Ratgeber Lifestyle

Zum Thema positive Gedanken für den Tag bietet uns die Literatur und die Medien sehr viel Material. Die Zeitschriften und Kalender sind voll mit Anregungen zu positiven Gedanken, Weisheiten und positiver Lebenshaltung.  

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Für kurze Zeit sind wir dafür auch aufnahmebereit und doch verliert sich im Alltag sehr schnell ein positiver Gedanke, wie eine zerplatzte Seifenblase.  Überlagert werden die guten Ansätze von äußeren Einflüssen und Ereignissen. So stellt sich mir die Frage, was können wir tun, um uns selbst mit Hilfe unsrer Gedanken in einen positiven, optimistischen Zustand zu bringen?  Um der Sache etwas genauer auf den Grund zu gehen, möchte ich dazu etwas „ausholen“ und  die Sache etwas genauer unter die Lupe nehmen:

Was ist denn ein GEDANKE?

Die Neurowissenschaftler erklären uns, dass Gedanken im Gehirn produziert werden, die in einer Wechselwirkung mit sich und der Umgebung stehen. Das bedeutet – Gedanken entstehen beim Riechen, Fühlen, Schmecken, Sehen, Hören und nachts wenn wir träumen. Ganz automatisch laufen dabei komplizierte Hirnprozesse ab.  Jeder einzelne Gedanke hinterlässt ein unverwechselbares Muster  im Gehirn, ähnlich wie bei einem Fingerabdruck. Experten können dieses Muster sichtbar machen, lesen und deuten.

Einflüsse von Außen – Umgang im Inneren 

Wir lassen uns täglich von äußeren Umständen beeinflussen: Nachrichten (selten gibt es positive davon),  wie andere über uns denken,  familiäre Sorgen usw.  Wie am Fließband werden negative Gedanken produziert, die in unserem Kopf schwirren und vor sich hin schwatzen.  In Folge dessen, fühlen wir uns auch entsprechend bedrückt, sorgen- und angstvoll. Es geht nicht darum, durch positives Denken eine Sache zu ignorieren oder zu verdrängen. Es gibt Tatsachen, die wir unweigerlich akzeptieren müssen. Wir bestimmen und entscheiden aber auch, wie wir damit umgehen. Vielleicht erinnern Sie sich auch an ein Ereignis, das für Sie im ersten Moment eine totale Katastrophe war. Im Nachhinein war aber vielleicht genau dieses Ereignis ein Segen für Sie.

Auch der zunehmende Arbeitsdruck und auch die Arbeitsdichte in der Berufswelt, lassen uns auspowern – Burnout ist nicht eine „Modeerscheinung“, sondern tatsächlich die Folge von einem immensen Druck im Arbeitsbereich und das Ergebnis einer Leistungsgesellschaft, der wir uns schwer entziehen können. Auch unsere persönlichen Verhaltensmuster, die wir von klein auf gelernt haben, begünstigen zudem  Ängste – Depressionen – Erschöpfungszustände – Burnout.

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Unsere Gedanken sind nicht WIR als Person – Sie existieren in unserm Gehirn 

Auch wenn es sich so anfühlt, als ob WIR unsere Gedanken SIND – ist das nicht der Fall. Sobald wir uns mit unseren Gedanken identifizieren,  fällt es uns schwerer, uns innerlich davon zu distanzieren. Machen wir uns noch einmal bewusst, unsere Gedanken entstehen im Gehirn (die meisten im Großhirn). 

Wir können leider nicht Nicht-Denken, dennoch haben wir Einfluss darauf, was wir denken und wie wir Situationen bewerten, um uns besser zu fühlen.

Mit täglichen positiven Gedanken, die wir bewusst üben, finden wir wieder zu einem inneren Gleichgewicht. Und dabei geht es nicht, krampfhaft positiv zu denken. Somit würden wir einen weiteren Stressfaktor hervorrufen. Es geht auch nicht darum, Tatsachen zu verdrängen oder in anderen Dimensionen abzuheben, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben. Wir dürfen annehmen und akzeptieren, dass wir auch traurig und bedrückt sein dürfen, denn das gehört zu unserem Menschsein dazu. Wir haben es aber auch in der Hand, unsere weiteren Gedanken zu beeinflussen. Wir sind selbst für uns und unsere Gedanken verantwortlich. 

Wozu positiv denken? – Was bringt mir das überhaupt?

Da wir meistens an negativen Gedanken haften bleiben oder uns eine Gedankenspirale nach unten drückt,  tun wir gut daran, uns mit positiven Gedanken zu beschäftigen. Wir können damit direkt auf unsere Gemütslage und unsere Gesundheit Einfluss nehmen. Wir erlangen dadurch mehr Lebensqualität, werden  optimistischer und leben somit auch gesünder.  Zudem können wir vitaler werden,  haben wieder mehr Energie, unser Selbstwert erhöht sich und lässt uns selbstbewusster auftreten.

