Fast jede Frau träumt von der großen Liebe und wünscht sich Ihren „Traummann“ zu finden.

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Doch diesen einen Traum-Mann fürs Leben zu finden, stellt sich in der Realität gar nicht so einfach dar. Zudem kann erst über die Zeitschiene des  gemeinsamen Erlebens das Prädikat „Traummann“  erreicht werden. Alles andere wäre wohl eher eine Fiktion (aber dazu später...)

Ja wie sieht der Traummann denn aus - was aber macht ihn vor allem aus? Da hat wohl jeder seine eigenen Präferenzen, denn jeder Mensch ist einzigartig in seiner Art, in seinen Vorlieben, was das spezielle Etwas ist, was den Mann zum Traummann macht. Laut aller aktuellen Umfragen soll der Traummann zunächst möglichst dem optischen Idealbild entsprechen, oder aber eine gewisse besonders anziehende Ausstrahlung besitzen. Denn das ist das erste, was wahrgenommen wird bzw. was ins Auge fällt und anziehend wirkt. Das aber lässt noch keine Rückschlüsse auf den Charakter und die Kompetenzen zu, die auch im Traummann gesehen und gefunden werden wollen.

Allen Studien zufolge, wie Frauen von heute sich ihren Traummann vorstellen, stehen folgende Kompetenzen die ihn auszeichnen sollen, im Vordergrund:

So soll er über gute Manieren verfügen, loyal, empathisch und verständnisvoll sein, gleiche Werte und Ziele verfolgen, Humor besitzen, Familiensinn mitbringen und eine gute Stütze im Alltag sein. Es wird Wert auf Treue und Romantik gelegt. Auch auf eine mindestens gleichwertige Bildung wird Wert gelegt, ehrgeizig sollte er auch sein und eine starke Schulter zum Anlehnen bieten. Gewünscht wird zudem, dass er keine Unterstützung seitens der Partnerin braucht, demnach gut für seine eigenen Bedürfnisse sorgen kann und dadurch die Verantwortung für sich selbst souverän übernimmt.

Kurz gesagt könnte man das auf einen Nenner bringen:

Ein starker autonomer Held, der gleichzeitig familienorientiert, treu lieb und romantisch ist.

Soziologen bezeichnen diesen Typus als „Alpha-Softie“ und sprechen davon, dass Frauen es entgegen ihrer evolutionären Programmierung schwer haben diesen Traummann zu finden, weil vor allem über die Gleichstellung der Frau und deren finanzielle Selbständigkeit sich Ansprüche entwickelt haben, die mit dieser Vorstellung inkompatibel sind.

Der Traummann von heute ist also anders als der Traummann der Vergangenheit. Das neue Idealbild wird durch den gesellschaftlichen Wandel enorm beeinflusst, denn die Gesellschaft befindet sich in einer bedeutenden Veränderungs- und Umbruchphase.

In der sich so rasant entwickelnden, schnelllebigen und digitalisierten Welt von heute, ist die Gleichstellung der Frau und der Beginn des Genderzeitalters gerade erst dabei sich zu etablieren. Das dadurch veränderte Rollenverständnis befindet sich noch in den Kinderschuhen. In den meisten Frauen kollidieren verinnerlichte Vorstellungen eines klassischen Rollen(vor)bildes hinsichtlich des Traumpartners mit den modernen emanzipierten Wünschen der Neuzeit. Die einstigen männlichen Vorbilder und Helden aus den Märchenbüchern der Kindheit:  die Retter, Helden, Kämpfer, die uns Frauen in den zahlreichen Liebesfilmen, Krimis usw. begegnen, stehen im Gegensatz zu aktuellen Medienbeiträgen und Vorbildern, die eine emanzipierte Ideal-Vorstellung vom Traummann vermitteln und dem Zeitgeist angemessen den Traummann nun als treuen Helden mit Herz und Familiensinn suggerieren.

Das bedeutet auch, dass Frauen eine zunehmend emanzipierte Erwartungshaltung in der Liebe entwickeln. Dieses moderne Selbstbild führt dazu, dass viele Frauen einen Mann suchen, der die partnerschaftliche, freundschaftliche und erotische Liebe gleichermaßen erfüllt.

Der Traummann von heute muss demnach eine Menge liefern, um diese Ansprüche zu erfüllen. Dabei ist der Mann ebenso wie die Frau in dieser aktiven evolutionären Phase der gesellschaftlichen Veränderung damit beschäftigt, sich selbst zu finden und zu erfinden. Die Freiheit als Mann so zu sein, wie „Mann“ ist, muss nicht mehr dem früheren Bild des „richtigen Mannes“ entsprechen, wie es früher allzu oft von Eltern den Söhnen über die Erziehung aufgezwungen wurde.

