Demenz – eine Volkskrankheit

Die Demenz ist eine Erkrankung, die für die Volkswirtschaft und unser Gesundheitssystem eine bedeutende Rolle spielt.

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Wir Menschen werden immer älter: Laut Statistischem Bundesamt betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland 2016 etwa 78 Jahre. Doch mit dem Alter steigt das Risiko immer höher, an Demenz zu erkranken. Mittlerweile sind in Deutschland rund 1,2 Millionen Menschen von Demenz betroffen.

Nicht nur diese hohe Zahl an Demenz Erkrankten muss versorgt werden. Auch Familienangehörige, Freunde, andere nahestehende Personen müssen in der Berechnung berücksichtigt werden. Denn die Krankheit Demenz kann zu einer großen Belastung aller Personen werden, kennen sie meist die erkrankte Person noch in einem gesunden Zustand.

Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns, wodurch wichtige geistige Funktionen des Gehirns beeinträchtigt werden. Das Wort selbst kommt aus dem Lateinischen de-mens und heißt übersetzt ungefähr „ohne Geist“ oder „ohne Verstand“.  Und genau das beschreibt das Krankheitsbild der Demenz. Die Betroffenen wirken, als hätten sie keinen Geist, oder keinen Verstand mehr. Handlungen, die jahrelang routinemäßig verrichtet werden konnten, stellen die Betroffenen und natürlich auch die Angehörigen plötzlich vor eine große Herausforderung.

Oft wird die Demenz auch demenzielles Syndrom genannt. Diese Bezeichnung soll verdeutlichen, dass es sich hierbei um eine Sammlung verschiedener charakteristischer Symptome, also Krankheitszeichen, handelt, die zusammen das Krankheitsbild der Demenz beschreiben. Das bedeutet nun aber auch, dass eine Demenz im Rahmen verschiedener Krankheiten auftreten, ja durch diese Krankheiten verursacht werden kann.

Im Allgemeinen äußert sich eine Demenz dadurch, dass wichtige geistige Fähigkeiten, wie das Gedächtnis, Planen, Organisieren, aber auch Sprache, Rechnen, ja so ziemlich alle höheren geistigen Fähigkeiten, usw. beeinträchtigt werden. Besonders zeigt sich hier ein Rückgang zur vorigen Leistungsfähigkeit. Später kann der Alltag nicht mehr zuverlässig bewältigt werden. Damit gehen natürlich Beruf, das Führen des Haushalts, die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, u.ä. einher. Es liegt wohl nahe, dass dadurch auch eine Veränderung der Persönlichkeit, des emotionalen und Sozialverhaltens eintreten kann. Gerade wenn das Gehirn durch die Demenz betroffen ist, bleiben auch diese Aspekte der Psyche des Betroffenen nicht geschützt.

Jetzt gibt es wichtige Formen der Demenz und die häufigste, die hier genannt werden soll, ist die sogenannte Alzheimer-Demenz. Bis zu 60% aller Demenzformen im Alter macht alleine die Alzheimer-Demenz aus. Bis heute ist keine Ursache für diese Erkrankung festgestellt worden. Es gibt verschiedene Ansätze, die erklären sollen, wodurch Alzheimer ausgelöst werden soll. Es wird angenommen, dass es eine genetische Komponente gibt und zusätzlich noch verschiedene Faktoren, die zusammenwirken, die zusätzlich berücksichtigt werden müssen. Tests haben gezeigt, dass das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, steigt, wenn ein naher Verwandter 1. Grades in der Familie bereits an Demenz erkrankt ist.

Alzheimer und Demenz – was sind die Unterschiede?

Alzheimer (oder Alzheimer-Demenz) ist an erster Stelle eine Krankheit, die den Abbau des Gehirns und damit dessen Funktionen fördert. So wird als erstes auch eine zunehmende Vergesslichkeit durch den Betroffenen selbst oder dessen Angehörigen wahrgenommen.

Medizinische Untersuchungen an den Betroffenen zeigen in der Regel gerade am Anfang noch einen Normalbefund. Das bedeutet, dass die Alzheimer-Demenz eine Ausschlussdiagnose ist: erst wenn andere Krankheiten, die in Betracht gezogen werden müssen, ausgeschlossen werden können, dann ist eine Diagnose Alzheimer-Demenz möglich und gerechtfertigt. Nun muss natürlich auch noch die altersbedingte Vergesslichkeit ausgeschlossen werden. Alzheimer ist auch nur dann in Betracht zu ziehen, wenn die Vergesslichkeit über einen langen Zeitraum andauert und im Verlauf von Monaten auch noch deutlich stärker wird. Andere Hinweise können auch sein, dass wichtige Gegenstände, wie Schlüssel oder Portmonee, auffallend oft verlegt werden.

