Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen: Die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen. - Goethe, in Faust I -

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Mit diesen Worten beschreibt  Goethes Protagonist, der hoch gelehrte, aber tief depressive Dr. Faust im gleichnamigen Schauspiel seinen Gemütszustand. Der Grund dazu ist, dass er bei all seiner Gelehrtheit („Hier stehe ich, ich armer Tor, und bin so klug als je zuvor“.) es nicht schafft, zwischen diesen beiden Seelen in seiner Brust den Einklang herzustellen, in dem er sein Glück finden kann. Das veranlasst ihn, sich von aller Gelehrtheit abzuwenden und sich dem Gegenpol, der Schwarzen Magie zuzuwenden.

Hier verspricht er sich, mit Hilfe von dämonischen Mächten das ersehnte Glück und Frieden mit sich und der Welt zu finden. Doch ahnt er nicht, dass er damit eine Entwicklung in Gang setzt, an deren Ende das genaue Gegenteil eintritt: Sein  anfängliches Dilemma wird zum  tiefsten Unglück. Erst in seiner  Todesstunde zeigt sich ihm in einer letzten Vision seines Lebens der wahre  Ausweg, Doch Näheres dazu gibt dieses Schauspiel nicht preis.

Diese zwei Seelen, von denen Geheimrat Johann Wolfgang v. Goethe schreibt, leben nicht nur in der Brust seines Protagonisten  Dr. Faust, sondern in Jedem von uns; mögen wir darum wissen oder nicht. Wie immer Goethe (1749 – 1832) schon zu seiner Zeit zu diesem Wissen gekommen sein mag: Es bildet die Basis des Wissens der heutigen modernen Psychotherapie. Das macht ihn eindeutig zum Pionier derselben. Er ist meines Wissens der Erste im  abendländischen Kulturkreis der Neuzeit, der erkannt hat, dass der Mensch vom Geist her eine duale Wesenheit ist.

Die eine dieser beiden Seelen bildet den lichten, hellenTeil unserer Wesenheit, um den wir wissen. Man nennt sie auch  Wach- oder Tagesbewusstsein. Hier sitzt unsere Fähigkeit zum logischen Denken, zum bewussten Empfinden dessen was wir in uns und um uns herum mit unseren Wahrnehmungsorganen Sehen, Hören, Riechen Schmecken und Tasten erfassen können. Mit diesem Seelenteil können wir wollen und wünschen, uns nach etwas sehnen, können wir Entscheidungen treffen um dieses und jenes zu tun oder zu lassen. Hier unterscheiden wir auch zwischen gut und böse, richtig und falsch, wohltuend oder Abscheu erregend. Hier können wir  bestimmen, wo es lang geht und legen fest, welches Ziel wir erreichen wollen. Hier unterscheiden wir auch zwischen Tag und Nacht zwischen Zeit und Raum; können hier sehen, wo etwas beginnt und wann etwas zu Ende ist. Würden wir unsere Wesenheit  mit einem Auto vergleichen, entspräche dieser lichte Seelenanteil dem Fahrer und die Bedienungselemente wie Lenkrad, Kupplung, Gashebel und Bremsen entsprächen unserem Denken, Wollen und Handeln. 

Die zweite Seele in uns können wir mit unseren Wahrnehmungsorganen nicht fassen. Deshalb ist sie uns verborgen, mystisch, geheimnisvoll, unberechenbar, durchaus auch unheimlich und, wie wir unten noch sehen werden, sogar gefährlich.  Vor allem ist sie unvorstellbar mächtig und gleichzeitig ebenso kreativ. Zu was sie wirklich fähig ist, konnte bisher noch nie auch nur annähernd erforscht werden. Sicher ist aber, dass ihr sämtliche Fähigkeiten, die in unserem hellen lichten Seelenanteil beheimatet sind, völlig fehlen. Für sie gibt es weder Raum noch Zeit, weder Anfang noch Ende, weder Vergangenheit, oder Zukunft. Für sie exiszirert nur das „Jetzt“. Ein Geschehen in einem früheren Leben von vor 2000 Jahren ist nicht weiter entfernt als der Autoschlüssel, den wir vor 10 Minuten verlegt haben. Unten mehr dazu.  Insbesondere ist die zweite Seele in unserer Brust  völlig unfähig, zu unterscheiden zwischen Gut und Böse, zwischen richtig und falsch, zwischen Aufbau und Zerstörung. Wie beim Feuer. So wie es dem egal ist, ob es im Winter unsere Wohnung wärmt und uns das Essen schmackhaft macht, oder ob es Land und Leute in einem Großbrand vernichtet. Je nach dem, wie die Gegebenheiten sind, die es vorfindet.

