Entstehung der Schädelakupunktur

Die Therapie der Schädelakupunktur geht auf Toshikatsu Yamamoto zurück. Als eines von sieben Kindern studierte er Medizin und verwirklichte so seinen Lebenstraum. Weiterbildungsstationen im Bereich der Geburtshilfe, Anästhesie und der Chirurgie führte ihn über New Jersey nach Köln. Hier machte er den Facharzt für Anästhesie.

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1966 kehrte er nach Japan eröffnete in seinem Heimatort Nichinan eine kleine Praxis; dort behandelte er zunächst seine Patienten nach dem Muster der westlichen Medizin. Eines Tages kam eine Bäuerin zu ihm mit diffusen Schmerzen, die auch er nicht genau zu ordnen konnte. Er wollte ihr eine Quaddel setzen, also eine kleine Lokalbetäubung, um so den Schmerzreiz zu unterbrechen. Allerdings vergaß er das Betäubungsmittel. Da aber diese Behandlung nur mit Kochsalz sehr schmerzhaft ist, wurde er wüst von der Frau beschimpft.

Doch er war mehr als verwundert, als die Frau am nächsten Tag wieder in seiner Praxis erschien und überglücklich berichtete schmerzfrei zu sein; sie verlangte sogar eine erneute Behandlung.

Das weckte das Interesse von Dr. Yamamoto. Er entschloss sich, einen alten Masseurmeister aufzusuchen, der seine Patienten mit Nadeln behandelte. Darauf begann er, die Regeln der Akupunktur zu studieren und stieß dabei sehr bald auf die chinesische Kopfakupunktur.

Da seine Patienten vorrangig aus der einfachen Landebevölkerung kamen, bekam er immer sehr schnell und klare Aussagen, was sie empfanden, wenn er bestimmte Areale drückte.

So entwickelten sich über Jahre seine Somatope der Schädelakupunktur.

Was aber sind Somatope?

Somatope sind Areale, auf denen der Körper sich selbst widerspiegelt. Hierunter fallen die Ohrakupunktur, die Irisdiagnostik, die Fußreflexmassage und so weiter.
Das besagt: Krankhafte oder veränderte Bereiche sind immer im Körper als schmerzhafte Bereiche im dazugehörigen Somatop wiederzufinden. Das eine spiegelt das andere.

Die wirklich geniale Idee an der Schädelakupunktur ist, dass sie unterschiedliche Somatope miteinander verbindet. So gibt es die Hals-, Arm- oder Bauchdeckendiagnostiksomatope, aber auch den Bereich des Bewegungsapparates, den Meridianbereich und den Gehirnnervenbereich, die therapeutisch genutzt werden, dazu später mehr.

So kann z.B. am Hals getestet werden, welches Organ behandelt werden muss. Wird dieses Organ korrekt punktiert, verschwindet der schmerzhafte Bereich am Hals. So hat der Therapeut gleichzeitig ein Therapie- Diagnostik- und Kontrollmittel zur Hand, mit dem er zuverlässig und erfolgreich arbeiten kann.

Es gibt also vier Punktegruppen bzw. Behandlungsareale. Die Basispunkte, die dem Bewegungsapparat zugeordnet werden.

Die Gehirnpunkte mit den 12 Hirnnervenpunkte, die ihre Anwendung bei allen Störungen und Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems finden.
Die Sinnesorgane, die punktiert werden wenn Allergien oder Erkrankungen der Sinnesorgane vorliegen und die Ypsilon-Punkte, die bei Erkrankungen der inneren Organe behandelt werden.

Wie läuft die Behandlung ab?

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Der Therapeut testet zunächst auf Grund der Anamnese, welche Körperseite behandlungsdürftig ist. Danach wird über die Reflexpunkte am Arm getestet, ob die Wirbelsäule oder die Gehirnbereiche behandelt werden müssen. Die Nadel können sofort bei positivem Test gesetzt werden. Später werden zuvor schmerzhaften Punkte nachkontrolliert.

Dann können die Halspunkte getestet werden. Sie haben eine Zuordnung zur chinesischen Medizin und weisen auch einen Zusammenhang zum Meridiansystem auf. Hierunter fallen Niere, Dickdarm, Dünndarm, Milz/ Pankreas, Gallenblase, Dreifach Erwärmer, Herz, Perikard, Leber, Magen, Lunge und Blase.

In der chinesischen Medizin werden den Meridianen auch Empfindungen, verschiedene Geschmacksrichtungen, Farben, Himmelsrichtungen, Organe etc zugeordnet.

