Wenn die warme Jahreszeit naht, beginnt für viele Menschen eine schwierige Zeit: die „Heuschnupfen-Saison“, die je nach Wetterlage über mehrere Monate andauern und zu verschiedenen, unangenehmen Beschwerden führen kann.

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Bei der Gräserpollenallergie leiden die Betroffenen unter verschieden stark ausgeprägten Symptomen, die einem klassischen Schnupfen ähneln.

Gräserpollenallergie und Heuschnupfen – wo ist der Unterschied?

Als Heuschnupfen oder allergische Rhinitis bezeichnet man allgemein allergische Reaktionen auf jegliche Art von Pollen. Diese stammen je nach Jahrszeit von Baum- und Stäucherblüten, Gräser- und Getreide- oder Kräuterblüten.

Im Gegensatz zu den sogenannten Frühblühern wie Hasel, Erle, Birke und den Wiesenkräutern, welche im Spätsommer und Herbst aktiv sind, treten die Gräserpollen hauptsächlich im Zeitraum von März bis September auf. Durch die unterschiedlichen, sich überschneidenen Blühzeiten der einzelnen Gräser ist eine Abgrenzung zwischen den verschieden Arten jedoch kaum möglich. Auch Getreidepollen kommen hauptsächlich während der Sommermonate vor. Daher bringt oft nur ein Allergietest Klarheit.

Welche Symptome können bei einer Gräserpollenallergie auftreten?

Die Symptome entstehen vor allem dort, wo der direkte Kontakt mit den Pollen stattfindet: an den Augen, der Nase und den oberen Atemwegen, also Hals und Rachen, ähnlich wie bei einer starken Erkältung.

Im Unterschied zum eher langsamen Beginn bei grippalen Infekten treten die Allergiesymptome sehr akut auf: Es kommt zu plötzlichen starken Schwellungen und Reizungen der Nasenschleimhaut mit Fließschnupfen, Niesanfällen und Juckreiz in Nase und Rachen.

Begleitend kommt es zu Augenrötungen, Tränenfluss, Juckreiz und Fremdkörpergefühl, also Reizungen bzw. Entzündungen der Bindehaut (=Konjunktivitis).

Bei ca. 30% der Betroffenen stellt sich Stunden oder Tage später eine Beteiligung der Bronchien ein. Hierbei kann es zu Symptomen wie Husten bishin zu Atemnot und Asthma kommen.

Dies wird häufig als „Etagenwechsel“ bezeichnet, welcher ein Übergreifen der allergischen Beschwerden auf Bronchien und Lunge bedeutet.

Oft kommt es nach jahrelang bestehenden Allergien zum „Etagenwechsel“, vor allem, wenn keine Behandlung erfolgt. Diese Form des Asthmas wird auch exogenes (=von außen/durch äußere Faktoren verursacht) oder allergisches Asthma bronchiale genannt.

Zusätzlich treten bei den vielen Betroffenen Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsminderung, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten auf.

Wenn die Allergien sehr ausgeprägt sind, kann es zu Hautausschlägen mit starkem Juckreiz und der Bildung von „Quaddeln“ kommen. Dieses Symptom, auch Nesselsucht (=Urticaria) genannt, kann einzeln oder zusammen mit den oben genannten Beschwerden auftreten.

Die Gräserpollenallergie gehört zum Typ der Sofortallergie (Typ I-Allergie).

Das bedeutet, die Immunantwort beginnt direkt nach Kontakt mit den auslösenden Pollen.

Es besteht daher die Möglichkeit eines „Allergieschocks“ mit Kreislaufversagen.

Bei akuter Atemnot, Übelkeit, Schwindelgefühlen u.ä., ist eine sofortige medizinische Behandlung erforderlich!

Wie entstehen die Symptome?

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Ähnlich wie bei einem Infekt, zB einer „Erkältung“ oder Grippe, wird bei einer Pollenallergie ebenfalls das Abwehrsystem des Körpers aktiviert.

Bei einer Infektion mit Viren oder Bakterien werden spezifische Antikörper gebildet, die direkt gegen jeweiligen den Erreger wirken (Typ IGA, IGM, oder IGG).

