Ratgeber Lifestyle

Ja, es stimmt, unser Körper spricht- und das tut er in der Regel schon deutlich bevor unser Mund überhaupt zu sprechen begonnen hat. Dieses Wissen haben mittlerweile viele Menschen.

mutig und selbstbewusst

Doch wie genau wir Körpersprache lesen und analysieren können und wie wir das dann in unser tägliches Tun integrieren ist vielen Menschen noch nicht bewusst- und das ist die eigentliche Herausforderung. Wenn wir unsere Körpersprache in unsere alltägliche Kommunikation bewusst integrieren möchten, dann müssen wir ihr erst einmal bewusst werden.

Wer die Wichtigkeit des Körpers als Ausdrucksinstrument in der Kommunikation erkennt, und sich entsprechend informiert, der wird schnell fündig. Das Netz und der Markt wimmeln vor Lektüre und DVDs die uns beibringen wollen wie wir unseren Körper entsprechend trainieren und die Körpersprache unseres Gegenübers am besten lesen und interpretieren können.

Oder wir landen schnell in Workshops und Kursen zu NLP (Neuro-Linguistischem Programmieren) und Co, die uns beibringen wie wir mittels Kalibrieren und diverser Spiegeltechniken in der Lage sind unseren Körper einzusetzen um schnell und ohne viele Worte eine Vertrauensbasis zu unserem Gegenüber herstellen zu können. Damit wir dann vielleicht sogar ins Leading und somit in die Gesprächsführung gehen können.

Doch in unserer heutigen, immer komplexer werdenden Zeit hat das linear kausale beobachten, analysieren und bewerten körpersprachlicher Elemente und das formelartige Anwenden gelernten Wissens ausgedient. Wer heute noch von verschränkten Armen direkt auf Verschlossenheit und Abwehr schließt, der folgt einem weit verbreiteten Missverständnis. Und wer sich stumpf bestimmte körpersprachliche Ausdrucksformen antrainiert die offensichtlich nicht seinem Typus entsprechen, macht sich schnell lächerlich und wirkt absolut gekünstelt.

Einfaches Anwenden von gelerntem Wissens und Methodik reicht in unserer heutigen Zeit nicht mehr! Denn wir wollen zunehmend wissen, mit wem wir es wirklich zu tun haben. Organisationen suchen sich ihre Mitarbeiter anders aus als früher und auch Bewerber haben heute ganz andere Ansprüche an Ihre Arbeitgeber als es noch vor einigen Jahren war. Eins haben beide gemeinsam: Sie wollen wissen mit wem sie es wirklich zu tun haben und möchten gleichzeitig beim Gegenüber den besten Eindruck hinterlassen. Aber wie hinterlassen wir den besten Eindruck im Vorstellungsgespräch? Die Antwort ist ganz einfach: von Innen nach Außen! Doch wie geht das?

Es braucht eine höhere Bewusstheit über meine Rollen, meine Werte, mein eigenes inneres System, meinen inneren Zustand, meine aktuellen Bedürfnisse, als auch über die Kontexte und Systeme in denen ich unterwegs bin und deren Aufgaben, Sinn, Bedürfnisse, etc.

Als Bewerber im Vorstellungsgespräch geht es in erster Linie darum mich sowohl als Individuum mit meiner Persönlichkeit vorzustellen, als auch zu zeigen ob ich für die Position/ die Rolle auf die ich mich bewerbe geeignet bin.

Wenn ich meine Körpersprache dafür souverän einsetzen möchte, ist die erste Voraussetzung, dass ich in mir selbst einen souveränen Zustand erzeuge und das gelingt mir dadurch, dass ich mich entsprechend auf das Gespräch vorbereite.

Unter anderem, in dem ich mir meine eigenen individuellen Werte und Wünsche bewusst mache und mein Motiv für meine Bewerbung aufrichtig hinterfrage und mir selbst beantworten kann. Dafür muss ich mich natürlich auch mit der Rolle/Position beschäftigen auf die ich mich bewerbe. Bringe ich alle entsprechenden Skills mit die ich benötige um den Erwartungen die an diese Rolle/ Position geknüpft werden entsprechen zu können? Und passt diese Position mit mir und meinen individuellen Vorlieben, Stärken und Zielen überhaupt zusammen? Würde ich mich in dieser Position wohl fühlen? Würde diese Position in mein Leben passen? Lassen sich Familie, Partnerschaft, Hobbies entsprechend leben wenn ich diese Position wirklich annehmen würde? Und nicht zuletzt- was ist das für eine Organisation bei der ich mich bewerbe? Was für ein Produkt/Dienstleistung bringt diese Organisation in die Welt? Mit welchem Sinn, welcher Absicht dahinter? Welches Leitbild hat diese Organisation, für welche Werte steht sie ein? Und würde ich gut zu dieser Organisation passen? Könnte ich mich mit dieser Organisation identifizieren und mich in die dort herrschende Kultur integrieren? Könnte ich Ich sein, oder müsste ich mich verbiegen?

Die beste und souveränste Körpersprache ist die, die uns selbst entspricht. Wenn wir wahrhaftig und ehrlich zu dem und hinter dem stehen können was wir kommunizieren untermalt und verstärkt unsere Körpersprache das was wir sagen. Wenn das Gesagte und das nonverbale Signal des Körpers für den Beobachter übereinstimmen spricht man von Kongruenz oder landläufig von einem authentisch empfundenen Verhalten. Und darum geht es in erster Linie. Einen Zustand zu erzeugen, in dem unser Körper wahrhaftig untermalt was unsere Worte sagen.

