Schwindel plagt jedes Jahr eine Vielzahl von Menschen in Deutschland.

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Dem TK-Gesundheitsreport (2020) der Techniker Krankenkasse zu Folge seien im Jahr 2019 insgesamt 11.657 Patienten an insgesamt 180.209 Tagen mit der Diagnose Schwindel arbeitsunfähig gemeldet worden.(1) Dies entspricht 15,7 Krankheitstagen pro Person im Jahr.

Aber warum leiden so viele Menschen jedes Jahr an Schwindel und wo ist der Ursprung? Ich kläre auf!

Was ist Schwindel?

Schwindel stellt im eigentlichen Sinn keine Erkrankung sondern ein multisensorisches Syndrom dar. Das bedeutet, dass viele widersprüchliche Sinnesempfindungen auf das Gehirn einwirken und das Gehirn diese Informationen nicht korrekt verarbeiten kann. Dies macht Schwindel in seinen Ursachen hochkomplex und die Mediziner in der Ursachenfindung bis heute uneins. Schwindel ist nicht gleich Schwindel.

Wie entsteht Schwindel?

Wie Schwindel genau entsteht hängt ganz von der Ursache ab. Im Allgemeinen entsteht Schwindel durch ein Ungleichgewicht zwischen der Sinneswahrnehmung und der räumlichen Orientierung. Das bedeutet, dass die Augen, das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und die Muskulatur (Gelenkstellung) unterschiedliche Informationen an das Gehirn übermitteln. Diese widersprüchlichen Informationen sorgen für eine gestörte Körperwahrnehmung und somit zum Schwindel.

Was ist das Gleichgewichtsorgan?

Bei dem Gleichgewichtsorgan, auch Vestibularsystem genannt, handelt es sich um ein System, das die Stellung des Kopfes wahrnimmt und an das Gehirn übermittelt. Es befindet sich im Innenohr und ist eine Kammer mit drei bogenförmigen Gängen. Diese Bogengänge gehen von der Kammer ab und enden wieder an einem anderen Punkt der Kammer. Die Bogengänge teilen sich in einen vorderen, einen seitlichen und einen hinteren Bogengang auf. Die Kammer und die Bogengänge sind mit Wasser gefüllt. In dem Wasser der Kammer befinden sich kleine Kristalle, die Otolithen. Zwischen der Kammer und den Bogengängen, also im Übergangsbereich, sind Sinneszellen, die auch als Haarzellen bezeichnet werden. Diese Haarzellen haben die Aufgabe, eingehende Informationen aufzunehmen und weiterzuleiten.

Wie funktioniert das Gleichgewichtsorgan?

Wie zuvor beschrieben, befinden sich kleine Kristalle in der Kammer des Gleichgewichtsorgans, die sich bei Bewegung des Kopfes in der Flüssigkeit der Kammer hin und her bewegen. Je nach Bewegung verlagern sich die Kristalle auch nur in eine Richtung in der Kammer. Dort berühren sie dann die Haarzellen in der Kammer. Dies wird von dem Gleichgewichtsorgan als Beschleunigung nach vorn oder zur Seite wahrgenommen. Am Eingang der Bogengänge befinden sich ebenfalls Haarzellen. Diese Haarzellen werden erregt, wenn der Kopf sich in Drehbewegung befindet. Die Flüssigkeit in den Bogengängen verbiegt die Haarzellen am Eingang der Bogengänge, die dann wiederum die Informationen an das Gehirn weiterleiten. So ist z. B. der vordere Bogengang für die vertikale, der seitliche für die horizontale und der hintere Bogengang für die seitliche Informationsaufnahme der Kopfbewegung verantwortlich. Sollte sich einmal ein solcher Kristall aus der Kammer lösen und in einen Bogengang verlagern, so werden die Haarzellen dauerhaft von der Innenseite des Bogenganges stimuliert. Da die Flüssigkeit ebenfalls im gleichen Moment für Erregung an den Haarzellen der Bogengänge bei Drehbewegungen sorgt, kommt es im selben Bogengang schon zu widersprüchlicher Informationsaufnahme. Gleichzeitig bewegen sich die Kristalle in der Kammer, welche wiederum die kammereigenen Haarzellen erregen. Dies führt letztlich zu drei unterschiedlichen Informationen, die im Gehirn keiner adäquaten Kopfstellung zugeordnet werden kann und somit zum Schwindel führt.