Im Unterschied dazu ist es jedoch bei der Allergie kein Erreger, der die Abwehrzellen mobilisiert, sondern Bestandteile von Pflanzen, welche als Fremdstoffe wahrgenommen werden, die bekämpft werden müssen.

Die bei einer Pollenallergie produzierten Antikörper gehören zum Typ IGE, welche eine schnelle Reaktion des Immunsystems bedeuten („Soforttyp“ oder Typ I-Allergie).

Diese Antikörper bewirken wiederum eine Aktivierung sogenannter „Mediatoren“ wie Histamin, Interleukin und andere „Immunbotenstoffe“. Diese Mediatoren sind für die Vielzahl der Symptome verantwortlich.

Die allergische Rhinitis und das allergische Asthma nehmen auch häufig einen chronischen Verlauf.

Dabei sind noch zusätzlich Antikörper des Typs IGG oder IGM beteiligt. Man bezeichnet diese Variante als Typ IV-Allergie.

Welche Rolle spielt Histamin?

Histamin ist im Körper als Gewebshormon, Neurotransmitter und Immunbotenstoff wirksam, wobei es wichtige Aufgaben erfüllt. Chemisch gesehen zählt es zu den biogenen Aminen. Diese sind Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels.Wenn es wie bei der allergischen Reaktion im Übermaß produziert wird, kann es zu Symptomen wie Juckreiz, Hautquaddeln, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Blutdruckabfall führen, da es die Blutgefäße erweitert, das Lymphsystem aktiviert und Entzündungen fördert.

Zudem werden für seinen Abbau Enzyme benötigt, hauptsächlich DAO (=Diaminoxidase), welche bei manchen Menschen nur unzureichend produziert werden (Histaminintoleranz).

Dadurch kann die unerwünschte Wirkung des Histamins noch verstärkt werden.

Wie entsteht eine Gräserpollenallergie?

Die allergische Reaktion auf Pollen wird durch eine vorhergehende Sensibilisierung ausgelöst, d.h., es gibt einen oder mehrere Faktoren, welche das Abwehrsystem sozusagen falsch programmieren.

In Folge dessen reagieren die Immunzellen überempfindlich auf Stoffe, die normalerweise keine Gefahr für den menschlichen Organismus darstellen.

Über diese auslösenden Faktoren gibt es unterschiedliche Theorien. In vielen Fällen liegt jedoch schon von Geburt an eine genetische Veranlagung (=Disposition) vor, die über Generationen weitervererbt wird.

Aus ganzheitlicher Sicht kommen häufig weitere (=sekundäre) Auslöser hinzu, die diese Veranlagung zum Ausbruch bringen können. Hierzu zählen häufige Infekte, andere Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen, sowie längerfristige oder wiederholte Medikamenteneinnahmen.

Was ist noch zu beachten?

Bei allen Pollenallergien gibt es sogenannte Kreuzallergien, d.h., das Immunsystem reagiert auf bestimmte Stoffe mit der gleichen Reaktion wie auf die auslösenden Pollen.

Es wird vermutet, dass die Allergene sich in ihrer Struktur ähneln und es daher zu einer Art „Verwechslung“ kommt, indem die Immunzellen die Auslöser als gleichwertig erkennen.

Bei den Gräserpollen gibt es Kreuzreaktionen zu Obstsorten wie Ananas und Kiwi, teilweise zu Getreidepollen, Olivenpollen, oder Latex.

Betroffene mit diesen Allergien können also ebenfalls im Rahmen einer Kreuzallergie auf Gräserpollen reagieren.

Frühzeitige Behandlung ist wichtig!

Je früher eine Pollenallergie erkannt und behandelt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu chronischen Beschwerden kommt, die sich von Jahr zu Jahr verstärken.

Es gibt inzwischen eine Reihe von Möglichkeiten der Allergiebehandlung, schulmedizinisch und/oder mit Hilfe naturheilkundlicher Methoden.

Autor: Carola Olbricht
Thema: Gräserallergie Symptome
Webseite: https://www.naturheilkunde-tmp.de

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