Und wenn wir Körpersprache in der heutigen Zeit sinnvoll nutzen möchten, dann kann ich nur empfehlen sie von Innen heraus entstehen zu lassen und sie nicht von Außen aufsetzen und/oder steuern zu wollen. Denn dadurch wirken wir oft eher maskenhaft, künstlich und das erzeugt bei unserem Gegenüber Misstrauen.

Natürlich können wir nicht in jeder Situation komplett ungefiltert ausdrücken was wir grade am liebsten sagen würden, wir müssen uns an gesellschaftliche Konventionen halten und uns je nach Kontext auch entsprechend anpassen und dort kultivierte Regeln befolgen. Und es ist sehr gut und nützlich dass wir das können. Und ja-  unser Körper wird auch in diesen Momenten reagieren und dann sogenannte Mikroausdrücke oder kleine körpersprachliche Auffälligkeiten wählen um sich damit mitzuteilen. Und das sind die Momente in denen unser Körper etwas sendet was nicht zu unserer „normalen“ entspannten Körpersprache gehört sondern irgendwie auffällig- anders ist. Und das wird Deinem Gesprächspartner vielleicht auffallen wenn er sensibel ist, oder auf das Wahrnehmen und Analysieren von Körpersprache geschult ist.

Auch hier ist der Schlüssel Bewusstheit... wenn ich mir dessen bewusst bin, dass ich da in diesem Kontext meine innere Wahrheit nicht vollumfänglich äußern kann/darf, dann verhalte ich mich anders als es mir eigentlich entspricht und das kann man vielleicht sehen. Mit dieser Bewusstheit können wir wieder ganz anders in Kontakt gehen und unser Körper muss weniger auffällige Signale senden. Und je nachdem wie bewusst wir uns dessen sind, können wir uns ebenso auf unangenehme Fragen vorbereiten.

Was sind meine Angst Fragen? Was hoffe ich, was mein Gesprächspartner in meinem Lebenslauf nicht entdecken soll? Wo ist mein wunder Punkt? Wo fühle ich mich unsicher oder angreifbar?

Und dann entscheide ich bewusst nicht in diesem Zustand bleiben zu wollen! Bleibe nicht in dem Zustand: „Hoffentlich falle ich damit nicht auf... oder hoffentlich fragt mich keiner..... sondern stelle mir vor genau das würde passieren. Was möchte ich am liebsten antworten? Wie kann ich souverän reagieren? Wenn uns hier selbst nichts einfällt fragt einen Freund, wie er souverän reagieren würde auf eine solche Frage und dann bereitet Euch auch hier vor. Das steigert das Gefühl an Sicherheit und erhöht die Souveränität im Gespräch. Wenn wir uns sicherer fühlen, wird unser Körper das ebenso kommunizieren.

Also, bevor Ihr Euch Bücherweise Lektüre über Körpersprache aneignet und versucht Euer Gegenüber zu analysieren oder für euch selbst eine Choreographie einzustudieren.... fangt bei euch selbst an und lernt eure eigene von Innen heraus entstehende Körpersprache kennen und lebt diese so authentisch wie euch möglich aus.

Denn nur wenn durchscheint wer Du wirklich bist kannst Du wirklich überzeugen und herausfinden ob dieser Job, diese Stelle, diese Position, diese Organisation wirklich zu Dir passt!

Und wenn Du Lust auf eine erste kleine Übung dazu hast, dann stell Dich doch mal vor den Spiegel,  oder besser noch, nimm ein kurzes Video mit Deinem Handy auf. Fange klein an und beobachte wie sich Deine Körpersprache- Dein Ausdruck verändert wenn Du Deinen Namen und Dein Geschlecht sagst. Und im Anschluss das Gesagte wiederholst, aber einen Namen wählst der nicht Deiner ist- und behauptest Du gehörst dem anderen Geschlecht an.

Und wenn Du es etwas komplexer haben möchtest, dann erzähle eine Geschichte die Du erlebst hast- 2 bis 3 Min und nimm Dich dabei auf. Erzähle sie zuerst komplett so, wie Du sie erlebt hast. Und dann nimm die Geschichte erneut auf und ändere sie ein wenig... schmücke sie aus, dramatisiere, entfremde sie ein wenig, lasse eigentlich wichtige Dinge weg, oder erzähle Teilaspekte die nicht Deiner Wahrheit entsprechen, lüge,... Und dann schaue Dir das Video in Ruhe an und vergleiche Deine Körpersprache. Was fällt Dir auf? Was tut Dein Körper wenn Du deiner Wahrheit entsprechend kommunizierst und was tut er wenn Du Dich nicht komplett zeigst, oder aussprichst was Du wirklich denkst oder fühlst?

Übrigens auch spannend das mit einer anderen Person gemeinsam auszuprobieren und gemeinsam zu analysieren. Denn jemand anders sieht immer nochmal andere spannende Dinge die Dir selbst oft nicht bewusst sind.

Viel Spaß und Erkenntnis beim Ausprobieren und natürlich viel Erfolg beim Finden der Position die wirklich zu Dir passt!

Silke Krause- SKillCare

Autor: Silke Krause
Thema: Körpersprache Vorstellungsgespräch
Webseite: http://www.skillcare.de

 

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