Geht es Ihnen auch so? Am liebsten würden Sie jeder Herausforderung aus dem Weg gehen, weil Sie das Gefühl haben, dass sie Ihnen über den Kopf steigen könnte?

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Außerdem könnten Sie ja schräg angeschaut werden, wenn Sie mal etwas Falschen von sich geben… und überhaupt ist es besser, nicht aufzufallen, nicht gesehen zu werden, lieber nicht das Wort zu ergreifen und vielleicht  sogar mit der eigenen Meinung eine Konfrontation heraufzubeschwören. Richtig? Kenne ich nur allzu gut!

Als ich die Anfrage erhielt, ob ich einen Artikel über das Thema Selbstwertgefühl schreiben würde, da war ich doch sehr verwundert. Warum ausgerechnet ich!? Und kann ausgerechnet ich (!?) überhaupt über dieses Thema schreiben?

Sie merken schon sofort: Ich bin wie geschaffen für diesen Artikel!

Nein, Spaß beiseite. Denn irgendetwas muss ja in den letzten Jahren bei mir passiert sein, dass ich mich heute dazu bereit erkläre, in die Öffentlichkeit zu gehen und einen Artikel zu schreiben! Vor nicht einmal 10 Jahren konnte ich nur mit sehr viel Überwindung auf andere Menschen zugehen und heute…

Früher hätte ich genau wie oben angefangen zu fragen: Warum ich? Ich kleines Würstchen? Wer will denn schon meine Meinung zu einem Thema wissen? Und wie soll ich das anstellen? Kann ich das überhaupt?

Natürlich zweifelt jeder einmal an sich und an dem was er tut. Bei manch einer/m nagen diese Zweifel allerdings mehr, bei anderen weniger. Wir stellen unser Licht unter den Scheffel, wie es so schön heißt. Denn wir können selbst nicht glauben, dass das, was wir zu sagen haben, interessant für andere Leute sein könnte.

Aber wie stärke ich denn nun mein Selbstwertgefühl, werden Sie jetzt fragen… Dafür sollten wir erst einmal klären was Selbstwert denn ist.

Was bedeutet Selbstwertgefühl?

Selbst – Wert – Gefühl. Das sind die drei einzelnen Worte, die in Selbstwertgefühl stecken. Wieviel bin ich mir wert? Fühle und handle ich auch so? Würde ich alles für mich geben?

Selbstwertgefühl ist ein Gefühl von Sicherheit, dass ich alles bewältigen, Hürden nehmen und aus allen Erfahrungen lernen kann. Ich traue mir so einiges zu im Leben, ich vertraue mir, meinem Erfahrungsschatz, meiner Intuition. Es ist der Wert, den ich mir selbst gebe.

Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl denken überhaupt nicht daran, dass sie auch mal scheitern können und erreichen mit dieser Einstellung auch sehr viel im Leben. Außerdem ist Scheitern eine Sache der Interpretation. Denn wenn ich mein selbstgesetztes Ziel nicht erreiche, dann habe ich zumindest aus meiner Erfahrung gelernt – auch das ist ein Gewinn für mich! Und oft ist das Erreichen des Ziels ein Prozess, der etwas länger dauert, geprägt von Umwegen und Steinen. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis!“ Am Ende gehe ich auf jeden Fall gestärkt aus jeder Erfahrung heraus!

Das Gegenteil von Selbstwertgefühl ist Überheblichkeit, Arroganz. Der Betreffende trägt ein hohes Selbstbewusstsein zur Schau, im Inneren sieht es aber oft anders aus!

Was also können Sie tun, um Ihr Selbstwertgefühl zu steigern? Und zwar so, dass Sie authentisch wirken, ohne überheblich zu erscheinen…?