Um zu verstehen, warum dem ganz persönliche Traummann gewisse Merkmale von innen heraus zugeschrieben werden und konkret danach gesucht wird, macht es Sinn die Aufmerksamkeit auf folgende psychologische Wirkungsfelder zu richten:  auf Projektionen, auf das innere Suchmuster und auf das Selbstwertgefühl. 

Projektionen oder „die Illusionsfalle“

Bezüglich der Suche nach dem Traummann bedeutet es vor allem, dass Sehnsüchte und bisher unerfüllt gebliebene Bedürfnisse auf den Partner projiziert werden. Mit der rosaroten Brille des ersten traumhaften Eindruckes und der ersten Verliebtheitsgefühle, wird nahezu automatisch darauf geschlossen, bzw. lässt die bezaubernde Begegnung hoffen, dass dieser Mann auch den persönlichen Vorstellungen hinsichtlich der gewünschten persönlichen Eigenarten und Kompetenzen entspricht. Kurzum: Frauen wollen den Partner so sehen, wie sie ihn sehen wollen bzw. wie er als Idealpartner sein soll. An dieser Vorstellung wird gerne lange festgehalten und bewirkt infolgedessen oftmals eine Erwartungshaltung, die der imaginierte Traummann nicht erfüllen kann, weil er „so“ vielleicht gar nicht ist. Er wird nur so gesehen bzw. eingeschätzt.

Das ist gewissermaßen eine „Illusionsfalle“, denn Enttäuschungen sind in diesem Falle meistens vorprogrammiert. Dabei handelt es sich oft genug um eine Selbst-Täuschung, weil es eine Projektion war. Die Gefahr der Projektion ist nicht zu unterschätzen.

Deshalb ist es wichtig, auf die eigenen „Schwachstellen“ zu schauen. Die eigenen Projektionen zu erkennen und zu bearbeiten, ist mutig, fördert aber die Persönlichkeitsentwicklung enorm. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, sich selbst zu entwickeln, statt die Erfüllung über den Traummann zu suchen und aufkommende Beziehungsprobleme dem Partner zuzuschreiben und diesen verändern zu wollen.

Das eine ist die Wunschvorstellung, die Imagination des Traummannes, des Idealbildes... das andere ist das Realbild, welches erst über die erlebte Entwicklung als Paar sichtbar wird.

Erst in der Realität des gemeinsamen Erlebens wird sich herausstellen, ob die „gegenseitigen“ Vorstellungen, Erwartungen, und Bedürfnisse sich auch erfüllen können. Immerhin hat ja auch der Traummann gewisse Vorstellungen und Erwartungen und eigene Bedürfnisse, die er mit seiner Traumfrau verwirklichen möchte und eine Vorstellung davon, was seine Traumfrau ausmacht. Über das gemeinsame Miteinander werden sich gewisse Rollen zugeteilt. Diese Rollen, die in der Partnerschaft unbewusst angeboten oder zugwiesen und dann eingenommen werden, stehen mit den frühkindlichen Bindungserfahrungen und dem daraus erworbenem Selbstbild in Verbindung. Den für sich passenden Traummann zu finden, um eine glückliche und erfüllte Partnerschaft zu leben, ist deshalb abhängig von sensiblen Faktoren, die mit der eigenen Persönlichkeitsstruktur, den persönlichen Bindungserfahrungen und den Eltern-Vorbildern in Verbindung stehen.

Das innere Suchmuster

Das innere Suchmuster entwickelt sich aus den Erfahrungen frühkindlicher Eltern-Kind Beziehungsstrukturen. Deshalb macht ein kurzer Blick auf die frühen Bindungserfahrungen Sinn. Denn diese bewirken das unbewusste Such-Muster hinsichtlich des angestrebten „ Traummannes“.

Die Eltern prägen durch ihr „Bindungsverhalten zum Kind“, wie durch das eigene Vorbild das Selbstkonzept (Selbstwertgefühl, Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung) Ihrer Kinder.

Die erlernten und unbewusst übernommenen Beziehungserfahrungen steuern auf tiefer Seelenebene Denk-und Verhaltensstrukturen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und auf Beziehungen angelegt. Schon die erste Beziehung zur Mutter und zum Vater ist prägend. Nicht jedem Menschen ist es vergönnt, liebevolle Zuwendung durch Mutter und Vater zu erfahren, wie auch die fortwährende Unterstützung der Eltern, ermutigt zu werden, um ein freies und eigenständiges Leben führen zu können.

Die oftmals unbefriedigte Suche nach Anerkennung und Liebe durch die Eltern, sucht später über die Partnerschaft Erfüllung. Oftmals wirken selbstwertschwächende, verinnerlichte Überzeugungen, wie das übernommene oder übertragene Beziehungsmuster, welche über die Eltern erworben wurden, lebenslang und spiegeln sich später subtil in der Paarbeziehung wieder.

