Die Aromatherapie für Hunde erlebt aktuell im deutschsprachigen Raum einen wahren Boom.

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Aber während die Aromatherapie für Menschen schon sehr weit fortgeschritten ist, steckt sie bei den Tieren noch in den Kinderschuhen – selbst im englischsprachigen Raum.

Nun ist Aromatherapie bei Tieren nicht für alle gleich anwendbar. Es gibt deutliche Unterschiede in den Dosierungen und Anwendungen. Glücklicherweise zählen Hunde zu den gut erforschten Tierarten in Bezug auf die Tieraromatherapie. Aber auch hier muss noch genau hingeschaut werden, welchen Hund man vor sich hat: jung oder alt, langhaarig oder (fast) nackt, klein oder groß. Wichtig ist dies für die korrekte Dosierung.

Aber schauen wir uns zuerst an, was Aromatherapie eigentlich ist. Diese besteht nicht, wie oft angenommen wird, nur aus der Anwendung ätherischer Öle. Genauso dazu gehören die fetten Pflanzenöle, Hydrolate oder Duftwässer und Räucherwerk. Und jeder dieser Bestandteile hat seine Stärken und eigenen Wirkstoffe, die schon sehr viel können und somit ist der erste Griff nicht unbedingt der zur ätherischen Ölflasche.

Gerade bei Hunden ist einigen oft bereits der Einsatz von fetten Pflanzenölen bekannt, vor allem, wenn sie barfen. Hier wird das Futter durch ein solches Öl ergänzt, z.B. Hanföl, Sonnenblumenöl, Leinöl oder auch Kokosöl. Die Anwendung kann hier also nicht nur innerlich erfolgen, sondern auch äußerlich. Gerade bei angegriffener Haut können die fetten Pflanzenöle schon viel bewirken und eine schöne Ergänzung zu herkömmlichen Therapiemethoden sein.

Die Hydrolate oder Pflanzenwässer sind mitunter noch recht unbekannt bzw. stehen im Schatten der ätherischen Öle. Sie sind ein Nebenprodukt der Destillation von ätherischen Ölen und werden nicht immer genutzt. Und das obwohl sie schon ein paar Wirkstoffe der ätherischen Öle enthalten, aber deutlich milder sind als diese. Somit sind sie für empfindliche Nasen und Hunde gut geeignet und vor allem für die kleinsten – Welpen und Junghunden – unter ihnen. Auch hier dann bitte nur in Verdünnung und frisch angebrochen.

Und erst dann kommen die ätherischen Öle. Sie sind die Essenzen der Pflanzen und hochkonzentriert. Somit sollten sie – egal ob bei Mensch oder Tier – nicht unverdünnt angewandt werden. Bei Hunden empfiehlt sich eine Verdünnung von 0,5 – 1,0 % in ein fettes Pflanzenöl oder ein Hydrolat. Manche amerikanische Tieraromatherapeuten raten sogar zu noch niedrigeren Dosierungen von um die 0,3 %.

Zudem können oder sollten nicht alle ätherischen Öle bei Tieren angewandt werden. Aufgrund ihres deutlich besseren Geruchssinns und einem sehr sensiblen Trigeminus-Nerv können Hunde und andere Tiere leichter mit Atemproblemen oder sogar Atemstillstand reagieren als Menschen. Als Faustregel gilt: wenn das Öl für uns Menschen schon zu „scharf“ riecht, dann bitte nicht bei Tieren einsetzen! Es gibt in der Regel immer eine mildere Alternative.

Weiter sollten auch Hunde mit dem Duft-Test „gefragt“ werden, ob sie diesen Duft mögen oder nicht. Denn selbst unsere Vierbeiner können mit den Düften ihre eigenen, negativen Themen verknüpft haben – besonders bei Hunden mit einem traumatischen Hintergrund.

Ist nun ein Duft ermittelt, den der Hund gut findet und der von den Wirkstoffen her für die Problematik nützlich sein könnte, erfolgt die Anwendung häufig über Inhalation (Schnuppern an Trägerstoff), Auflage/Kompresse oder Massage mit der Öl-Mischung oder dem Hydrolat.

Bei Räucherwerk, das auch ein Bestandteil der Aromatherapie ist, wird der Rohstoff – meist ein getrockneter Pflanzenteil oder auch ein Harz – auf einer Wärmequelle verräuchert. Klassischerweise nutzt man dafür Räucherkohle oder ein Räucherstövchen. Räucherungen eignen sich auch bei Hunden gut, wenn der ganze Raum genutzt werden soll. Wichtig ist hier – und auch bei Diffusor und Co. – dass sich der Hund dem Geruch jederzeit in einen komplett neutralen Raum entziehen kann, wenn es ihm zu viel wird.

Zum Schluss aber noch ein Wort zur Nachhaltigkeit. Wie so oft gibt es auch die Rohstoffe für die Aromatherapie nicht in unendlicher Hülle und Fülle. Dabei sind nicht immer die Rohstoffe für die ätherischen Öle gemeint, sondern auch diese, die für die Destillation selbst benötigt werden, wie Brennholz und Wasser. Allein deswegen sollten die Stoffe der Aromatherapie mit einer gewissen Achtsamkeit und Sparsamkeit verwendet werden. Als gefährdet gelten aktuell der arabische Weihrauch, Sandelholz, Narde, Atlaszeder und teilweise auch schon die Vanille. Grundsätzlich sind fast alle Hölzer gefährdet, da hier für die Gewinnung der gesamte Baum gefällt werden muss, der oft auch erst eine gewisse Anzahl an Lebensjahren aufweisen muss, um die entsprechenden ätherischen Öle zu enthalten.

Wie man sieht: die Aromatherapie ist sehr vielseitig und bietet Lösungen für viele Hunde- und Halternasen. Es muss nicht immer direkt der mächtige Duft von einem ätherischen Öl sein, sondern kann auch ein deutlich milderes Hydrolat oder ein nahezu geruchsneutrales, fettes Pflanzenöl sein.

Autor: Sabine Möbius, Tierheilpraktikerin
Thema: Aromatherapie für Hunde
Webseite: http://www.tierische-heilkunde.de

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