Werte kennen und dazu stehen

Was genau ist Ihnen wichtig und was nicht? Schreiben Sie alles auf. Gibt es Situationen in Ihrem Leben, in denen Sie Ihre Werte in den Wind schreiben, weil Sie anderen Leuten gefallen möchten? Haben Sie Angst davor, Widerrede zu geben, weil Sie eine unangenehme Diskussion scheuen? Beobachten Sie einmal ein paar Tage lang Ihr Verhalten. Können Sie zum Beispiel Ihrem Chef die Stirn bieten, wenn Sie genau wissen, dass fachlich etwas nicht stimmt an dem, was er sagt? Oder können Sie Ihre ganz persönliche Meinung vertreten?

Stellen Sie sich vor, alle schweigen und jeder weiß, dass die vorgegebene Richtung nicht zum Wohl der Firma oder des Projekts sein wird? Wäre es nicht wichtig, dass wenigstens einer sich traut, den Mund aufzumachen und dem Ganzen eine Wendung gibt? Warum also nicht Sie? Vielleicht hat auch noch niemand an die Möglichkeit gedacht, die Sie erwägen und sie wäre hilfreich für das Projekt?

Sich nicht ausnutzen lassen

Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie eine Menge an Arbeit haben und ein Kollege kommt mit der Bitte daher, noch etwas anderes für ihn zu übernehmen? Sie nehmen die Arbeit an und machen Überstunden, obwohl Sie sich auf einen Abend mit Ihrer besten Freundin gefreut haben? Können Sie auch mal „NEIN!“ sagen, wenn Ihnen etwas zu viel wird oder gegen den Strich geht? Also: Können Sie anderen Grenzen setzen oder möchten Sie es allen anderen Recht machen, außer sich selbst?

Dahinter steckt der Glaube, dass ich nur dann gemocht werde, wenn ich anderen einen Gefallen tue. Hinter „Gefallen“ steckt das Wort „gefallen“. Sie möchten den anderen mit Ihren Gefallen gefallen! Wo genau aber bleiben Sie dabei? Was haben Sie davon, wenn Sie jedem gefallen? Nur sich selbst nicht, weil Sie immer wieder Ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellen? Wenn Sie immer lieb und nett sind, nie Widerrede geben? Sie werden über kurz oder lang immer frustrierter werden. Meiner Erfahrung nach, kann es allerdings durchaus befriedigend sein, auch einmal „Nein!“ zu sagen. Denn dadurch erhalten Sie Respekt von anderen Leuten. Ehrliche Zuneigung gewinnen Sie nicht, indem Sie zu allem „Ja“ und „Amen“ sagen, sondern indem Sie sich Respekt verdienen und sich authentisch zeigen.

Eine weitere Übung, um Ihr Selbstwertgefühl zu steigern wäre demnach: Sagen Sie bei der nächsten Gelegenheit einfach mal Nein. Nur Mut! Fangen Sie bei Kleinigkeiten an und tasten Sie sich bis zu Ihrem Chef vor. Es muss ja auch kein endgültiges Nein sein. Es geht auch ein: „Heute kann ich das leider nicht mehr erledigen, ich habe selbst noch etwas fertig zu machen und muss pünktlich gehen. Gerne beginne ich es dann Morgen als allererstes!“

Selbstwert von außen

Wenn Sie schon dabei sind, Ihren Selbstwert darüber zu definieren, was andere von Ihnen halten, dann fragen Sie doch einfach mal Ihre Freunde, Familie und Kollegen, was sie an Ihnen schätzen! Schreiben Sie alles auf und lesen Sie sich diese Liste immer wieder durch. Es gehört einigen Mut dazu, andere Menschen danach zu fragen, aber vielleicht beginnen Sie ja mal mit Ihrem engeren Umfeld. Decken sich die Aussagen mit Ihrem eigenen Selbstbild?

