Fühlen Sie sich auch manchmal tagsüber wie gerädert nach einer Nacht, in der Sie nicht einschlafen konnten oder stundenlang wach gelegen sind?

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Fühlen Sie sich durch eine Art Dauermüdigkeit ständig erschöpft und nicht auf Höhe Ihrer Leistungsfähigkeit? Sie sind damit nicht allein.Laut einer Umfrage einer der größten Krankenkassen in Deutschland ist von 2005 bis 2018 ist der Anteil der Personen mit ärztlich diagnostizierten Schlafstörungen von 12,32 je 1.000 Versicherten auf 21,71 um 76 % angestiegen (1). 

Erholsamer Schlaf ist nicht nur dafür wichtig, um sich am nächsten Tag fit und ausgeruht zu fühlen, sondern auch, um alle erforderlichen „Reparaturen“ in Ihrem Körper durchzuführen und allen Körpersystemen die Regeneration zu ermöglichen. Die Menge und die Regelmäßigkeit gesunden Schlafes sind für eine gute Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Wenn Sie tagsüber müde sind, zeigt dies, dass Sie entweder zu wenig, zu wenig regelmäßig schlafen oder einen Schlaf schlechter Qualität haben. Woran kann es liegen?

Nicht abschalten können

Sind Sie privat oder beruflich gestresst, lässt sich das nicht wie auf Knopfdruck abstellen, sobald Sie sich ins Bett legen. Hier helfen Einschlafrituale, wie Entspannungstechniken, das Hören beruhigender Musik, das Führen eines Tagebuchs oder das Aufschreiben wichtiger Vorhaben für den nächsten Tag bei einer Tasse Baldriantee. Fernsehen ist nicht geeignet, denn es lenkt von den stressenden Problemen ab, die dann, wenn Sie sich zur Ruhe legen, verstärkt zurück kommen. Wenn sich zwischenmenschliche Probleme, die Ihnen den Schlaf rauben können, durch ein Gespräch lösen lassen, verschwenden Sie keine Zeit, sondern sprechen oder telefonieren Sie mit dem jeweiligen Partner schnellstmöglich. Versuchen Sie berufliche Probleme nicht mit nachhause zu bringen. Legen Sie ein „Abstandspolster“ zwischen Ihr Privatleben und den Arbeitsplatz. Das kann – je nach Ihrer persönlichen Situation – das gemeinsame Abendessen mit der Familie sein, ein Spaziergang mit einem Freund oder einfach das Ausschalten des Geschäfts-Handys.

Mitten in der Nacht aufwachen und nicht mehr einschlafen können

Wenn man tagsüber viel geleistet hat, schläft man trotz Stress ein, weil der Körper die Ruhe dringend braucht. Da sich Tiefschlafphasen mit Phasen leichteren Schlafs in der Nacht abwechseln, kann es jedoch sein, dass Sie plötzlich aufwachen. Dann beginnen Sorgen oder Stress ein Gedankenkarussel in Gang zu setzen, das ein erneutes Einschlafen verhindert. Die bei „Nicht-Abschalten-Können“ genannten Rituale zum Abstand gewinnen von der Arbeit oder vor dem Zu-Bett-Gehen sind hier ebenfalls hilfreich. Es können aber auch organische Ursachen vorliegen. Die Chinesische Medizin kennt die „Organuhr“, die bestimmte Uhrzeiten bestimmten Organen zuordnet. Wachen Sie beispielsweise oft nachts um 3 Uhr auf, ist möglicherweise Ihre Leber belastet. Wenn Sie als Mann nachts oft zur Toilette müssen, kann dies an einer vergrößerten Prostata liegen.

