Innere Unruhe in den Wechseljahren

Wechseljahre sind Zeiten des Wandels, denn die Erntephase des Lebens beginnt.

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Alles, was wir uns in unseren diversen Rollen als Berufstätige, Ehefrau oder Mutter aufgebaut haben verändert sich. Wie können wir diese Umbruch-Jahre entspannt genießen und annehmen?

Gerade war die Welt noch in Ordnung und plötzlich kippt die Stimmung. Dir wird heiß, Schweißperlen überall – häufig auch im Gesicht. Schamesröte kommt hinzu. Nichts ist mehr so, wie es vor einer Minute noch war. Diese Stimmungs- und Gefühlswechselbäder sind es, die uns völlig aus der Ruhe bringen können. Von jetzt auf gleich fühlen wir uns plötzlich gereizt, verloren, nervös oder sind besonders verletzlich.

Die Ursachen hierfür sind hinlänglich bekannt – hormonelle Veränderungen. Während der Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, verändert sich der Hormon-Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen. Fest steht: Wechseljahr-Beschwerden setzen die Psyche, die Seele und den Körper unter Druck. Viele Frauen können nicht mehr schlafen, leiden unter Stress-Symptomen und sind chronisch unruhig, weil sie nicht wissen, wann der nächste „Schub“ sie wieder erwischt. Das führt zu chronischer Anspannung und innerer Unruhe. Für Frauen, die betroffen sind, wird das „normales“ Alltagsleben eine große Herausforderung.

Was ist innere Unruhe eigentlich genau?

Viele Betroffene nehmen das Gefühl der inneren Unruhe als eine starke nervöse Anspannung wahr. Dabei ist es unmöglich, Ruhe zu genießen oder abzuschalten. Wir fühlen uns getrieben und manchmal sind wir so unglaublich erschöpft, weil wir nicht mehr so sind, wie wir mal waren. Die innere Unruhe ist eine große Qual, die uns Gefühle von Hilflosigkeit, ausgeliefert sein oder Ohnmacht bereitet. Der Leidensdruck vieler Frauen ist enorm.

Das Schlimmste ist, dass die Ursache häufig nicht eindeutig zu erklären ist und es auch keine klare Definition gibt: Innerer Stress, Anspannung, Unruhe – was ist da der Unterschied? Auch das wird häufig als Belastung empfunden.

Gemeinsam ist allen Betroffenen, der sehnliche Wunsch nach dem Ende der inneren Unruhe! Was kann uns dabei unterstützen, den Stress zu lindern oder aufzulösen?

Was kann man gegen die Unruhe in den Wechseljahren tun?

Achtsamkeits-Techniken wie Yoga, Meditation oder Selbstreflexion sind gerade im Trend. Und das nicht ohne Grund, denn sie wirken. Hier findest Du einige Tipps, die an die Bedürfnisse von Frauen in den Wechseljahren angepasst worden sind. Probiere sie gleich aus und lege Dir ein schönes Schreibbuch zu, welches Du gerne in die Hand nimmst.

Anders als beim klassischen Tagebuch-Schreiben geht es beim „Journaling“ um dein inneres Erleben. Welche Gedanken und Gefühle spuken dir gerade im Kopf herum? Der Fokus liegt dabei auf deinem tatsächlichen Erleben im Hier und Jetzt und ist nicht auf die Vergangenheit oder Zukunft gerichtet. Das „Journaling“ ist eine vielseitige Methode für die persönliche Weiterentwicklung und wird gerne als Achtsamkeits-Technik im Coaching eingesetzt.

Achtsamkeit bedeutet, alle gegenwärtigen Erlebnisse zu beobachten, ohne sie zu bewerten. Wie reagiert dein Körper auf den Gedanken, dass alle dich gerade mit knallrotem Kopf ganz hässlich finden müssen? Genau: Dir wird noch heißer. Oder wenn du nachts von innerer Unruhe aufgewühlt aufwachst, wie bewertest du diese Situation? Du bist genervt, gereizt oder total im Widerstand. Was wäre, wenn du das, was ist, erstmal beobachten könntest - ohne es als gut oder schlecht zu bewerten? Wahrscheinlich würdest du ziemlich schnell wieder einschlafen.

Beim Journaling schreibst du nicht einfach, um zu schreiben, sondern du hast eine Intention. Die Absicht hier ist es, deinen Widerstand gegen die Symptome der Wechseljahre abzubauen, dich selbst besser kennenzulernen und dich liebevoll anzunehmen, wie du bist. Du lernst, dir selbst zuzu­hö­ren und dich und deine Gedan­ken weni­ger zu bewer­ten. Belas­tende Dinge auf­zu­schrei­ben führt zu einer seelischen Entlastung und bringt men­tale Klar­heit. Pro­ble­men kannst du mit einem offneren Blick begeg­nen. Du stärkst deine Selbst­wirk­sam­keit, weil du das Gefühl hast, selbst etwas in die Hand zu nehmen und dein Leben bewusst zu gestal­ten.

