Ob schwerwiegende Untreue, Kindeswohlgefährdung oder eskalierender Nachbarschaftsstreit: Manche Konflikte unterziehen partnerschaftlichen Bindungen einer Zerreißprobe.

paar streit scheidung

Während sich gewöhnliche Konflikte mitunter durch gewaltfreie Kommunikation abmildern lassen, liegen bei Schwierigkeiten die Gräben tiefer. Oftmals erweist sich professionelle Hilfe von außen als sinnvoll, um an scheinbar unauflöslichen Konflikten zu arbeiten.

Untreue – partnerschaftlicher Vertrauensbruch mit Folgen

Allen modernen Beziehungsformen zum Trotz gilt Treue gegenüber dem Partner bis heute als hohes Gut. Sexuelle Untreue als Partnerschaftsproblem kommt bei Männern und Frauen Statistiken zufolge häufig vor. Schätzungsweise 40 Prozent sowie 25 Prozent aller gebundenen Männer und Frauen haben ihren Partner bereits betrogen. Ob einmaliger Seitensprung oder Affäre: Die Untreue hinterlässt eine Bruchstelle in einer bis dato glücklichen Partnerschaft. Da viele partnerschaftliche Probleme auf die ein oder andere Art erträglich scheinen – Untreue aber nicht – wird sie oft verschwiegen.

Dieser Umstand lässt im mutmaßlichen Betrogenen ein quälendes Gefühl der Hilflosigkeit entstehen. Zwar deuten einige Alarmsignale wie längere Arbeits- und Abwesenheitszeiten sowie plötzliche optische Veränderungen auf einen möglichen Betrug hin. Doch handelt es sich vorerst nur um Indizien, denen der Partner mit Ausreden und Erklärungen begegnet. Sobald ein Partner im ständigen Ungewissen das Bedürfnis nach Klarheit hat, sollte er aktiv nach Lösungen suchen. Hierbei investiert er jedoch ausschließlich Zeit und Nerven, wenn er auf eigene Faust Nachforschungen anstellt. Solch eine Taktik kann die Kluft zwischen beiden Beteiligten problemlos weiter vertiefen. Stattdessen kann eine eine professionelle und diskret durchgeführte Observation durch eine spezialisierte Detektei bei Partnerschaftsproblemen den Verdacht bestätigen oder widerlegen. Liegen klare Hinweise vor, obliegt es dem betroffenen Paar, die partnerschaftlichen Probleme zu lösen.

Doch wie lässt sich die Ehe oder Beziehung nach einem schwerwiegenden Vertrauensbruch noch retten? Zwar ist partnerschaftliche Untreue keine Straftat mehr, doch ist sie ursächlich für die meisten eingereichten Scheidungen.

Patentlösungen für die Wege aus der Krise gibt es nicht – jedoch Strategien, zu denen Psychologen und Familientherapeuten ermutigen:

  • Innerhalb der ersten drei Monate nach einem ans Licht gekommenen Vertrauensbruch sollte ein Paar noch keine endgültigen Entscheidungen treffen.
  • Als konfliktlösender Weg aus der Krise könnten sich Paare zu einer Therapie entschließen. Mitunter sei diese auch ein Ansatz, um sich begleitend friedlich aus der Partnerschaft zu lösen.
  • Ein möglicher Grundstein führt ein Liebespaar klar über das Verstehen. Hierbei ist der untreue Part gefordert, mit seinem Partner offen und gewaltfrei zu kommunizieren. Wichtig ist hierbei, dem Betrogenen zu signalisieren, sich noch immer aufrichtig für die Beziehung entscheiden zu wollen.
  • Ein weiterer, entscheidender Schritt aus der Krise besteht im bewussten Verzeihen. Im weiteren Verlauf können die Partner beide lernen, bittere Gefühle wie Hass oder Groll loszulassen. An ihrer statt rückt der vergebende Prozess, eine bewusste Entscheidung mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.
  • Schafft es eine Paarbeziehung, zu verzeihen und zu vergeben, kann das Verarbeitete vergessen werden. Das bedeutet, dass alte Fehler in die Vergangenheit gehören und zukünftig nicht böswillig hervorgeholt werden.

Schlussendlich kann es hilfreich sein, diese Art Neubeginn mit einem Ritual zu „besiegeln“. Es kommt jedoch auch vor, dass Paare nach einer Therapie im Guten auseinandergehen. Welcher Pfad sich öffnen mag, wichtig bleibt dabei, für sich einen positiven Abschluss zu finden.

