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„Was können Sie mir schon neues über chronische Schmerzen erzählen?...“

Eigentlich war das gar keine Frage. Die Dame war als Begleiterin mit ihrer Tochter in meiner Praxis. Ihr sportlich aktives Kind brauchte Unterstützung im Spagat zwischen der Schule und dem Leistungssport. So lernten wir uns kennen.

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Die Leidensgeschichte dieser Frau ist lang. Seit ihrer Pubertät leidet sie unter heftigen Migräneattacken, die sie an den meisten Wochenenden und auch oft unter der Woche plagen. Sie hat gegen diese "chronischen Schmerzen" schon mehrere schulmedizinische und naturheilkundliche Verfahren ausprobiert. Alles mit mäßigem Erfolg. Außerdem möchte sie nicht älter werden, und schon gar nicht in die Wechseljahre geraten. Aber genau das ist ihre letzte Hoffnung: Bereits ihre Mutter litt unter Migräne und erst nach der Menopause hat sich die Migränesymptomatik stakt nachgelassen, so dass die Frau sich endlich nicht mehr vor ihren Wochenenden fürchten musste.

Was sind chronische Schmerzen?

Laut medizinischer Definition kann man über chronische Schmerzen reden, wenn sie (unabhängig von den Ursachen) zwischen drei und sechs Monaten bestehen und innerhalb zwei Jahren immer wieder kehren.

Vor dreißig Jahren hieß es – man kann kein Schmerzgedächtnis haben. Heute weiß man, dass dem nicht so ist. Der Körper wird auf bestimmte Weise auf den Schmerz sensibilisiert, selbst wenn der Reiz nicht der ursprünglichen Ursache entspricht. Das bedeutet, dass wenn man unter Dauerschmerz durch eine körperliche Verletzung leidet, und es beispielsweise passieren kann, dass etwas wärmere Luft, als die, die man gewöhnt ist, als heiß und schmerzlich empfindet. Dass sich sogar eine leichte Berührung als grauenvoll anfühlt.

Warum empfinden wir Schmerzen?

Wir Menschen brauchen das Empfinden des Schmerzes als Warnsignal. Menschen, die durch bestimmte Erkrankungen keinen Schmerz empfinden können, leben nicht lange. Doch wann werden wir zum chronischen Schmerzpatienten? Meiner Erfahrung nach erst dann, wenn wir unseren Körper lang genug ignorieren oder wenn wir die Logik des Körpers im Zusammenhang mit Umweltfaktoren oder den Lebensumständen nicht verstehen können.

Ursachen von Chronischen Schmerzen

Chronischer Schmerz besteht aus mehreren Faktoren.

Zum einen aus dem körperlichen Leiden wie:

  • Entzündungsprozessen
  • Vegetative Störungen
  • Muskel-, Nerven-Gelenkschäden

zum zweiten aus psychischen Leiden wie:

  • Sorgen, Ängste
  • Hilflosigkeit

und zum dritten aus sozialem Leiden:

  • Stress in der Familie
  • Stress am Arbeitsplatz
  • Ausgrenzung

In meine Praxis  bekomme ich oft Schmerzpatienten mit einer langjährigen Vorgeschichte. Ausnahmslos bei allen diesen Patienten ist einer der Punkte: Körper, Psycho, Sozium (nicht immer in dieser Reihenfolge) ein Auslöser der chronischen Schmerzen. 

Bei einem von ihnen war es der Stress bei der Arbeit, der irgendwann zu starken Schmerzen im Rücken geführt hatte. Durch bildliche Diagnoseverfahren (MRT, Röntgen) wurde das aber nicht bestätigt. Schmerzen wurden durch Medikamente gelindert, die Ursache blieb da. Als nächster logischer Schritt für seinen Körper war Verstimmung, Aussichts- und Hilflosigkeit. Der Dreierkreis hat sich geschlossen. Dieser Patient kam fünf Jahre später, nachdem es passiert ist, zu mir. Seine Hauptbeschwerde waren "Chronischen Rückenschmerzen“, sagte er. „Ich kann mich kaum bewegen! Wenn es kälter wird, geht es mir noch schlimmer! Wie kann es sein, dass auf den Bildern nichts zu sehen war?!“…

Nun ja: laut einer großen Studie, die sich mit Röntgenbilder und der tatsächlichen Symptomatik der Patienten beschäftigt, stimmen diese überhaupt nicht miteinander überein. Und das ist nicht alles: Das Ergebnis war nah zu 50/50! Man hat den Medizinern Röntgenaufnahmen von Wirbelsäulen vorgelegt mit der Bitte sie nach möglicher Symptomatik zu beurteilen. Erstaunlicherweise waren die Ergebnisse absolut nicht deutlich. Auf manchen Bildern mit offensichtlichen degenerativen Bandscheibenschäden wurde von den Patienten nicht über Rückenschmerzen berichtet und umgekehrt: Bei dem Bild mit unauffälliger Wirbelsäule hat der Patient über heftige langanhaltende Schmerzen geklagt.