Außerdem ist es toll, Komplimente von anderen Menschen zu erhalten. Wir fühlen uns gesehen und geschätzt. Was halten Sie von einem anderen Kleidungsstil? „Kleider machen Leute“ kommt nicht ganz von ungefähr. Gehen Sie mal wieder shoppen und suchen Sie sich Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen, die gleichzeitig aber auch Ihr Äußeres zur Geltung bringt! Sie werden ein sehr viel selbstbewussteres Auftreten haben, Komplimente ernten und sich sehr viel besser fühlen! Nehmen Sie die Komplimente an. Verlegenes Herumdrucksen ist fehl am Platz! Bedanken Sie sich und zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sich über die netten Worte freuen! Das gilt übrigens nicht nur für die Komplimente, die Sie zu Ihrem neuen Outfit bekommen, sondern für alle gutgemeinten Worte! Nehmen Sie sie an, glauben Sie sie! Die Menschen wollen Sie damit nicht hinters Licht führen!

Selbstwertgefühl aus der Leistung ziehen

Was haben Sie schon so alles in Ihrem Leben gemeistert? „Nichts von Bedeutung!“ höre ich Sie schon aufstöhnen. Das kaufe ich Ihnen nicht ab! Fangen Sie mal bei den Kleinigkeiten an, die Sie in den letzten 14 Tagen bewältigt haben… Vielleicht haben Sie ja ein Regal eines schwedischen Möbellieferanten aufgestellt – gut, da waren noch 2 Schrauben übrig, aber es ist stehengeblieben! Toll! Gratuliere! Vielleicht haben Sie ja auch den Garten schön gemacht, die Wohnung auf Vordermann gebracht, jemanden mit einem guten Essen verwöhnt oder Sie hatten ein offenes Ohr für einen Freund oder eine Freundin? Gut gemacht! Loben Sie sich selbst! Wer sonst hätte dies alles tun sollen, wenn nicht Sie? Denn Sie waren gerade da, an dieser Stelle! Jeder Mensch ist richtig dort, wo er gerade ist. Genau dort ist er von unschätzbarem Wert, einfach, weil er da ist! Halten Sie sich vor Augen, dass Sie nichts falsch machen können. Sie können es nur genauso tun, wie Sie es tun. So, wie die Situation, Ihr Charakter und Ihr Temperament es hergeben! Selbst, wenn andere es anders tun würden – na und? Sie sind Sie, mit all Ihren Fähigkeiten und Erfahrungen, aus denen Sie schöpfen können. Genau das macht Sie und Ihre Leistung aus! Sie sind ein wundervoller Mensch, so wie Sie sind – halten Sie sich das vor Augen. Sie wären nicht an dieser Stelle Ihres Lebens, wenn Sie nicht schon so einige Hürden geschafft hätten, große wie kleine! Belohnen Sie sich immer wieder für Herausforderungen, die Sie geschafft haben! Sie haben es sich verdient!

Und noch etwas: Es ist nicht wichtig, was andere darstellen, leisten oder wie sie sind. Sie müssen sich nicht mit anderen Menschen messen oder vergleichen. Sie sind einzigartig, so wie Sie sind! Schielen Sie also nicht auf die Erfolge anderer, sondern schauen Sie auf das, was Sie einzigartig macht!

Selbstwertgefühl in sich selbst finden

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Selbstwertgefühl ist das Bild, wie ich mich sehe. Es setzt sich sehr stark aus dem zusammen, wie andere Leute mich sehen (oder ich glaube, wie sie mich sehen) und aus meiner ureigenen inneren Kritik. Dabei ist der innere Kritiker meist der schärfste von allen, nur zu oft wollen wir 150% geben, wo auch 80% locker ausreichen. Wir wollen besser sein, als andere, messen uns immer an der „Konkurrenz“. Dabei sagt unser innerer Kritiker stets und ständig: „Das war jetzt aber echt schlecht, was ich da gemacht habe!“ oder „Geht das nicht auch etwas schneller, du Faulpelz?“ Diese innere Stimme hat die unangenehme Angewohnheit, immer das Negative hervorzuheben, anstatt auch mal etwas Positives zu berichten! „Hey, bin ich hübsch angezogen!“ oder „Ja, es ist gut so, wie ich bin!“ oder „Heute geht es eben nicht ganz so gut von der Hand, dafür bin ich morgen ausgeruhter und klarer im Kopf. Das ist heute o.k. so und das darf auch mal sein!“

