In unserer schnelllebigen Zeit ist die Erschöpfung auch bei unseren Kindern angekommen.

junge erschoepft auf stuhl

Dadurch, dass sich die Gesellschaft und auch das Familienleben, aber auch das Umfeld wie die Schule und die damit verbunden Leistungen, die die Kinder erbringen sollen, sehr verändert hat, sind immer mehr Kinder schnell erschöpft. Hier gibt es verschiedene Faktoren zu betrachten.

Körperliche Hintergründe

Für die körperlichen Hintergründe spielt schon die Schwangerschaft eine wichtige Rolle: ob die werdende Mutter gesund lebt, nicht raucht, keinen Alkohol zu sich nimmt und auch ansonsten eine gesunde Lebensweise hat, ob ein Kind zum Geburtstermin auf die Welt kommt oder zu früh geboren wird. Mit einer gesunden Lebensweise macht sie Ihrem Kind schon bevor es auf der Welt ist ein großes Geschenk, was sich auch positiv auf die zukünftige Entwicklung und Stabilität des Kindes auswirkt. Dadurch wird sein Gehirn nicht vorgeschädigt, was andernfalls bei Alkohol- und Tabakkonsum der Fall sein kann. Hier wird schon wesentlich zur zukünftigen Stabilität des Kindes beigetragen.

Selbstverständlich ist es zunächst wichtig, bei einer schnellen Erschöpfung des Kindes die möglichen körperlichen Ursachen durch einen Arzt oder Heilpraktiker abklären zu lassen. Denn es könnte sich um eine Herzerkrankung, eine Schilddrüsenstörung oder um einen Vitamin- und Vitalstoffmangel etc. handeln.

Die verschiedenen Aspekte für die kindliche Gesundheit umfassen einen gesunden Schlaf, eine gesunde Ernährung, Bewegung (besonders an der frischen Luft), Entspannung und Freizeit: Zeit haben, um das zu tun, was Freude macht, z.B. mit Freunden oder alleine spielen -  da wird aufgetankt.

Alle Kinder sind individuell verschieden, so dass mache Kinder mit Leistungsdruck, wenig Freizeit und Bewegung besser zurechtkommen als andere, die dann auf Dauer gestresst und schneller erschöpft und müde sind. Das ist teilweise zwar genetisch bedingt, hängt aber auch von der Familie und dem Familienleben ab. Wünschenswert wäre es, dass die Familie generell der Ruhepol für das Kind ist, es sich dort akzeptiert und angenommen fühlt und gewiss sein kann, dass es ohne Vorbehalte angenommen ist – unabhängig davon, ob es ein „anstrengendes Kind“ ist oder auch nicht die gewünschten Leistungen erbringt. In einer solchen Familie wird ein Kind gestärkt und kann ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln, was auch in Bezug auf die Erschöpfung eine große Ressource ist. Die Resilienz wird so schon aufgebaut.

Ernährung

Die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf die gesunde Entwicklung. Die Industrie nutzt die Lücke eines häufigen Zeitmangels der ganzen Familie und bringt immer mehr angeblich gesunde Fertiggerichte auf den Markt. Da viele Eltern heute unter Zeitmangel leiden, wird des Öfteren auf die „schnelle Küche“ zurückgegriffen z.B. auf Fastfood, so dass zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe in den Mahlzeiten zu finden sind. Eine gesunde und vollwertige Ernährung wäre jedoch wichtig, um der schnellen kindlichen Erschöpfung entgegenzuwirken.

Bewegung

Für eine gesunde Entwicklung und ein gesundes Wachstum ist die Bewegung sehr wichtig. Leider bleibt auch hierfür im Alltag oft wenig Zeit. Manches Kind ist in einem Sportverein aktiv oder hat noch genügend Bewegung an der frischen Luft oder auch drinnen durch sportliche Aktivitäten wie z.B. Turnen, Trampolinspringen usw. – das ist wunderbar. Die verbleibende Freizeit wird allerdings oft mit anderen Aktivitäten wie Online- oder Handyspielen verbracht. Wenn das Kind schon schnell ermüdet oder der Druck von außen groß ist, wird es diesem Onlinespielverhalten immer mehr zusprechen, da es hier erfolgreich ist. In Extremfällen kann das dann zu einer Realitätsflucht führen.