Essen und Trinken für guten Schlaf

Für die Regeneration unseres Körpers während des Schlafes braucht er geeignete Nährstoffe und ausreichend Wasser, um dabei anfallende Giftstoffe zu lösen und am nächsten Morgen auszuscheiden. Versuchen Sie, die erforderliche Flüssigkeitsmenge von mindestens 1,5 l Wasser (Kaffee oder Fruchtsäfte zählen hier nicht!) bereits im Laufe des Tages zu sich zu nehmen. Wenn Sie kurz vor dem Einschlafen zuviel Flüssigkeit zu sich nehmen, wachen Sie ggf. auf, weil Sie zur Toilette müssen. Auch Hunger kann guten Schlaf verhindern. Ein leicht verdauliches Abendessen mehrere Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen ist das geeignete Nachtrezept. Wenn Sie tagsüber oft müde und erschöpft sind, kann es auch daran liegen, dass Ihnen Eisen oder Selen fehlt. Ein Mangel an Magnesium kann sich in Wadenkrämpfen oder jeglicher Verspannung zeigen, die Ihren Schlaf stören. Ist Ihr Organismus „übersäuert“ – Säuren bilden sich beim Stoffwechsel bestimmter Lebensmittel oder auch durch psychisches „Sauer-Sein“ – kann dies ebenfalls nachts den Schlaf beeinträchtigen, bzw. Sie tagsüber sich matt und kraftlos fühlen lassen. Langfristig hilft hier nur die Umstellung der Ernährung auf eher basische Lebensmittel (2), kurzfristig die Einnahme von Basenpulver oder Natron, ½ TL mit einem Glas Wasser vor dem Zu-Bett-Gehen.

Alkohol und Schlaftabletten verhindern guten Schlaf

Alkohol entspannt kurzzeitig, ist aber nicht geeignet für einen erholsamen Schlaf, weil die Leber verstärkt arbeiten muss. Eine verstärkte Leber- oder Nierenaktivität ist immer dann erforderlich, wenn Gifte von außen in Ihren Körper gelangt sind. Wir können ihnen nicht entgehen, denn selbst wenn Sie sich ausschließlich biologisch ernähren, sind diese in unserer Atemluft oder in Materialien in unserer Umgebung. Eine Entgiftungskur ein-bis zweimal im Jahr hilft. Giftige Stoffwechselprodukte können Ihre Schlafqualität und die Tagesform beeinträchtigen. Sie entstehen nicht nur durch Nahrungsmittel, sondern auch durch Medikamente, beispielsweise Schlaftabletten, die auch noch die Gefahr des Süchtigwerdens in sich bergen. Checken Sie die Beipackzettel Ihrer Medikamente und sprechen Sie Ihren Arzt auf mögliche nebenwirkungsfreie Alternativen an.

Lebensstil für guten Schlaf

Ein gesunder Lebensstil trägt viel zu einem gesunden Schlaf und damit zu einem leistungsfähigen und guten Tagesbefinden bei. Wenn Sie tagsüber zwischendurch immer wieder an die Sonne gehen, fördert dies die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Wenn Sie nicht ausgelastet sind, also beispielsweise spät aufstehen, sich tagsüber wenig körperlich oder geistig fordern und früh zu Bett gehen, ist Ihr Körper nicht schlafbereit. Wenn Sie Sport treiben, sollte dies auch mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen sein, damit der Kreislauf zurückfahren und in den Muskeln entstandene Säure neutralisiert werden kann.

Die Rolle der Umgebung für guten Schlaf

Lärm ist ein Entspannungskiller. Nutzen Sie ggf. Ohrstöpsel, wenn Geräusche durch ein geöffnetes Fenster hereinkommen oder Ihr Partner schnarcht. Sorgen Sie für genügend Sauerstoff im Raum. Ein Mangel kann das Scharchen verstärken bzw. auch Atemaussetzer begünstigen. Der nachts herrschende Sauerstoffmangel macht Sie tagsüber müde und schlapp. Wenn Sie Ihr Fenster nicht öffnen wollen oder können, lüften Sie vor dem Zubett-Gehen für einige Minuten kräftig durch.

Vermeiden Sie künstliches Licht. Durch die Evolution ist ein gesunder Schlafrhythmus durch Sonnenauf- und untergang, bzw. durch die besondere Lichtqualität von Mond und Sternen bestimmt. In unserer modernen Zeit, in der künstliches Licht jederzeit verfügbar ist und durch die Globalisierung auch rund um die Uhr gearbeitet wird, können sich die wenigsten diesen ursprünglichen Rhythmus erlauben, auf den wir biologisch aber immer noch eingestellt sind. Die biologische Uhr in Ihrem Körper wird von bestimmten Zellen im Gehirn gesteuert. Die Sehnerven in Ihren Augen registrieren einfallendes Licht und senden ein Signal an diese Zellen, die Ihrem Körper sagen „Zeit, aufzuwachen“. Mit diesem Signal werden auch andere Prozesse in Gang gesetzt, beispielsweise die Erhöhung der Körpertemperatur oder die Produktion bestimmter Hormone, die Sie für die Tagesaktivitäten brauchen. Künstliches Licht spiegelt Ihrem Körper vor, in der Aktivitätsphase zu sein, was Entspannung verhindert. Entfernen Sie daher alle Geräte, die nachts künstliches Licht ausstrahlen, aus Ihrem Schlafzimmer und verwenden Sie Verdunkelungsvorhänge, wenn künstliches Licht von außen hereinscheint.