Diese inneren Muster sind extrem vielschichtig und verstrickt angelegt, so bedeuten diese ein unbewusstes Zusammenwirken der genetischen charakterlichen Grundveranlagung, der sehr persönlichen Entwicklungsgeschichte hinsichtlich Bindungserfahrungen, Eltern-Vorbilder, Geschwisterstellung und besonderer Lebensereignisse.

Die inneren Persönlichkeitsanteile, die selbst weniger ausgeprägt sind, suchen demzufolge Erlösung in der Partnerschaft. Das bedeutet, dass sich Partner natürlicherweise angezogen fühlen von dem, was der Partner ausstrahlt und man in sich selbst nicht ausreichend findet.

Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, welche Art von Selbstbeziehung sie pflegen. Die Selbstbeziehung hat aber genau an dieser Stelle „was den Mann zum Traummann macht“, einen bedeutenden Einfluss.

Die Selbstbeziehung

Eine gute Selbstbeziehung bedeutet, ein gutes Selbstwertgefühl zu haben. Das Selbstwertgefühl entsteht aus der Bewertung, die man von sich selbst hat. Es ist ein Ich-Empfinden, welches vor allem dadurch wachsen konnte, wenn in der persönlichen Entwicklung Anerkennung und Ermutigung für authentisches Verhalten empfangen wurde. Dadurch gelingt es, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und Grenzen zu setzen. So entsteht Resilienz.

Eine stabile Selbstbeziehung bedeutet Selbstverantwortung für sich und seine Gefühle zu übernehmen und diese nicht über den Partner zu regulieren. Sie schützt somit vor emotionalen Abhängigkeiten und automatisch vor einer Idealisierung des Traummannes. Ein gesundes Maß an Selbstvertrauen und Selbstachtung hat nicht nur eine höhere emotionale Stabilität zur Folge, sondern bedingt automatisch ein gesundes Maß und Freude am Tragen der Selbstverantwortung.

Es fällt deutlich leichter, klar zu fühlen und dadurch konstruktive Standpunkte wie Grenzen zu ziehen. Persönliche Kritik wird nicht sofort extrem gegen sich gerichtet gefühlt. Dadurch werden auch schwierige Gesprächsthemen unter den Partnern möglich.

Wie wird ein Mann zum Traummann?

Der Traummann kann gefunden werden und zum Traummann werden, wenn beide Partner zueinander im Gefühl der Gleichwertigkeit stehen,  gemeinsame Werte, Ziele und Visionen wie eine sexuelle Anziehungskraft verbindet. Eine glückliche Partnerschaft aufzubauen bedeutet, sich bewusst in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess zu begeben. Dabei geht es immer wieder darum, eigene Ängste abzulegen, ein autonomes sicheres Selbst zu entwickeln, gleichzeitig aber die Bedürfnisse des Partners zu berücksichtigen und unterschiedliche Vorstellungen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Partnerschaft bedeutet ein immerwährendes Wechselspiel von Nähe und Distanz, von neuen Herausforderungen durch Außeneinflüsse und von Rollenveränderungen innerhalb der Partnerschaft. Es ist dabei unerlässlich, immer wieder auf das gemeinsame Paaranliegen zu schauen und es neu auszurichten. Die konstruktive Auseinandersetzung hierzu ist der Schlüssel.

Höhen und Tiefen, stetige neue  Herausforderungen sind ganz natürlich und stellen jedes Paar immer wieder vor neue Aufgaben. Wer das verstanden hat, geht nicht unter, muss sich nicht verbiegen oder dominieren. Nur dadurch wird persönliches wie gemeinsames Wachstum gleichermaßen möglich und es entsteht eine echte Chance, die Partnerschaft dynamisch und auf allen Ebenen erfüllend zu erleben. So kann der Partner zum „echten Traummann „werden.

Der wichtigste Tipp für Frauen, die ihren Traummann noch nicht gefunden haben:

Achtet darauf, welche Motivation hinter der „Suche“ liegt. Ein gesundes Selbstwertgefühl bietet die beste Voraussetzung den passenden Traummann anzuziehen.

Autor: Iris Hallensleben
Thema: Was macht einen Traummann aus?
Webseite: https://www.herzwerkstatt-iris-hallensleben.de

Aktuelles Buch der Autorin über Liebe und Partnerschaft:

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Das Buch vermittelt Kenntnisse welche Zutaten das „Projekt“ Partnerschaft benötigt, um in der schnelllebigen Zeit von heute langfristig erfüllt erlebt werden zu können.

Im Workshopteil wird über einen prozessorientiertes Selbstcoaching die Selbstbeziehung in Bezug zum Partnerschafts-Interaktionsmuster beleuchtet. Anteile an unglücklichen Entwicklungen werden sichtbar und führen lösungsorientiert zu einem tiefen Verständnis wie zu neuen Perspektiven und Chancen.

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