Ratgeber Lifestyle

Wer kennt das nicht, man studiert oder steckt in einer Weiterbildung und die Abschlußprüfung kommt in Sichtweite, aber es fehlt die Motivation, um zu lernen. Oder man hat den Wunsch, 10 kg abzunehmen, aber um entsprechende Maßnahmen einzuleiten fehlt einem der Antrieb. Woran liegt das nur?

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Warum fällt es uns so schwer uns zu motivieren?

Ja, da gibt es so einen freundlichen Kumpan namens Innerer Schweinehund, der aber nur freundlich bleibt, solange wir nichts an unseren liebgewonnenen Gewohnheiten ändern möchten.

Und Bewegung ist eigentlich auch nicht sein Ding, er liebt es eher gemütlich. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, sich in seinem Sessel zu lümmeln und fleißig Chips aus einer Tüte zu mampfen. Begegnet ihm ein neuer guter Vorsatz wie: Ich möchte 10 kg abnehmen, dann wird der zuallererst in Frage gestellt: „Aber warum denn, ist doch alles gut, so wie es ist “ oder: „Wieso sollte ich das tun, was hab ich denn davon? oder „Nein, ich hab keine Lust dazu, das ist so anstrengend“!

Das ist der Charakter des inneren Schweinehundes. Er möchte partout nicht mehr machen, als er unbedingt muß und ist eben ein Gewohnheitstier. Er kann Veränderungen gleich welcher Art von Haus aus nicht leiden.

So lauten die bevorzugten Begrifflichkeiten unseres inneren Schweinehundes: „hätte, könnte, wäre, würde usw“ frei nach der Devise:

„Hätte es heute in der Kantine nicht ein leckeres Hühnchen gegeben, dann wäre ich bei meinem Joghurt geblieben, den ich extra mitgenommen habe, weil ich eigentlich Kalorien einsparen wollte für meine Sommerfigur.“

Oder „hätte es heute nicht geregnet, dann wäre ich joggen gegangen“.

Wenn es nur die Anfangseinwände vom inneren Schweinehund geben würde wär das auch noch nicht so schlimm, aber er wird ja nicht müde, alles ausdiskutieren zu wollen, d.h. du mußt mit dauerhafter Gegenwehr rechnen.

Doch kann man den üblen Widersacher auch irgendwie überlisten? Ja man kann, aber bitte mit System. Es braucht ein paar Tricks.

Wie schaffe ich es dennoch mich zu motivieren?

Du mußt die Wichtigkeit deines Vorhabens herausarbeiten. Also nimm ein Stück Papier, einen Stift und schreibe auf, was dein Ziel ist und warum. Spüre in deinem Inneren nach, warum dir das Ziel so wichtig ist. Und zwar nicht, weil andere das von dir erwarten, sondern warum DU es unbedingt willst.

Es ist bewiesen, daß extrinsische Motivation, also Motivation von außen (von anderen Personen) längst nicht so stark wirkt wie intrinsische, die von dir selbst, aus deinem Inneren kommt.

Bedeutet also, wenn ein Ziel aus unserem eigenen Wertesystem heraus entsteht und sich entwickelt, weil es als wichtig erachtet wird, ist die Motivation viel stärker und es wird automatisch sehr viel mehr Energie aufgewendet als wenn das Ziel von anderen vorgegeben wird.

Ein Beispiel: Wenn also z. B. dein Partner von dir verlangt, 10 kg abzunehmen, weil ihm/ihr das besser gefällt, du es aber selbst gar nicht als erstrebenswert erachtest und dich so wohl fühlst, wie du bist, es also keinerlei Wichtigkeit für dich hat, ist das Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt und du brauchst es gar nicht erst versuchen.

Hast du selbst aber ein tiefes Verlangen, einen Wunsch, der aus deinem Innern entsteht und wächst dann stehen die Chancen sehr gut, auch die Durststrecke zu überwinden und ans Ziel zu kommen. Übrigens je stärker und energischer dein eigene Wille ist umso leiser wird die Stimme des inneren Schweinehundes. Es scheint so, als würde er sich mit steigender Ernsthaftigkeit des Vorsatzes dann irgendwann zurückziehen, sich ab und zu nur noch mit einem ganz leisen und aufmüpfigen: „ja, aber…“ zurückmelden.

Plane dein Ziel im Detail. Bei der Formulierung des Ziels gilt es großzügig zu sein, so daß es um eine echte Herausforderung geht. So sind zum Beispiel  2 kg in einem halben Jahr abzunehmen nicht wirklich ein Ziel, 10 kg in 2 Wochen dagegen unrealistisch. Das Ziel muß also so konkret wie möglich ausformuliert und mit einem Zeitpunkt versehen werden, der realistisch erreichbar ist.

