Beruflichen Erfolg und Aufstieg streben viele Menschen an. Sich selbst zu verwirklichen, Ansehen und Status zu erreichen, Anerkennung zu ernten und auch nicht zuletzt finanziell gut aufgestellt zu sein, sind nur einige Motive.

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Und immer wieder stellt sich die Frage, wie kann ich Karriere machen? Wir blicken auf die Topmanager*Innen, Politiker*Innen oder Firmenmagnate und fragen uns immer wieder: „Wie hat der/die das geschafft? Ist der oder diejenige denn wirklich so viel besser als ich? Was haben diese Menschen, was ich nicht habe?“

Diese Fragen wurden auch immer wieder betreffenden Personen gestellt. Die Antworten beliefen sich auf Mut, Kompetenz, Glück, Einsatzwillen, Beziehungen etc. Alles in allem also keine Antworten, die hier wirklich weiterbringen. Auch die Wissenschaft versucht sich an dieser Frage, erhebt permanent Statistiken. Prof. Wolfgang Mayrhofer als einer der führenden Wirtschaftswissenschaftler hat in seinen Studien einige Faktoren herausgestellt, die sich sowohl auf die subjektive als auch objektive Karriere beziehen. Er benennt als Erfolgsfaktoren unter anderem Führungsmotivation, Geschlecht, soziale Herkunft, Selbstinszenierung und Beziehungspflege. Er hat ebenfalls festgestellt, dass sich die Karrierefaktoren im Vergleich zum Ende des 20. Jahrhunderts deutlich verändert haben. Während vor 20 Jahren nach seinen Erkenntnissen, die Beziehungspflege ein sehr deutlicher und vorrangiger Faktor war, um beruflich erfolgreich zu sein, so ist dies nach seinen statistischen Ermittlungen nun vom Faktor der Selbstinszenierung abgelöst.

Bevor wir uns der Frage nähern, wie Karriere gemacht wird, muss klar sein, was für jeden einzelnen Karriere bedeutet. Es gibt objektive Karrieren, welche sich an Einkommen, Führungsverantwortung, Personalverantwortung etc. orientieren. Und es gibt eine subjektiv empfundene Karriere. Diese empfundene Karriere richtet sich nach den persönlich für sich definierten Orientierungspunkten, wie beispielsweise Selbstbestimmung, Work-Life-Balance, thematische Selbstverwirklichung etc. Die zentrale Frage ist also: „Was bedeutet Karriere für mich?“ oder „Wodurch empfinde ich mich als erfolgreich?“

Die subjektiv empfundene Karriere ist für jede Person etwas anderes. Und die subjektiv definierten Kriterien können sich durchaus verändern, ebenso wie sich persönliche Ziele, Lebenssituationen und Vorstellungen verändern. Und je nach für sich persönlich definierten Erfolgskriterien, variiert auch die persönliche Herangehensweise zur Erreichung des individuellen Erfolges.

Für die objektive Karriere gibt es gesellschaftlich definierte Kriterien, an denen wir messen, ob und wie erfolgreich wir sind. Diese objektive Karriere erkennen wir beispielsweise an der Einkommenshöhe, der Anzahl der unterstellten Mitarbeitenden, der Führungsposition, der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit, oder auch der Managementverantwortung. Ganz platt gesagt, erkennen wir objektiv beruflich erfolgreiche Menschen an ihren finanziellen Möglichkeiten, also dem teuren Sportwagen, der Größe des Hauses, dem Luxusurlaub, der kostspieligen Uhr. Und wir messen sie daran, wie vielen Personen gegenüber sie weisungsbefugt sind, also wem sie sagen können, was diese zu tun und zu lassen haben. Damit gewinnen wir den Eindruck, dass beruflich objektiv erfolgreiche Menschen immer die Kontrolle über alles und jeden haben, sich niemals anpassen müssen und sich die Welt um sie dreht. Im Gegensatz ist dazu das Bild des männlichen Workoholics mit einer 60-80 Stundenwoche ebenso weit verbreitet und wird durch Herrn Prof. Mayrhofers gewonnene Erkenntnisse unterstützt. Nach seiner Auffassung macht Karriere, wer eine hohe Führungsmotivation hat und beruflich keine Pause einlegt. Pausen schaden der Karriere. Hierbei ist es egal, ob eine Frau in Elternzeit geht, oder sich ein Mann ein Sabbatical Jahr als Auszeit nimmt. Statistisch ist jedoch die Häufigkeit der Karriereunterbrechung durch Kinder bzw. Schwangerschaften deutlich mehr bei Frauen anzutreffen.