5 Übungen zum Experimentieren

Wichtig: Alles was Sie zu diesen Übungen schriftlich festhalten, ist nachhaltiger und prägt sich besser in Ihrem Bewusstsein ein. Wenn wir unsere Erfahrungen notieren, machen wir unsere Gedanken sozusagen sichtbar.

Gerne möchte ich Sie einladen, mit einigen Tipps zu experimentieren! Finden Sie heraus, welche Übungen sich am besten in Ihren Alltag integrieren lassen. Und - Bleiben Sie dran, denn nur mit Disziplin werden Sie positive Veränderungen herbeiführen.

1.Übung – Denken beeinflusst Fühlen und Handeln

Um zu verdeutlichen, dass wir unsere Gedanken beeinflussen können und somit auch unser Wohlbefinden steuern, habe ich ein kleines Experiment für Sie:

  • Gönnen Sie sich einen störungsfreien Augenblick, schließen Sie bitte die Augen
  • Atmen Sie ein paarmal ein und aus, um zu entspannen
  • Erinnern Sie sich an ein negatives Erlebnis, einen Streit, einen Misserfolg oder dergleichen.

(etwas das Sie nicht zu sehr belastet, um kein Trauma wieder zu beleben!!!)

  • Erleben Sie noch einmal ganz intensiv in Ihren Gedanken diese Situation. Wo sind Sie gewesen, wer war noch dabei, war es warm oder kalt, wie sah die Umgebung aus, was haben Sie gefühlt und vor allem WIE fühlen Sie sich JETZT? Wie ist Ihre Körperhaltung in diesem Moment?

Wiederholen Sie das Ganze bitte mit einem positiven Erlebnis:

  • Erinnern Sie sich an ein positives Erlebnis, eine Reise, eine Begegnung, eine bestandene Prüfung, ein persönlicher Erfolg.

Wie fühlt sich das an und vor allem, WIE fühlen Sie sich jetzt dabei? Achten Sie auf Ihre Gesichtszüge, vielleicht lächeln Sie ja sogar, wenn Sie sich die Situation intensiv vor Augen halten. Nehmen Sie ganz bewusst JETZT Ihre Körperhaltung wahr.

So wie wir DENKEN … fühlen wir uns auch! Fühlen wir uns gut, strahlt unsere Haltung auch nach außen. Infolge dessen, handeln wir auch bewusster, positiver und mit mehr Selbstvertrauen.

2.Übung – Körperhaltung

Über unseren Körper drücken wir viel mehr aus, als uns selbst bewusst ist. Mit diesen Haltungsübungen richten wir aber unseren Focus nicht auf die Außenwirkung, sondern auf unseren Gemütszustand, den wir durch einfache Haltungsübungen positiv verändern können.  Erleben Sie selbst, was sich in Ihnen verändert, wenn Sie:

  • bewusst Ein- und Ausatmen -  füllen Sie Ihre Lungen und Ihre Körpermitte mit Sauerstoff. In der alltäglichen Anspannung vergessen wir häufig, richtig zu atmen und halten regelrecht die Luft an. Genießen Sie diese erste leichte Entspannung durch tiefes Atmen und spüren wieder Ihre Mitte.
  • …sich GROSS machen, den Kopf etwas anheben, die Brust herausstrecken. Gerne dürfen Sie dabei übertreiben. Denn meistens machen wir uns klein, lassen die Schultern hängen und sacken regelrecht in uns zusammen. Diese Übung richtet nicht nur unseren Körper auf, sondern auch unsere Stimmung. In einer aufrechten Haltung, fällt es uns schwerer, negativen Gedanken zu folgen.
  • breitbeinig gehen – das sieht nicht nur albern aus, es bringt uns auch wieder ins Gleichgewicht. Zudem beruhigt das Schaukeln die Neuronen.

3.Übung – Dankbarkeit

Dankbarkeit ist eine Tugend, die wir täglich ohne großen Aufwand üben dürfen. Ganz gleich ob Sie sich morgens oder abends darauf besinnen, wofür Sie heute dankbar sind. Das können ganz einfache Dinge sein, wie zum Beispiel: Dankbarkeit für Ihre Gesundheit, für Ihre Freunde, für ein schönes Erlebnis, eine freundliche Begegnung. Ich bin mir sicher, es wird Ihnen täglich Neues dazu einfallen. Notieren Sie diese Dinge, für die Sie dankbar sind und beobachten was passiert. Vielleicht haben Sie wahrgenommen, dass Sie im selben Moment gar nicht traurig sein konnten und negative Gedanken keinen Raum hatten? Beide Gefühle können nämlich gleichzeitig nicht existieren. Eine wunderbare Erkenntnis !!! Vielleicht erkennen Sie auch wieder bewusst, in welcher Fülle Sie leben dürfen und wie reich Sie doch beschenkt wurden. Ihr Focus kann vom Gefühl des Mangels, in ein Gefühl der Fülle umgewandelt werden, auch wenn Sie eine  körperliche Einschränkung haben. Worauf richten Sie Ihren Focus? Auf den Mangel oder auf die Fülle?