Du kannst dich bei der Zielformulierung an der SMART-Regel orientieren, die besagt, das Ziel sollte spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminbezogen sein.

Danach erstellst du schriftlich den Zeitplan, d.h. du brichst das große  Ziel auf kleinere Unterziele herunter und fixierst dies schriftlich. Wenn du also ein beliebiges Ziel in 2 Monaten erreicht haben willst, dann  unterteilst du dies nochmal in einzelne Wochen. Warum? Weil es auch für unser Gehirn einfacher zu erfassen ist, machbaren und kleineren Etappenziele vor Augen zu haben.

Wozu brauchst du die Fixierung des Ziels und der sich daraus ergebenden Unterziele auf Papier? Weil du deine Gedanken jederzeit ändern kannst, aber ein Schriftstück als eine Art Selbstverpflichtung wirkt und dich stets daran erinnert, was du dir vorgenommen hast. Zusätzlich kannst du auch Familie und/oder Freunden von deinem Vorhaben erzählen, denn die soziale Verpflichtung ist ebenfalls ein starkes Mittel zur Motivation. Wer möchte schon Wochen hinterher gegenüber Freunden oder Familie zugeben, vorzeitig aufgegeben zu haben?

Die soziale Verpflichtung kannst du auch noch zusätzlich nutzen, indem du dir eine oder mehrere Gleichgesinnte suchst, die sich gegenseitig Hilfestellung und Unterstützung geben. So ein Gruppenspirit kann dich mitreißen und helfen, dich ins Ziel zu tragen. Darum funktionieren zum Beispiel auch Abnehmgruppen oder Raucherentwöhnungsgruppen besonders gut.

Dabei ist es das Bewusstsein, dass es Menschen gibt, die gleichzeitig dieselben Probleme haben wie wir selbst, das gegenseitige Stützen, motivieren und helfen, weil jeder mal einen Durchhänger hat und auch die Möglichkeit, mit anderen über die eigenen Schwierigkeiten zu sprechen, Das macht DEN Unterschied. Eine weitere Motivation gibt uns auch der Gedanke, dass der/die andere oder die anderen aus der Gruppe das Ziel erreichen könnten und wir nicht. Sowas ist keinem egal, denn man möchte mindestens so gut sein wie die Gruppe, wenn es geht sogar besser. Dass sich eine Gruppendynamik bildet kann man oft beobachten, eine Art Wettbewerb,  der nicht geplant war, aber bei dem die Teilnehmer immer mehr versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen.

Zur innerlichen Verankerung gehört auch die anschließende Visualisierung des Ziels. Du stellst dir vor, wie es sein wird, das Ziel erreicht zu haben und zwar möglichst ausgiebig und in vielen bunten Details.  Wie fühlt es sich an? Wie fühlst du dich?  Wie siehst du dann aus? Wie wirkst du auf andere? Wie schauen dich die Menschen an? Wie wirst du auftreten, wenn du den Weg erfolgreich zu Ende gegangen bist und dein Ziel erreicht hast? Je realer du dir das vorstellen kannst, also je wirklichkeitsgetreuer, umso besser und wirkungsvoller ist dieses Instrument. Und je mehr Sinne du einsetzen kannst umso besser. Das damit verbundene Gefühl ist besonders wichtig. Denn aus der Vorstellung erwächst die Realität. Oder wie wir Hypno-Coaches aus Regel wissen: „Denn der Körper folgt dem Geist.“

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Verstärke deine Vorstellungskraft noch durch ein Visionboard, auch Dreamboard oder deutsch Traumtafel genannt,  bei dem das Ziel/die Ziele in einer Collage zusätzlich visualisiert werden. Das ist eine kleine Bastelaufgabe, bei der alles erlaubt ist, deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Du kannst selbst malen oder Bilder und Sprüche, ja durchaus auch Motivationssprüche aus einem Katalog, einer Zeitschrift o.ä. ausschneiden. Drapiere und klebe alles auf Zeichenpapier, Karton, Schaumstoff, Holz- oder Magnettafel, ganz wie es dir gefällt und gib dir richtig Mühe damit, denn du wirst deine Motivationsquelle in nächster Zeit oft anschauen und dann soll sie in dir Freude, Motivation und starke Emotionen auslösen.

Weitere Wege um Motivation zu lernen und aufrecht zu erhalten

Die Visualisierung des Ziels ist ein ungeheuer starkes Mittel, um Antrieb, Energie und Motivation zu wecken und erinnert dich immer daran, was dein Ziel ist, wie es aussieht und idealerweise mit welchem Gefühl es verbunden ist.