Die Karrierefaktoren im Einzelnen:

Führungsmotivation

Wer eine objektive Karriere machen möchte, muss eine hohe Motivation besitzen, Menschen zu führen. Das bedeutet, dass ich als Führungsperson täglich bereit sein muss, Entscheidungen zu treffen, die mittelbare und unmittelbare Auswirkungen auf mich selbst und alle mit beteiligten Personen, Gruppen, oder Teams haben. Es muss eine Bereitschaft vorhanden sein, die Verantwortung auch für das Wohl und Sein anderer Personen zu übernehmen. Um Menschen zu führen, ist die Fähigkeit zu klaren Entscheidungen notwendig, ebenso das verantwortungsvolle Bewusstsein, dass eben diese Entscheidungen auch negative Auswirkungen auf beteiligte Personen haben können. Mitarbeitende einstellen, beurteilen oder kündigen dürfen, erscheint auf den ersten Blick verlockend, hat jedoch existenzielle Auswirkungen auf die betreffende Einzelperson. Auch Fehlentscheidungen, welche getroffen werden, können sich mit schwerwiegenden Folgen sowohl auf das Unternehmen selbst als auch auf Mitarbeitende auswirken. In der Führungsmotivation ist es absolut notwendig, diese hohe Verantwortlichkeit tragen zu wollen. Wer diese Führungsmotivation in Klarheit und bewusster Verantwortlichkeit mitbringt, diese zeigt und lebt, erfüllt den derzeit als karriereförderlichsten Faktor, um erfolgreich zu sein.

Selbstinszenierung

„Tue Gutes- und rede darüber!“ Dieser Satz beinhaltet die erforderliche Selbstinszenierung. Fachkompetenz allein macht keine Karriere, solange sie niemand sieht. Und durch den erfolgten Wandel der vergangenen 20 Jahre ist auch nicht mehr alleine darauf Verlass, dass durch die gute Beziehung zu meinem Vorgesetzten eben diese Kompetenz auch anderen sichtbar gemacht wird und so Karriere entsteht. Es ist somit nicht nur wichtig, wen wir kennen, sondern „Wer kennt und erinnert sich an Dich!“ Hier die eigenen Stärken und Kompetenzen individuell in Szene zu setzen, seine Erfolge zu feiern und auch für andere sichtbar sein lassen, vermittelt das Bild von Selbstbewusstsein und Engagement. Selbstverständlich ist hier die Gefahr als hochmütig, oder arrogant zu gelten und somit auf Ablehnung zu stoßen. Steve Jobs (Apple) inszenierte sich in Person als Kopf und Herz von Apple, was seinen Erfolg stetig vorantrieb. In der Selbstinszenierung wird ein persönliches Image kreiert, wie wir wahrgenommen und gesehen werden möchten. Welche Form der Selbstinszenierung förderlich ist, hängt von der angestrebten Position und Karriere ab. Ein Journalist benötigt beispielsweise eine andere Selbstinszenierung als ein Finanzberater.