Nehmen Sie sich so, wie Sie sind. Schätzen Sie sich wert, verzeihen Sie sich, gehen Sie liebevoll mit sich um! Wir dürfen uns auch mal eingestehen, dass wir nicht jeden Tag gleich gut sind.

Übungen für Ihr Selbstwertgefühl:

  • Stellen Sie sich mal vor den Spiegel und schauen Sie sich selbst in die Augen. Lächeln Sie! Mindestens eine halbe Minute lang! Was geschieht? Da lächelt Sie jemand an – und Sie lächeln zurück. Es fühlt sich gut an! Machen Sie das jeden Morgen und Sie werden sehen, dass Sie gut gelaunt aus dem Haus gehen und eine ganz andere Ausstrahlung haben!

  • Wenn Sie jetzt schon einmal vor dem Spiegel stehen, dann schauen Sie sich genau an. Was gefällt Ihnen und was nicht? Schauen Sie sich kurz die Stellen an, die Ihnen nicht gefallen. Da draußen in der Welt gibt es ganz bestimmt jemanden, der Sie genau deshalb interessant findet! Es gibt kein Gut oder Schlecht! Jetzt betrachten Sie die Stellen, die Sie gut finden an sich. Verharren Sie bei diesen Stellen. Freuen Sie sich daran! Noch einmal: Es gibt nichts Positives und Negatives! Alles ist, wie es ist, völlig wertungsfrei. Nur Ihre Gedanken machen es zu diesem oder jenem! Und es kommt ja auch nicht nur auf Ihr Äußeres an… Also wandern Sie mal zu Ihren Augen. Was sehen Sie in ihnen? Schauen Sie tief in Ihre Seele, erkennen Sie sich selbst!

  • Die Thymusdrüse ist der Sitz unseres Selbstbewusstseins. Sie befindet sich unter dem Brustbein, direkt über dem Herzen. Sicher haben Sie schon einmal Affen beobachtet, die mit ihren Fäusten auf ihre Brust hämmern. Damit möchten sie zeigen, dass sie wer sind und zeigen Stärke und Selbstbewusstsein. Probieren Sie es doch selbst einmal aus! Sie müssen gar nicht stark zuschlagen, es langt auch, wenn Sie den gesamten Bereich sanft mit den Fingerspitzen abklopfen. Machen Sie das anfangs ruhig täglich.
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So, ich habe nun die Herausforderung angenommen, ins Außen zu gehen, diesen Artikel zu schreiben und ihn zu veröffentlichen. Die Unsicherheit bleibt: Konnte ich Ihnen ein wenig helfen oder sagen Sie: „So einen riesigen Bullshit habe ich noch nie gelesen!“? Es wird immer beide Meinungen geben, mit denen wir leben müssen. Können wir „die andere Seite“ aushalten und diese Meinung stehenlassen? Denn genau das ist Selbstbewusstsein. Zu leben und leben zu lassen. Akzeptieren, dass ich so bin, wie ich bin und die Dinge so tue, wie ich sie tue. Ohne mit dem Wachstum aufzuhören.

Welche Herausforderung ist also Ihre nächste? Gehen Sie sie an! Ich wünsche Ihnen dabei sehr viel Spaß und Erfolg.

Und wenn Sie möchten, dann berichten Sie mir davon, was der Artikel in Ihnen bewirkt hat.

Autor: Anja Keukert, Heilpraktikerin
Thema: Wie stärke ich mein Selbstwertgefühl?
Webseite: http://www.naturheilpraxis-keukert.de/

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