So wie für das Feuer die Umgebung, sind es für unsere zweite Seele  die Gedankenimpulse, wie sie aus unserem bewussten Denken und Wollen kommen. Auf diese reagiert sie  so blind und konsequent, wie unser PKW auf unsere Bedienungsimpulse reagiert. Lenken wir nach links, fährt das Auto nach links, gleichgültig ob es da wirklich eine Linkskurve gibt oder ob uns gerade ein LKW entgegen kommt. Diese blinde und gleichzeitig absolute Konsequenz ist es, die unsere zweite Seele so unheimlich, sogar gefährlich macht. Die geläufigere Bezeichnung für diese zweite Seele, für dieses geheimnisvolle Unbekannte in uns lautet: „Unterbewusstsein“ oder „das Unbewusste“. Diese Gefährlichkeit unseres unbewussten Geistesanteils oder jener geheimnisvollen zweiten Seele in uns hat Goethe ebenfalls erkannt und ihr in einem seiner berühmtesten Balladen, „Der Zauberlehrling“, literarisch ein Gesicht gegeben:

Eines Tages, als sein Meister einmal verreisen musste, wollte der junge Zauberlehrling einmal ohne strenge Aufsicht selber nach Herzenslust ausprobieren, was er inzwischen gelernt habe. Dazu nahm er einen Besen aus der Abstellkammer, hauchte ihm mit geheimnisvollen Ritualen und Sprüchen Leben ein und befahl ihm,  im nahen Fluss Wasser zu schöpfen und die Schalen und Wannen für ein Bad zu füllen. Es funktionierte und der Lehrling triumphierte. Doch als alle Schalen und Wannen wohl gefüllt waren, merkte der Lehrling zu seinem Entsetzen, dass er nicht mehr in der Lage war, dem dämonischen Wasserträger Einhalt zu bieten. Er schleppte immer mehr Wasser herbei, die Befehle des Lehrlings ignorierend. Schon stand das ganze Haus unter Wasser. In seiner Verzweiflung nahm der Zauberlehrling ein Beil und schlug den Besen entzwei. Mit dem Ergebnis, dass jetzt zwei Wasserträger doppelt soviel Wasser herbei brachten, und er selbst fast darin ertrank. Als im letzten Augenblick der Meister wieder zurück kam, schrie der Lehrling: „Herr, die Not ist groß. Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ Der Meister wusste jedoch was zu tun  ist: „In die Ecke, Besen, Besen! Seids gewesen! Und als Geister, ruft euch nur hervor, der alte Meister!“

Nicht nur, um dieser geheimnisvollen, mächtigen zweiten Seele von uns literarisch ein Gesicht geben zu können, gebrauchte Goethe diese Metaphern. Wir müssen auch bedenken, dass zu seinen Lebzeiten im 18. und frühen 19. Jahrhundert nicht nur beim gewöhnlichen Volk, sondern durchaus auch in gebildeten Kreisen   der Glaube an Schwarze Magie, dämonische Mächte und sonstiges geheimnisvolle Zauberwerk noch viel fester verankert war als heurzutage. Wenn er also der Welt mit Hilfe der Literatur sein Wissen mitteilen wollte, musste er so reden, dass er vom Volk auch verstanden wurde. Doch über ähnlich frappierende Phänomene, die offiziell als Hexen- oder Teufelswerk oder als das Werk höherer göttlicher Mächte galten, wurde schon Jahrhunderte vor Goethe geschrieben. Lediglich weil man die wahren Ursachen dazu nicht kannte, kam man zu diesem Glauben, der heutzutage für mein Empfinden viel zu schnell als Aberglaube abgetan wird. Ein Beispiel dazu findet sich in den Schriften des Paracelsus (1493 – 1541), der im 16. Jahrhundert als einer der bedeutendsten Ärzte Europas gilt. Er beschreibt folgenden Vorfall:

In der Stadt N. lebte ein sehr gefragter Schuhmachermeister. Sein Haus war so geräumig, dass darin neben Stall und Scheune für Pferde und Fuhrwerk, auch seine Werkstadt untergebracht war und obendrein auch noch einen Altgesellen und mehrere Schusterlehrlinge beherbergen und beköstigen konnte. Der Altgesell missbrauchte ständig seine Autorität, in dem er die Lehrbuben mehr als nötig  schickanierte und drangsalierte. Bis diese eines Tages auf die Idee kamen, ihm einen Streich zu spielen: Während er schlief, flüsterten sie ihm geheime Zaubersprüche, die sie wer weiß wo erfahren hatten,  ins Ohr. Diese bewirkten, dass er sich prompt im Schlaf ins Bett einnässte. Das wurde andern Tages natürlich entdeckt, und die so erlittene Blamage soll ihm Demut beigebracht haben.

Auch das Jahrhunderte lang praktizierte Gesundbeten, das zwar als Hexenwerk verschrien war aber bis ins 20. Jahrhunderte attraktiv blieb weil es  sich ja auch tatsächlich beachtlicher Erfolge erfreuen konnte, gehört zu den uralten Attributen der Volksheilkunde, die sich zudem in jenen Zeiten auch noch jeder, selbst  der Ärmste,  leisten konnte.