Beziehungspflege

Networking ist inzwischen weniger wichtig geworden als die Selbstinszenierung. Allerdings führen positive Beziehungen und positive Assoziationen von Personen zu uns ebenso zu langfristigem Erfolg. Unsere Beziehungen zu unseren Kolleg*Innen, (ehemaligen) Vorgesetzten oder früheren Arbeitgebern, Kunden und Kontaktpersonen, treten in Wechselwirkung mit unserer Selbstinszenierung. Wenn es uns ein Anliegen ist als motiviert und leistungsbereit wahrgenommen zu werden, ist es nicht förderlich, wenn uns ehemalige Kollegen als faul und schludrig beschreiben. Auch Empfehlungen durch unser Netzwerk kommen nur dann zustande, wenn positive Beziehungen bestehen. Dies bedeutet jedoch nicht wie früher, sich einzuschleimen und permanent Gefälligkeiten zu erbringen, sondern authentisch und respektvoll unserer Umwelt zu begegnen. Beziehungen werden gepflegt, wenn ich als authentisch wahrgenommen werde und das Gegenüber sich ebenfalls respektiert und wahrgenommen fühlt. Den anderen anzuerkennen mit derselben Anerkennung, die wir uns für uns selbst wünschen für unsere Leistung und unser Sein, wirkt sich sowohl positiv auf die Beziehungsgestaltung als auch auf die Selbstinszenierung aus, es sei denn man möchte eine andere Wirkung erzielen. Loyalität und Solidarität spiegeln weiterhin Grundpfeiler in unserer Beziehungspflege. Nur ein Vorgesetzter, der sich der Loyalität seiner Mitarbeitenden sicher ist, wird diese fördern.

Leistungsmotivation

Die Bereitschaft für die Karriere eine hohe Leistung zu erbringen, ist unabdingbar. Wer Karriere machen möchte, muss bereit sein, seinem Beruf und seiner Karriere einen sehr hohen Stellenwert im eigenen Leben einzuräumen. Dies beginnt nicht zuletzt damit, das angestrebte Studium auch schnell zu absolvieren. Dabei geht es nicht um das zwingend frühere Erreichen des Abschlusses mit dem damit verbundenen früheren Einstieg ins Berufsleben, sondern um die Demonstration einer Leistungsmotivation auch über einen längeren Zeitraum. Um objektiv beruflich erfolgreich zu sein und Karriere zu machen, muss die Bereitschaft und Motivation zu dauerhaft hoher Leistung gegeben sein. Dies kann sowohl durch das Erreichen einer hohen fachlichen Kompetenz, permanente Lern- und Entwicklungsbereitschaft, Mehrarbeitsstunden, oder auch die freiwillige Übernahme zusätzlicher Verantwortungen gezeigt werden.

Zusammenfassend kann man sagen: Karriere macht der, der führen möchte, dies zeigt und sich zeigt, sein Image pflegt, ein starkes Netzwerk betreibt mit positiven Beziehungen und einer hohen Leistungsbereitschaft seine Ziele verfolgt, ohne sich auf bestimmte zu erreichende Positionen in beispielsweise einem bestimmten Unternehmen zu versteifen. Das Ziel muss klar angestrebt werden bei gleichzeitiger Flexibilität Chancen zu ergreifen, wenn sich diese bieten.

Autor: Henrich-Eggert Manuela, Coach
Thema: Wie macht man Karriere?
Webseite: https://www.Coaching-Rhein-Main.info

Autorenprofil Henrich-Eggert Manuela:

Manuela Henrich-Eggert als Expertin und Coach begleitet seit vielen Jahren Klienten aller Branchen auf Ihrem beruflichen Weg. Sie kombiniert dabei hohe Fachkompetenz mit Empathie, fundierte Kenntnisse der Arbeitsmarktentwicklung, der Wirtschaft und Psychologie. Ihr Ansatz der Stärkung der individuellen Potentiale und Fokussierung der persönlichen Stärken führt durch den Perspektivwechsel sowohl für den einzelnen Klienten als auch für Unternehmen und Teams zu einem nachhaltigen Mehrwert. Für weitere Informationen sind Sie herzlich eingeladen Frau Henrich-Eggert unter www.coaching-rhein-main.info zu besuchen.

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