Ratgeber Lifestyle

Viele Menschen wünschen sich, unbekümmert, frei von Angst und sorgenfrei zu leben. Ich glaube, es wäre langweilig. Ich glaube Sorgen, Kummer und Ängste gehören zu unserem Leben, wie der Schatten zum Licht.

maedchen-loewe

Sie sind Herausforderungen, die bewältigt werden wollen. Manchmal sind sie Signalgeber und spornen uns sogar an etwas zu verändern. Wenn Sie jetzt also 10 sichere Schritte zum Glück oder das frei von Sorgen Paket für das Leben erwarten, können sie sich die Zeit sparen weiter zu lesen. Wenn Sie aber Tipps bekommen wollen, wie Sie öfter sorgenfrei sein können, dann lesen Sie weiter. Dann erfahren Sie auch, wie Sie mit den Sorgen und Ängsten, die uns zwangsläufig immer wieder begegnen, gut umgehen können.

Was sind Sorgen überhaupt?

Der Begriff Sorge hat in der deutschen Sprache mehrere Aspekte.

Da ist zum einen das Schlichte etwas besorgen. Mal eben einkaufen gehen, schnell was holen. Für unseren Lebensunterhalt sorgen, was im Idealfall Freude bereitet oder einfach eine Notwendigkeit darstellt.

Es gibt den Begriff Fürsorge. Sorge für etwas tragen, für etwas oder jemanden sorgen. Wir werden gerne umsorgt. Eltern sind meistens fürsorglich für ihre Kinder. Fürsorge empfinden wir oft angenehm und positiv.

Wir kennen die Vorsorge. Maßnahmen, damit bestimmte Umstände, die uns Angst machen, nicht eintreten. Wir versuchen z.B. durch gesunde Ernährung und Vorsorgeuntersuchungen das Risiko von Krankheiten zu vermindern. Wir tun etwas für unsere Altersvorsorge um abgesichert zu sein. Diese Vorsorgemaßnahmen sind teilweise gut und sinnvoll, bieten aber keine Garantie. Man kann trotzdem erkranken, einen Unfall haben, das Geld verlieren oder das Haus kann abbrennen

Und dann sind da noch die Dinge für die es noch nicht einmal Vorsorgemaßnahmen gibt. Die Vorstellungen, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Sorgen und Ängste vor etwas oder um jemanden, die uns belasten und manchmal schier auffressen, die uns Sorgenfalten machen, uns um den Schlaf bringen.

Manche Sorgen sind berechtigt, andere entspringen nur unserer Fantasie oder werden uns durch Medien, Freunde oder Familie suggeriert.

Nur Sorgen die zu Handlungen führen, die eine Veränderung der Situation bewirken haben einen positiven Effekt. Damit lösen sich diese Sorgen dann auf und sie sind kein Thema mehr. Alle anderen Sorgen und die damit verbundenen Ängste bringen keine Verbesserung der Situation. Sie belasten uns nur, führen zu quälenden Grübeleien. Die Gedanken kreisen darum, ohne einen Ausweg oder eine Lösung zu zeigen.

Man kann Sorgen reduzieren und auf eine Art und Weise damit umgehen lernen, dass man nicht von ihnen vereinnahmt und überrollt wird.

Schlüssel für eine möglichst sorgenfreies Leben

Sorgenfrei zu sein ist eine Frage der Grundeinstellung, ob man oft oder selten Situationen als wirklich besorgniserregend empfindet.

Eine positive Lebenshaltung, Probleme als Herausforderung betrachten, Akzeptieren was ist, Leben im Hier und Jetzt, Dankbarkeit und Vertrauen helfen dabei, ein sorgenfreies Leben zu führen bzw. damit vernünftig umgehen zu können. Das geht nicht von jetzt auf gleich und muss vielleicht trainiert werden. Doch dann wird sich immer mehr und öfter Zufriedenheit, Gelassenheit und Sorgenfreiheit einstellen.

Akzeptieren was ist

Das was uns besorgt und belastet, macht uns Angst und wir fühlen uns hilflos und ausgeliefert. Anerkennen und akzeptieren das es momentan so ist, ist der erste Schritt um sorgenfrei zu Leben. Der zweite Schritt ist die Frage, kann man die Situation überhaupt beeinflussen oder ändern? Wenn ja, dann kann man handeln und die Sorge hatte einen positiven Effekt. Kann man nichts tun, muss man die Situation so hinnehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. Ist beispielsweise jemand in der Familie schwer erkrankt, ist es nur natürlich sich Sorgen zu machen. Aber davon wird niemand wieder gesund. Man muss die Tatsachen akzeptieren, auch die Möglichkeit, den geliebten Menschen zu verlieren. Die Frage ist jetzt, wie kann man helfen und begleiten, wie in seiner Kraft bleiben? Damit wird man in gewisser Weise wieder handlungsfähig, auch wenn die Situation an sich schmerzhaft bleibt. Aber dieser Schmerz und die Angst jemanden zu verlieren zeigen auch, dass man denjenigen liebt und schätzt. Sie gehören zum Leben und müssen akzeptiert werden, so schwer das auch fällt.