4.Übung – Lächeln, Lachen, Spielen

sonnenblumen seifenblasen

Sogar ein Lächeln, das wir „künstlich“ erzeugen, wirkt direkt auf unser Gehirn und sendet wertvolle Glückshormone aus.  Also nur zu, lächeln Sie, auch wenn Ihnen nicht immer danach ist.  Die nächste Steigerung ist das LACHEN. Ich staune darüber, dass wir heutzutage Lachseminare besuchen können. Irgendwann haben wir das Lachen verloren, um es wieder neu zu erlernen?  „Füttern“ Sie sich selber mit humorvollen Dingen, hören Sie lustige Hörbücher, schauen Sie witzige Komödien und Comics an. Wann haben Sie das letzte mal wie ein Kind gespielt? Ich meine, so wie früher: durch einen trockenen Blätterhaufen im Herbst gelaufen, eine Schneeballschlacht gemacht, in eine Pfütze gehüpft, auf einer Schaukel gesessen, ein Gesellschaftsspiel mit Freunden oder der Familie gespielt?  

Leider verbieten wir uns selber so viel, denn wir sind ja schließlich erwachsen geworden. Das Kind in uns ist trotzdem da und will SPIELEN. Was hat Ihnen als Kind so viel Freude bereitet und was verbieten Sie sich heute davon? Welches Spiel ließ  Sie alles um sich herum vergessen? In welchen Momenten waren Sie in Ihrem persönlichen Flow und vergaßen dabei, Zeit – Raum und Dimension? Egal wie alt oder jung Sie sind, erlauben Sie sich (wieder) zu spielen.

5. Selbstliebe

Wie denke ich über mich? Was halte ich von mir? Die meisten Menschen sind sehr sehr kritisch mit sich selbst, werten sich bei einem Misserfolg ab und glauben, nach einem  harten Arbeitsalltag, immer noch nicht genug geleistet zu haben. Deshalb: Notieren Sie sich täglich, was Ihnen heute gut gelungen ist.  Gehen Sie dabei  großzügig und wohlwollend mit sich um. Auch kleine Aufgaben und Tätigkeiten sollen gewürdigt werden.  Erinnern Sie sich, was Sie bereits in Ihrem Leben erreicht haben und steigern Sie somit Ihr Selbstwertgefühl. Wenn Sie es erst einmal wagen und sich erlauben, fallen Ihnen mit Sicherheit viele Dinge dazu ein. Pflegen Sie Ihre Liebe zu sich selbst, wie ein zartes Pflänzchen.

Was ist so einzigartig und besonders an mir? Lenken Sie Ihren Focus auf Ihre guten Seiten. Denn wie Sie vielleicht auch schon festgestellt haben, beim persönlichen Abwerten sind wir alle grandios.

Falls Sie selber auf keine positiven Eigenschaften kommen oder sich damit schwer tun,  dann stellen Sie sich doch diese Frage:

Was schätzen andere an mir?  Jetzt wird es vielleicht etwas einfacher, wenn wir aus Sicht eines Anderen auf uns blicken. Bitte machen Sie sich auch dazu Notizen. 

Resümee

Mit diesen  Übungen habe ich mich bewusst auf ein paar wenige festgelegt, die sich aus therapeutischer Sicht und Erfahrung bewährt haben. Sicherlich gibt es noch viele mehr. Es ist allerdings eher kontraproduktiv, wenn wir uns einer Fülle von Angeboten widmen. Da fühlt man sich doch schnell überfordert. Wichtiger ist ein tägliches Üben und ein leichter spielerischer Umgang damit.

Vielleicht konnten Sie die eine oder andre positive Erfahrung mit diesen Übungen machen. Manches kannten Sie bereits schon und fühlen sich dadurch bestärkt.

Jetzt bin ich natürlich neugierig und ich freue mich, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen berichten. Konnten Sie dadurch positive Veränderungen feststellen? Gibt es etwas, was Sie ergänzen möchten? Gerne dürfen Sie mir dazu eine Email schreiben.

Herzlichen Dank und viele  Grüße

Ute Weißer

Autor: Ute Weißer
Thema: Positive Gedanken für den Tag
Webseite: https://weisser-therapie.de



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