oder wie das psychische „Erbe“ in´s Leben kommt.

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Ein Seminar für Familienstellen. Alle Personen sind im Raum aufgestellt, so wie die aufstellende Person die einzelnen Positionen erlebt. Ganz hinten rechts ist der Großvater stellvertretend aufgestellt. Wie häufig stellt sich heraus, dass es einen Aspekt gibt, welcher bis in die heutige Zeit wie durch Zauberhand in das das Leben der aufstellenden Person eingreift. Jetzt wissen wir es also, der Großvater ist an allem „Schuld“ und dieser sture Typ behauptet auch noch, dass er für nichts etwas kann. Was passiert hier? Wie kann man denn so einen Unsinn glauben, dass der Mann, den ich vielleicht gar nicht kenne, Einfluss auf mein Leben hat? Ist das alles esoterische Geschwafel? Nein, ist es nicht. Dazu ein kleiner (unvollständiger) Ausflug in die Epigenetik.

Die Epigenetik untersucht vererbbare Veränderungen in der Genomfunktion ohne Sequenzveränderung. Im Zeitraum zwischen der Befruchtung und der Implantation des Embryos findet eine epigenetische Re - Programmierung statt. Ist eine schwangere Frau einem bestimmten Umweltfaktor (Gifte, Stress, Gewalt, Fehlernährung, usw.) ausgesetzt, sind 3 Generationen direkt betroffen: Die Schwangere, ihr Kind und ihre Enkelkinder, deren Keimzellen sich dann bereits bilden. Das bedeutet, dass in den Keimzellen eines Embryos bereits eine Vorprägung geschieht. Neueste Erkenntnisse gehen sogar davon aus, dass viele nicht erst innerhalb der 9 Monate im Mutterleib geschehen, sondern mindesten in den 3 Monaten vor der Zeugung die Umweltinformationen der künftigen Eltern in Ei und Sperma mitentscheiden, welche Gensequenzen beim zukünftigen Erdenbewohner an bzw. abgeschaltet werden. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des embryonalen Wachstums und der Plazentar Funktion und sind in der embryonalen Entwicklungsphase sehr empfindlich (z.B. für Umweltgiftstoffe) (Fleming (2011) und Tollefsbol (2014)). Aber auch biologische, psychische und soziale Faktoren sind in der Lage, das Epigenom zu modulieren – zum Beispiel als Reaktion auf erlebte Emotionen oder eine Veränderung der Ernährung.

Zurück zum Seminar Familienstellen. Haben Großmutter oder Großvater z.B. Gewalt erlebt, ist es möglich, dass über epigenetische Faktoren ein „psychologisches Erbe“ zustande kommt und damit wird es logisch, mehrere Generationen in eine Therapie miteinzubeziehen. Vielmals gelingt es über stellvertretendes Erleben eine erweiterte Bedeutung in die unwillkürlichen Muster des Familiensystems einzubringen und damit den Betroffenen eine neue Möglichkeit zu eröffnen, die „übertragenen“ Muster nicht mehr belastend zu erfahren. Mitunter geschieht jedoch das genaue Gegenteil, es kommt nicht zu einer Entlastung, sondern zu einer Belastung nach einer Aufstellungsarbeit. Hier zeigt sich die Schnittstelle zu weiterführenden Behandlungsmethoden wie den Hypnosystemischen Therapien. Hierbei bleibt es nicht bei den erhofft heilsamen Übertragungsmechanismen. Elemente brückenbauender Interventionen fließen in fixierte Strukturen ein und geben behutsam dem System die Möglichkeit aus sich heraus zu heilen. Manchmal bringen punktuelle Impulse aus dem EMDR den entscheidenden Schritt in eine lebenswerte Zukunft.

Wenn ich von Mustern hört sich das ein wenig nach Programmen wie bei einem Computer an. Erlauben wir uns einmal ein Gedankenexperiment. Tun wir für einen Moment einmal so, als würde unser Denkapparat einen übergeordneten Sinn haben und dieser wäre, uns ausschließlich dienlich zu sein. Unser „Biocomputer“ wäre also darauf programmiert, eine Wahrnehmungswelt zu erschaffen, welche unsere Wünsche radikal umsetzt. Die Programmierung ist für die gesamte Lebensdauer eingestellt und lässt sich dahingehend nicht verändern, da „ES“ jedoch ohnehin nur unsere Wünsche realisieren soll, ist diese Einstellung ja wünschenswert. Unsere „Wünsche“ werden infolge in Form von Gedanken erfasst. Der Algorithmus erkennt, wie häufig ein Wunschgedanke gedacht wird und mit welcher Energieladung dieser versehen ist. Je häufiger und energiereicher die gedachten Gedanken sind, desto höher ist die Wertung, so dass sich daraus ein „Wunschprofil“ errechnet. Dieses „Muster“ wird (weil immer wieder gedacht und emotionalisiert) festgelegt, entsprechend in der Genstruktur geschaltet und somit ein automatisierter Ablauf gewährleistet. Jetzt braucht sich also der Gehirnbesitzer darum nicht mehr zu kümmern, Auftrag verstanden, in den unwillkürlichen Sektoren abgelegt und fertig ist der Wunschladen.

So weit so gut – oder ?

Da der Biocomputer ja auf größte Häufigkeit und hohe Energiedichte programmiert ist, macht er leider keinen Unterschied, ob das Ganze für den Hirnbesitzer positiv oder negativ empfunden wird. Dies bedeutet, dass „ES“ nicht auf positiv oder negativ prägt, sondern auf größte Häufigkeit, also Wiederholung, Hauptsache es geschieht zuverlässig.

Es spiel also eine enorm große Rolle, welche Gedankengänge von mir selbst gedacht werden. „Dein Wille geschehe, also hör auf zu jammern, ich verwirkliche nur, was du mir zur Verfügung stellst“! sagt dir also dein Denkapparat.

Natürlich gibt es Wege aus diesem Dilemma, aber das ist eine andere Geschichte.

Autor: Gerhard Wagener, Heilpraktiker
Thema: Der „Genflüsterer“(Das Epigenom)
Webseite: https://www.gedankenarchitektur.com

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