Die großen Themen der Welt wie Kriege oder Umweltverschmutzung können uns Sorgen machen, an denen wir verzweifeln könnten. Hier gilt wieder akzeptieren was ist und da handeln, wo es möglich ist. Nicht die Welt retten wollen sondern im Kleinen, in der Nachbarschaft und Familie handeln. Friedfertig und für sich so gut es geht umweltbewusst sein. Mehr geht nicht, mehr muss nicht.

Leben und Handeln im Hier und Jetzt

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, die Zukunft ist noch nicht da, Leben kannst man nur Jetzt.

Sorgen macht man sich immer über Dinge, die man in der Zukunft erwartet und die Angst machen. Man weiß aber nicht, ob es tatsächlich so kommt. Daher sind diese Gedanken oft müßig.

Um ein sorgenfreies Leben zu führen ist es wichtig sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Statt beispielsweise beunruhigt um die Zukunft seiner Kinder zu sein, genießen Sie lieber das gemeinsame Spiel mit ihnen.

Man kann zwar versuchen Weichen für die Zukunft zu stellen, aber letztendlich bleibt sie trotzdem ungewiss. Vorsorge in einem gewissen Grad ist sinnvoll und gibt ein Sicherheitsgefühl, wenn sich aber das Leben nur noch darum dreht, läuft etwas gehörig falsch und das wirkliche Leben wird verpasst. Man kann nicht für alle Eventualitäten im Leben vorbeugen. Das Leben passiert einfach. „Lebe jeden Tag als wäre er dein letzter.“ Dieser Satz kann sehr hilfreich sein, sich immer wieder auf das Jetzt zu konzentrieren.

Ebenso können Übungen zu Achtsamkeit und Meditation helfen immer öfter in der Gegenwart zu bleiben. In der Gegenwart gibt es nur wenige Dinge, die wirklich Anlass zu Sorge geben.

Dankbarkeit

Dankbarkeit macht zufriedener, fördert eine positive Grundhaltung und verbessert das Wohlbefinden.

Eine Studie der amerikanischen Psychologen Emmons und McCullough aus dem Jahr 2003 hat gezeigt, dass dankbare Menschen sich im Alltag glücklicher fühlen und ausgeglichener sind. Je dankbarer man sich fühlt, desto eher ist man auch bereit selbst etwas Gutes oder Nettes zu tun, was wiederum soziale Bindungen stärkt.

Außerdem wurde in der Studie festgestellt, dass Dankbarkeit auch den Schlaf und das Allgemeinbefinden bei chronischen Krankheiten verbessern kann.

Überlegen Sie, für was Sie alles dankbar sein können. Das können ganz kleine Dinge sein, z. B. das jemand Sie an der Supermarktkasse vorgelassen hat. Vielleicht hat ein freundlicher Autofahrer angehalten, um Sie einbiegen zu lassen, oder hat eine Verkäuferin Sie heute besonders freundlich bedient? Hat Ihr Partner Sie angelächelt, hat Ihnen jemand ein Kompliment gemacht? Haben Ihre Kinder einmal ohne Diskussion das getan, worum Sie gebeten haben?

Sie werden tausend kleine Dinge entdecken, wenn Sie danach suchen.

Wir können auch für viele Dinge dankbar sein, die für uns selbstverständlich sind:

Wir haben sauberes Wasser, das einfach aus der Leitung kommt.
Wir haben Strom und Elektrogeräte, die uns den Alltag erleichtern.
Wir haben ein Dach über dem Kopf, genug zu Essen und leben in einem friedlichen Land.
Wie viele andere Menschen auf der Welt haben das nicht?

Vielleicht schreiben Sie es sogar auf und führen ein Dankbarkeitstagebuch, in dem sie jede Woche notieren, was sie dankbar gemacht hat. Oder fragen Sie sich am Abend vor dem Einschlafen wofür Sie heute dankbar sein konnten. Damit wird die Aufmerksamkeit auf positive Dinge fokussiert. Die Wertschätzung dafür steigt, es wird uns bewusster, wie gut es uns geht. Und wenn es einem gut geht, ist man auch frei von Sorgen.