Wie kann Schwindel unterschieden werden?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Schwindel zu unterscheiden. Die einfachste Methode ist die Schwindelart nach ihrem Erscheinungsbild zu bestimmen.

Je nach Erscheinungsbild des Schwindels ergibt sich eine der der nachfolgenden Schwindelarten:

Lagerungsschwindel

  • Tritt bei Kopfbewegungen auf, z. B. Beugung, Seitneigung oder Drehung
  • Wird von Betroffenen häufig als heftig und einschlägig beschrieben, ist aber nur von kurzer Dauer. Wird die Kopfbewegung eingestellt, lässt der Schwindel binnen kurzer Zeit wieder nach.
  • Häufig verbunden mit vegetativen Symptomen wie Schwitzen

Anfallartiger Drehschwindel

  • Tritt plötzlich auf
  • Starkes Schwindelgefühl, das wenige Sekunden bis Minuten andauert
  • Ggf. Übelkeit
  • Risiko einer erhöhten Fallneigung

Dauerhafter Drehschwindel

  • Belastendste Schwindelart, da sie dauerhaft vorhanden ist
  • Kann mehrere Tage, nicht selten aber auch zwei Wochen oder länger anhalten
  • Unabhängig von Bewegung und Belastung
  • Nicht selten starke Übelkeit und Erbrechen
  • Gehen fällt dem Erkrankten sehr schwer
  • Das Empfinden des Schweregrads ist sehr hoch

Schwankschwindel

  • Spontanes Auftreten, vor allem beim Gehen oder Stehen
  • Starke Gangunsicherheit und Fallneigung
  • Der Erkrankte hat das Gefühl, als würde sich der Boden spontan bewegen. Dieses Gefühl führt zu einer Kompensationsbewegung, die in der Regel zum Sturz führt.
  • Der Anfall dauert nur wenige Sekunden und verläuft meist weniger intensiv als der Drehschwindel.

Unspezifischer Schwindel

  • Wird als sanfter Drehschwindel wahrgenommen
  • Zusätzlich können neurologische, also nervenbedingte Störungen auftreten.
    - Sprach- und Schluckstörungen
    - Doppelbilder sehen
    - Kopfschmerzen
    - Gangunsicherheit
    - Augenflattern

Welche Ursachen gibt es für Schwindel?

Die Ursachen für Schwindel sind sehr umfangreich und vielfältig. Nicht selten bleibt die Frage nach der Ursache für den Schwindel ungeklärt. Hier die häufigsten Ursachen für Schwindel:

Lagerungsschwindel

  • Entsteht durch das Verlagern von kleinen Kristallen, auch Statolithen oder Otolithen genannt, von der Kammer (Labyrinth) des Gleichgewichtsorganes an den Sinneshaaren vorbei in einen Bogengang; selten in mehrere Bogengänge.

  • Die Verlagerung irritiert bei Kopfbewegung die Innenseite der Sinneshaare. Diese Informationen stimmen weder mit der visuellen noch mit der Körperwahrnehmung überein. Diese paradoxen Informationen können vom Gehirn nicht korrekt verarbeitet und umgesetzt werden und es kommt zum Schwindel.

Anfallartiger Drehschwindel

  • Durchblutungsstörung des Gehirns, bei der verschiedene Ursachen in Frage kommen.

