Was heißt Überforderung? Was sind ihre Symptome? Wie wirken sie sich aus?

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Diesen Fragen möchte ich hier konzentriert auf einen für mich wesentlichen Aspekt nachgehen.

Dafür ist zunächst folgende Unterscheidung zu treffen:

Die Überforderung, die mir von außen herangetragen wird und die Überforderung, die ich mir selbst erschaffe.

Ihnen gemeinsam ist ein unangenehmer belastender Druck, der nicht nur körperlich beeinträchtigend wirkt, sondern auch mental und psychisch runterzieht.  

Die innere selbst erschaffene Überforderung er-folgt aufgrund meines perfektionistischen Anspruchs. Der Grund für die von außen auf mich einwirkende Überforderung liegt im Widerwillen, Nein-zu-sagen bzw. Grenzen zu setzen. Damit offenbart sich, dass das Symptom Überforderung weniger ein Phänomen ist, das von außen auf mich einwirkt. Vielmehr ist es ein „inneres Thema“. Das ist nun zugleich die positive Nachricht. Denn habe ich die Situation der Überforderung als ‚Meine‘ identifiziert, bin ich imstande, diese auch zu verändern. Ich bin es ja, die sich stressen lässt, vielmehr sich eben selber stresst, weil…. Genau: Es geht um diesen Beweggrund: Was veranlasst mich dazu, Überforderung auszuhalten, die zum Beispiel Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Lustlosigkeit, Beziehungsverlust auslöst. Kurz: Was ist der eigentliche Grund dafür, dass das Leben so in Unordnung  gerät, ja, dass es die innere Ordnung nicht (mehr) gibt?  

Was ist zu tun? Was schützt mich davor, die eigenen Kräfte wie Möglichkeiten nicht zu überfordern? Was hilft mir, mit Ruhe, Ausgeglichenheit, Lebensfreude, in Beziehungensein den An-Forderungen wahrhaft zu entsprechen?  

Nun, es geht sowohl um einen inneren Realitätscheck als auch um Klärung der Motivation. Grundlegend ist die Frage bzw. deren ehrliche Beantwortung: Warum tue ich das, was ich tue? Warum lasse ich zu, was ich zulasse? Was sind die eigentlichen heimlichen oder uneingestandenen (Hinter-)Gründe?   

Die bewegende Frage der Motivation ist zugleich die Frage nach der Selbsterkenntnis.  Das bedeutet: Geht es mir um die Sache an sich? Ist diese es, die es Wert ist, sich  einzusetzen? Möchte ich ihr dienen? Wird sie auch frei von mir Bestand haben und von allgemeinen Nutzen sein? - Oder ist es nicht dieser Bezug zur Sache, der mich bestimmt? Welche heimlichen, uneingestandenen, verborgenen Absichten könnte ich sonst noch damit be-folgen, dass ich mich vor lauter Anstrengung (immer wieder) überfordere oder überfordern lasse?  

Geht es mir möglicherweise um Wertschätzung?  Diese jedoch vermag mir keiner von außen zuzusprechen. Denn ich werde doch nicht weniger wert sein, wenn ich nicht allen Forderungen nachkommen kann, oder? Bleibt nicht mein Wert und meine Würde von diesen äußeren Dingen unberührt?  

Kurzum: Erlebe ich mein Tun und Handeln aus Überzeugung und Freude an der Sache, als Dienst an der Sache, bin ich wohlgemut geschützt vor Überforderung.  

Autor: Ursula von Gehlen
Thema: Symptom Überforderung – Verfehlte Motivation und Mangel an innerer Klarheit
Webseite: http://www.ursulavongehlen.de

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