Was ist Stressmanagement?

Da kam doch eines Tages die Anfrage „ins Haus geflattert“, ob ich nicht einen Artikel über Stress Management verfassen wolle.

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Nach anfänglichem Zögern (ja fast löste die Anfrage selber schon Stress in mir aus) entschloss ich mich mit dem Thema zu befassen und siehe da, ich erkannte, dass viele Aspekte wie man denn mit Stress besser umgehen kann – also den Stress managt –  ich bereits in meinen Seminaren „Tierisch Mutig“ für Menschen anbiete, die unter einer Tierphobie leiden.

Mein Name ist Uschi Riedinger und ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis in München.

Die Seminare finden in Kooperation mit dem Münchener Tierpark Hellabrunn statt.

Oben genanntes Beispiel gibt schon den ersten Hinweis darauf, wie man mit stressvollen Situationen besser umgehen kann:

1.) Anerkennen das es so ist wie es ist.

Dies beinhaltet nämlich, dass man sich nicht mehr wünscht, der Stress, die unangenehme Situation würde irgendwie auf magische Weise von selber verschwinden. Häufig ein Wunsch, der noch aus unseren Kindertagen stammt.

Man realisiert, dass man selber etwas tun muss, sonst ändert sich leider nichts und entscheidet sich daher zum Handeln. Dadurch verlässt man auch gleich die Opferhaltung, in der man wie gelähmt oder erstarrt ist und sich einfach nur wünscht es würde aufhören. Zum Beispiel der/die Kollege*in, der/die Partner*in, die Kinder, der/die Chef*in sollen doch endlich ….

Im Nachfolgenden werde ich Ihnen einige „Tools“ an die Hände geben, wie Sie eine Möglichkeit finden können, mit Ihrem persönlichen Stress besser umgehen zu können. Diese Tipps sind Vorschläge, die Sie gerne nach Belieben abändern können oder Sie bekommen dadurch vielleicht sogar einen Impuls für ein eigenes Stress Management Tool.

2.) Nehmen Sie sich Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Machen Sie es sich gemütlich am besten solo ohne Ablenkungen. Vielleicht bei einer Tasse Tee, ausgestattet mit Papier und Stift wahlweise natürlich auch  am PC oder einem anderen elektronischen Utensil und beginnen Sie mit Ihrer Inventur:

In welchen Situationen haben Sie Stress?

frau stress buecher klein

Sollten sich hier schon die ersten Wiederstände zeigen, beispielsweise: „ ich habe keine Zeit für so was ich muss noch das und jenes schnell erledigen“  oder eventuell etwas subtiler: „ ich darf mir keine Zeit für mich selber nehmen“ – dann arbeiten Sie „einfach“ mit Ihren Wiederständen. Soll heißen, dass Sie sich zuerst mit diesen beschäftigen, bevor es richtig losgeht. Schreiben Sie auf was Sie davon abhält und warum? Wo kommt dieser Glaubenssatz denn eigentlich her? Ist das überhaupt meiner? Oder habe ich den von Jemandem anderem übernommen? (beliebt sind da Bezugspersonen aus der Prägungsphase oder auch Ansprüche aus dem Arbeitsleben). Danach können Sie sich selber die Erlaubnis geben, dass Sie sich genug wichtig sind, um sich jetzt etwas Gutes zu tun. Sollte dies noch nicht genug sein, setzten Sie noch eins drauf, indem Sie sich bewusst machen, dass es Ihrem Umfeld auch deutlich besser geht, wenn Sie Ihnen entspannt begegnen. Zudem werden Sie sicherlich Ihre Aufgaben auch effizienter angehen können, wenn Sie nicht nervös und unter Anspannungen sind, sondern klar und überlegt aus der Ruhe heraus handeln können.

3.) Was für Gefühle empfinden Sie während Sie Stress haben?

Beschreiben Sie dies bitte ganz genau. Wo im Körper stellen Sie Stress fest? Woran erkennen Sie dies? Werden Sie zappelig? Können Sie keinen klaren Gedanken fassen? Wird der Herzschlag schneller? Wie steht es mit der Atmung? Auch schneller? Befindet sich diese im Bauch oder ist diese eventuell weiter oben angesiedelt? Und so manches mehr. In dem Sie sich selber beobachten während Sie Stress haben passiert gleichzeitig etwas Wundervolles: Sie distanzieren sich bereits etwas von der Stress auslösenden Situation. Fangen Sie mit „Trockenübungen“ an, denken Sie sich zuerst in solche Situationen hinein und schreiben Sie Ihre Gefühle auf. Dann beobachten Sie sich einmal am Tag während einer beliebigen Tätigkeit, dann fällt es Ihnen später leichter dies während einer stressigen Situation zu tun.

Dann gehen Sie weiter auf Forschungsreise. Wo im Körper sind Sie entspannt, während Sie im Stress sind. Überrascht? Probieren Sie es aus. Sicherlich finden Sie da was und wenn es „nur“ der große Zeh ist. Dann fokussieren Sie sich auf diesen Punkt und atmen Sie in den hinein und dehnen diesen quasi mit der Atmung aus.