Im Laufe kann neben dem Gedächtnis auch die Fähigkeit zur Orientierung und zum Urteilen nachlassen. Die Sprache kann gestört werden und es zeigt sich auch eine zunehmende Ungeschicklichkeit bei einfachen Handlungsabläufen. Die Betreffenden vergessen dann beispielsweise, wo sie ihr Auto abgestellt haben, oder können sich nicht mehr daran erinnern, ob sie zu Hause den Herd wirklich abgeschaltet haben. Wichtige Daten zu Zeit, Ort und zur eigenen Person können zudem vergessen werden.

Die Betroffenen sind also nicht mehr in der Lage, das Datum des jeweiligen Tages zu nennen, oder die Straße, in der sie wohnen, auch ihr eigenes Geburtsdatum kann in Folge der Erkrankung vergessen werden. Und natürlich können diese Veränderungen durch die Alzheimer-Demenz auch die Angehörigen belasten. So werden auch oft die Angehörigen der Betroffenen zu Betroffenen selbst, da sie auch Hilfe und Unterstützung benötigen.  So ist es nachvollziehbar, dass sich daraus gefährliche Situationen ergeben, wenn der Herd nicht ausgeschaltet worden ist und der Betroffene das Haus verlässt, oder den Weg nach Hause nicht mehr findet.

Neben der Alzheimer-Demenz gibt es noch eine Vielzahl anderer Erkrankungen, die eine Demenz auslösen können. Neben Morbus Parkinson, können auch Multiple Sklerose, AIDS, Morbus Pick und viele andere Erkrankungen eine Ursache sein. Die jeweiligen Formen unterscheiden sich in Verlauf, im Zeitraum, wann die Erkrankung ihre Symptome zeigt und natürlich in der zugrunde liegenden Erkrankung. Die zweithäufigste Form der Demenz ist die sogenannte vaskuläre Demenz, oder auch Multiinfarktdemenz genannt.

Diese Form der Demenz ist dadurch gekennzeichnet, dass sie durch verschiedene Schädigungen in wichtigen Bereichen des Gehirns oder durch gefäßbedingte Hirnschädigungen auftreten kann.

gehirn baumstruktur

Auch hier kann es durch die Schädigungen zu Einbußen vieler Funktionen des Gehirns kommen – je nach dem in welchen Bereichen des Gehirns die Schäden auftreten. Es werden andere Erkrankungen als Ursache im Zusammenhang mit der vaskulären Demenz angesehen: Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, und viele andere Erkrankungen sollen diese Form der Demenz auslösen. Erfreulicherweise scheint diese Form der Demenz aber rückläufig zu sein, denn deren zugrundeliegenden Krankheiten, wie oben erwähnt, können immer früher diagnostiziert und immer erfolgreicher behandelt werden. Für die Diagnose muss ein zeitlicher Zusammenhang zu den auslösenden Schädigungen erkennbar sein und auch die Befunde müssen dementsprechende Beweise zeigen.

Der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz ist durch unseren alltäglichen Sprachgebrauch mittlerweile nicht mehr ganz klar zu trennen. Demenz ist eine Sammlung von verschiedenen charakteristischen Symptomen, die sich durch einen Abbau der geistigen Fähigkeiten des Gehirns ausgezeichnet werden. Sind die hinweisenden Symptome vorhanden, spricht man von einer Demenz, oder auch einem demenziellem Syndrom. Morbus Alzheimer ist eine Krankheit, wodurch vordergründig ein Abbau des Gehirns stattfindet und somit natürlich auch dessen wichtige Funktionen, denn unsere psychischen Fähigkeiten haben unser Gehirn zur Grundlage. Im Laufe der Alzheimer-Erkrankung kann es zum spezifischen Krankheitsbild einer Demenz kommen. Aber so auch im Lauf anderer Erkrankungen, die das Gehirn betreffen.

Autor: Benjamin Lang
Thema: Unterschied Alzheimer und Demenz
Webseite: https://www.benjamin-lang.org

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