Wie gesagt,  glaubte man zu Lebzeiten Goethes noch an Dämonen, oder je nachdem um was es ging, an göttliche Mächte. Interessanterweise entdeckte ausgerechnet zu der Zeit als Goethe im Alter von 83 Jahren verstarb, ein englischer Augenarzt namens James Braid bei der Untersuchung eines Patienten ein bis dahin der Wissenschaft unbekanntes Phänomen: Zu Untersuchungszwecken wies er  den Patienten an, einen mattglänzenden Gegenstand eine zeitlang anzustarren, ohne zu blinzeln. Als der Patient dies eine zeitlang getan hatte, fiel er plötzlich spontan in einen schlafähnlichen Zustand. Als Braid dieses Procedere auch bei anderen Patienten wiederholte, reagierten diese alle genau so. Das Phänomen ließ sich also willkürlich reproduzieren. Deshalb gab Braid diesem Zustand nach dem griechischen Wort „Hypnos“ = Schlaf, den Namen „Hypnose“.  

Doch dabei beließ er es nicht. Als Nächstes machte er eigentlich dasselbe wie die von Paracelsus beschriebenen Schusterjungen: Er flüsterte den im Trance befindlichen Patienten Anweisungen ins Ohr, und sie folgten diesen Anweisungen, egal wie verrückt sie sein mochten. Mächtiges Aufsehen erregte er, als er vor den Augen der Wissenschaft einem in Trance befindlichen Probanden ins Ohr flüsterte: „Ich berühre dich jetzt an deiner nackten Haut mit einer brennenden Zigarre.“  Was er auch tatsächlich tat. Jedoch nicht mit der Glut einer Zigarre sondern mit einem harmlosen hölzernen Stäbchen. Trotzdem zuckte der Proband zusammen, gab Schmerzenslaute von sich, und kurze Zeit später hatte sich an dieser berührten Stelle eine waschechte Brandblase entwickelt. Das warf zumindest in der damaligen akademisch orierntierten Wissenschaft das Jahrtausende alte Weltbild von Göttern, Teufeln und Dämonen um. Ab jetzt sprach man von der Macht des Geistes oder von der Macht der Suggestion und des Unterbweusstseins. Zudem war eine neue Heilmethode geboren und wissenschaftlich salonfähig geworden. Nämlich die Heilhypnose. Zanärzte benutzten sie um kranke Eiterzähne schmerzlos zu entfernen, denn Lokalanästhetika gab es damals noch keine. Auch die Narkose war noch nicht erfunden, und die Chirurgen, besonders in Osteuropa, führten in Hypnose Operationen in offenen Bauchhöhlen schmerzklos durch.  Auch die damaligen Psychiater und die ersten Psychotherapeuten um Freud, Jung, Adler, Otto Rank und weiteren versuchten sich mit unterschiedlichen Erfolgen in Hypnose.

hypnose pendel klein

Um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jhd. kam es wiederum zu einem Aufsehen erregenden neuen  Heilimpuls durch einen französischen Apotheker namens Emile Coué aus Troyes bei Paris. Es begann mit einem einfachen Experiment: Coué setzte sich Morgens gleich nach dem Aufstehen vor seinen großen Garderobespiegel, schaute sich selbst in die Augen und sprach mit leicht beschwörender Stimme: „Es geht mir jeden Tag, und in jeder Beziehung besser und besser.“ Diesen Satz wiedrholte er dreimal. Bald darauf fühlte er, wie  sich eine Reaktion bei ihm bemerkbar machte, die so positiv war, dass er dieses „Rezept“ seinen Kunden empfahl. Das sprach sich herum und löste schließlich eine Welle von Nachahmern aus, die ganz Europa berührte. Sogar am  Zarenhof in St. Petersburg gehörte es jetzt zum guten Ton,  sich frühmorgens vor den Spiegel zu setzen und gebetsmühlenartig diesen Spruch dreimal hintereinander herunter zu leiern. Um 1920 griff der Berliner Psychiater diese Methode auf, veränderte hie und da etwas und nannte diese Neuschöpfung „Autogenes Training“, das heute noch z. B. an Volkshochschulen gelehrt wird. Aus diesem Autogenen Training heraus entwickelten sich alle Variationen der heute viel praktizierten Verhaltenstherapie. Gleiches gilt für alle derzeit praktizierten Formen des Coaching.

Es zeigte sich aber auch, dass dies kein Allheilmittel ist. Es gab und gibt auch hier Versager, und zwar sogar in beachtlicher Anzahl. Wer mit Coaching oder Verhaltenstherapien wie NLP und ähnlichen Verfahren in dieser Richtung  sein Geld verdient, wird nur mäßig daran interessiert sein, dass sein Klient darauf aufmerksam wird. Doch damit schafft man diese Versager  ja nicht aus der Welt. Coué war jedoch ehrlich genug, dazu zu stehen. Er setzte sich mit ihnen auseinander und versuchte, ihre Ursachen zu ergründen. Seine diesbezüglichen Forschungen führten zu der Erkenntnis, dass die Erfolgssicherheit seiner Methode in dem Maße steht oder fällt, in dem sich die beiden Seelen in unserer Brust, einerseits das klare Wachbewusstsein mit seinem Intellekt und andererseits  das dunkle andere ICH, dem Unterbewusstsein, miteinander in Einklang befinden. Sein Lehrsatz dazu lautet sinngemäß:

„Wo Wachbewusstsein und Intellekt sich mit dem Unterbewusstsein in Einklang befinden, können wir mit unseren Gedanken die Welt bewegen und mehr erreichen, als gemeinhin geglaubt wird. Will aber das Unterbewusstsein etwas anderes als unser Intellekt, entsteht ein Kampf, der viel Kraft kostet, und bei dem  immer das Unterbewusstsein der Sieger bleibt. Selbst  dann, wenn es ins Verderben führt.“

Will sagen: Die Gedankenimpulse, die wir in unserem Wachbewusstsein oder der hellen, lichten Seele in uns prägen, bilden quasi die Anweisung für das unbekannte, dunkle ICH in uns, seine Macht einzusetzen, um unsere Gedanken, Absichten, Wünsche, Ziele  zu verwirklichen. Man kann auch sagen:  Mit unserem Intellekt programmieren wir unser anderes ICH, das dann entsprechend tätig wird. Im Fall von Versagen von Coaching, NLP oder Gebeten lässt sich hier die Ursache dazu finden. Das folgende Fallbeispiel mag zeigen, wie solch eine schadenstiftende Fehlprogrammierung entstehen kann. Sie zeigt aber auch, wie sie in Ordnung gebracht und damit der zum Erfolg unabdingbare Einklang zwischen unseren beiden Seelen wieder hergestellt werden kann: 

- Karin -

Karin (Name geändert), damals Anfang 30, saß mir als Klientin gegenüber mit folgendem Anliegen:

Sie wurde von Wutanfällen heimgesucht, die wie ein Blitz aus heiterem Himmel über sie kamen, und die sie sich selber nicht erklären konnte. Wenn es so über sie kam, verlor sie derart die Beherrschung, dass sie die Leute, die gerade in ihrer Nähe waren,    verprügelte, ohne sagen zu können, warum. Dabei konnte ihr Jeder zum Opfer fallen, ob Mann oder Frau, ob Freund oder Unbekannter. Als gelernte Bäckerin bekam dies  ihr Chef wie auch die anderen Gesellen in der Backstube schmerzhaft zu spüren. Natürlich hatte dies ihre fristlose Entlassung zur Folge. Als Taxidahrerin verprügelte sie ihre Passagiere, egal ob männlich oder weiblich. Mit dem selben Ergebnis. So kam sie auch wirtschaftlich in erhebliche Nöte. War solch ein Anfall aber vorüber, fühlte sie sich als der schlechteste, miserabelste Mensch unter der Sonne.

Bevor sie den Weg in meine Praxis fand, hatte sie schon eine Verhaltenstherapie mit vielen Coachingstunden hinter sich. Mit klarem Misserfolg. Was beweist, dass es irgendwann in Karins Leben unter irgendwelchen Umständen zu einer Fehlprogrammierung des anderen ICH, bzw. in ihrem Unterbewusstsein gekommen sein musste.  In der Regel kommt es dazu, durch ein bestimmtes Geschehen, das aber vergessen ist. Solange der Klient unfähig ist, sich an dieses Geschehen zu erinnern, hat man keinen Zugriff auf die dahinterstehende Fehlprogrammierung. Deshalb besteht jetzt die therapeutische Herausforderung darin, dieses vergessene, aber im Unterbewusstsein sehr wohl gespeicherte  Ereignis wieder ins bewusste Erinnern und damit  in den Machtbereich des gesunden Menschenverstandes,  zu rufen. Ist dies erreicht, lässt sich diese Fehlprogrammierung aufheben bzw. korrigieren.

Der erste therapeutische Kniff, das „Assoziative Befragen:“

Um dort hin  zu kommen, benutze ich als Handwerkszeug das sogenannte „Assoziative Befragen“. Dieses hier näher zu erklären, würde an dieser Stelle den Rahmen des Themas sprengen. Nur soviel dazu: Bei dieser Vorgehensweise ist es möglich, längst vergessene Gedanken, Emotionen, Erinnerungen,  Entscheidungen, Vorstellungen, Glaubensformate, Flüche und sonstiges Vergessene wieder an den Tag zu bringen. Damit kann es erneut bewusst betrachtet und neu überdacht werden. Der Zeitraum, wie lange solch ein vergessenes Geschehen zurück liegt und im Unterbewusstsein wie ein verborgener Schwelbrand vor sich hin geschmort hat, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur die Klarheit und Eindeutigkeit, in der es wieder zutage gebracht werden konnte. Auf diese Weise lassen sich solche zerstörerischen Fehlprogrammierungen erkennen. Die Folge einer solchen Erkenntnis ist, dass diese Programme  damit ihre schädigende Wirksamkeit verlieren.

