Homosexuelle Beziehungen

Homosexuelle Beziehungen sind wie alle – nur anders!

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Homosexuelle Beziehungen sind wie heterosexuelle Beziehungen – nur gleichgeschlechtlich.

So lautet die landläufige Meinung zu homosexueller Paarbeziehung. Selbst unter Beziehungsberatern und Paartherapeuten findet man diese Einstellung immer noch sehr häufig. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Es gibt manches, was gleich ist, doch es gibt auch viele Unterschiede. Ein gravierender Unterschied liegt im Grundverständnis von Beziehung in Partnerschaft. Das Erlernen von Beziehungsmustern beginnt während der Sozialisierung im Kindes- und Jugendalter.

Männer und Frauen, wachsen mit der Geschlechteridentifikation und dem Rollenbild der Eltern auf. Der kleine Junge orientiert sich in der Regel am Vorbild seines Vaters. Auch als Heranwachsender übernimmt er die Prägung durch den Vater. So startet er, zumindest zunächst, ins Beziehungsleben. Genauso verhält es sich bei Mädchen. Sie orientieren sich in der Regel an der Mutter und sind durch sie zunächst geprägt fürs Erwachsenenleben.

Heterosexuelle Männer und Frauen erfahren Anleitung durch das Vorbild der Eltern. Homosexuelle Männer und Frauen erfahren zunächst auch diese Prägung. Doch sobald das jugendliche Kind während seiner sexuellen Identitätsfindung erkennt, dass bei ihm irgendetwas anders zu sein scheint, beginnen die bis dahin erlernten Rollenbilder zu wanken.

Fehlende Vorbilder

Mit weiterem Verlauf der Entwicklung reift die Erkenntnis, dass Gleichgeschlechtliche eine größere Anziehungskraft besitzen als Gegengeschlechtliche. In der Folge geschieht das innere Coming Out. Der/die Jugendliche oder Erwachsene gesteht sich selbst ein, dass er/sie homosexuell ist. Erste gleichgeschlechtliche Beziehungen entstehen. Oft erweisen sie sich als schwierig. Keine/r von beiden hat schließlich jemals erlernt, wie homosexuelle Beziehung geht. Es fehlten schlichtweg die entsprechenden Vorbilder. Also erprobt man sich selbst. Learning by doing ist angesagt, da learning by looking im Kindes- und Jugendalter nicht möglich war. Erst in der Comunity  wird das möglich. Dort finden sich erste Vorbilder, an denen man sich orientieren könnte.

Zum großen Glück ändert sich seit einigen Jahren diesbezüglich eine ganze Menge. Gleichgeschlechtliche Beziehungen können und dürfen offen gelebt werden. Keiner muss sich wegen seiner sexuellen Veranlagung mehr verstecken.

Wie sagte doch  unser Gesundheitsminister Jens Spahn kürzlich bezüglich Homosexualität gegenüber der „tageszeitung“:

„Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

Seit 1994 kein Straftatbestand mehr

Spätestens, wenn zwei Männer oder zwei Frauen eine gleichgeschlechtliche Paarbeziehung eingehen, greift das erlernte Beziehungsbild nicht mehr so richtig. Schwule und Lesben können sehr selten auf von Familie und Gesellschaft vorgelebte Beziehungsmuster zurückgreifen.

Homosexualität war lange Tabu in unserer Gesellschaft. Eine gleichgeschlechtliche Beziehung wurde nicht geduldet und bis zum Jahr 1969 in der BRD sogar per Gesetz (§175 StGB) strafrechtlich geahndet. Auch nach 1969 hatte der Paragraf noch lange, wenn auch nicht unbedingt strafrechtlich, Bestand. Erst 1994 wurde der Paragraf aus dem deutschen Strafgesetzbuch ersatzlos gestrichen. Seither besitzen Schwule, Lesben und Bisexuelle alle Rechte, genauso wie Heterosexuelle. Zum Glück sind die Zeiten der Strafverfolgung Homosexueller in vielen Ländern vorüber.

