Gemeinsame Zukunftsvision

Ist unser Partner noch Teil unserer gemeinsamen Zukunfts-und Lebensvision? Gehen wir noch gemeinsame Wege?

Wenn wir eine positive Zukunft visualisieren, sehen wir uns dann alleine, mit unserem Partner oder gar mit einem anderen Partner?

Teilen wir mit unserem Partner gemeinsame Zukunftsvisionen oder blicken wir nur zurück, in die Vergangenheit, wo vermeintlich vieles besser war? Was konkret war denn da besser, was konkret war denn da anders? Sehen wir eine Möglichkeit, diesen Zustand wiederherzustellen?

Nehmen wir uns verabredet und bewusst Zeit dafür, eine gemeinsame Zukunft zu visualisieren. Welche Bilder oder Filme erscheinen vor unserem inneren Auge? Je mehr wir unseren Partner an unseren Visualisierungen teilhaben lassen, umso größer ist die Chance auf eine gegenseitige Unterstützung für das Umsetzen unserer Wünsche, Ziel und Träume.

„Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“ (John Lennon). Wir haben keinen Einfluss auf alle Kriterien, die zu unseren Anliegen, zu unseren Wünschen und Träumen, zu unseren Zielen führen können. Dennoch bedeutet das nicht, dass wir alles einfach auf uns zukommen lassen sollten und untätig zuschauen. Jeder Plan, der sich im Laufe der Zeit verändert, vielleicht auch nicht aufgeht, kann viele neue positive Erfahrungen mit sich bringen. Für uns und für unsere Partnerschaft.

Kommunikationsverlust

„Wir sprechen kaum noch miteinander.“

Partnerschaftlicher Kommunikationsverlust ist nicht grundsätzlich auf Beziehungsprobleme zurückzuführen. Oft sind „mitgebrachte“ Probleme und Ärgernisse aus dem Arbeitsleben oder aus anderen sozialen Systemen der Grund für „Sprachlosigkeit“ in der Beziehung.

Auch wenn uns nicht nach reden zu Mute ist, sollten wir unseren Partner, und sei es auch nur mit wenigen Worten, darüber informieren, was uns auf der Arbeit oder bei anderen Kontakten mit Mitmenschen verärgert hat, was uns Gedanken macht und was uns sprachlos wirken lässt. Somit geben wir unserem Partner die Möglichkeit, unsere Nicht-Kommunikation nicht auf sich zu beziehen und ein mögliches Gedankenkarussell aufzubauen, dass in der Partnerschaft etwas nicht stimmig ist.

Wenn die nach Prof. Dr. John Gottman benannten vier apokalyptischen Reiter (verletzende und generalisierte Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern) Einzug in unsere partnerschaftliche Kommunikationskultur gefunden haben, ist es an der Zeit grundlegend an der partnerschaftlichen Kommunikation zu arbeiten. Um neue und zweckdienliche Kommunikationsformen zu entwickeln, macht es Sinn, wenn wir ein Kommunikationstraining professionell therapeutisch begleiten lassen.

Ausbleiben von Berührungen und Intimitäten

Wann haben wir unseren Partner das letzte Mal umarmt? Wann haben wir unseren Partner das letzte Mal im Vorbeigehen zärtlich geküsst? Wann haben wir zuletzt nach seiner Hand gegriffen?

In unserem oft hektischen Arbeitsalltag und der von vielen Menschen erwarteten dauerhaften Erreichbarkeit via Smartphone und Email haben wir oft nicht die Gelegenheit, ein Hier und ein Jetzt zu erleben.

Nehmen wir uns doch einmal bewusst Zeit. Zeit für eine Umarmung, Zeit für einen zärtlichen Austausch, Zeit um einander in die Augen zu blicken. Oft haben wir das Gefühl, dass der Stress des Alltags uns diese Möglichkeiten nimmt. Wahr ist das meist nicht, denn oft lassen wir Momente der Zweisamkeit einfach verpuffen und nutzen sie nicht für partnerschaftliche Kontakte. Wie wäre es denn, wenn wir uns die Zeit nehmen, unsere Beziehung wieder in den Mittelpunkt zu rücken?

