Empty-Nest-Syndrom - Kinder aus dem Haus - was nun?

Hält man sein neugeborenes Baby im Arm kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses kleine, hilflose Bündel irgendwann ausziehen wird, um sich die große weite Welt anzuschauen. Ohne Mama. Ohne Papa.

empty nest

Für viele Eltern, vor allem für Mütter kommt der Auszug der Kinder plötzlich. Wie über Nacht. Gerade eben war man für den Nachwuchs noch der Mittelpunkt der Welt und jetzt ist man erst einmal abgeschrieben.

Nabeln sich die Kinder langsam ab oder ziehen gar schon aus, erkennen viele Mütter, dass Ihnen die langjährige Lebensaufgabe abhandengekommen ist. Das fühlt sich wie eine Kündigung an; ohne dass man unzufrieden im Job gewesen wäre – geschweige denn sich um einen neuen Job beworben hätte.

Für alle Eltern ist das Loslassen und Gehenlassen des Nachwuchses mit einem lachenden und weinenden Auge verbunden. „Die vielen Auseinandersetzungen und Diskussionen in der Pubertät sind dazu da, dass man sie leichter gehen lassen kann“, sagte mir unlängst ein Bekannter. Wohl wahr. Viele Eltern nehmen den Abschied jedoch nicht so leicht. Mütter fallen häufig in ein Loch, reagieren niedergeschlagen und deprimiert, fühlen sich ihrer Lebensaufgabe beraubt. Dieser Zustand hat auch einen Namen: Empty-Nest-Syndrom. Väter neigen auch dazu, hier spricht man häufig von einer „Midlife Crisis“. Egal welchen Namen man verwendet, es ist ratsam, sich in so einer Krise professionelle Hilfe zu gönnen.

In meiner Praxis spreche ich häufig mit Müttern von Teenagern, die mitten in der Abnabelung stecken. Diese Frauen erkennen, dass sie sich voll und ganz der Familie, den Kindern, der Karriere des Ehepartners untergeordnet haben. Sie selbst sind dabei auf der Strecke geblieben. Warum manche Eltern in das sogenannte „Empty-Nest-Syndrom“ rutschen, lässt sich nicht immer klar sagen. Eigene Erfahrungen aus der Adoleszenz oder verdrängte Bedürfnisse und Themen, die schon lange bearbeitet werden möchten – der Auszug der Kinder und die damit verbundene frei gewordene „Lebenszeit“ sind dann nur der Auslöser.

Endlich wieder Zeit für mich!

Coaching kann dazu beitragen, dass Eltern besser loslassen können, dass es ihnen leichter fällt, den Nachwuchs gehen zu lassen. In einem weiteren Schritt kann dann der Fokus auf die eigene Zukunft gelegt wird. Zum Beispiel: „Wofür kann ich meine frei gewordene Zeit und Energie sinnvoll investieren?“.

So können Kräfte (wieder-)entdeckt werden, die schon lange in einem schlummern. Beispielsweise die Suche nach einem interessanten Hobby oder das Wiederlebenlassen einer alten Leidenschaft. Auch ehrenamtliche Arbeit befriedigt ungemein, wenn man der Typ dafür ist. Für manch andere ist der Wiedereinstieg in den erlernten Beruf oder der Start in eine neue berufliche Richtung ein erfüllender Ausblick. Die Liste ist so lang wie individuell; der Phantasie ist bei dieser Reise in eine erfüllte Zukunft keine Grenzen gesetzt.

Für all diejenigen, deren Kinder noch zu Hause leben ein wertvoller Tipp: warten Sie nicht, bis das Nest leer geworden ist. Überlegen Sie rechtzeitig, wie sie Ihr Leben gestalten möchten, wenn die Kinder ihre Koffer packen.

Nehmen Sie Ihre Zukunft in die Hand. Viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Freuen Sie sich auf das was kommt.

Autor: Nathalie Scher-Kahn, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Thema: Empty-Nest-Syndrom - Kinder aus dem Haus - was nun?
Webseite: https://www.praxis-scher-kahn.de

#Erziehung, #Familie, #Gedanken, #Zufriedenheit

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