  • Häufig in Kombination mit Migräne oder Morbus Menière. Bei Morbus Menière treten i. d. R. weitere Symptome nach dem SOS-Schema auf: Schwindel, Ohrengeräusche, Schwerhörigkeit.

  • Selten sind ernsthafte Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Aneurysmen oder Tumore die Ursache für diese Art von Schwindel.

Dauerhafter Drehschwindel

  • Entzündung des Nervus vestibulocochlearis

    Dieser Nerv ist ein Hirnnerv und hat die Funktion, Informationen des Gleichgewichtsorgans an die jeweilige Stelle des Gehirns weiterzuleiten, an der diese dann verarbeitet werden kann. Er ist einer von 12 Hirnnervenpaaren, deren Ursprünge direkt das Gehirn sind und ohne Zwischenverschaltung durch andere Nerven ihrer Tätigkeit nachgehen. Aufgrund einer akuten oder chronischen Entzündung des Nervs werden dem Gehirn verminderte oder fehlerhafte Informationen übermittelt, was zum Schwindel führt. Hier spricht man von einer Neuritis vestibularis. In einer Studie von 2008 stellte sich bei einer Neuritis vestibularis allerdings auch eine psychiatrische Komorbidität (Zweiterkrankung) von 22% heraus.(2) So könne neben Viren und Bakterien auch Stress ein Auslöser einer solchen Entzündung sein.

Schwankschwindel

  • Muskuläre VerspannungErhöhte Muskelspannung an den kurzen Nackenmuskeln, welche ihren Ursprung am Hinterhaupt des Schädels haben und zu den oberen Halswirbeln ziehen. Diese Spannungserhöhung kann zu einer minimalen Verlagerung des ersten Halswirbels führen, was wiederum zu einer leichten Irritation der Occipitalnerven (Hinterhauptnerven) führen kann.
    - Der Körper versucht automatisch eine Kompensationsbewegung durchzuführen, sodass der Kopf wieder gerade im Raum steht. Dies führt jedoch nur zu einer weiteren Erhöhung der Muskelspannung.
    - Die Asymmetrie der Körperhaltung führt zum Verlust des Gleichgewichtes und zur Gangunsicherheit (zervikaler Schwindel). Meist ist der zervikale Schwindel kombiniert mit Spannungskopfschmerzen und selten mit Migräne.

  • Psychosomatik, genauer Angst. Beim Angstschwindel (phobischer Schwindel) ist die Ursache bekannt, aber der zum Schwindel führende Mechanismus noch weitgehend ungeklärt.

  • Selten: Epilepsie, Vergiftung oder Herz-Kreislauf-Störungen

Unspezifischer Schwindel

  • Meist eine zerebrale, also vom Gehirn ausgehende Problematik
    - einfache Durchblutungsstörung des Gehirns
    - Gehirnerschütterung
    - Hirnhautentzündung
    - Schlaganfall

  • Anämie (Blutarmut)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Herzrhythmusstörungen 

Wie verhalte ich mich bei Schwindel?

Bei Schwindel sollte man sich grundsätzlich an gewisse Grundregeln halten, um sich selbst oder andere Personen nicht zu verletzen:

  • Das Führen von Kraftfahrzeugen, Krafträdern und Motorrollern sowie Fahrrädern ist untersagt.
  • Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause.
  • Halten Sie sich beim Gehen auf dem Gehweg entlang der Hauswand, nicht der Straße.
  • Vermeiden Sie ruckartige und schnelle Bewegungen.
  • Ruhen Sie sich aus und versuchen Sie, eine Position zu finden, in der Sie weniger oder keinen Schwindel haben.
  • Lassen Sie sich krankschreiben, wenn Sie auf der Arbeit sich selbst oder andere gefährden könnten.
  • Bei starkem Schwindel mit Fallneigung sollten Sie nicht versuchen zum Arzt zu gehen, sondern rufen die Telefonnummer 116117 an. Hierbei handelt es sich um den kassenärztlichen Notdienst, der zu Ihnen nach Hause kommt.