Für diesen Augenblick, im Hier und Jetzt.

Nestbau und finanziellen Nöte

Kinder, Hausbau, Finanzierungen. Oft entstehen viele Beziehungsprobleme aufgrund von Überforderungen und unserem persönlichen Anspruch daran, alles „richtig“ zu machen. Je perfekter wir sein möchten, umso mehr setzen wir uns unter Druck. Gerade in jungen Beziehungsjahren, in Jahren des Nestbaus, entwickeln sich viele neue partnerschaftliche Herausforderungen. Zeitweise findet oder kann ein Rollenwechsel stattfinden, der beide Partner vor grundlegend neue Aufgaben stellt.

Wie gehen wir mit unseren Finanzen um? Wie fühlt es sich an, wenn mit den Kindern, ein Gehalt wegfällt und die finanzielle Verantwortung nur bei einem der Partner liegt? Wie fühlt sich die neue Rolle des Partners an, der ganz oder zeitweise die Kinderbetreuung übernimmt?

Gerade in diesen Übergangsphasen ist ein partnerschaftlicher Austausch von großer Wichtigkeit und Bedeutung, um dafür Sorge zu tragen, dass sich gegenseitige Enttäuschungen oder nicht erfüllte Erwartungen nicht aufstauen können. Nehmen wir uns, gerade in diesen oft fordernden Lebensphasen, die Zeit, um sich annähernde Beziehungsprobleme bereits in ihrer Entstehungsphase zu verbessern oder zu verhindern.

Beziehungsprobleme zu erkennen heißt Rollenwechsel zu erkennen.

Smartphones und soziale Medien

Wie schirmen wir eigentlich unsere Partnerschaft von den unzähligen Ablenkungen durch Smartphones und soziale Medien ab? Ist jeder Post wirklich so wichtig? Muss jedes Game jederzeit gespielt werden?

Welche Bedeutung hat unser Smartphone, die ständige Erreichbarkeit und Social Media für uns und für unseren Partner? Persönlicher Geheimnisträger oder offenes Buch?

Wäre es denkbar und fühlbar, dass uns die Bestätigung und Aufmerksamkeit, die wir möglicherweise in sozialen Netzwerken suchen, in unserer Partnerschaft begegnet? Und, … kann es nicht sein, dass eine partnerschaftliche Bestätigung und Aufmerksamkeit sich im wahren Leben viel tiefer verankert und uns eine wesentlich grundlegendere Zufriedenheit schenkt?

Beziehungsprobleme erkennen heißt auch, dass wir unsere Beziehung zu den neuen Medien erkennen.

Fazit

Worum geht es eigentlich bei all diesen Aspekten?

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist paarexterner Stress. Ungünstige und oft hektische Arbeitsbedingungen, Auseinandersetzungen in Familiensystemen oder anderen sozialen Systemen übertragen sich häufig in unsere Paarbeziehung. Für viele Menschen ist die Liebesbeziehung ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Teil des Lebens. Dennoch erscheint vieles andere oft wichtiger, anderen Teilen unseres Lebens wird oft mehr Zeit geschenkt, als unserer Partnerschaft.

Wenn wir unserem Partner von paarinternem oder externem Stress erzählen, benötigen wir oft einen wirklichen Zuhörer. Oft hören wir jedoch nicht wirklich zu und verfallen in die normale Routine, sofort Ratschläge, Verbesserungsvorschläge oder Problemlösungen zu unterbreiten. Die Folge dieser Routine ist, dass sich unser Partner eher unverstanden, vielleicht auch überfahren fühlt und sich mit seinen Problemen noch mehr zurückzieht.

Wir können nicht die tatsächlichen äußeren Bedingungen und Begrenzungen des Alltags unseres Partners ändern, wir können jedoch unseren Partner emotional unterstützen. Was benötigt er an Zuwendung und Verständnis, so dass er sich emotional gestärkter den Herausforderungen des Alltags stellen kann und wir somit eine glückliche Partnerschaft erleben?

Schenken wir uns die Zeit, gemeinsam mit unserem Partner die Dinge zu beleuchten, die im Alltag oft untergehen. Liegt die Ursache eines Problems in uns selbst? In unserer Partnerschaft? Oder triggern externe Faktoren unseren partnerschaftlichen Stress?