Es ist nicht immer unser Körper, der das Leiden hervorruft. Bei vorherigem Patienten war es, wahrscheinlich, der Arbeitsstress, das sogenannte Sozium. Das haben wir erst nach einigen Sitzungen herausgefunden. Anschließend ging es ihm zunehmend besser. Er hatte begriffen, dass sein Körper seinen seelischen Schmerz „verkörpert“ hat. Auf diesem Weg musste er auch nach Lösung suchen. und mit dieser Erkenntnis haben wir uns auf die Suche nach einer Lösung begeben können.

Alter und Schmerzsystomatik

Statistisch gesehen, gibt es keine absolute Korrelation zwischen dem Alter der Menschen und der Schmerzsymtomatik, besonders in Bezug auf die Wirbelsäule bzw. Rückenschmerzen. Ganz im Gegenteil: Mit dem Erreichen des Rentneralters lassen die Rückschmerzen nach. Theoretisch wäre es logisch, dass mit zunehmendem Alter und Fortschreiten der degenerativen Prozesse im Körper auch das Ausmaß und die Intensität der Schmerzen zunehmen würden. Dem ist aber nicht so. Das bedeutet, dass unser Körper auch hier nicht als „Verursacher“, sondern lediglich als „Vermittler“ des  Schmerzens gelten soll.

Der chronische Schmerz sucht sich manchmal in unserem Körper „den richtigen Platz“, nämlich dort, wo er gehört wird. Ein Patient  kam in die Praxis mit Schmerzen im Handgelenk und Daumen. Nach seinen eigenen Aussagen sei nichts Dramatisches passiert: das hat irgendwann mal angefangen. Dann ging es weg. Und jetzt war es wieder da. Schmerztabletten und Salben helfen wenig. Ah ja! Vor drei Jahren hatte er einen kleinen Haushaltunfall und ist auf diese Seite auf die Schulter gefallen. Nein, nichts kaputt. Ja, nach dem das Hämatom abgeklungen ist und nach einer Weile Schulterschmerzen ist alles  in Ordnung gewesen. Nein, er hat keine Physiotherapie machen lassen, wozu auch. Und nein, er hat gar keine Probleme mit der Schulter, nur mit dem Handgelenk und Daumen. Ja,  besonders, wenn er seine Winterjacke anziehen soll. Da sind wir wieder zurück zu seiner Schulter gekommen! Die Schonhaltung wegen der Schulterschmerzen hat dazu geführt, dass einige Dreh- und Ziehbewegungen  automatisch von Handgelenk und Ellenbogen übernommen wurden. Der Mensch realisierte das nicht einmal. Das haben wir unserem Körper und der Natur zu verdanken. Ein notwendiger Kompensationsmechanismus wird eingeschaltet, damit der  Körper/Mensch „funktionieren“ kann. Wenn aber dem eigentlichen Grund keine Aufmerksamkeit gewidmet wird und die Kompensation weiter besteht, führt es manchmal dazu, dass erst das schwächste Glied in dieser Kompensationskette das Schmerzsignal auslöst.  Was, vermutlich, bei diesem Mann und seiner Schulter passiert ist. 

Wie oft sind wir taub zu unserem Körper und uns selbst? Wie oft bagatellisieren wir das Geschehen um uns herum? Wie oft ignorieren wir die Signale unseres Körpers? Klar, wenn wir um die zwanzig sind, sind wir unverwundbar! Erst später kommen die Erkenntnisse und die Weisheiten über das  Leben. Bis dahin ignorieren wir unseren Körper fleißig.

 „Tu deinem Körper etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen“

Dieses Zitat von Teresa von Ávila der Großen, einer katholischen Heiligen sollte man vielleicht doch verinnerlichen und die Beziehung zu unserem Körper überdenken, damit die Schmerzen als Warnsignal immer für uns da sind. Und damit der chronische Schmerz überhaupt keine Chance hat in unserem Körper zu  hausen.

Autor: Ekaterina Ring-Rusanova
Thema: Chronische Schmerzen
Webseite: http://www.heilpraxisring.de



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