Was kann ich gegen Schwindel tun?

Die Frage, was man selbst gegen Schwindel tun kann, stellt sich häufig erst, wenn der Schwindel schon vorhanden ist. Bei vielen Erkrankungen jedoch kann man schon einschreiten, bevor es überhaupt zum Schwindel kommt. Es gibt einige gute Möglichkeiten, Schwindel vorzubeugen.

Prophylaxe:      

Viele Ursachen des Schwindels sind auf Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder Stress und Angst zurückzuführen. All diese Ursachen lassen sich durch Disziplin verringern oder gar auflösen. Hier die Top Drei der Schwindelprophylaxen:

  • Sport:
    Bewegung äußert sich im ganzen Organismus als positives Ereignis. Sport regt den Stoffwechsel aller Zellen in unserem Körper an und verbessert ihn. Dies führt zu einer verbesserten Herz-Kreislauf-Belastbarkeit und Mehrdurchblutung von Herz und Gehirn. So reicht leichtes Ergometertraining für 20 Minuten täglich oder mehrere Spaziergänge am Tag schon aus, um den Gesundheitszustand deutlich zu verbessern.

  • Entspannung:
    Ruhe ist hier das Stichwort. Unser Körper braucht von Zeit zu Zeit auch Phasen der Erholung und Entspannung. Das bezieht sich nicht nur auf körperliche Belastung, sondern auch auf die psychische. Lärm verursacht dauerhaft Stress in unserem Körper und macht uns krank. Um dies zu umgehen, bauen Sie Momente der Ruhe in Ihren Alltag ein.

  • Koordinationstraining:
    Schulen Sie Ihren Gleichgewichtssinn. Je besser die Sensomotorik, also das Zusammenspiel von Sinnesorganen und Bewegungsapparat des Körpers ist, desto besser können Fehlfunktionen verarbeitet und kompensiert werden. Hierfür eignet sich, auf unebenem Boden spazieren zu gehen oder Gleichgewichtsübungen wie dem Einbeinstand in den Alltag einzubauen.

Therapiemöglichkeiten bei Schwindel 

Da einige Ursachen von Schwindel spontan und unvorhersehbar auftreten, bedarf es neben einer vorbeugenden Prophylaxe auch Therapien gegen Schwindel. Hier die wichtigsten Therapiemöglichkeiten zu den jeweiligen Schwindelarten:

Lagerungsschwindel:

Bei der Therapie des Lagerungsschwindels geht es darum, die Kristalle, die ursprünglich im Labyrinth des Innenohrs waren, wieder aus den Bogengängen in das Labyrinth zu führen. Dafür eignet sich das Sémont-Manöver besonders gut.

Sémont-Manöver:

Das Sémont-Manöver ist einer der erfolgversprechendsten Therapien im Rahmen der Selbstbehandlung bei Lagerungsschwindel. Eine korrekte Durchführung dieser Übung ist wichtig, da bereits kleine Abweichungen zum Misserfolg führen können. Daher empfiehlt es sich, diese Übung erstmalig unter fachkundiger Aufsicht durchzuführen, damit Sie die Therapieübung zu Hause korrekt ausführen können.

Durchführung:

  • Setzen Sie sich aufrecht auf ein Bett, Sofa oder eine Liege und drehen Sie den Kopf um 45 Grad zu einer Seite.
    - Beachten Sie, dabei mittig auf dem Bett, Sofa oder Liege zu sitzen und zu beiden Seiten genug Platz zu haben, sodass Sie sich flach hinlegen können.

  • Kippen Sie nun den Körper zu der Seite, zu der Sie NICHT schauen, sodass Sie auf dem Hinterkopf liegen.
    - Nun tritt für mehrere Sekunden der Schwindel auf. Dabei ist darauf zu achten, dass die 45- Grad-Position des Kopfes konstant beibehalten wird. Blickrichtung ist zur Decke.
    - Diese Position wird so lange beibehalten, bis der Schwindel vollständig verschwunden ist. Dies kann mehrere Minuten dauern.

