Überforderung hat viele Gesichter

Es gibt vielfältige Anzeichen von Überforderung, körperliche wie psychische.

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Das kann eine Schlafstörung sein, Gereiztheit, Stress, starke Emotionalität oder aber auch Über- oder Untergewicht. Vergesslichkeit, Probleme beim Zeitmanagement können auch Anzeichen von Überforderung sein. Ein Gefühl von Ohnmacht oder Fremdbestimmtheit kann ebenfalls ein Anzeichen dafür sein.

Ein sehr häufiges, aber nicht so bekanntes Phänomen ist die Parentifizierung als mögliche Ursache eines immer wiederkehrenden Gefühls von Überforderung.

Parentifizierung bedeutet, dass ein Kind, welches das Gefühl hat, seine Eltern nehmen nicht ihre Elternrolle ein, selbst in die Elternrolle geht.

Das Kind versucht auszugleichen, indem es sich wie ein kleiner Erwachsener benimmt, ungewöhnlich ernst oder vorlaut und altklug ist. Das Kind kann nicht Kind sein, weil es auf die Eltern „aufpassen“ muss, z.B. weil diese durch Krieg traumatisiert sind, alkohlabhängig oder depressiv sind. Die Eltern können eine psychische Krankheit oder eine Persönlichkeitsstörung haben. Dann muss das Kind schon früh Verantwortung für sich und evtl. sogar für die Geschwisterkinder übernehmen und wird rasch erwachsen.

Im Erwachsenenalter, aber auch schon früher, kann sich die Parentifizierung so äußern, dass dieses Kind nun als Erwachsener Führungspositionen übernimmt oder auch in andere Situationen kommt, wo er/sie viel Kontrolle hat und auf andere Menschen „aufpassen“ muss.

Den kindlichen Anteil im Erwachsenen gibt es aber immer noch und dieser hat permanent das Gefühl von Überforderung. Denn für ein Kind ist die Aufgabe auf einen Erwachsenen aufzupassen viel zu groß. Meist ist dies unbewusst. Das kann sich in Stress, Gereiztheit aber auch großer Emotionalität (Dramatisierung) äußern. „Immer muss ich, nie kannst Du, alles muss ich alleine machen, auf niemanden ist Verlass!“...etc. Dies sind die Glaubenssätze die aus dieser frühen kindlichen Prägung entstehen können.

Welche Ursachen von Überforderung gibt es noch?

Auch Leistungsorientiertheit kann eine Folge von Überforderung aus der Kindheit sein: „Sei der Beste, sei perfekt!“ Dies sind die Du-Botschaften die von den Eltern an das Kind übermittelt wurden.

Der Druck und die Erwartungen der Eltern von früher, kehren dann immer und immer wieder. Was man tut, ist nie gut genug, nie ausreichend oder nie perfekt. Auch dies erzeugt Stress und Überforderung für den kindlichen Anteil im Erwachsenen. Ohnmacht und Müdigkeit, Burn-out oder Dauerbelastung können die Folge sein.

Wie kann ich der Überforderung entgegen wirken?

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Was hilft sind Selbstfürsorge und Abgrenzung. Sich zu gestatten auch einmal „Nein“ zu sagen und auch einmal etwas abgeben zu können, sind wichtige Lernaufgaben. Aber auch den Mitmenschen etwas zutrauen und andere Menschen Hilfe zu bitten, sind genauso wichtig.

Wichtig ist es den Blick einmal zurück zu wagen, dem Kind von damals Mitgefühl und Verständnis entgegenzubringen und ihm oder sie die Hand zu reichen im Sinne von: „Jetzt passe ich (das Erwachsenen-Ich) auf Dich (das Kind-Ich) auf und Du darfst Dich entspannen und vielleicht sogar etwas von dem nachholen, was Du als Kind nicht leben konntest: Unbeschwertheit und Spaß am Spielen zum Beispiel. Oder einfach mal nichts tun. Jetzt kümmern wir uns erstmal nur um uns, dass es uns gut geht, wir uns sicher und gut versorgt fühlen und die Freude am unbeschwerten Leben neu entdecken dürfen.“

Nehmen Sie sich eine Auszeit:

  • um Abstand zu gewinnen
  • um die Erfahrung zu machen, dass es auch ohne Sie geht
  • um einfach mal nur für sich selbst zu sorgen
  • um sich mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen auseinanderzusetzen

Die oben genannten Punkte sind vermutlich die ganze Zeit immer zu kurz gekommen.

Entspannungsverfahren wirken dem Stress entgegen und Achtsamkeitstraining hilft wieder im hier und jetzt präsent zu sein und sich der unbewussten Muster gewahr zu werden, aber auch die eigenen Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen.

Manchen Menschen hilft auch Sport oder Tanz, um das erhöhte Erregungsniveau im Körper, welches durch die Daueranspannung starr geworden ist, wieder beweglich zu machen und in Balance zu bringen.

Was ist Ihr eigener Maßstab? Versuchen Sie die Erwartungen von Anderen zu erfüllen oder sind vielleicht 80% auch mal ausreichend? Wer können Sie jenseits des/-oder derjenigen sein, der sich immer kümmert?

Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch mit mir, wenn Sie sich in den Beschreibungen wieder finden und positive Veränderungen in ihr Leben bringen möchten.

Psychologische Beratungen und Coaching biete ich Ihnen auch online an. Kontaktieren Sie mich gerne per Email oder Telefon.

Autor: Bettina Gründel, Kunst-Therapie-Coaching
Thema: Anzeichen für Überforderung
Webseite: https://www.bettina-gruendel.de

Autorenprofil Bettina Gründel:

Heilpraktikerin für Psychotherapie, Integraler Life-Coach und Kunsttherapeutin

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