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Respekt gegenüber anderen Menschen ist ein Thema, welches für viele Menschen in den Mittelpunkt gerückt ist. Respekt scheint eine Lösung für Beziehungssituationen und zugleich die Ursache für massives Leiden zu sein, wenn es nicht vorhanden ist (Respektlosigkeit).

respekt-liebe

Wenn wir respektvoll mit anderen Menschen umgehen so hoffen wir, dass sie ihrerseits respektvoll sind oder glauben dass sie dies sein müssten und dass dann die Welt in Ordnung ist. Doch lade ich dich ein mal hineinzuspüren in dieses Wort. Fühle einmal im Körper wie sich der Klang „Respekt“ eigentlich anfühlt…

Wenn du es wirklich fühlst, die emotionale, energetische Wirkung dann stellst du fest, dass es eine sehr niedrige Schwingung hat. Es fühlt sich eigentlich garnicht gut an, ziemlich kalt und lieblos, fast militärisch. Und so wie in diesem kleinen Experiment kannst du dich immer auf diese feine energetische Wahrnehmung verlassen, sie ist immer korrekt, solange sich der Verstand nicht mit Ideen dazwischen mogelt.

Ich werde nun im weiteren Verlauf den Zusammenhang zwischen der Idee von Respekt und der Realität dieses Konzeptes beschreiben. Eigentlich reicht der energetische Scan völlig aus und wir brauchen nicht weiter darüber zu reden, aber vielleicht hast du im Moment nichts anderes an der Hand oder kannst deinen Weg nicht klar sehen. Daher ist es gut dies alles auch im Detail zu verstehen. Mit dem Verständnis hast du dann die Möglichkeit deiner feinstofflichen Wahrnehmung mehr zu vertrauen.

Um es auf einen Punkt zu bringen: Was wir brauchen ist nicht Respekt, sondern LIEBE! Aber was ist LIEBE und wieso hat das nichts mit Respekt zu tun? Bevor es losgeht fühle noch einmal den riesigen Unterschied in der Schwingungsqualität zwischen den Worten „Respekt“ und „LIEBE“…

Mit Respekt sind wir im Kopf, mit LIEBE sind wir im Herzen. Respekt trennt, LIEBE verbindet. Wenn ich jemanden respektiere, bedeutet es, dass ich etwas was im Außen dieses Menschen sichtbar wird, z.B. seine Erscheinungsform (Kleidung), sein Status, seine Worte, sein Bild von sich selbst, usw. Raum gebe und es nicht bedrohe. Wir können auch sagen, wir beachten es. Dabei blende ich mich selbst, was ich fühle und denke gegenüber diesem Menschen und seiner Erscheinungsform aus. Das ist an sich nicht verkehrt und ist immer noch besser als Krieg, Flucht oder Gleichgültigkeit. Jedoch führt das weder zu einer deutlichen Energieerhöhung, noch zu einer echten Vertiefung der Beziehung.

Wenn wir von Respekt reden, geht es immer um das Ego der Menschen. Respekt streichelt das Ego, die Maske, die Schablone die wir der Welt zeigen. Und Respektlosigkeit verletzt das Ego. Was ist dieses Ego? Es ist nichts weiter als Stolz. Stolz ist der Teil in uns, der sich als Abwehr gegenüber den Bindungsverletzungen in der Kindheit gebildet hat und uns hat überleben lassen. Damit ist nichts verkehrt, ohne diese Struktur wären wir den Scham-Anteilen in uns gnadenlos ausgesetzt und könnten nicht mehr als stabile Erwachsene an der Gesellschaft teilnehmen. Doch in diesem Anteil ist die Lösung nicht zu finden, es ist gut ihn zu fördern falls er zu schwach ist, jedoch bietet er keine endgültige Lösung, weil er auf Abspaltung von Gefühlen und somit auf Trennung von mir selber und Trennung von Anderen basiert.

Was wir brauchen, um wirklich glücklich zu sein ist LIEBE. Was ist nun der Unterschied? LIEBE entsteht nicht durch Respekt, sondern als Nebeneffekt durch Austausch und gegenseitiges Mitteilen unserer Zustände, Gefühle und Gedanken. Es geht also nur darum sich gegenseitig ehrlich in der Tiefe mitzuteilen, was ich denke, was ich fühle und was ich gerade für Körperempfindungen habe. Wenn dies die beteiligten Menschen tun kommt es zu einer tiefen Entspannung im Autonomen Nervensystem (ANS) und in der Folge zu Gefühlen von Glück, Liebe, Sinn und Verbundenheit.