  • Nun folgt der zügige und schwungvolle Wechsel der Position des Körpers zur gegenüberliegenden Schulterseite bei gleichbleibender Kopfhaltung.
    - Ist der Wechsel korrekt durchgeführt, liegen Sie nun auf der anderen Seite mit Blickrichtung auf die Unterlage.
    - Auch hier verweilen Sie so lange, bis der Schwindel vollständig weg ist.

  • Nun richten Sie sich langsam auf mit Blickrichtung nach vorn.

Sollte der Schwindel nicht weg sein, drehen Sie den Kopf zur anderen Seite im 45-Grad-Winkel und führen Sie die Übung zur gegenüberliegenden Seite erneut aus.

Diesen Vorgang bei Bedarf mehrmals wiederholen.

Anfallartiger Drehschwindel:    

Beim anfallartigen Drehschwindel sind Selbstbehandlungen nur dann sinnvoll, wenn die Ursache geklärt ist. Sollte Migräne die Ursache für den Schwindel sein, suchen Sie zur genauen Ursachenabklärung einen Arzt auf, um eine weiterführende Therapie zu ermöglichen. Sollte Morbus Menière die Ursache sein, ist eine medikamentöse Therapie durch den Hals-Nasen-Ohren Arzt zu empfehlen. Entgegen diverser, im Internet kursierender Berichte über salzfreie Diäten, haben sich diese als nichtig erwiesen.(3)

Als mögliche Option der Selbstbehandlung steht leichtes Ausdauertraining auf dem Ergometer zur Option. Dies fördert die Durchblutung des Gehirns und kann sich positiv auf den Schwindel auswirken. Sollten die Beschwerden jedoch zunehmen, stellen Sie die körperliche Belastung umgehend ein.

Dauerhafter Drehschwindel:

Beim dauerhaften Drehschwindel ist eine Kortisontherapie häufig das Mittel der Wahl, um der Nervenentzündung entgegenzuwirken. Liegt eine psychosomatische Ursache vor, müssen seelische und soziale Aspekte in die Therapie integriert werden.

Als Selbstbehandlungskonzept ist in einem psychosomatischen Fall das Führen eines Tagebuchs ein erster Schritt. Dabei notieren Sie im Tagebuch, was Sie im Alltag belastet, stresst oder Ihnen Angst macht. Das Niederschreiben von Gefühlen und deren Ursachen kann schon zu ersten Erfolgen im Stressabbau führen. Sollten sich die Beschwerden jedoch nicht zeitnah auflösen, holen Sie sich hier professionelle Hilfe in Form von Gesprächs- oder Verhaltenstherapie.

Schwankschwindel:

Da die häufigste Ursache für Schwankschwindel eine Fehlstellung oder auch Blockierung des ersten Halswirbels ist, bieten sich diverse Bewegungsübungen der Halswirbelsäule an. Die folgenden zwei Bewegungsübungen haben sich als sehr hilfreich erwiesen:

Nicken gegen Schwindel:

Als hilfreich gegen den Schwankschwindel hat sich die Automobilisation der sogenannten Kopfgelenke gezeigt. Für eine Mobilisation gehen Sie wie folgt vor:

  • Setzen Sie sich aufrecht hin und legen Ihre Hände auf den Beinen ab.

  • Drehen Sie nun den Kopf maximal in eine Richtung und achten Sie darauf, dass Sie den Kopf dabei nicht zur Seite neigen.

  • Nun machen Sie eine Nickbewegung, sodass das Kinn Richtung Schulter geführt wird. Ist der Kopf bei der Rotation nicht zur Seite geneigt, besteht hier nur ein Bewegungsausmaß von ca. 3-5cm.
    - Bei korrekter Durchführung entsteht eine leichte bis mäßige Spannung am Hinterhaupt. Dies ist das gewünschte Ziel der Übung.