Elektromagnetische Strahlung verhindert guten Schlaf

Als es noch keinen Strom und keinen Mobilfunk gab, existierten nachts nur die natürlichen elektromagntischen Felder, an die Ihr Körper gewöhnt ist, seit es Menschen gibt. Das gilt übrigens auch für alles Lebendige, seien es Pflanzen oder Tiere. Die künstlich erzeugten elektromagnetischen Wellen kennt Ihr Körper nicht. Deren Eigenschaften weichen stark von der Beschaffenheit natürlicher elektromagnetischer Wellen ab. Die zunehmende Umweltverschmutzung durch elektromagnetische Strahlung ist die Hauptursache für schlechten Schlaf in unserer modernen Zeit (3). Sie stört empfindlich den natürlichen Schlafrhythmus als auch die Taktung der Regenerationsprozesse Ihres Immunsystems.

So verbessern Sie Ihre Schlafqualität:

  • Kein Handy im Schlafzimmer. Schalten Sie es möglichst ganz aus, auch wenn es woanders in Ihrer Wohnung liegt.
  • Keine schnurlosen Telefone im Schlafzimmer
  • Keine drahtlos funktionierenden Geräte (TV, Lautsprecher, Babyphon…) im Schlafzimmer
  • So dunkel wie möglich schlafen. Setzen Sie sich mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen keinem Blaulicht aus Monitoren (Handy, Laptop, PC) mehr aus oder installieren Sie wenn möglich einen Blaulichtfilter.
  • Nutzen Sie statt dem Radiowecker einen Wecker mit Batterie. Schlafen Sie nicht auf einem Wasserbett. Wenn Sie eine elektrische Heizdecke verwenden wollen, schalten Sie sie vorher ein und zum Schlafen aus.
  • Stecken Sie alle elektrischen Geräte im Schlafzimmer aus. Ideal wäre, das Schlafzimmer nachts vom Strom völlig zu trennen.
  • Schalten Sie den Wifi Router aus. Falls Ihr Nachbar einen solchen nutzt, sprechen Sie das Thema an, informieren Sie ihn über die schädlichen Auswirkungen auf die Schlafqualität.
  • Untersuchen Sie Ihr Schlafzimmer auf die elektrische Belastung durch stromführende Kabel in der Wand. Inzwischen gibt es dazu preiswerte Messgeräte.
  • Wenn Sie alle Maßnahmen in Ihrem persönlichen Umfeld ergriffen haben und immer noch nicht gut schlafen, lohnt sich ein Check Ihrer Umgebung auf Mobilfunkantennen (4).

Wie Sie sehen, gibt es viele Gründe, die Ihre Schlafqualität beeinträchtigen können. Es lohnt sich, gemeinsam mit einer Fachfrau/einem Fachmann einen Check durchzuführen, um Ihre individuellen Ursachen aufzuspüren und dann einen Strategieplan zu entwickeln, um diese Ursachen auszuschalten. Gut schlafen bedeutet einen immensen Gewinn für Ihre Gesundheit und Ihre Lebensfreude.

Autor: Dr. Cornelia Renate Gottwald, Heilpraktikerin
Thema: Ursachen ständiger Müdigkeit
Webseite: http://www.best-in-balance.de

Quellen:

  • (1) https://www.bifg.de/news/2020-landkarte-schlafstoerungen-in-deutschland
  • (2) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/saure-und-basische-lebensmittel.html
  • (3) https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=744
  • (4) https://hcfricke.com/2018/03/15/wo-stehen-die-mobilfunkmasten-checkt-mit-der-interaktive-karte-der-bundesnetzagentur/

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