Unterhaltsbetrug beenden

Partnerschaftliche Probleme müssen nicht nur aktuelle Beziehungen betreffen. Sie können selbst nach einer Scheidung vorliegen, wenn ein Unterhaltsbetrug vermutet wird. Dies kann der Fall sein, wenn entweder ein unterhaltspflichtiger Elternteil nicht zahlt oder ein Unterhaltsempfänger relevante veränderte Lebensumstände verschweigt. Hierbei sollten Betroffene beider Seiten mit der Rechtslage vertraut sein. Verschweigt ein Empfänger unrechtmäßig eigenes Einkommen, kann der Unterhalt gekürzt oder vollständig entzogen werden.

Sofern das Verhältnis zum Ex-Partner nach der Scheidung dauerhaft zerrüttet ist, kann es sinnvoll sein, behördliche und private Hilfen heranzuziehen. Bis zu einem Gang vor Gericht können Privatdetektive etwa stichhaltige Beweise sammeln. Weiterhin kann ein Detektiv selbst als möglicher Zeuge vor Gericht aussagen. Am Ende sollte das Ziel darin bestehen, einen den Lebensumständen angepassten Unterhalt zu vereinbaren.

Bei Kindeswohlgefährdung richtig handeln

Eine der schlimmsten Formen partnerschaftlicher Krisen ist der Fall einer auftretenden Kindeswohlgefährdung. Hierbei geht es um unterschiedliche Verhaltensformen von Eltern oder Dritten, die einem Kind schweren Schaden zufügen.  Der Tatbestand der Kindeswohlgefährdung ist dann erfüllt, sobald:

  • eine Bezugsperson das Kind körperlich, emotional oder seelisch vernachlässigt
  • erzieherische Gewalt anwendet
  • psychische Gewalt, die das Kind terrorisiert, ignoriert, ablehnt oder isoliert, vorliegt
  • sexuelle Handlungen jeglicher Art an dem Kind ausgeübt werden

Die Folgen einer Kindeswohlgefährdung sind beträchtlich. Sie können nicht nur unmittelbar nach der Tat, sondern auch zeitlich verzögert auftreten. Eindeutig lässt sich ein gefährdetes Kind anhand körperlicher Symptome erkennen. Untergewicht, Hämatome oder andere Frakturen können auf häusliche Gewalt hindeuten. Infolge der traumatischen Erlebnisse kann das betroffene Kind Ängste, Depressionen oder extreme Scham- und Schuldgefühle entwickeln.

Entscheidend ist, schon bei Verdacht eines misshandelten Kindes sofort zu handeln. Ob es sich um das eigene Kind, das vom Ex-Partner betreut wird, oder um ein Nachbarskind handelt: Das Jugendamt fungiert bei einem entsprechenden Verdacht als erster Ansprechpartner. Zwar machen sich Privatpersonen nicht strafbar, wenn sie nicht sofort etwas unternehmen. Dennoch gilt: Lieber einmal zu oft, als gar nicht anrufen. Solch ein Anruf kann auch anonym erfolgen.

Nachfolgend ist das Jugendamt verpflichtet, gemeldeten Fällen nachzugehen und Kontakt zur Familie aufzunehmen. Falls die eigene Familie oder der Ex-Partner verdächtigt wird, sollte schnell anwaltliche Unterstützung angefordert werden. Auf Basis ihrer Erfahrung helfen die kompetenten Anwälte Betroffenen durch die schwierige Situation. Auch geben die Anwälte wichtige Ratschläge an die Hand, wie sich das Kind bei einem unbegründeten Verdachtsfall bestmöglich schützen lässt.

mann veraergert

Nachbarschaftsstreit lösen

Ein anderer Fall tritt ein, sobald sich ein Paar mit Anfeindungen von außen konfrontiert sieht. Die häufigste Form dieser Art ist der Nachbarschaftsstreit, der nicht selten bis vor Gericht führt. Dabei lässt sich oftmals bei gegenseitigem Verständnis eine friedvolle Lösung finden. Zunächst hilft es, sich über die Rechte und Pflichten der Nachbarn zu informieren. Liegt ein Verstoß vor, gilt es, im persönlichen Gespräch freundlich und ruhig darauf aufmerksam zu machen. Kommt keine Einigung zustande, kann sich ein Paar im akuten Notfall zunächst an das Ordnungsamt oder die Polizei wenden. Erst wenn alle diese Möglichkeiten keinen Erfolg bringen, sollte eine gerichtliche Lösung angestrebt werden. Hier kann es helfen, vorab stichhaltige Beweise zu sammeln und Verstöße akribisch zu dokumentieren.

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