Stress betrifft uns alle - und die Gründe für Stress am Arbeitsplatz sind ebenso vielfältig wie die Menschen, die verschiedene Berufe ausüben.

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Trotzdem gibt es natürlich bestimmte Faktoren, die Stress am Arbeitsplatz begünstigen können. In diesem Artikel möchte ich dir Gründe für Stress am Arbeitsplatz vorstellen und dir Anregungen dafür geben, wie du zukünftig besser mit bestehenden Stressoren umgehen, und deinen Körper und deine Psyche entlasten kannst.

Zu Beginn möchte ich dir allerdings eine Frage stellen:

Wenn du ein mit Wasser gefülltes Glas mit ausgestrecktem Arm halten sollst - wie schwer fällt dir das? Empfindest du diese Übung als leicht? Oder ist es eher anstrengend? Die Antwort darauf ist vielleicht anders, als du zunächst vermutet hast ...

Denn: das Glas wird umso schwerer, je länger du es mit ausgestrecktem Arm halten musst. Am eigentlichen Gewicht ändert sich nichts, es bleibt immer gleich viel Wasser in dem Glas. Durch die anhaltende Belastung über einen längeren Zeitraum, und die damit einhergehende Ermüdung deines Körpers (in diesem Fall der Muskulatur des Armes) beginnt eine anfangs leichte Herausforderung immer schwerer zu werden. Zuerst wird der Arm wahrscheinlich nur ein wenig schmerzen, dann kann sich eine Taubheit einstellen. Du wirst versuchen, durch Verlagerung deines Körperschwerpunktes die bisherige Haltung auszubalancieren, was aber auch nur eine gewisse Zeit lang effektiv ist. Und letztendlich wirst du das Wasserglas abstellen müssen, da du so stark ermüdet bist, dass du es einfach nicht mehr halten kannst.

Was hat das jetzt mit deiner Arbeit zu tun, und mit dem Stress, den du empfindest?

Diese Metapher eignet sich ziemlich gut zur Veranschaulichung von Gründen für Stress am Arbeitsplatz - denn auch dort können wir ganz lange kompensieren. Der Stress wirkt anfangs gar nicht so belastend. Und wird dann, je länger wir ihm ausgesetzt sind und versuchen, ihm wacker standzuhalten, immer unangenehmer.

Kurzfristige Auswirkungen von Stressoren zeigen sich z.B. durch deutliche Nervosität und Gereiztheit, eine verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin sowie einer schnelleren Herzfrequenz und steigendem Blutdruck. Außerdem sind wir unter Stress für gewöhnlich weniger effizient in unseren Handlungen und blockiert im Denken.
Langfristig erhöhte Stress das Risiko für psychosomatische Beschwerden, fördert negatives Kompensationsverhalten wie z.B. Rauchen, ungesunde Ernährung, Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch und beeinträchtigt die sozialen Beziehungen ebenso wie das allgemeine Wohlbefinden.

An sich ist Stress eine völlig normale Reaktion unseres Körpers auf Belastungen. Wir schütten Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus und sind so gut gewappnet, um entweder zu „kämpfen" oder zu „fliehen" - das sind die beiden klassischen Antworten auf Stress, mit denen die Natur uns ausgestattet hat.

In der heutigen Zeit - und der jetzigen Arbeitswelt - ist aber üblicherweise weder Kampf noch Flucht eine adäquate Reaktion. Stattdessen müssen wir lernen, uns mit den Stressoren (und unseren darauf folgenden Stressreaktionen) zu arrangieren. Wer Alarmsignale wie Schlafstörungen, Nervosität, Aggression oder Schmerzen ignoriert, läuft Gefahr, durch den anhaltend hohen Stresspegel in eine schwerwiegende Erschöpfung zu geraten.

Stressige Situationen belasten also Körper, Geist und Psyche gleichermaßen und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Wer sich am Arbeitsplatz gestresst fühlt, sollte sich frühzeitig um einen Ausgleich kümmern, damit die Gesundheit nicht leidet. Herzinfarkte, Burnout und andere psychosomatische Erkrankungen gelten als typische Folgeerkrankungen von Stress.

Was sind nun Gründe für Stress am Arbeitsplatz?

Die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, ist individuell, und was als Stress empfunden wird, hängt stark vom subjektiven Empfinden jedes Einzelnen ab. Es gibt Menschen, die auch unter stressigen Bedingungen eher gelassen bleiben, während andere sich schneller aufregen und somit auch anfälliger für Folgeerkrankungen von Stress sind. Wie sehr wir uns stressen lassen, hängt also auch von unserer Fähigkeit ab, mit Stress umzugehen. Grundsätzlich sind aber folgende Faktoren kritisch zu sehen und begünstigen Stressreaktionen bei der Arbeit:

  • Pendeln / lange Fahrtzeiten zu und von der Arbeit. Wer täglich lange Wege auf sich nehmen muss, erfährt eine zusätzliche Belastung, die das Empfinden von Stress verstärken kann.
  • Umweltbelastungen - Lärm und Ablenkungen können stark belasten und senken zudem die Fähigkeit, effizient zu arbeiten. Die Leistungsgeschwindigkeit sinkt, dafür nimmt die Anzahl der Fehler zu. Außerdem leidet die Konzentration. All dies kann von Arbeitnehmern als stressig empfunden werden.
  • Schlechte Bezahlung - Geldsorgen gehören zu den größten Stressoren überhaupt und können langfristig Körper und Seele schädigen. Kommt auch noch das Gefühl hinzu, die eigene Arbeit werde überhaupt nicht wertgeschätzt, verstärkt sich das subjektive Gefühl von Stress.
  • Überforderung - zu wenig Personal für die Aufgaben oder unrealistische Erwartungen an die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern können zu Stress führen. Dies gilt auch für Anforderungen, die die eigenen Kompetenzen übersteigen.
  • Unterforderung - auch Tätigkeiten, die uns zu wenig fordern und somit dauerhaft langweilen, können als stressig empfunden werden.
  • Schlecht eingestellte Büromöbel - Wer täglich viele Stunden an einem unergonomischen Arbeitsplatz verbringt, kann Verspannungen in der Muskulatur und in der Folge Schmerzen bekommen. Auch dies sind Faktoren, die Stress verstärken können.
  • Konflikte und Mobbing - entweder durch Vorgesetzte oder Kollegen. Mobbing ist ein häufiger Grund für Stress am Arbeitsplatz, und wer davon betroffen ist, sollte sich unbedingt professionelle Hilfe suchen, um mit der Situation besser zurechtzukommen. Wichtig ist, klare Grenzen zu ziehen, sich nicht auf eskalierende Situationen einzulassen, für ein stabiles Selbst zu sorgen und die Probleme am Arbeitsplatz offen zu kommunizieren, so dass eine Veränderung bewirkt werden kann.
  • Arbeitsplatzunsicherheit - wer ständig fürchten muss, seine Arbeit wieder zu verlieren, lebt in besorgter Anspannung. Dies führt zu Dauerstress, der die Lebensqualität stark beeinflussen kann. Entspannung findet im schlimmsten Fall durch die belastenden Sorgen überhaupt nicht mehr statt.
  • Das eigene Mindset - gemeint ist damit die Art und Weise, wie jemand über sich selbst denkt und welche Erwartungen er an die eigenen Leistungen stellt. Wie perfekt glaubst du, sein zu müssen? Welche Ängste und Zweifel trägst du mit dir herum? Je perfektionistischer jemand veranlagt bist, desto höher ist auch oft das subjektive Gefühl des Gestresst-Seins. Lernen, anderen zu vertrauen und Aufgaben zu delegieren, anstatt sie unbedingt selbst erledigen zu müssen, kann Entlastung bringen.
  • Fehlende Bewältigungsstrategien - wer nie gelernt hat, mit Stress auf gesunde Weise umzugehen, kann ihn üblicherweise auch nicht mit geeigneten Methoden abbauen. Stattdessen werden häufig ungesunde Bewältigungsstrategien genutzt.
  • Fehlende Grenzsetzung - Wem es schwer fällt, Nein zu sagen, der hat häufig Angst, Ärger auf sich zu ziehen, abgelehnt zu werden oder als unkollegial zu gelten. Dabei ist es enorm wichtig, die eigenen Grenzen klar zu kennen und diese auch zu kommunizieren, um sich nicht permanent zu überlasten.

Sehr wichtig ist auch das Gefühl, selbstwirksam etwas verändern zu können. Wer sich innerhalb seiner Arbeitssituation unwohl fühlt, aber keine Handlungsmöglichkeiten für Veränderungen zur Verfügung hat, steht noch stärker unter Stress.

Wenn du lernen möchtest, völlig anders als bisher mit Stress umzugehen, helfe ich dir gerne weiter. Auf meiner Webseite kannst du dich für eine dreiteilige kostenlose Videoserie eintragen, in der ich dir das Geheimnis für einen gelassenen Umgang mit stressigen Faktoren und belastenden Emotionen verrate.

Wenn du noch genauer wissen möchtest, wie es um den Zustand deiner Stresshormone bestellt ist, besteht auch die Möglichkeit eines Cortisol-Tagesprofils. Dies ist ein Speicheltest, den ich in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Labor in meiner Praxis bei vielen Patienten, die unter Stress leiden, durchführe. Anhand der Werte des Tagesprofils erhält man Anhaltspunkte darüber, wie kompetent die Nebenniere noch ihrer Aufgabe der Stresshormonproduktion nachkommt. Ist bereits nachweislich etwas aus der Balance geraten, sollten unbedingt weitere Maßnahmen zur Unterstützung und Stressreduktion ergriffen werden.

Moderate Bewegung, Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Yoga oder Meditation können dabei unterstützen, mit Stress im Alltag besser umzugehen. Doch auch ein regelmäßiger kurzer Spaziergang - am besten im Grünen - kann dazu beitragen, Stresshormone abzubauen. Ebenso empfehlenswert sind Kontakte zu Freunden und geliebten Menschen, ein sicheres soziales Netzwerk und Berührungen - Umarmungen oder Massagen senken nachweislich den Stresspegel.

Wer (auch das Smartphone) nicht mehr abschalten kann, ständig nervös und gereizt ist und an Konzentrationsstörungen oder sogar körperlichen Beschwerden wie Schmerzen leidet, sollte dringend das Umfeld auf Stressoren abchecken - und dazu gehören auch die Gründe für Stress am Arbeitsplatz.

Kommen wir noch einmal zurück zur der Geschichte vom Wasserglas - was denkst du wie lange du bereits tapfer ein Glas voller Stress ausgestreckt vor dir herträgst? Wie geht es dir gerade damit? Wäre es vielleicht an der Zeit, einen anderen Umgang mit Stress zu lernen? Es gibt viele Möglichkeiten. Ganz sicher findest auch du eine Methode, die dir Freude bereitet. Wenn du dir Unterstützung wünschst, bin ich als Heilpraktikerin gerne für dich da.

Autor: Sandra Roszewski
Thema: Gründe für Stress am Arbeitsplatz
Webseite: https://naturheilpraxis-sr.de

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