Viele Männer tragen ein inneres Kind in sich, das nie wirklich Raum bekommen hat.

Es ist der Teil, der Fühlen wollte, spielen, sich zeigen, traurig oder ängstlich sein durfte – und irgendwann gelernt hat, dass dafür kein Platz ist. Stattdessen hieß es: stark sein, funktionieren, nicht jammern, weitermachen.
In der Psychologie spricht man vom inneren Kind als den emotionalen Prägungen aus der Kindheit. Diese Erfahrungen wirken im Erwachsenenleben weiter, oft unbewusst. Wer als Junge gelernt hat, Gefühle zu unterdrücken, wird später oft Schwierigkeiten haben, sich selbst zu spüren oder Nähe wirklich zuzulassen.
Die moderne Gesellschaft verstärkt dieses Problem. Männer sollen heute alles gleichzeitig sein: leistungsfähig im Job, emotional stabil in Beziehungen, präsent als Vater, belastbar in Krisen. Doch kaum jemand lernt, wie man mit innerem Druck, Angst oder Überforderung gesund umgeht. Gefühle gelten noch immer als Schwäche – vor allem bei Männern.
So entsteht ein innerer Spalt: außen angepasst, innen leer oder angespannt. Das innere Kind bleibt zurück, während der Erwachsene funktioniert. Viele Männer merken erst in Form von Burnout, Depression oder Beziehungskrisen, dass sie sich selbst längst verloren haben.
Heilung bedeutet nicht, „weniger Mann“ zu sein – sondern mehr Mensch. Das innere Kind im Mann braucht keine Kontrolle, sondern Erlaubnis: fühlen dürfen, ehrlich sein, verletzlich sein. Erst wenn diese Anteile integriert werden, entsteht echte innere Stärke – nicht aus Härte, sondern aus Verbindung mit sich selbst.
In einer immer schnelleren und leistungsorientierten Welt wird die Beziehung zum eigenen Inneren zu einer Form von Selbstschutz. Wer sein inneres Kind wieder ernst nimmt, findet nicht nur mehr Ruhe, sondern auch mehr Lebendigkeit, Klarheit und echte emotionale Freiheit.
Autor: Ida Wolsfeld, Heilpraktikerin
Thema: Warum moderne Männer emotional überfordert sind
Webseite: https://www.praxis-wolsfeld.de
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