Homosexualität ist keine Krankheit

Lange galt Homosexualität als psychische Erkrankung. Erst 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus dem Katalog psychischer Krankheiten. Leider gibt es bis heute immer noch Menschen, die Homosexualität trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnis als Krankheit bewerten und wegtherapieren möchten. Hoffentlich werden diese kruden Ansichten bald endgültig der Vergangenheit angehören. Homosexualität ist weder eine Krankheit noch widernatürlich und erst recht nicht, wie manch verwirrter Geist behauptet, eine  Verschwendung an die Natur und unmoralisch.

Die menschliche Sexualität ist angeboren. Homosexualität ist so normal wie Heterosexualität. Linkshänder sind so normal wie Rechtshänder und Hochsensible Menschen sind so normal wie Normalsensible Menschen. Wenn man so will, handelt es sich lediglich um gegebene unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale. Niemand hat die Wahl, welches Geschlecht er/sie begehrt. Es ist, wie es ist: Normal!

Heute ist Familienplanung möglich

Heute kann ein gleichgeschlechtliches Paar heiraten und Kinder adoptieren. Lesbische Paare können und dürfen dank künstlicher Befruchtung eigene Kinder bekommen. Damit steht auch lesbischen und schwulen Paaren  der Gründung einer Familie kaum noch etwas im Wege. Die Akzeptanz in der Gesellschaft ist leider immer noch nicht in Gänze vorhanden, steigt aber Zusehens. Zurzeit werden leider immer noch Homo- und Bisexuelle damit konfrontiert, dass sie gängigen Normen nicht entsprechen, und deshalb diskriminiert.

Treue ist ein echtes Thema

In nicht wenigen homosexuellen Paarbeziehungen taucht ein weit verbreiteter Problempunkt auf: Die Sache mit der Treue. Monogamie gilt längst nicht bei jedem Homosexuellen zum präferierten Beziehungskonzept. Die Tatsache liegt begründet in dem Umstand, dass homosexuelle Beziehungen erst seit kurzem erlaubt sind. Zuvor musste die gleichgeschlechtliche Liebe im Verborgenen gelebt werden. Es gab keinen Rahmen oder Raum, der eine Beziehung festigte. Während Heterosexuelle  ihre Bindung durch Heirat manifestieren konnten, durften Homosexuelle sich nicht zur Beziehung bekennen. Wegen fehlender Möglichkeiten waren Kontakte aus diesem Grund erst gar nicht auf  eine Beziehung ausgelegt. Vielmehr handelte es sich um Erlebnisepisoden. Treu sein, ein Leben lang, machte da wenig Sinn. Dieser Umstand beeinflusst heute noch immer die Vorstellung einer Paarbeziehung. 

Eine polygame Vorstellung von Beziehung ist unter Homosexuellen weiter verbreitet als unter Heterosexuellen. Mit zunehmender Akzeptanz in der Gesellschaft und steigendem Selbstverständnis in der gleichgeschlechtlichen Beziehung, scheint sich das traditionelle monogame Beziehungskonzept auch bei homosexuellen Paaren zu etablieren.

Fazit: Homosexuelle Beziehungen sind ähnlich wie heterosexuelle Beziehungen. Dennoch gibt es wesentliche Unterscheidungen. Einige davon sind das unterschiedliche Verständnis von Beziehung in der Partnerschaft aufgrund mangelnder Vorbilder in der Jugend und ein anderer Blick auf die Treue in der Partnerschaft.

Es gibt aber auch viele Themenpunkte, die gleich sind. Dazu gehören zum Beispiel kommunikative Aspekte, Wertschätzung, Respekt und Anerkennung oder Gemeinsamkeit, um nur einige zu nennen. Die wichtigste Gemeinsamkeit jedoch ist die Liebe zweier Menschen zueinander. Die Liebe macht keinen Unterschied zwischen Heterosexualität und Homosexualität. Und das ist auch gut so!

Die Liebe ist die Mitte von allem.
Wer sich die Liebe ganz zu Eigen macht, der wird in keiner Richtung fehlgehen.
Die Liebe ist die Seele und das Auge.
Sie rundet den Lauf der Welt und verwirklicht das Gute.

- Hildegard von Bingen -

Autor: Birgit Henriette Lutherer
Thema: Homosexuelle Beziehungen
Webseite: https://www.paarberatung-mg.com

#Beziehung, #Liebe, #Gefühle

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