Fast jeder von uns hatte schon einmal Schwierigkeiten mit dem Einschlafen und ist vielleicht auch schon mal stundenlang wach gelegen und hat sich darüber geärgert, nicht in den Schlaf zu finden.

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Das ist auch nicht weiter schlimm und kommt gelegentlich vor, solange am nächsten Abend wieder alles gut ist. Manchmal haben wir auch vorübergehend Einschlafschwierigkeiten, weil wir uns gerade in einer schweren Lebensphase befinden.

Wenn dies aber zum Dauerzustand wird, kann es natürlich ganz schön nerven und sich auch negativ auf die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden auswirken.

Ein Teufelskreis entsteht und durch den permanenten Schlafmangel kann es zu Dauermüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Antriebsmangel, Reizbarkeit und erhöhte Infektanfälligkeit kommen.

Doch was kann man als Betroffener gegen Einschlafschwierigkeiten tun?

Zunächst einmal gilt es, die Auslöser der Einschlafschwierigkeiten zu finden, welche natürlich bei jedem Einzelnen individuell und ganz unterschiedlicher Natur sind. Eine der Hauptursachen sind Stress und zu viel Unruhe im Alltag. Aber auch körperliche Beschwerden, wie Bluthochdruck oder seelische Belastungen spielen eine Rolle. Was viele der Betroffenen gemeinsam haben, ist die innerliche Unruhe, das Grübeln und sich Sorgen machen. Häufig sind es auch die Gedanken an den bevorstehenden Tag, die einen nicht in den Schlaf finden lassen.

Manche Menschen reagieren auch empfindlich, wenn Sie zu spät am Abend noch etwas essen oder etwas Aufregendes im Fernsehen oder im Handy anschauen oder das Mobiltelefon neben dem Bett liegen haben. Besser ist es, dieses aus dem Schlafzimmer zu entfernen oder es zumindest über Nacht auf Flugmodus zu schalten.

Ein weiterer Aspekt, den man bei Einschlafschwierigkeiten in Betracht ziehen sollte ist, dass jeder Mensch unterschiedlich viel Schlaf braucht, sodass sich zum Beispiel ein Mittagsschlaf ungünstig auf das Einschlafen am Abend auswirken kann. Sich den ganzen Tag gar keine ausgiebige Ruhepause zu gönnen, ist natürlich auch nicht förderlich, da unser System dann darauf programmiert wird, immer in Reaktionsbereitschaft zu sein und dann Körper und Geist gar nicht mehr komplett entspannen können.

Manchmal stecken hinter den Einschlafstörungen auch tiefer liegende, seelische Probleme, die zu lange weggeschoben und verdrängt wurden.

Diese können beispielsweise mithilfe eines/r Therapeuten/in ans Licht getragen und aufgelöst werden.

Ungünstig ist zu viel Koffein- oder Alkoholkonsum. Gerade beim abendlichen Alkohol trinken, ist es oft so, dass das Einschlafen zunächst besser klappt, man dann aber doch irgendwann nachts aufwacht und nicht wieder in den Schlaf zurück findet, da beispielsweise beim Alkoholabbau der Herzschlag erhöht ist und auch nächtliches Schwitzen hinzukommt.

Zunächst einmal ist es ratsam, ihren psychischen Allgemeinzustand, ihre Angewohnheiten und den Tagesablauf zu überprüfen und zu überlegen, welche sich davon negativ auf das Einschlafen auswirken und wie Sie diese ändern könnten. Hierbei ist auch eine grundlegende Abklärung bei einem/r Facharzt/ärztin oder die Inanspruchnahme einer/s Entspannungstherapeuten/in hilfreich.

Es ist also gar nicht so einfach Ratschläge zu geben, was man gegen Einschlafschwierigkeiten tun kann, da wohl bei jedem etwas anderes hilft.

Ganz allgemein gibt es natürlich viele Tipps gegen Einschlafschwierigkeiten. Einige davon sind: 

  • Darauf achten tagsüber immer ausreichend Pausen zu machen.
  • Entspannungsübungen, wie autogenes Training in den Tagesablauf einbauen, um das System regelmäßig in den „Ruhemodus“ zu bringen. Speziell zum Einschlafen kann auch das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung helfen. Um dies zu erlernen gibt es viele Übungen im Internet oder Bücher. Es werden aber auch Kurse angeboten oder Sie können zu einem/r persönlichen Trainer/in bzw. Therapeuten/in gehen.
  • Körper und Geist abends langsam runter fahren und zum Beispiel keine spannenden Serien mehr vor dem zu Bett gehen schauen.
  • Wenn die Gedanken zu viel Kreisen, kann es sehr gut sein, sich am Abend alles, was einen noch beschäftigt auf zu schreiben, dann braucht man sich im Bett keine Gedanken mehr darüber zu machen.
  • Eine Klangschalenmassage kann wahre Wunder wirken, wenn man schon lange nicht mehr zur Ruhe gekommen ist, um den Körper mal wieder so richtig in einen tief entspannten Zustand zu bringen und einen ungewollten Stresskreislauf zu durchbrechen.
  • Übungen zur Achtsamkeit oder Meditation haben eine beruhigende Wirkung für den Geist, was ebenfalls hilfreich sein kann, Abends leichter zu entspannen.
  • Ruhige Musik oder Fantasiereisen hören am Abend.
  • Manchmal hilft auch ein warmes Bad vor dem ZuBett gehen.
  • In der Therapie von Schlafstörungen finden einige Heilkräuter ihre Anwendung. Zum Beispiel Baldrian (in Form von Tabletten oder Kapseln),  Johanniskraut (als Tabletten oder Tee), Melisse (in Form von Tee oder Tinkturen), Lavendel (z.B. Lavendelkissen oder als ätherisches Öl) und Passionsblume (als Tee). Hierbei immer vorher abklären, ob die Heilkräuter verträglich sind mit Medikamenten, die Sie evtl. noch einnehmen. Johanniskraut beispielsweise sollte wegen der Wechselwirkung auf keinen Fall mit Antidepressiva eingenommen werden.
  • Auch CBD-Tropfen haben eine beruhigende Wirkung und sind hilfreich bei Einschlafproblemen.
  • Rezeptpflichtige Schlafmittel, also Benzodiazepine sollten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da diese sonst zur Abhängigkeit führen können und Sie lösen nicht die Ursache des Problems.
  • Generell wichtig ist eine ausgewogene Mischung aus An- und Entspannung, also sich immer wieder genügend Ruhepausen und Entspannung aber auch regelmäßige körperliche Bewegung einräumen, in Form von Sport oder auch Spazieren gehen an der frischen Luft. Das durchbricht den Stresskreislauf auf psychischer und physischer Ebene und fördert somit einen gesunden Schlaf.

Autor: Birgit Neubauer, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Thema: Was tun bei Einschlafschwierigkeiten
Webseite: http://seeleneinklang.de

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