Der zweite Kniff, die Selbsterkenntnis:

Wichtig ist noch, Folgendes zu wissen: Normalerweise ist es so, wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, einen Arzt, einen Heilpraktiker, einen Hellseher oder ein Channelmedium konsultieren, nach entsprechender Untersuchung mitgeteilt bekommen, dass das Ergebnis so oder so aussieht; dass ihnen dies und das fehlt, oder dass sie von Jenem oder Diesem zuviel haben. Egal ob das Ergebnis  positiv oder negativ ist, sie haben nur die Wahl, es entweder zu glauben oder es nicht zu glauben. Bei dieser therapeutischen Arbeit mit dem Assoziativen Befragen als Vorgehensweise  läuft es jedoch völlig umgekehrt. Statt auch hier durch den Therapeuten belehrt zu werden  im Sinne von: „Du hast diese und jene Fehlprogrammierung“, erkennen wir  hier s e l b s t  und mit  eigenen Augen, mit welchem unbewusstem Fehler wir  bisher völlig ahnungslos unsere jetzige aktuelle ungute Lebenslage verursacht haben. Der therapeutische Kniff dabei: Der eigenständig denkende Mensch ist in der Regel nur ungern bereit, Belehrungen blindgläubig als Wahrheit hinzunehmen, wie es z. B. in der Religion verlangt wird. Findet er aber selber heraus, was ihn wirklich daran hindert, vernünftig zu leben,  kann auf jede Art von blindem Glauben an das was ihm andere erzählen wollen, verzichten.

Der dritte Kniff, die Überprüfung des erreichten Ergebnisses

So sehr der blind ergebene  Glaube an die Thesen und Ideologien dieses oder jenes Heilgewaltigen überflüssig bis zum Verpöntsein ist, so sehr ist hier die gesunde Skepsis erwünscht, die zu recht die objektive Überprüfung verlangt, inwieweit das erreichte Ergebnis  auch im gewöhnlichen Alltag konstant bleibt:

Bleiben die Asthma- oder Migräneanfälle aus, oder setzen sie sich fort? Haben sie endlich Ruhe vor den Mobbingangriffen, oder fallen sie ihnen immer noch zum Opfer? Bleibt ihr Blumenladen, ihr Nagelstudio, ihre Schreinerei immer noch so leer wie bisher, oder stellen sich endlich die ersehnten Kunden ein? Sieht auch der Banker oder der Steuerberater die positive Veränderung in den Zahlen, oder darben sie noch immer? …... 

So in etwa dürfen Sie sich die kritische Überprüfung meiner Arbeit vorstellen. Für mich ist sie genau so wichtig wie für den Klienten selbst. Werden nämlich derartige Fragen negativ beantwortet, weiß ich, dass es noch weitere verborgene Widerhaken gibt, die noch zu finden und zu greifen sind.

Zu erwähnen wäre weiterhin, dass bei dem Einsatz des Assoziativen Befragens auf jede Art von Bewusstseinseinschränkung wie hypnotische Trance- oder meditative Dämmerzustände, Drogen und psychedelischer Musik verzichtet werden können. Sie sind nicht nur  störend, sondern  können sogar das Erreichen des Therapiezieles vereiteln. Als Therapeut benötige ich unabdingbar das klare Wachbewusstsein und den gesunden Menschenverstand, bzw. das eigenständige Denken des Klienten. Dabei bleibt auch dieser jederzeit selber Herr der Situation. Und noch einmal: Kritiklose Blindgläubigkeit, wie wir sie beispielsweise von jeder Art von Religion wie auch von Okkultismus, Hellseherei und Verschwörungstheorien her kennen, ist hier völlig fehl am Platz.

Doch zurück zu Karin:  Mit Hilfe der Technik  des Assoziativen Befragens stöberten wir bei ihr folgendes Geschehen auf, das sich sehr bald als das eigentliche Ursachen- oder Schlüsselgeschehen darstellte.

Dieses Ursachengeschehen lag in ihrer frühesten Kindheit. Selber daran erinnern konnte sie sich nicht, wusste aber durch Erzählung davon: Sie verbrühte sich den Oberkörper mit kochendem Wasser, fiel in Ohnmacht und kam  erst im Krankenhaus wieder zur Besinnung. Um sich nicht selbst zu verletzen, durfte sie sich nicht bewegen und war deshalb an beiden Ärmchen gefesselt.  Ihr Körper lag bloß vor  den Blicken der Anwesenden und war ihnen ungeschützt ausgesetzt. Karin schämte sich, konnte aber noch nicht sprechen und durfte sich noch nicht einmal bewegen. Deshalb kam ein rasender Zorn über sie und sie nahm sich im Stillen vor: „Lasst mich erst mal groß sein. Euch werde ich es noch zeigen.“

So lautete der Programmsatz bei Karin, aus dem sich nach und nach jene Fehlprogrammierung mit ihren dramatischen Folgen entwickelte. Weil für unser Unterbewusstsein, bzw. für die zweite Seele in unserer Brust keine Zeit existiert und auch kein Gut und Böse und kein Richtig oder Falsch, ist sie nicht fähig, zu beurteilen, ob solch ein Programm noch Sinn hat oder nicht. Auch wenn der Sinn längst überholt ist und völlig neue Gegebenheiten herrschen, führt es dieses Programm solange aus, bis es ausdrücklich vom Verstand, bzw. unserer hellen, lichten und transparenten Seele her widerrufen wird. Bei Karin war dies bislang nicht möglich,weil sie nichts mehr davon gewusst hat und auch nichts davon wissen konnte. 