Vertrauen

Vertrauen ist das Gegenteil von Angst uns Sorge. Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten, in Fähigkeiten von anderen, vielleicht auch vertrauen auf eine höhere Macht. Erinnern Sie sich an Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten, mit denen Sie bisher Ihr Leben gemeistert haben. Bestimmt haben Sie schon viele Situationen mit Bravour gemeistert. Warum sollte es dann in der Zukunft nicht klappen?

Vertrauen Sie auch darauf, dass Ihre Kinder ihren Weg finden werden und die nötigen Ressourcen dafür haben.

Vertrauen Sie darauf, dass bisher die Welt nicht untergegangen ist und es so schnell auch in Zukunft nicht tun wird.

Und selbst wenn Sie schon viele Enttäuschungen und Rückschläge erlebt haben, können Sie in Ihre Stärken vertrauen, denn sonst hätten Sie nicht bis heute überlebt.

Wenn dann doch noch Sorgen kommen

Die oben genannten Lebenseinstellungen müssen vielleicht etwas trainiert und erlernt werden. Manche Sorgen kommen trotzdem oder es dauert vielleicht auch eine Zeit, bis man eine andere Einstellung verinnerlicht hat. Es gibt aber einige Dinge, die man tun kann, um sich dann nicht davon überrollen zu lassen.

Fragen Sie sich, ob sie wirklich 100% wissen können dass etwas so kommen wird, wie Sie es sich ausmalen. Sie werden feststellen, dass es nur selten der Fall ist.

Vergegenwärtigen Sie sich immer wieder, dass Ihre Sorgen nichts ändern werden.

Sagen Sie bewusst STOP, wenn Sie anfangen zu grübeln. Versuchen Sie die Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Konzentrieren sie sich beispielsweise auf den Atem, ein Körperteil, zählen Sie oder singen Sie ein Lied.

Konzentrieren Sie sich immer wieder auf den gegenwärtigen Moment und das was Sie gerade tun. Sagen Sie sich z.B. beim Gehen: Jetzt gehe ich. Ich setze einen Fuß vor den anderen. Ich spüre den Boden unter den Füßen.

Lachen oder Lächeln Sie! Auch wenn Sie sich nicht danach fühlen, es hilft. Die Mimik beeinflusst das Gehirn und es werden die gleichen Botenstoffe ausgeschüttet, als wenn Sie von Herzen lachen würden.

Eine sehr effektive Methode zur emotionalen Selbsthilfe, wenn Sorgen einen stark aufwühlen und aufregen ist PEP (Prozess-und Embodimentfokussierte Psychologie nach Michael Bohne). Dabei handelt es sich um eine Klopftechnik, die sehr schnell hilft, aus dem Gefühlschaos auszusteigen. Aber PEP ist weit mehr als nur Klopfen. Die Akzeptanz und Annahme dessen was ist, ist ein großer Bestandteil, das Selbstwertgefühl wird gestärkt, Lösungsblockaden können bearbeitet werden. Eine Anleitung zu PEP finden Sie in dem Buch „Bitte Klopfen!“ Oder Sie lassen sich die Methode von einem PEP-Anwender zeigen, was oft noch effektiver und einfacher ist.

Wenn Sie dazu tendieren sich viele Gedanken über Probleme der Welt, die immer wieder in den Medien verbreitet werden, schotten Sie sich davon ab. Es reicht einmal am Tag schlechte Nachrichten zu sehen, man muss sich nicht stündlich damit konfrontieren.

Um sorgenfrei zu Leben, ist es auch wichtig darauf zu achten mit welchen Menschen Sie sich umgeben. Lassen Sie sich leicht von den Problemen anderer Leute anstecken? Bleiben Sie bei sich. Geteilte Sorge ist nicht halbe Sorge, im Gegenteil. Sie ändert nichts und hilft auch nicht.

Und last but not least

Guten Morgen liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da.

Nehmen Sie das Leben und seine Sorgen mit Humor, sie können es sowieso nicht kontrollieren. Ich komme aus dem Rheinland. Hier gibt es die schöne und gesunde Redensart:

Et iss wie et iss, et kütt wie et kütt und et iss noch immer jut jejange.
Übersetzt: Es ist wie es ist, es kommt wie es kommt und es ist noch immer gut gegegangen.

Autor: Monika Weber-Lambert
Thema: Sorgenfrei Leben
Webseite: http://www.mowela.de

 

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