Onlinespiele und –verhalten

Auch die Auswirkungen des Handy- und Tabletspielverhaltens im Kindesalter führt bei einem Übermaß auf Dauer zu einer schnellen Erschöpfung des Kindes, da hier viel Konzentration und Zeit eingesetzt werden und ein gesunder Ausgleich fehlt. Viele Kinder haben weder die Zeit noch die Gelegenheit oder Motivation, sich draußen ohne vorherige Verabredungen mit Freunden zu bewegen, zu spielen und dadurch Erholung und Entspannung zu finden. Spontanität und Flexibilität bleiben hier auf der Strecke. Vom frühesten Alter an haben viele Kinder schon einen gut gefüllten Terminkalender, der wenig Spielraum für erholsame Beschäftigungen lässt. Um einer schnellen Erschöpfung vorzubeugen, sollte man dem Kind helfen, einen ausgewogenen Einklang aller wichtigen Komponenten zu finden.

Kita, Kindergarten und Schule

Nicht zu unterschätzen ist auch der Leistungs- und Zeitdruck, dem schon unsere Kleinsten ausgesetzt sind. Oft sind die Tage im  Kindergarten, in der Kita und der Schule voll verplant. Wenn die dort zu verbringende Zeit zu Ende ist, muss noch „weitergearbeitet“ werden. Zwischen Unter- und Überforderung ist es eine zu bedenkende Gratwanderung. Oft bleibt zu wenig Zeit zur freien Verfügung, alles ist zeitgenau geplant und organisiert. Des Weiteren werden Kinder häufig mit anderen verglichen oder es vergleicht sich selbst mit anderen. In unserer Leistungsgesellschaft löst das Druck aus und trägt auf Dauer ebenfalls zu einer immer schneller anwachsenden Erschöpfung bei. Das Kind stresst sich immer mehr, so dass die Freizeit oft noch kürzer bemessen ist, der Appetit wird weniger, es wird immer erschöpfter und schläft unter Umständen auch nicht mehr so gut. Ein Teufelskreis hat eingesetzt und  das Kind braucht nun definitiv die familiäre Unterstützung und Akzeptanz, um wieder in ein ruhigeres, stressfreieres, gesundes Leben zurückzufinden.

Schritte zu einem stressfreieren und gesunden Leben

Je nach dem Schwierigkeitsgrad eines erschöpften Kindes, bedarf es neben der oben beschriebenen familiären Umstellung evtl. auch professionelle Unterstützung:

  • Entspannungsreisen, Autogenes Training für Kinder
  • Klassische Musik hören: Entspannungsmusik trägt auch während des Tagesverlaufs und bei den damit verbunden Pflichten, wie z.B. Anfertigen der Hausaufgaben dazu bei, dass das  Kind ruhiger, entspannter und ausgeglichener wird und auftanken kann. Diese Art der Musik kann sich bei konstantem Einsatz sehr positiv auf das Kind und somit auch auf die ganze Familie auswirken. Der Regenerationsprozess kann beginnen.
  • Falls das alles nicht zu dem entsprechenden Erfolg führt, wäre eine Therapie anzuraten.
  • Empfehlenswert wären hier eine Verhaltenstherapie oder eine Kinderhypnose, die bereits ab einem Alter von 6 Jahren zur Anwendung kommen kann. Durch die Therapie kann sehr viel zum Guten verändert werden. Selbstverständlich muss dabei die ganze Familie einbezogen werde, da immer das gesamte Familiensystem ineinander greift.

Fazit

Kindern, die unter immer schneller auftretender Erschöpfung leiden, wäre es zu wünschen, dass sie mithilfe der oben angesprochenen Punkte wieder in eine gesunde Balance gebracht werden. Das würde ihnen helfen sich optimal zu entwickeln und sie gut rüsten für ihren Lebensweg. Diese Balance bewirkte eine Ausgeglichenheit und die Chance wäre sehr groß, dass das Kind sich zu einem selbstbewussten, glücklichen und zufriedenen Menschen entwickelt. Ein Kind, das sein Leben fortan, dann als Jugendlicher und später als Erwachsener in schwierigen Lebenslagen meistert.

Autor: Beate Winkler
Thema: Kind schnell erschöpft
Webseite: http://www.beatewinkler.de

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