In welcher Weise sind all diese Erlebnisse miteinander verknüpft? Je mehr und je öfter wir uns in offenen Gesprächen darüber austauschen, umso mehr verhindern wir, dass sich Probleme tiefer und tiefer in unserer Partnerschaft festsetzen und vernetzen können.

Nicht jedes Problem ist „paargemacht“, der Blick nach außen lohnt sich oft!

Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser Artikel einige Ideen zu denkbaren und fühlbaren anderen Sichtweisen auf das Erkennen von Beziehungsproblemen ermöglichen kann.

Hinweis des Autors: Der Einfachheit halber wird im gesamten Artikel die männliche Form verwendet, die weibliche Form ist selbstverständlich eingeschlossen.

Autor: Hans Steinmeier
Thema: Beziehungsprobleme erkennen
Webseite: https://www.steinmeier-dortmund.de

Autorenprofil Hans Steinmeier:

Heilpraktiker für Psychotherapie, Paartherapie, Partnerschule, Psychotherapie, Hypnosetherapie, Auftrittscoaching

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Herr und Frau Weiden sind seit über 20 Jahren verheiratet und haben 2 erwachsene Kinder. Herr Weiden findet per Zufall heraus, dass seine Frau ein Verhältnis mit einem Arbeitskollegen hat.

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Als er sie zur Rede stellt verspricht sie ihm, die Beziehung zu beenden. Nach einigen Wochen entdeckt er jedoch wieder eine innige Nachricht auf ihrem Handy von diesem Mann. Er zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und seine Ehe ist für ihn beendet.

Obwohl er diese Entscheidung weiterhin für die richtige hält, kann er noch Monate nach der Trennung kaum schlafen und grübelt über die vergangenen Ereignisse. Vor allem die Lügen seiner Frau, mit der er immerhin zwei Kinder hat und sehr schöne Lebensjahre verbringen durfte, haben ihn schwer getroffen.

Herr Weiden könnte eine posttraumatische Verbitterungsstörung diagnostiziert bekommen.

Sie gehört nach IDD-10 zu den Anpassungsstörungen. Die Verbitterung wird als ein Gefühlsmix aus Wut und Enttäuschung beschrieben, die entstehen kann, wenn jemand eine Situation oder Handlung als ungerecht erlebt.
Auch andere sehr schwierige negativen Lebensereignissen (Entzug von Kindern, überraschende Trennungen, Entlassung etc.) können der Auslöser hierfür sein. Diese große „Enttäuschung“ kann chronisch werden und länger als 6 Monate anhalten. Typische Anzeichen des „verbitterten“ Menschen sind: Einnehmen einer Opferrolle, Schlaflosigkeit, Sinken von Lebensfreude, Rachegefühle und Selbstvorwürfe.

Damit führt sie zu starker Beeinträchtigung der sozialen Anpassung und Lebensführung. Betroffene Menschen erleben das in der Vergangenheit stattgefunden Ereignis weiterhin als sehr „ungerecht“ und reagieren mit emotionaler Erregung, Erinnerungen daran werden immer wieder wachgerufen und der Wunsch, nicht zu vergessen, bleibt erhalten. Dadurch kann die Lebensqualität auch für Freunde, Arbeitskollegen bzw. Familienangehörige stark beeinträchtigt werden. Auf Dauer bestimmen Niedergeschlagenheit, Aggressionen und ein verminderter Antrieb oft den Alltag. Angst vor Orten, Personen und Dingen, die mit dem Ereignis verbunden werden, entsteht. So geht Herr Weidel nicht mehr in das Café im Stadtpark, da er hier oft zum Kaffeetrinken am Wochenende mit seiner Frau war. An seinem Arbeitsplatz kann er sich teilweise schlechter konzentrieren, weil ihm Schlaf fehlt und die Kollegen laden ihn nur noch ab und zu zu einem Bier ein, weil er kaum noch lacht. Er isoliert sich zunehmend auch von Freunden, da ihn diese an die Beziehung zu seiner Frau erinnern, wenn sie gemeinsame Feste feierten. Dadurch erhält er wenig Ablenkung und verbringt seine freien Abende vermehrt alleine vor dem Fernseher. Er sieht keinen Ausweg aus dieser Situation, da zentrale Grundannahmen und Werte von ihm verletzt wurden. Dieser Zustand wird auch als „Mangel an Weisheit“ beschrieben, was definiert ist als „Expertise im Umgang mit schwierigen Fragen des Lebens, wie z. B. Fragen der Lebensplanung, Lebensgestaltung und Lebensdeutung“. Diese Fähigkeit hilft, komplexe und nicht eindeutig lösbare Probleme des Lebens zu verarbeiten und zu ertragen. Bei Hr. Weidel scheint sie in dieser Situation offensichtlich nicht hinreichend vorhanden zu sein.

