Um zu wissen, wie ich glücklich(er) werden kann, muss ich erst einmal wissen, was Glück für mich bedeutet. Wirklich?

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Eigentlich ist Glück etwas, was die Menschen sehr ähnlich definieren. Es setzt sich zusammen aus: Gesundheit, einem positiven Umfeld hinsichtlich Familie und Freunden, ausreichend Finanzen, berufliche Zufriedenheit, Weltfrieden/Sicherheit. Was es so individuell macht, sind also nicht die Kernfaktoren, sondern das eigene Ranking, die eigenen Ansprüche. Das könnte man auch als Stellschrauben bezeichnen.

Glück ist auch eine Sache des Alters. Das Baby ist glücklich, wenn seine Grundbedürfnisse nach Nahrung und Liebe gestillt werden. Der heranwachsende Mensch ist glücklich, wenn er so angenommen wird wie er ist, wenn er seinen eigenen Weg finden darf ohne Angst vor Liebesentzug zu haben oder Ausschluss aus dem Freundeskreis. Danach – bis der Mensch etwa 40 Jahre alt ist - wird Glück primär bestimmt durch das Finden des Partners, Berufsfindung und -entwicklung, Familienplanung, örtliche Bindung oder Nicht-Bindung, die Welt entdecken und sich seine eigene aufbauen.

Und dann kommt sie, die vielzitierte Midlifecrisis. Und – ja – es erwischt jeden von uns! Manch einen auffälliger und manch einen kaum spürbar, den einen früher und den anderen später, einige tun es ab und einige leben es voll aus. Aber wäre es nicht eher unlogisch, nicht sein Leben zu hinterfragen – und sei diese Fragestellung noch so kurz – ob es okay so ist, ob man noch einmal die ähnliche Anzahl an Jahren so verbringen möchte. Bis dahin war man meist im Hamsterrad, hat Vieles zum ersten Mal erlebt, das Leben ist frei und wild und aufregend, manchmal auch schwer und verwirrend. Und dann kommt der Punkt, da hat man das „Standardprogramm“ erreicht: man wohnt, man fühlt sich sicher im Beruf, wenn man Kinder hat sind diese nicht mehr so klein, Freundschaften sind stabil, es läuft…

Läuft es? In meinem Sinne? Bin ich GLÜCKLICH? Was habe ich bisher erlebt? Und vor allem: habe ich alles bisher Erlebte auch gut verarbeitet? Oder trage ich – noch immer – Altlasten mit mir herum? Altlasten, die mich ggf. am Glücklichsein hindern? Bin ich glücklich oder habe ich einfach nur viel Glück gehabt? Wer bin ich heute? Was tut mir gut? Was will ich noch erleben? Das Leben ist – und das spürt man jetzt – tatsächlich endlich!

Gesundheit ist daher für Alle das höchste Gut. Wer nicht gesund ist, der kann trotzdem Glück erleben und Glück empfinden, aber ohne Gesundheit wird alles Andere in den Hintergrund gedrängt. Krankheiten zwingen einen zum Innehalten und zum Hinterfragen. In jedem Alter.

Zurück zur Lebensmitte. Wer gesund ist und sich daher auf „mehr“ konzentrieren kann, der hinterfragt. Wer Glück hat, stellt fest, dass er glücklich ist. Vielleicht nicht jeden Tag auf Wolke 7, aber grundzufrieden mit einem warmen Gefühl im Bauch. Wer das nicht ist, der stellt sich die Frage: „Wie kann ich glücklich werden?“, an welchen Stellschrauben muss ich drehen?

Hilfreich ist dann oft ein guter Gesprächspartner oder ein weißes Blatt und ein Stift. Denn Aufschreiben hilft:

  • Welche Dinge machen mein Leben aus?

  • Wie gewichte ich diese einzelnen Bausteine?

  • Bei welchem Anteil meines Glücks finde ich die Defizite?

  • Kann ich diese konkret benennen oder ist es vorerst nur so ein Gefühl?

Wenn ich die Defizite konkret benennen kann, dann kann ich sie auch ändern. Es gibt immer einen Weg zur Veränderung, wenn ich weiß, was oder wohin ich will. Wenn man den Weg nicht findet oder sich nicht herantraut, da hilft zum Beispiel ein Coach mit freiem Blick von außen. Auch wenn ich zwar ein Defizit spüre, es aber nicht benennen kann, dann hilft die Vogelperspektive. Das Gute ist: Sobald der Mensch weiß, wohin die Reise ab jetzt gehen soll oder gehen könnte, dann geht es schon besser. Dann ist da wieder ein Ziel. Und Ziele zu haben, das macht glücklich!

Nicht umsonst bestätigen ältere Menschen, dass sie ab diesem Wendepunkt so glücklich waren wie nicht zuvor. Es lohnt sich also, sein Leben ab und zu auch einmal kritisch auf den Prüfstein zu stellen. Wie wäre es als Jahresritual am 20. März, dem Welttag des Glücks?

Und bis zum nächsten Frühjahr meinerseits rundherum und rundheraus: VIEL GLÜCK!

Autor: Bettina Köste
Thema: Wie kann ich glücklich werden
Webseite: http://www.itake.care

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