Als dieses Geschehen so an den Tag gebracht worden war, wirkte es auf Karin zunächst, als habe sie in ihrer Phantasie  irgend eine Geschichte ersponnen. Doch bald erkannte sie, dass ihre Wutausbrüche immer nur dann über sie kamen, wenn sie sich irgend einem unangenehmen Einfluss ausgesetzt fühlte, gegen den sie sich weder mit Worten noch sonst irgendwie wehren konnte.

Dabei ahnte sie nicht, dass sie durch solche Situationen an das Erlebnis erinnert wurde, wo sie als jenes kleine Kind im Krankenhaus der Gefühl- und Pietätlosigkeit  der Erwachsenen hilflos ausgeliefert war. In dem Augenblick, in dem ihr jetzt bewusst wurde, dass dieses Geschehen längst zur Vergangenheit gehörte, trat der therapeutische Erfolg im nächsten Augenblick ein. Die Wutanfälle blieben aus. Noch nach Jahren danach berichtete sie mir, dass sie seitdem nie wieder einen Menschen geschlagen habe.

Reinkarnationstherapie

sonne baum nebel klein

Diese Art wie im o. g. Fallbeispiel zu arbeiten, nenne ich „Aufdeckende Psychotherapie“. Hier ging es um ein vergessenes Geschehen im heutigen Leben. Es existiert aber auch noch die Theorie der Seelenwanderung. Die Annahme nämlich, dass wir nicht zum ersten Mal leben und dass mit dem sogenannten Tod noch längst nicht alles vorbei ist, und wir durchaus weitere Male geboren werden und erneut leben. Da drängt sich die Frage aiuf: Könnte es sein, dass sich bestimmte Geschehnisse aus  früheren Leben im heutigen Leben genau so schädigend auswirken können wie im Fall Karin, jenes Geschehen in früher Kindheit ? Wenn dies wirklich so wäre, dürfte es für die derzeit gängige

Psychotherapie, bei der man die Theorie von der Reinkarnation für dummen Aberglauben zu halten pflegt, unmöglich sein, solch einem betroffenen Patienten zu helfen. Liegt hier die Ursache für das im Allgemeinen vielfältige Versagen der Psychotherapie?

Insbesondere bei der klassischen Psychoanalyse? Was ist hier wirklich Dichtung und was Wahrheit?  Was ich bisher dazu erkunden konnte, ist dies:

Nur wenigen ist bekannt, dass die Archäologie in den letzten Jahrzehnten auffallend viele Artefakte bergen konnte, die darauf schließen lassen, dass für unsere Vorfahren, Kelten und Germanen, in vorchristlichem Abendland  der Glaube an die Wiedergeburt so selbstverständlich wie heute das Christentum war. Nach der Zwangschristianisierung des Abendlandes im frühen Mittelalter, wo die christliche Kirche den Ton angab, war dieser Glaube nicht mehr erwünscht. Seine Anhänger wurden blutig verfolgt und  mit den Zeitläuften geriet dieser Glaube hier in unserem Kulturkreis in Vergessenheit.

Lange war man der Ansicht, dass dieser Glaube nur in den fernöstlichen Religionen aktuell geblieben sei und gepflegt werde. Aber das unbewusste kollektive Gedächtnis vergisst nichts. Ich erinnere an die Flower-Power- und Hippiezeit in den 1960er, 1970er Jahren. Damals wurden  Yoga und Reiki populär. Die Hare Krischna-Bewegung wurde in. Plötzlich traten Gurus auf den Plan wie Bagwan mit seinen in Orange gekleideten  Sanyassin und Maharishi Mahesch Yogi mit seiner Transzendentalen Meditation, der koreanische Sektenführer Moon und noch andere. Ebenso  wurde es vor allem unter jungen Intellektuellen populär, nach Indien in dortige Ashrams zu pilgern zwecks Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Über diese Schiene wurde auch wieder der der Gedanke und Glaube an die Reinkarnation zu uns in den Westen importiert und traf auf ein breites, interessiertes Publikum.

Zu diesem gehörte auch ein deutscher Diplompsychologe namens Thorwald Detlefsen aus Herrsching am Ammersee (1946 – 2010). Bereits als Student versuchte  er, mit Hypnose Rückführungen in frühere Leben zu veranstalten, und nannte dieses Vorgehen „Reinkarnationstherapie“. Später veröffentlichte er seine Gedanken und Ideen in mehreren Büchern und traf damit offenbar den Nerv der damaligen Zeit. Im Nu bildete sich nicht nur eine große Leserschar, sondern auch ein Heer von Epigonen, die sich von ihm in dieser Vorgehensweise ausbilden ließen und sie selbständig praktizierten. Sogar mit erheblicher und recht lukrativer Nachfrage.