Besonders gefährdet sind Menschen, die ihr Selbstwertgefühl in erster Linie aus ihrem Familienleben bzw. Partnerschaft ziehen. Ein dauerhaftes Gefühl, nicht ausreichend geliebt worden zu sein oder eine lang angestrebtes und im vorliegenden Fall verweigertes gemeinsames Altwerden, können Auslöser einer krankhaften Verbitterung sein.

Oft sind verbitterte Menschen in einem starren Korsett aus Werten, Normen und Moralvorstellungen aufgewachsen. Die Betroffenen sind häufig mit Glaubenssätzen wie „Jeder bekommt, was er verdient“, „Treue bis in den Tod“, oder „Leistung wird belohnt“ aufgewachsen.

Nicht selten sieht ein verbitterter Mensch durch Kränkungen und negative Erfahrungen sein gesamtes bisheriges Lebenswerk in Frage gestellt. Er resigniert und entwickelt dabei oft Wut und Zynismus. Gleichzeitig fühlt er sich hilflos und nicht in der Lage, etwas an seiner Situation zu verändern. Er sucht die Schuld und die Schuldigen einerseits im Außen und ist gleichzeitig in Selbstvorwürfen und Schuldzuweisungen gefangen. Öfters leiden die Betroffenen an Anzeichen, die denen von Depressionen ähneln, sie fühlen sich innerlich leer, verdrängen diese jedoch durch immer aggressiveres Auftreten nach außen. Dort gelten verbitterte Menschen als sozial schwer bis gar nicht verträglich. Sie gehen ihrem Umfeld mit ihrer Dauernörglerei auf die Nerven, wobei sie sich selbstmitleidig und zynisch verhalten, alles ins Negative ziehen und es schaffen andere ebenfalls psychisch „runterzureißen“. Auch körperliche Symptome einer Verbitterung ähneln denen einer Depression. Das Äußere wird vernachlässigt, Sport und Ernährung treten in den Hintergrund und Alkohol oder Medikamente verschaffen vordergründig „Entlastung“. Im Unterschied zu einer Depression herrschen aber die Gefühle von Gekränktheit, Wut und Enttäuschung vor. Viele Betroffene wollen nicht wahrhaben, dass sie ernsthaft seelisch verletzt oder psychisch erkrankt sind und verweigern Hilfe aus dem Umfeld oder auch eines Therapeuten. Gut gemeinte „Ratschläge“ bewirken jedoch auch oft, dass sich die Betroffenen als „minderwertig“ erleben und sich noch weiter zurückziehen.

Eine Überwindung wäre für Hr. Weidel möglich, wenn es gelänge, die innere Kränkung zu verarbeiten, sich auszusöhnen und mit der Vergangenheit abzuschließen. Dadurch würde eine Neu-Orientierung möglich und positive Zukunftsperspektiven könnten sich öffnen. Voraussetzung hierfür wäre, dass er sich mit über Lösungsmöglichkeiten und alternative Sichtweisen auseinandersetzen möchte.

Dies wird im folgende Modell vereinfacht dargestellt.