  • Wiederholen Sie diese Nickbewegung einige Male und führen Sie sie dann auf der gegenüberliegenden Seite erneut durch.

Doppelkinn gegen Schwindel: 

Durch das Bilden eines Doppelkinns mittels Bewegung öffnet man, wie in der Nickbewegung auch, die Kopfgelenke. Führen Sie die Übung wie folgt durch:

  • Setzen Sie sich aufrecht hin und legen Sie ihre Hände auf den Beinen ab.
  • Schauen Sie gerade nach vorn und schieben Sie Ihr Kinn in einer Achse nach hinten.
    '- Hier ist darauf zu achten, dass Sie das Kinn NICHT zur Brust bewegen, sondern in der Horizontalebene bleiben.

  • Anschließend führen Sie den Kopf wieder in die Ausgangsstellung und wiederholen die Übung einige Male.

Eine weitere Therapiemöglichkeit beim Schwankschwindel ist, wie auch beim dauerhaften Drehschwindel, das Führen eines Schwindeltagebuchs. Nicht selten handelt es sich beim Schwankschwindel um eine Psychosomatik, ausgelöst durch Angst oder Stress.

Unspezifischer Schwindel: 

Aufgrund der vielfältigen Ursachen bei unspezifischem Schwindel, wird an dieser Stelle bewusst auf eine allgemeingültige Therapieempfehlung verzichtet. Einer adäquaten Behandlung muss eine ärztliche Abklärung der Schwindelursache vorweg gehen.

Wann sollte ich mit Schwindel zum Arzt?

Einen Arzt bei Schwindel aufzusuchen ist nie eine schlechte Idee, da die Ursachen so vielfältig sind. Pauschal empfiehlt sich ein Arztbesuch bei folgenden Symptomen:

  • Schwindelanfälle, die regelmäßig oder wiederkehrend sind
  • Schwindel, der dauerhaft vorhanden ist
  • Schwindel mit Begleitsymptomen wie Ohrengeräusche und/oder Schwerhörigkeit
  • Schwindel in Kombination mit Ohnmachtsanfällen
  • Schwindel mit starker Fallneigung (Verletzungsgefahr)
  • Schwindel mit anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel mit auftretendem Gefühlsverlust oder Lähmung einer Körperhälfte
  • Schwindel mit sogenanntem Vernichtungskopfschmerz (massiver, unerträglicher Kopfschmerz)

Fazit

Schwindel kann ein sehr belastendes Symptom, das sich auf unterschiedlichste Weise äußert und eine Vielzahl von Ursachen haben kann. Meist sind die Ursachen jedoch harmlos und lassen sich einfach behandeln. Nur in seltenen Fällen steckt eine ernsthafte Grunderkrankung hinter dem Symptom Schwindel. Eine ärztliche Abklärung ist meist sinnvoll, wenn die Symptome regelmäßig oder gar dauerhaft auftreten sowie wenn andere Symptome hinzukommen.

Bei schweren Verläufen ist der kassenärztliche Notdienst unter der Nummer 116117 jederzeit telefonisch erreichbar und gibt Ihnen Auskunft darüber, ob ggf. ein Notarzt hinzugezogen werden muss.

Autor: Steffen Maisenhälder, Heilpraktiker
Thema: Schwindel
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Literaturhinweise:

  • (1) Techniker Krankenkasse (2020). TK-Gesundheitsreport 2020. Arbeitsunfähigkeiten, URL: https://www.tk.de/resource/blob/2081662/6382c77f2ecb10cc0ae040de07c6807f/gesundheitsreport-au-2020-data.pdf, 2020, S.64.
  • (2) Eckhardt-Henn et al. (2008).
  • (3) Strupp et al. (2007).

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