Auf diese Weise hat der Therapeut die Möglichkeit regulierend in das gesamte System einzugreifen und Schwachstellen zu unterstützen.

Das Geniale auch hier wieder: Es muss nur eine Nadel gesetzt werden, um einen ganzen Meridian zu harmonisieren.

Sind dann die vorher schmerzhaften Punkte schmerzfrei, bleiben die Nadel ungefähr 20- 30 min liegen. Nach der Entfernung der Nadeln ruht der Patient noch 30 min.
Chronische Erkrankungen werden wöchentlich, akute Erkrankungen alle drei Tage behandelt.

Für welche Krankheitsbilder eignet sich die Behandlung?

Die Schädelakupunktur arbeitet mit Bezug zu den verschieden Gehirnarealen und Gehirnnervenpunkte.

Die Schädelakupunktur wird vor allem bei Schmerzen und neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Hierunter fallen Rückenschmerzen, Nackenbeschwerden, Tinnitus, Parkinson, Multiple Sklerose, Organerkrankungen und Lähmungen.

Insbesondere bei Lähmungen nach Schlaganfall oder Gehirnschäden und bei Geburtsschäden kann die Schädelakupunktur erfolgreich eingesetzt werden. Es gibt ein paar Studien zur Schädelakupunktur, die beweisen, dass bei Schmerzpatienten bis zu 80% Verbesserungen erzielt worden sind. Bei Schlaganfallpatienten wurden sehr gute Ergebnisse bei einer Behandlung in den ersten 30 Tagen nach dem Schlaganfall erzielt.

Die Methode verbringt keine Wunder, aber auch kleine Erfolge sind für die Betroffenen manchmal schon Meilensteine.

Für Schlaganfallpatienten hat sich herausgestellt, dass eine Physiotherapie unter Setzung der Akupunkturnadeln höchst erfolgreich ist.

Dr. Yamamoto führte in seiner Klinik zur Kontrolle der Schädelakupunktur Kernspinuntersuchungen durch. Hier war zu sehen, dass es keine Veränderung der Schlaganfallareale gab. Das bedeutet, dass sich die geschädigten Bereiche im Kopf nicht regenerieren, sondern eher eine „Neubahnung“ der Areale stattfindet.

In der Neurologie ist schon lange bekannt, dass das Gehirn umlernen und neulernen kann. Wir benutzen nur einen Bruchteil unseres Gehirns und sind in der Lage, mit der geeigneten Therapie unbenutzte Bereiche neu zu programmieren. Die Schädelakupunktur zählt für mich definitiv dazu. Das kann an einigen Fallbeispielen erläutert werden:

Fallbeispiele

• Lumbago:
Patient 60 Jahre kam in die Praxis mit Rückenbeschwerden. Schulmedizinisch war alles abgeklärt. Nach vier Behandlungen waren die Beschwerden verschwunden und zusätzlich hatte seine Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule nachgelassen. Ich hatte Halswirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Schulter und Gehirnpunkte punktiert.

• Heuschnupfen:
Patient Mitte 30 seit längerem Heuschnupfen mit juckenden Augen. Hier habe ich zusätzlich zur Bioresonanztherapie die Schädelakupunktur angewandt. Punktiert wurden Augen und Nase sowie Dünndarm. Die Symptome verschwanden nach drei Behandlungen.

• Ellbogenbeschwerden:
Patient, 43 Jahre, hat belastungsabhängige Schmerzen im Ellbogen rechts und „frozen Schulter“ links. Symptombezogene Nadelung der entsprechenden Bereiche nach Testung. Halswirbelsäule, Nacken, Schulter, Ellbogen, Leber, Niere, 3 Erwärmer und Lunge. Nach der ersten Behandlung waren Liegestütze wieder möglich. Die Schulter war besser beweglich.

Als letztes Beispiel möchte ich Ihnen einen Fall schildern, wo ich während der Behandlung dabei war.

Ein junger Patient, der nach einer Hirnblutung die linke Seite gelähmt hatte. Wurde zwei Tage hintereinander behandelt und konnte schon nach der ersten Behandlung den linken Arm deutlich besser bewegen. Hier zählen immer schon kleine Verbesserungen, da sie den Patienten in seinem täglichen Leben schon große Erleichterung bringen können.

Die Sofortverbesserungen des Krankheitsbildes verschwinden langsam wieder und können aber durch Wiederholung der Behandlung dauerhaft werden.

Autor: Bernadette von Westphalen
Thema: Schädelakupunktur nach Yamamoto
Webseite: http://www.heilpraktiker-westphalen-koeln.de

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