Modell der Verbitterungsstörung

Stressor
z. B. Trennung

Reaktion
Verbitterung, Wut, Ungerechtigkeit empfinden, Schlaflosigkeit

Resilienz
z. B. Weisheitskompetenz

Um „Weisheitskompetenz“ zu erlangen, haben Forscher z. B. an der Berliner Charité zu diesem Thema geforscht und Grundlagen für eine Therapie gegen Bitterkeit gesammelt. Da es verbitterten Menschen an Ressourcen mangelt, um die vorhandenen Belastungen wie die Trennung Hr. Weidels von seiner Frau und die damit verbundenen Probleme zu bewältigen, sollen neue Perspektiven entwickelt werden, um das Problem Schritt für Schritt vergessen oder zumindest akzeptieren zu können. Eine neue Fokussierung auf andere Dinge im Leben findet statt.

Eine solche Therapie ähnelt einem „Training“, bei dem mit viel Empathie und Würdigung des Problems grundlegende Überzeugungen und Einstellungen der Klienten verändert werden. Hr. Weidel könnte es danach z. B. akzeptieren, dass er seinen Lebensabend nicht mehr mit seiner Ex-Frau verbringen wird und sich anderen Frauen zuwenden, um eine neue Partnerin zu finden. Allerdings fühlt sich Hr. Weidel zunächst weiterhin als Opfer und ist nicht bereit, an sich zu arbeiten. In einer Therapie muss daher zunächst eine Vertrauensgrundlage geschaffen werden, so dass die Betroffenen spüren, dass ihre Gefühle ernst genommen werden und dass hier Unrecht widerfahren ist. Im nächsten Schritt könnten neue Ziele entwickelt werden. Für Hr. Weidel könnte dies bedeuten, dass er sich neue Hobbies sucht oder alte vertieft, im Berufsleben eine Fortbildung macht oder die Beziehung zu seinen Kindern vertieft, die er jahrelang aufgrund seiner Berufstätigkeit nur eingeschränkt sehen konnte. Schritt für Schritt könnte er somit seinen Fokus mehr auf andere Dinge legen und weniger Zeit damit verbringen, um sein Recht zu kämpfen und vergangene Ereignisse negativ zu bewerten („ich wurde betrogen und das bedarf nicht sein“). Somit würde er mehr Kraft und Freude damit erlangen, was zu mehr Wohlbefinden führen und ihn wieder attraktiver für Arbeitskollegen und mögliche Partnerinnen machen würde. Um Haltungen und neue Perspektiven zu verändern sind gut gemeinte direkte Ratschläge oft nicht hilfreich. Die Forschung zeigt, dass hierdurch oft Ablehnung bei den verbitterten Personen erzeugt wird. Empathische Therapeuten (und evtl. auch Freunde) fragen nach prototypischen Lösungen für andere, fiktive Fälle. Hr. Weidel könnte gefragt werden, wie ein Mann mit einem krankheitsbedingten Verlust seiner Arbeitsstelle nach 26 Jahren engagierter Arbeit umgehen solle. Um möglichst viele Alternativen dazu entwerfen zu können, helfen folgende Fragetechniken:

  • Welche Verhaltensweisen helfen bei dem geschilderten Problem eher kurzfristig und welche eher langfristig? Was verschlimmert die Situation?

  • Versetzen Sie sich bitte in den Vorgesetzten und dann in jüngere Kollegen. Welche Motive, Sachzwänge und Gefühle könnte es geben?

  • Stellen Sie sich verschiedene andere Menschen (Pfarrer, Großmutter, Manager, Kulturforscher) vor, die sich mit diesem Problem befassen. Was würden diese tun, welche Handlungen würde wer vornehmen? Welche Empfehlungen würden sie aussprechen?

  • Welche „Lösungen“ würden von den angesprochenen Personen als schädlich, unvernünftig oder falsch finden?

  • Wie würden diese Menschen mit dem Problem des krankheitsbedingten Verlusts nach 26 Jahren selbst umgehen?

  • Wen halten Sie für einen weisen Menschen in Ihrem Umfeld (Vater, Kinoheld, Politiker), der ein großes Vorbild für Lösungen von Problemen aller Art ist. Worin unterscheiden sich dessen Lösungen von Ihren eigenen?

  • Kennen Sie jemanden, von dem Sie einigermaßen sicher sind, dass er bei Ihrem Problem eine unvernünftige, schädliche oder falsche Lösung finden würde? Worin unterscheiden sich dessen Lösungen von Ihren eigenen?

