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Enthaltsamkeit oder auch Abstinenz ist für die einen eine freiwillige Entscheidung, für die anderen eine unfreiwillige Belastung, für bestimmte Berufsgruppen eine Notwendigkeit und kann medizinische Gründe haben.

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Verzichtet werden kann in verschiedensten Bereichen, so auf Suchtmittel, Konsum, Nahrungsmittel und Sexualität. Außerdem gibt es Abstinenzregeln in der Psychotherapie.

Ist diese Enthaltsamkeit auch heutzutage noch angemessen? Das lässt sich nicht pauschal für alle Formen von Abstinenz einheitlich beantworten, sondern die einzelnen Bereiche sind zu unterscheiden.

Aus medizinischen Gründen, beispielsweise bei Allergie auf bestimmte Lebensmittel, ist Abstinenz unumgänglich. Auch von Suchtmitteln ist meistens als gesundheitsschädlich abzuraten, doch weisen Suchtmittel regelmäßig auf ein zugrundeliegendes Defizit hin. Daher reicht es meistens nicht aus, auf die gesundheitlichen Auswirkungen und die sozialen Folgen aufmerksam zu machen, sondern die tiefere Ursache muss geheilt werden.

Beim Konsum sind die Umweltauswirkungen aktueller denn je. Müssen funktionsfähige Gegenstände wirklich entsorgt werden, nur weil sie nicht mehr der neuesten Mode entsprechen? Oder sollte in so einem Fall nicht doch lieber auf den Konsum verzichtet werden, um die Ressourcen zu schonen.

Wenn man im Internet nach „Enthaltsamkeit“ sucht, steht die sexuelle Enthaltsamkeit ganz weit oben. Vorübergehende Enthaltsamkeit kann bei Kinderwunsch dem Ziel dienen, die Zeugungsfähigkeit des Mannes zu erhöhen. Lebenslange sexuelle Abstinenz hingegen wird im Zölibat von Nonnen, Mönchen und Priestern gefordert. Auch andere spirituelle Menschen verschreiben sich der Enthaltsamkeit.

Im transzendenten menschlichen Bewusstsein steht der Körper mit seiner Sexualität für die persönliche Einstellung zum Irdischen. Im Streben nach Erleuchtung und dem Göttlichen wird das Irdische und damit die Sexualität häufig abgelehnt. Diese Ablehnung führt in die falsche Richtung, weil das Irdische der gestaltete Ausdruck der universellen Liebe ist. Sexuelle Abstinenz aus religiösen und spirituellen Motiven ist heutzutage nicht mehr angemessen.

Umgekehrt ist es allerdings auch völlig natürlich, wenn Menschen wenig oder gar keine Lust auf Sex haben. Manchmal stehen andere Interessen im Vordergrund, jemand befindet sich in einer belastenden Lebensphase, die Beziehung zur Partnerin oder zum Partner kriselt oder die persönlichen sexuellen Bedürfnisse sind einfach ganz grundsätzlich gering.

Alle Statistiken darüber, wieviel Sex die Menschen regelmäßig haben, sagen immer nur etwas über den Durchschnitt der Bevölkerung aus – und es ist völlig in Ordnung, nicht dem Durchschnitt zu entsprechen. Außerdem ist bei solchen Erhebungen zum Sexualverhalten darauf zu achten, inwieweit diese auf ungeprüften Eigenangaben beruhen. Sexualität ist so eng mit dem eigenen Selbstwertgefühl verknüpft, dass bei Auskünften zu diesem Thema gerne geschummelt wird.

Natürliche, gesunde Sexualität wird nicht in der Häufigkeit (Abstinenz oder Normalitätsvorgabe) reguliert, sondern den eigenen Bedürfnissen entsprechend ausgelebt. Die Grenze dieses Auslebens findet sich dort, wo die Bedürfnisse anderer Menschen betroffen sind.

In einem Betreuungsverhältnis sind sexuelle Handlungen strafbar. Beispielsweise kann eine Psychologische Psychotherapeutin oder ein Psychologischer Psychotherapeut, bei einem Verstoß gegen sexuelle Abstinenz, nach § 174c Abs. 2 StGB sowie zivil- und berufsrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.

In manchen Fällen mag es sich um aufrichtige gegenseitige Liebe handeln, doch gehören Übertragungen und Gegenübertragungen zu einer Psychotherapie. Solche Projektionen sind durch die Betroffenen selber oftmals schwer zu erkennen und die zwischenmenschlichen Beziehungsmuster sind häufig komplex. Daher schützt es die Patientinnen und Patienten, wenn das Abstinenzgebot eingehalten wird.

Fazit

Enthaltsamkeit aus gesundheitlichen Gründen ist zu empfehlen. Enthaltsamkeit aus religiösen und spirituellen Motiven behindert die Persönlichkeitsentwicklung. Enthaltsamkeit in der Betreuung schützt die abhängigen Personen.

Enthaltsamkeit ist also heutzutage nach wie vor noch aktuell, wenn sie den persönlichen Bedürfnissen entspricht und der Person guttut ‒ nicht aber, wenn sie auf verpflichtenden Normvorgaben beruht. Viel zu oft wird Abstinenz auch heute noch als Belastung missbraucht. Tatsächlich ist Enthaltsamkeit dazu da, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen und sie glücklich zu machen.

Autor: Ayleen Lyschamaya
Thema: Was ist Enthaltsamkeit
Webseite: https://www.am-ziel-erleuchtung.de



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