4.) Wie würden Sie sich lieber fühlen?

Was wäre denn Ihr Wunschgefühl (Ruhe, Gelassenheit etc.), was ist Ihr Ziel in einer stressigen Situation? Kennen Sie dieses Gefühl aus einer anderen Gelegenheit? Holen Sie sich dieses Wunschgefühl näher, indem Sie die Augen schließen und an etwas Schönes denken. Wo im Körper können Sie dieses schöne Gefühl wahrnehmen? Wenn Sie möchten können Sie dieses Gefühl auch „verankern“ indem Sie es gedanklich mit einem Gegenstand verknüpfen – etwas was Ihnen in einer stressigen Situation ebenfalls zugänglich ist. Vielleicht ein besonders schöner Kugelschreiber oder ein Handschmeichler oder ein Hintergrundbild am Handy oder oder oder. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Nehmen Sie dieses Gefühl mit in den Stress, erinnern Sie sich an Ihr Wunschgefühl indem Sie Ihren Anker in die Hand nehmen oder anschauen und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit  für einen kleinen Moment nur darauf.

5.) Bereiten Sie sich vor!

Tun Sie es den Sportlern gleich. Dort gilt schon lange, dass der Sieg nicht alleine mit dem Körper entschieden wird sondern auch mit einer sogenannten „Mindmap“.

Dies bedeutet, dass sich die Sportler vorab genau vorstellen wie sie ihren jeweiligen Parcours bewältigen, jedes kleine Detail wird gemeistert. Der Sieg wird vorab visualisiert und vor allem auch gefühlt. So als ob schon gesiegt wurde.

Das können Sie auch tun. Vielleicht steht eine Rede an oder ein schwieriges Gespräch mit einem Kunden. Was möchten Sie gerne erreichen? Stellen Sie es sich genau vor. Stellen Sie sich genau vor wie die einzelnen Abläufe dazu sind.

Und wie fühlen Sie sich, wenn Sie erreicht haben, was Sie erreichen wollten! Trauen Sie sich, genießen Sie dieses Gefühl! Sie können es nicht? An diesem Punkt meldet sich der Wiederstand vielleicht nochmal. Sollte dies der Fall sein, arbeiten Sie wieder mit diesem, wie weiter oben im Text beschrieben. Falls nicht  genießen Sie direkt.

6.) Tanken Sie Kraft!

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Nehmen Sie sich regelmäßige Auszeiten, die Ihnen gut tun am besten mit gutem Gewissen. Meditieren Sie, machen Sie Sport, lesen Sie ein gutes Buch oder was auch immer Ihnen Freude bereitet. Aber machen Sie es regelmäßig! Wenn Sie sich erst einmal eine Routine dafür geschaffen haben geht es leichter. Fangen Sie klein an und dehnen Sie die Zeiträume dafür erst später aus.

Dies hat den Hintergrund, dass Sie schwerer aus der Ruhe zu bringen sind, wenn Sie über ein Kraft Reservoir verfügen.

7.) Falls Sie vom Stress überrascht werden…

gibt es eine wunderbare Sofortmaßnahme: die tiefe Bauchatmung.

 Am besten üben Sie diese wieder vorab. Genießen Sie, dass beim Einatmen frische Luft/Energie bekommen und beim Ausatmen stellen Sie sich vor, dass Sie alles abgeben was Sie gerade belastet.

Wenn wir im Stress sind, schaltet unser Körper ganz oft und sehr schnell auf den Überlebensmodus um. Das bedeutet, dass sich unser ganzer Körper auf: Flucht, Kampf oder Erstarren (totstellen) einstellt. Dann wird die Atmung schnell, flach und verlagert sich vom Bauch in den oberen Bereich des Brustkorbs. Stresshormone durchschießen den Körper, unser Herz rast und die Durchblutung zu unserem Neocortex, den Frontallappen (in dem Teil wo die Denkprozesse stattfinden) wird minimiert. Das heißt wir sind sozusagen mental „offline“. In diesem Zustand können wir nicht mehr nachdenken, es ist uns biologisch nicht mehr möglich! Erst wenn wir unserem Körper signalisieren, dass keine Gefahr mehr droht, dass kein Säbelzahntiger im Büro lauert (auch wenn sich unser*e Kollege*in gerade so verhält..) dann können wir wieder klar denken und unsere nächsten Schritte überlegen. Das können Sie über eine tiefe und bewusste Bauchatmung erreichen und der Körper reagiert sehr schnell darauf. Am besten tun Sie dies sofort wenn Sie merken, dass es für Sie stressig wird – dann können Sie sich auch selber schneller wieder beruhigen als wenn Sie schon ganz oben auf der Palme sitzen.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Vorbereitung, genießen Sie Ihre persönliche Auszeit – Ihr Training zu mehr Ruhe und Gelassenheit – für ein besseres Stress Management.

Autor: Uschi Riedinger, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Thema: Was ist Stressmanagement?
Webseite: http://praxis-riedinger.info

#Stress, #Verhaltensmuster

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