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass ein solches Vorgehen sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert. Hr. Weidel muss erst den Eindruck haben, dass seine Wünsche und Bedürfnisse verstanden und gehört werden. Er steht sich zwar mit seinem Kampf gegen das erlittene Unrecht nach so langen Ehejahren selbst im Weg, aber seien Fixierung darauf verstellt ihm (zunächst) andere Lebensoptionen. Durch die geschilderte „Trockenübung“ können Grundsätze der Bewältigung von Lebensproblemen und Enttäuschungen erarbeitet und zunächst unbewusst auf die eigene Lebenssituation übertragen werden. Es geht also nicht darum, eine Lebensberatung zu führen, sondern um eine Einübung von Weisheitsstrategien an Modellproblemen. Dies kann auch als Ressourcenmanagement verstanden werden, um Ressourcen zu entdecken, die hilfreich sind, um Konflikte und schwierige Ereignisse meistern zu können.

Dabei verschieben sich dann auch automatisch die bisherigen Lebensziele, da sich neue Sichtweisen und Wünsche entwickeln, neue Aktivitäten hinzukommen (Hr. Weidel geht nun in ein anderes Café am Wochenende oder betritt das alte unter der Woche ohne den bisherigen Groll) und eine neue Bewertung der Lebenssituation möglich wird. Hr. Weidel könnte dadurch neue Kompetenzen erwerben, auf die er in Zukunft hilfreich zurückgreifen kann, auch in einer möglichen neuen Partnerschaft.

Autor: Katja Baumer
Thema: Verbittert nach Trennung
Webseite: http://baumer-paarberatung.de

Literatur:

  • Kai, Baumann und Michael Linden: Weisheitskompetenz und Weisheitstherapie. Lengerich 2008.
  • Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien. 7. Auflage. Bern 2010.
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In unserer Welt, die größtenteils davon geprägt ist zu funktionieren, Leistungen zu erbringen, sich selbst zu optimieren, bleibt oft das Bewusstsein für die wahren inneren emotionalen Bedürfnisse auf der Strecke.

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Das hat gerade in Partnerschaften fatale Folgen. Durch das Funktionieren im Außen verlieren die Partner den Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen, können diese nicht mehr zeitnah empfinden und damit auch nicht in der Partnerschaft kommunizieren. Vieles ist am Außen orientiert und das Innere verkümmert, wie ein Muskel, den man nicht mehr trainiert, … und irgendwann schmerzt es, man fühlt sich nicht mehr wohl, man fühlt sich nicht gesehen und auch nicht verstanden. Und lange Zeit sieht die Partnerschaft und das Familienleben nach außen noch immer nach „heiler Welt“ aus. Wenn die Unzufriedenheit immer größer wird, neigen manche Partner dazu, an dem anderen herumzunörgeln, er solle etwas ändern oder sie ziehen sich innerlich zurück und sprechen nicht mehr. Um dieses Thema zu bewältigen bzw. zu verbessern, ist es wichtig, dass beide Partner bereit sind, in sich hineinzuspüren, was denn die wichtigen grundlegenden Bedürfnisse in der eigenen Partnerschaft und im eigenen Leben sind.

Emotionale Vernachlässigung liegt also vor, wenn das, was jeder Mensch in einer Partnerschaft bekommen sollte, nicht mehr fließt oder vielleicht auch, wenn einem Partner im Laufe der Zeit bewusst wird, dass es noch nie wirklich geflossen ist. Solche Defizite fallen oft dann erst auf, wenn man z.B. bei anderen Paaren vieles sieht und spürt (und wenn es nur im Film ist), was in einer Partnerschaftlich grundsätzlich möglich ist und dann plötzlich wieder eine natürliche Sehnsucht nach dem lange Verschollenen aufersteht. Das wäre an sich ein guter Vorgang, da der Partner, der das entdeckt, einfach nur einfühlsam, aber auch deutlich, dem anderen beschreiben müsste, was ihm bzw. der Partnerschaft fehlt. Das Gegenüber wiederum müsste es erkennen, einsehen und sogar noch einen Vorteil darin sehen, wenn er eben solches anstrebt. Soweit die Theorie. Jetzt zur Praxis.