Ich war damals noch ein junger Heilpraktiker und zunächst ebenfalls von diesem (scheinbar) neuem Weg in der Heilkunde durchaus eingenommen. Doch habe ich mir stets mein Handwerkernaturell bewahrt, bei dem „Sein“ vor „Schein“ geht. Seit über 40 Jahren werde ich von Menschen aufgesucht, weil sie in Nöte verstrickt sind, in denen sie sich selbst nicht mehr zu helfen wissen und sich bei mir wirksame Hilfe erhoffen. Da konnte damals meine Gretchenfrage nur lauten:

„Wie hast du es, lieber Detlefsen, mit der Erfolgssicherheit? Hat sich bei deinem Patienten das nicht therapierbare Asthma oder die chronische Migräne  aufgelöst oder besteht ds Übel nach deinen Rückführungen weiter? Kam der Pechvogel von Kleinunternehmer, dessen Geschäft schlecht läuft, mit Hilfe deiner Rückführungen aus seiner Pechsträhne heraus oder besteht sie weiter? Fallen deine Patienten, die dich wegen Mobbing aufsuchten weiterhin diesen Angriffen zum Opfer oder sind sie nach deiner Rückführung von ihnen befreit?“

So lautet nämlich mein Anspruch an eine therapeutische Arbeit, die diesen Namen verdient. Leider lautete hier in jedem Fall, der mir bekannt wurde, die Antwort immer nur „negativ“. Mehr noch: Nach solch einer sogenannten „Rückführung durch Hypnose“ wollte eine Vielzahl von Frauen die Wiedergeburt von Maria Magdalena gewesen sein. Eben so viele Kleopatra oder Königin Marie-Antoinette, die Ehefrau von Louis XVI, dem König von Frankreich, der in der Französischen Revolution zusammen mit seiner Frau durch die Guillotine hingerichtet wurde. Eine Unzahl von Frauen wollte als Hexe verbrannt worden sein, andere wollten einmal ein Hund, wieder andere mal ein Gorilla gewesen sein. Oder gar Otto v. Bismarck oder Manfred v. Richthofen, das Fliegerass aus dem 1. Weltkrieg. Nur in keinem einzigen Fall wurde mir berichtet, dass jemand durch  solche sogenannte Rückführungen gesund geworden sei. Damit war für mich das Thema

Reinkarnationstherapie vorerst vom Tisch. Bis mir Folgendes zu Ohren  kam:

Morris Netherton

Anlässlich eines Vortrages über Reinkarnationstherapie auf einer Fachfortbildung erfuhr ich von einer Zufallsentdeckung in der Neuro-Psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Los Angeles, zu der es bereits in den 1960er Jahren kam:

Der damalige Chefarzt Prof. Dr. Morris Netherton, studierter Psychoanalytiker, arbeitete mit einer Patientin, die unter schwerstem Waschzwang litt. Weil sie ständig das Gefühl hatte, unbeschreiblich dreckig zu sein und einen Geruch nach Leichen auszustrahlen, musste sie sich mehrmals täglich in die Badewanne legen und sich die Haut mit scharfen Wurzelbürsten abzuschrubben; mehr als einmal sogar  bis sie blutete. Das ging seit Jahren so.

Bis ihr in einer der therapeutischen Sitzungen bei Netherton unter dem Gespräch fremdartige fremdartige Bilder aufstiegen. Wie im Tagtraum sah sie sich in einer mitteltalterlichen Stadt irgendwo in Europa (obwohl sie nie in Europa war), in der die Pest herrschte. Sie selbst war ebenfalls infiziert und sah sich von Fieberschauern geschüttelt am Straßenrand ohnmächtig zusammenbrechen. Ein eben vorbeikommendes Fuhrwerk, bereits hoch beladen mit weiteren Pestleichen, hielt an. Man hielt sie für tot und warf ihren Körper einfach auf diesen Wagen zu den anderen Leichen. Diese wurden in einem Massengrab abgekippt, und hier verbrachte sie ihre letzten Stunden im damaligen Leben unter unsagbarem Dreck und Leichengestank. Das war ihr letzter Eindruck aus jenem früheren Leben, unmittelbar bevor es zu der ganz großen Bewusstlosigkeit kam.

Im weiteren Verlauf jener Sitzung fiel ihr auch ein, was der Auslöser zu diesem Waschzwang war: Sie hatte im Theater das Schauspiel „Die Pest“ nach dem Roman von Albert Camus gesehen. Danach hatte prompt dieser Waschzwang eingesetzt, auf den sie sich keinen Reim machen konnte, bis es zu dieser seltsam spontanen Rückführung, die niemand für möglich gehalten hätte, gekommen war. Aber fast im selben Augenblick nach dieser Feststellung, hatte sich dieser Waschzwang so perfekt aufgelöst, als habe es ihn nie gegeben.

Unsere Erklärung dazu ist: Offenbar wurde bei dieser Patientin durch das Erlebnis jenes Schauspieles in ihrer zweiten, dunklen, unbewussten Seele die Erinnerung an jenes grausame Ende jenes früheren Lebens erinnert. Da sie aber aus sich nicht in der Lage ist, diese Erinnerung der Vergangenheit zuzuordnen, kam es zu diesem Waschzwang. Doch in dem Moment, wo diese Patientin bewusst erkannte, dass dieses Geschehen, ähnlich wie bei Karin, mit der Gegenwart überhaupt nichts zu tun hat, sondern der Vergangenheit angehört, war sie wie von Zauberhand von diesem Zwang befreit.