Aus gutem Grund heißt es im Bereich Hypnose/Mentaltraining: „Alles was du dir vorstellen kannst kann auch wahr werden.“

Als nächstes gilt es deine Glaubenssätze zu überprüfen, also die Gedanken, die tief in deinem Inneren verankert und somit für dich wahr sind. Diese Gedanken wiederholen sich immer und immer wieder, sind dir aber oft gar nicht bewusst. Wenn du dir nun ein Ziel steckst, aber immer wieder mit deinen vorhandenen Glaubenssätzen denkst: „Ach, das wird schwer, das wird ein harter Kampf“, dann wird es tatsächlich schwer. Es motiviert dich nicht, sondern zieht dich runter, demotiviert dich.

Du solltest dir zuerst deiner negativen Glaubenssätze bewusst werden, forsche danach und schreib sie dann auf. Anschließend kannst du sie transformieren, heißt umformulieren in positive Glaubenssätze.

Denn dann  wird aus dem zögerlichen: „Ich weiß nicht, ob ich das schaffen kann“, ein zuversichtliches „Ich schaffe das“!!

Spüre einmal in deinem Inneren nach, was das mit dir macht. Der Unterschied ist beachtlich.

Beachte folgende Regeln wenn du eine Affirmation erstellst:

  • Die Affirmation sollte mit: „ich bin“ oder „ich habe“ beginnen
  • Vermeide die Formulierung: „ich will“, denn das ist nur eine Absichtserklärung, mehr nicht
  • Sie sollte möglichst individuell, positiv, kurz und konkret sein
  • Sie sollte keine Verneinung enthalten (Worte wie: nicht, kein, nie)
  • Sie muss in der Gegenwartsform sein
  • Vermeide Konditionalformen (ich würde, sollte, hätte, könnte)
  • Ergänze zu deiner Affirmation noch einen kleinen Entspannungsteil wie …“voller Ruhe, Gelassenheit und Harmonie“

Erstelle kein buntes Sammelsurium an unterschiedlichen Wünschen in einen Text, den du dauerhaft ablesen musst,  weil er zu lange gerät und du ihn dir nicht merken kannst, sondern packe nur einen oder max. zwei dringliche Wünsche in deine Affirmation. So kannst du sie rasch verinnerlichen und im Gedächtnis behalten.

Je überzeugter du von deiner Affirmation bist und je mehr positives Gefühl damit verbunden ist, umso wirksamer. Es hilft nichts, eine Affirmation zweifelnd und voller Misstrauen einfach herunterzubeten. Stell dich zumindest anfangs vor den Spiegel und beobachte dich selbst beim Aussprechen. Könntest du  damit eine fremde Person überzeugen? Wenn nicht, dann übe das solange, bis du es mit der Inbrunst der Überzeugung sagen kannst.

Hilft das nach einigem Üben auch nichts und du fühlst dich nicht wohl damit, dann kann die Änderung der Formulierung helfen. Wahrscheinlich entspricht der Text nicht deinem Wesen, weswegen du nicht dahinterstehen kannst. Achte auf dein Gefühl und finde heraus, was dir am besten gefällt und welcher Version du innerlich zustimmst.

Nun solltest du deine Affirmation täglich wiederholen so oft es geht. Als Faustregel gilt eine Empfehlung von bis zu 50 Mal am Tag und dies über einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen. Der Sinn und Zweck liegt darin, dein Unterbewusstsein neu zu programmieren und dafür braucht es Wiederholungen.

Durch Belohnungen die Motivation aufrecht erhalten

Denk auch an kleine Belohnungen für die Erreichung von Zwischenzielen. Beachte aber, die Größe der Belohnung sollte dir suggerieren, dass es um einen Teilerfolg geht. Ist die Belohnung so  groß wie die am Ende, wird dein Kopf träge und du ermüdest vorzeitig. Du solltest auf jeden Fall immer noch hungrig bleiben und dir bewusst sein, dass erst nach Erreichen des formulierten Endziels/Ergebnisses die eigentliche große Belohnung und steht und auch das ganz große Erfolgserlebnis, dass dein Selbstwertgefühl und dein Selbstbewusstsein um ein ordentliches Stück steigen lässt.

Wenn du das einmal erlebt hast, wie es ist, trotz widriger Umstände und trotz innerem Schweinehund durchgehalten zu haben kannst du das jederzeit wiederholen, denn unser Gedächtnis merkt sich das, bildet neue Gehirnsynapsen und weiß nun, wie es funktioniert.

Also  auf was wartest du noch? Du weißt jetzt, wie du dich motivieren kannst. Fang an und hol dir dein Erfolgserlebnis!

Autor: Silvia Gunsilius
Thema: Motivation lernen
Webseite: https://www.hypnocoach-online.de

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