In meiner Paartherapie erlebe ich bei solchen Konstellationen oft folgendes. Derjenige, der das Problem erkennt und es anzusprechen versucht, bringt es eventuell nicht genau auf den Punkt oder es wird nicht richtig gehört. Da der andere es möglicherweise auch noch als Vorwurf gegen sich gerichtet nimmt und zu bekämpfen versucht, wertet das Gegenüber dieses Kampfverhalten wiederum als Ursache des Problems. Es erfolgt nun auf mindestens einer Seite ein Rückzugsverhalten, wodurch der Teufelskreis perfekt ist. Ohne eine dritte Person, einen neutralen Moderator in Form eines Paartherapeuten, ist dies realistisch meist gar nicht zu schaffen, da man sich aus dem eigenen erschaffenen Gestrüpp der Gedanken- und Glaubenssätze oft gar nicht alleine befreien kann. Ein Wegbegleiter und Wegweiser ist hier sinnvoll, um Schritt für Schritt zu entdecken, was einem wirklich wichtig ist im Leben und in der Partnerschaft.

In so einer Paartherapie kommt dann erstmal zur Sprache, wie es jedem dabei geht und vor allem, was die Motivation jedes Einzelnen ist. Das führt recht schnell schon zu einer emotionalen Entlastung und man kann die Themen unter einer Moderation richtig, also gründlich angehen. Dabei können Tränen fließen bzw. Dinge zum Vorschein kommen, die schon lange jeder Person auf der Seele brennen, für die man aber bisher noch keine Worte gefunden hat oder sich in Befürchtung eines großen Streits einfach nur zurückgehalten hat. Wenn man aber einmal soweit ist, dass zwei Menschen wieder sprechen können, geht es dann darum, festzustellen ob auch jeder bereit und vor allem in der Lage dazu ist, einer emotionalen Vereinsamung entgegenzuwirken. 

So kann es z.B. sein, daß sich jemand in die Arbeit geflüchtet hat, vielleicht sogar mit der guten Absicht, für seine Familie Geld zu verdienen, sich selbst und seine Frau dabei aber vernachlässigt bzw. evtl. schon verloren hat (ein ganz typisches Beispiel, dass ich oft schon erlebt habe). Nun dreht es sich darum, sowohl von den eigenen Emotionen täglich! zu erzählen, als auch, wenn möglich, im Laufe der Zeit auch nach der emotionalen Befindlichkeit des anderen zu fragen. Dabei wird Interesse und Wertschätzung vermittelt, was wiederum zu einem positiven Kreislauf führt. Die gegenseitige Liebe wächst durch das Interesse und vor allem auch das gegenseitige Verständnis. Ist dieses Verständnis nicht vorhanden oder einfach durch Verschiedenheit nicht möglich, dann könnte eine Trennung der einzig sinnvolle Weg sein.

Zusammenfassend sei nochmal aufgezählt, was jeder von beiden tun kann, um emotionaler Vernachlässigung in der Ehe und Partnerschaften vorzubeugen:

  • Jeden Tag dem Partner erzählen, was einem gerade wichtig ist oder mit was man sich beschäftigt oder was gerade mit einem selbst los ist.

  • Aus echtem und ehrlichem Interesse heraus immer mal wieder den anderen fragen, wie es ihm gerade geht.

  • Wenn der andere etwas von seiner Welt preisgibt, ernsthaft und willentlich versuchen, das zu verstehen.

  • Wenn man das Gefühl hat, den anderen gar nicht oder in bestimmten Punkten nicht zu verstehen, dann möglichst sofort! wiederum mit echtem Interesse nachfragen.

  • Bei seelischer Unstimmigkeit, so lange Interesse an den Belangen des anderen, aber auch an der eigenen Situation zeigen, bis man sich angenähert hat.

  • Gelingt in der beschriebenen Weise keine Annäherung (auch nach Paarberatung nicht), ist eine Trennung ein guter Weg, um einen wirklich passenden Partner finden zu können. Alles ist besser als emotionale Vernachlässigung.