Besonders bemerkenswert ist, dass vorher weder Netherton, noch die Patientin selbst an die Reinkarnation geglaubt hatten. Sie waren sogar strickte Gegner dieser Theorie und hielten sie für Aberglaube.  Aber beide mussten anerkennen, dass es durch diese Rückführung, auch wenn sie eher zufällig und völlig spontan eingetreten war, zur Auflösung eines jahrelang andauerenden, überaus quälenden Waschzwanges gekommen war.

Bei Netherton waf dieses Erlebnis nicht nur sein religiöses Weltbild über den Haufen. Als hoch gelehrter Akademiker, sogar Professor, sah er jetzt zudem, wie  alle Grenzen des bisher mehr oder weniger mühsam Erlernten und Studierten gesprengt wurden. Wie alle Lehrmeinungen, an die er bisher bombenfest geglaubt hatte, überholt und veraltet waren. Wie die erwürdigen Überväter der Psychoanalyse, Sigmund Freud, C. G Jung, Alfred Adler, Otto Rank und andere jetzt eigentlich hätten seine Schüler werden müssen.

Vor allem verstand Netherton zunächst selber nicht, was ihm da gelungen war. Er hatte keine Ahnung, was er selbst dazu getan hatte, dass  bei seiner Patientin  diese spontanen, tagtraumähnlichen Bilder so passgenau hochkommen konnten. Hypnose konnte es nicht sein, denn die Patientin befand sich noch nicht einmal in einem meditativen Dämmerzustand, geschweige in einer hypnotischen Trance.  Nicht nur das Unglaubliche, dass sie dieses frühere Leben  bei vollem Wachbewusstsein erlebte und klar wiedergeben konnte.  Und dass dies sogar zu ihrer Heilung führte. Nach und nach stand für ihn fest: Der nächste Schritt war, den Weg heraus zu finden, wie sich dieses Phänomen willkürlich und erfolgssicher wiederholen ließe. Darin sah er jetzt  seine Hauptaufgabe.  Es war klar, dass der wichtigste therapeutische Effekt darin lag, dass die Patientin dieses frühere Leben nicht etwa in Trance erlebte, sondern bei vollem Wachbewusstsein. Bei gezielten Rückführungen musste also dieses volle Wachbewusstsein um jeden Preis erhalten bleiben. Hypnose, meditative Dämmerzustände oder gar Drogen und Psychopharmaka durften auf keinen Fall eingesetzt werden. Was aber sonst?

Die Lösung fand sich an ganz anderer Ecke. Die erst in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts  begründete moderne Psychologie hatte sich in den 1960er Jahren so weit entwickelt, dass sich neben dem Bereich Therapie auch noch weitere Fachbereiche gebildet hatten. Eine davon gehört in die Sparte der Marktforschung. Deren Aufgabe war und ist es, zu erforschen, wie die Werbung effektiver gestaltet und die Kauflust der Kundschaft gesteigert werden kann. Ihr ist das Wissen zu verdanken, dass z. B. Zucker, wenn er in olivgrünen Tüten verpackt ist, zum Ladenhüter wird, und dass sich Pampers am besten verkaufen, wenn man sie in Verpackungen steckt,  deren  Ecken  abgerundet sind. Etc. Die Vorgehensweise, mit der man dies herauszufinden weiß, nennt man „Assoziatives Befragen“. Oben ist bereits Näheres dazu gesagt.

Mit dieser  Fragetechnik experimentierte Netherton solange, bis sie so modifiziert war, dass sie sich auch für therapeutische Belange eignete. Diese benutzt er seitdem zur Rückführung in vergessene Geschehen im heutigen Leben, zu Rückführungen in die Zeit der Pränatale (die Zeit in der die Mutter mit ihrem Kind schwanger ist), die ebenfalls eine besondere Bedeutung haben kann und in frühere Leben.

Nachdem mir dies durch jenen Fortbildungsvortrag so bekannt geworden war, ließ ich mich umgehend auf eine entsprechende Weiterbildung ein. Mittlerweise sind es mehr als 30 Jahre her, seit auch ich diese Technik bei mener therapeutischen Arbeit anwende. Die Erfolgssicherheit meiner Arbeit ist seitdem so hoch, wie ich es bis dahin, als ich noch auf Naturheilkunde, Hypnotherapie und Coaching fixiert war, nie erlebt hatte.

Siegfried Hoffmann, im Juli 2020

Autor: Siegfried Hoffmann, Heilpraktiker
Thema: Das unbekannte ICH
Webseite: http://siegfried-hoffmann.de

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Narzissmus: Nur ein Charakterzug oder eine Krankheit?

Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze. - Oscar Wilde - Woran erkennt man einen Narzissten? Kennen Sie einen Narzissten? Vielleicht ja und Sie wissen es bloß nicht? Woran erkannt man also, mehr...

 
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