Übrigens nutzen wir beim Schrei­ben mit dem Stift unsere beiden Gehirn­hälften: Der ana­ly­ti­sche, ratio­nale Teil von uns ist mit dem Moto­ri­schen beschäf­tigt  - die linke Gehirnhälfte - und unsere krea­tive, intui­tive Seite – die rechte Gehirn­hälfte – lässt Worte, Gefühle und Gedan­ken flie­ßen.

Schenke dir als Allererstes ein schönes Schreibbüchlein, in das Du fortan folgendes notierst:

  • Wahrnehmen, was ist: Versuch zuerst, die innere Unruhe bewusst wahrzunehmen: Wo im Körper ist es gerade spürbar? Versuche, es zu beschreiben, wenn das diffuse Gefühl da ist. Beobachte, was ist.

  • Erlaube Deine emotionale erste RE-Aktion: Eine Hilflosigkeit macht sich breit und hält uns nachts häufig wach. Anstatt kurz aufzuwachen, sind wir hellwach und unser Gedankenkarussell jagt uns durch die Wellen der Abwehr gegen das, was gerade ist. Nehme auch das jetzt bewusst wahr. Wie wirkt das, was du beobachtest auf dich? Wie ist deine Reaktion? Was geschieht dadurch mit dir?

  • Bewerte Deine Unruhe nicht als etwas Negatives: Anstatt durch die starke Abwehrreaktion gegen die Anspannung in eine negative Gedankenspirale zu rutschen, atme. Übe, einfach nur zu atmen und beobachte Deine Bewertungsmechanismen. Versuche, Deine Aufmerksamkeit bewusst zum Atem zu lenken. Solange, bis du merkst, dass dein Geist sich von dem Beobachteten wieder gelöst hat. Wenn dir das zu schwer fällt, dann kannst du auch deine Lieblingsmusik anmachen. Wichtig ist, dass du dabei ganz bewusst zuhörst und deine Gedanken nicht abschweifen. Sonst gehe zurück zum Atem.

  • Lenke Dein Gewahrsein und werde wieder selbst-wirksam: Werde Expertin für dein tatsächliches Empfinden. Je stärker du deine Beobachter-Instanz in dir etablieren kannst, desto stärker wird dir bewusst, dass du selbst dein Leben wieder steuern kannst.

Dank des Journaling etablierst du auf systematische Art und Weise eine regelmäßige Methode in deinen Alltag, die dir hilft, Anspannung und innere Unruhe abzubauen. Neben dieser Reflexions-Technik gibt es eine Menge Dinge, die dir beim Entspannen helfen und etwas Ruhe in deinen Alltag bringen können. Frage dich täglich: Was könnte mir heute gut tun? Und dann versuche, mindestens eine Sache umzusetzen, die dir ein Lächeln auf dein Gesicht zaubert.

1. Tee trinken und nichts tun – Digital Detox

Probiere doch mal bestimmte Kräutertees mit beruhigender Wirkung aus, wie z.B. Melisse, Baldrian, Kamille oder Lindenblüten. Und dann gönne dir bewusst eine Tasse Tee und tue nichts. Kein Handy, kein Tablet, einfach nur Tee trinken.

2. Yoga und Bewegung

Versuche, dich mehr zu bewegen und kleine Dehneinheiten in deinen Alltag einzubauen. Die körperliche Anstrengung hilft nicht nur gegen die innere Unruhe, sondern auch beim Einschlafen. Also am besten raus an die frische Luft oder eine Yoga-Session fest einplanen. Danach danke dir selbst, dass du es wieder geschafft hast, dir Gutes zu tun. Es gibt viele Videos und Anleitungen im Internet, die Techniken, Übungen und Abläufe erklären und dir so beim Entspannen helfen.

3. Stressauslöser entdecken und transformieren

Ereignisse, die unseren Körper in Alarmbereitschaft versetzen, werden auch Stressoren genannt. Sie können von außen kommen oder aus uns selbst heraus. Wer seine individuellen Stressoren kennt, kann besser mit ihnen umgehen. Versuche deine Stressauslöser Schritt für Schritt zu reduzieren, indem du Probleme ansprichst; Pausen bewusst positiv gestaltest und nach der Arbeit abschaltest. Das schenkt dir wieder etwas mehr Raum für „Me-Time“.

4. Ein warmes Entspannungs-Bad

Entspannungsfördernde Gerüche wie Lavendel wirken wahre Wunder. Gönne dir ein warmes Vollbad. Das Wasser sollte wärmer als deine Körpertemperatur sein, um in den richtigen Entspannungsmodus zu kommen. Am besten ist es, wenn du 15-20 Minuten im Wasser bleibst und vielleicht auch Entspannungsmusik laufen lässt. Lasse bewusst alles los und lass dich vom Wasser getragen sein.

Mit diesen Achtsamkeits-Tipps findest du wieder mehr Klarheit in deiner inneren Gefühlswelt. Dein negativ ausgerichtetes Mind-Set kann gerade durch Yoga, Meditation und reflexionsfördernde Techniken wie das Journaling Gesundheit und Zufriedenheit kreieren. Mach es dir gut in deinem Leben!

Autor: Anke Rebetje
Thema: Innere Unruhe Wechseljahre
Webseite: https://www.fu-om-coaching.de

#Wechseljahre, #Gefühle

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