Das Wichtigste also, um emotionaler Vernachlässigung vorzubeugen, ist seelisches Interesse am anderen, Sprechen, Sprechen und nochmals Sprechen und schließlich LIEBE.

Autor: Jürgen Kühn
Thema: Emotionale Vernachlässigung in der Ehe
Webseite: https://www.leben-spueren.de

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Gerade Poloshirts haben sich in den letzten Jahren als praktischer Begleiter und beliebtes Kleidungsstück etabliert.

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Neben den klassischen T-Shirts sind Poloshirts in allen Altersklassen etabliert. Ob in der Freizeit, im Sport oder auch mal zum feierlichen Anlass: Poloshirts sind beliebt. Hier einige Tipps für die Pflege, die Gestaltung und den Kauf von T-Shirts und Poloshirts.

Die Auswahl an Qualitäten, Designs und Farben ist groß und die Kaufentscheidung fällt je nach Anwendungsbereich aus. Bei der Größenauswahl liegt derzeit der Oversized-Look im Trend. Daher kaufen viele auch gerne eine Nummer größer.

Auswahl und Reinigung

Die Auswahl des Poloshirts oder T-Shirts wird neben dem Einsatzzweck auch auf die Jahreszeit bezogen. Im Sommer werden leichte, luftige Stoffe mit einer Anti-UV-Behandlung bevorzugt, im Winter vor allem warme feste Stoffe oder Shirts mit langen Ärmeln.

Poloshirts mit langen Ärmeln können auch einmal ein edler Ersatz für ein Hemd sein.

Bezüglich der Qualitäten eignen sich besonders Oberteile aus Baumwolle. Shirts mit atmungsaktivem Polyester sind schweißabsorbierend und atmungsaktiv und daher perfekt für sportliche Aktivitäten geeignet. Wer auf die Umwelt achten möchte, findet zudem ökologische Shirts, die aus Recyclingmaterialien angefertigt werden.

Bei der Pflege ist es wichtig, dass man T-Shirts bei maximal 30 Grad waschen sollte. Bedruckte T-Shirts sollten vor dem Waschen und Bügeln zudem auf links gedreht werden und die Motive dürfen nicht mit einem heißen Bügeleisen in Berührung kommen. Chemische Mittel sind nicht geeignet für die Reinigung und auch der Wäschetrockner ist hier nicht ideal.

Bei der Aufbewahrung eines Poloshirts eignet sich besonders ein Kleiderbügel, dadurch erhalten sie ihre Form und sehen stehts elegant aus. 

Tipps für die Reise

Auf Reisen empfiehlt es sich, schweren Dinge immer unten in den Koffer zu legen und die Shirts dann oben zusammengefaltet darüber zu stapeln. Dennoch lässt sich ein Verknittern meist nicht verhindern. Sobald Sie am Reiseort angekommen sind, sollten Sie ihre Shirts daher auf einen Kleiderbügel hängen. Oberteile, die nicht sofort genutzt werden und verknittert sind, können mit Wasser benetzt werden. Optional gibt es auch kleine Reisebügeleisen. 

Individuelle Gestalltung

Sehr beliebt ist es, Poloshirts bedrucken zu lassen. Hier sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt und ein personalisiertes Shirt entsteht.

Sei es das Bemalen oder auch das Bedrucken: Es ist ein schöne Geschenkidee und drückt Kreativität aus. Hier ist es möglich, selbst freihändig ein Motiv zu gestalten und dieses dann als Vorlage hinter den Stoff des Poloshirts zu legen. Dann werden die Konturen nachgezeichnet und schon entsteht ein kreatives Shirt. 

Aber auch die Möglichkeit, das Shirt selbst zu bedrucken liegt im Trend. Das kann durch eine Transferfolie, einen Drucker oder mit Backpapier und einem Bügeleisen stattfinden. Auch der Schablonendruck macht einfach nur Spaß. Die besten Ergebnisse erzielt man jedoch selbstverständlich, wenn man den Druck bei einem professionellen Anbieter macht. Hier gibt es zahlreiche Angebote, die man online nutzen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Poloshirts und T-Shirts nie aus der Mode kommen. Wer bei der Pflege auf die vorgegebenen Hinweise achtet, wird lange Freude an seinem Shirt haben.