Dieses ehrliche Mitteilen ist etwas völlig anderes als Respekt. Ehrliches Mitteilen ist ein Informationsaustausch auf allertiefster Ebene und transzendiert das Ego. Respekt ist der Umgang mit Erscheinungen an der Peripherie. Ein paar Beispiele für ehrliches Mitteilen: „ich fühle mich traurig“, „ich bin sehr wütend“, „ich denke gerade, dass du schuld bist“, „ich freue mich sehr, dass du da bist“, „mein linkes Bein tut nicht mehr weh“, usw. Im Gegensatz dazu ist alles was mit Schuldzuweisung, Projektion und Handlungen (z.B. Weggehen) zu tun hat kein ehrliches Mitteilen sondern ein Ausagieren.

Auf halbem Wege von Respekt zu LIEBE ist die Hingabe. Hingabe ist immer noch ein „Tun“, wir machen etwas. LIEBE ist die automatische Folge vollständiger, ehrlicher Kommunikation. Kommunikation ist kein Tun. Meist tun wir aber etwas um die direkte Kommunikation zu vermeiden.

Wichtig finde ich noch, zu unterscheiden ob wir es mit einem Menschen zu tun haben, bei dem wir ein Interesse an einer Vertiefung der Beziehung haben oder nicht. Alles bisher gesagte gilt also für Lebenspartner, Freunde, Verwandte usw.

Im Gegensatz dazu geht es bei unangenehmen oder sogar bedrohlichen Begegnungen im Alltag um etwas völlig anderes: Hier muss man sich schützen! Es geht nicht um ehrlichen Austausch. Und dabei ist der Erwachsene, der stolzbasierte Anteil in uns gefragt, der sich abgrenzen kann. Wenn wir auf der Straße beleidigt werden, von Mitarbeiten bloßgestellt, von Passanten angerempelt, oder sogar wirklich bedroht werden, dann müssen wir uns mit maximaler Energie und Aggression verteidigen. In solchen Situationen ist das absolut notwendig und hilft übrigens auch dem anderen. Das ist ganz wichtig zu verstehen. Wenn ich mich gegenüber einem derart unbewussten Menschen massiv zur Wehr setze, dann führt dieser Schock zu einem Aufwachen, zu mehr Bewusstheit bei dieser Person. Wenn ich es nicht tue, helfe ich tatsächlich den destruktiven Mechanismus bei diesem Menschen zu zementieren. Ich schade ihm also wenn ich meine Grenzen nicht schütze! Aber auch dies sehe ich nicht als Respektverschaffen an, sondern als eine spezielle Form meine Zustände (Grenzen) zu kommunizieren. Beides unterscheidet sich, Respektverschaffen bedeutet der andere soll mein Ego anerkennen. Abgrenzen bedeutet, dass ich mich schütze, es geht um mich als Ganzes, nicht um meine Maske und das Vermeiden von Gefühlen.

Die Erfahrung von Respektlosigkeit (durch Unachtsamkeit) in einer Beziehung kann genutzt werden um das Ego aufzulösen. Dies geschieht dadurch, dass ich die Gefühle die es auslöst mitteile, z.B. „jetzt fühle ich mich verletzt, traurig, wütend, usw.“. Die Erfahrung von Respektlosigkeit im Alltag kann ebenfalls genutzt werden um das Ego aufzulösen. Dies geschieht wie gesagt dadurch, dass ich mich massiv abgrenze und mich schütze. Ein scheinbar entgegengesetzter Vorgang. Es ist jedoch nur scheinbar ein Widerspruch. Im ersten Fall entsteht mehr Verbindung zum Anderen. Im zweiten Fall entsteht mehr Verbindung zu mir selbst. Verbindung löst das Ego auf.

Wenn ich mich im ersten Fall nicht mitteile verstärke ich die Trennung zum Anderen, da er nichts von mir erfährt. Und wenn ich mich im zweiten Fall nicht abgrenze verstärke ich die Trennung zu mir selbst, da ich mein grundbiologisches Bedürfniss nach Sicherheit ignoriere und der Organismus dadurch in einen evolutionär älteren Verteidungsmechanismus wechseln muss (Totstellen, Dissozieren), da er die bereigestellte Körperenergie für Kampf/Flucht (Agression) nirgendwohin kanalisieren kann. Dieser biologische Vorgang entfernt mich weiter von der Wahrnehmung meiner Gefühle und somit von mir selber.

Wir können also getrost alle Ideen von Respekt und Respektlosigkeit loslassen und uns stattdessen auf LIEBE und Mitteilen sowie Abgrenzung konzentrieren. Dies ist der Weg zu mehr Verbindung,  Selbstregulation und damit zu dem Glück, was wir alle suchen.

Wer das Ehrliche Mitteilen üben und dessen wunderbare Wirkung erfahren möchte kann sich einer meiner Lokalen Gruppen anschließen oder selbst eine gründen. Alle Informationen dazu findest du auf meiner Webseite.

Autor: Gopal Norbert Klein
Thema: Respekt gegenüber anderen Menschen
Webseite: https://www.traumaheilung.net

 

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