Welche Werte sind für eine Familie wichtig?

Familie…wie definiert sich diese heute?

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Genauso, wie unsere Welt sich im Wandel befindet, so ergeht es auch der Familie als Mini-Gesellschaft. Familie ist ein Mikro-Kosmos, in dem Kinder groß werden und lernen, im Leben zurecht zu kommen. Familie ist vielschichtig, eine Kollektivbildung von Menschen, die sich entschieden haben, zusammen zu leben.

Das klassische Modell von Familie besteht aus Vater, Mutter und Kind/-er. Inzwischen hat sich das Modell Familie angepasst. Familie ist moderner geworden. Familie ist auch alleinerziehend mit Kind, gleichgeschlechtliche Eltern mit Kind, Eltern aus unterschiedlichen Kulturen und verschiedener Religion, ebenso das breite Feld aus Patchworkkonstellationen. Es gibt auch keine übergeordneten Vorgaben mehr über die Arbeitsteilung im Haushalt, Erziehung oder wer das Geld für die Familie verdienen sollte.

Familie ist frei in ihrer Gestaltung. Für die Kinder dieser Gesellschaft ist das eine große Chance, liberal und ohne Vorurteile aufzuwachsen, zu lernen, wie viele Möglichkeiten des Zusammenlebens es geben kann, die gelingen und zu gegenseitigem Respekt und Wertschätzung führen, in der kleinen, überschaubaren Familie und schließlich übergeordnet im globalen Miteinander.

Damit wir und insbesondere unsere Kinder sich aber nicht in der Vielfalt der Möglichkeiten verlieren, dienen Werte als wichtiger Halt und Wegweiser auf dem Weg. 

Werte sind per Definition erstrebenswerte und ethisch als gut zu bewertende Eigenschaften oder Qualitäten von Sachverhalten, Handlungen und Charaktereigenschaften. Werte sind zum Beispiel Ehrlichkeit, Toleranz, Treue, Gesundheit, Freundschaft, Erfolg, Nächstenliebe, Ordnung, Frieden….

Werte hängen eng zusammen mit unseren Wünschen und Bedürfnissen. Gelebte Werte führen zu innerer Balance und helfen uns, auch in Krisen zurecht zu kommen und Resilienz zu entwickeln.

Welche Werte sind nun besonders wichtig für die Familien in einer Gesellschaft im Wandel? Was brauchen unsere Kinder heute?

1.) Verlässlichkeit

Kinder brauchen Bezugspersonen, die zu 100% zuverlässig sind. Menschen, die da sind zum Helfen, zum Reden, zur Verfügung stehen für Alltagsprobleme und Halt geben können, wenn es mal schwierig wird, verlässliche Liebe und Nähe, bedingungslos. Kinder sollten sich ohne Wenn und Aber angenommen fühlen. Sie dürfen Fehler machen und sich ausprobieren, ohne Angst, nicht mehr geliebt zu werden. Nur so können Kinder Selbstvertrauen entwickeln, das sie später brauchen, um Herausforderungen anzunehmen und mit Krisen umzugehen.

2.) Vertrauen

Vertrauen und Verlässlichkeit sind eng miteinander verknüpft. Kinder brauchen die Verlässlichkeit der Eltern, um sich auszutesten, an Grenzen zu gehen, eigene Erfahrungen zu machen. Sie benötigen das Vertrauen, das in sie gesetzt wird…“Du schaffst das“, „probiere es aus“, „du kannst es noch einmal versuchen“…Vertrauen anstatt Kontrolle und Fürsorge anstatt Verunsicherung. Auf der Grundlage von Vertrauen können Kinder sich ausprobieren und aus ihren Erfahrungen lernen.

3.) Verantwortung

Innerhalb der Familie als systemischen Gefüge hat jedes Mitglied von Beginn an die Möglichkeit, seinen Teil darin zu leben, mit zu gestalten und seinen Möglichkeiten entsprechend verantwortlich zu handeln. Es geht zum einen um Eigenverantwortung und Selbstfürsorge und zum anderen um den Schutz und die Verantwortung für die anderen. Wenn Kinder Raum und Gelegenheit bekommen, für sich und auch für die anderen Entscheidungen zu treffen, können sie ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, das sie später vor Dominanz, Mobbing und Ausnutzung schützt. Eine solche Eigenverantwortung können schon ganz kleine Kinder übernehmen, indem sie entscheiden dürfen über ihren eigenen Geschmack und Appetit beim Essen, später dann für ihre Kleidung und auch  die Auswahl ihrer Freunde.

4.) Ehrlichkeit

Das Leben und Erleben von Ehrlichkeit hängen eng mit der Erfahrung zusammen, die man mit dem Lügen gemacht hat. Irgendwann entdeckt jedes Kind erstmals das Lügen für sich, eventuell um einen ersten Vorteil dadurch zu erlangen oder vermeintlicher Bestrafung zu entgehen. Meist macht es am Ende die Erfahrung, dass Lügen negative Konsequenzen nach sich zieht…ein schlechtes Gewissen, noch mehr Schwindeleien oder Enttäuschungen derjenigen, die angelogen wurden. Niemals bleibt nach dem Lügen ein gutes Gefühl zurück. Trotzdem ist das kindliche Lügen von Bedeutung, weil aus den Konsequenzen wichtige Erfahrungen gezogen werden. Unentbehrlich ist bei dem Thema, mit gutem Beispiel voranzugehen. Eltern sollten stets ein gutes Vorbild sein. Wenn Eltern bei der Wahrheit bleiben und sich nicht mit Schwindeleien Vorteile verschaffen, dann lernen Kinder daraus am meisten für den eigenen Weg zu einer authentischen Persönlichkeit. Ehrlichkeit bedeutet, ich stehe auch zu meinen Schwächen. Ich muss meine Schwächen nicht weglügen!

5.) Gegenseitiger Respekt

Innerhalb der Familie sollte das Verhältnis untereinander von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Eltern haben innerhalb des Familiensystems zunächst einmal Macht, Wissen, Geld und Fähigkeiten. Aber sie tragen auch entsprechend Verantwortung. Es sollte also kein „Regieren“ von oben nach unten stattfinden. Das wäre ein Ausnutzen von einem Übergewicht. Erziehen sollte kein Dressurakt werden. Es geht hier auch nicht um Gleichheit, sondern um „Gleichwürdigkeit“. Wenn alle Familienmitglieder gleich ernst genommen werden, zugehört und Entscheidungen besprochen werden, erfahren Kinder Respekt und Wertschätzung. Kinder, die diesen Respekt erfahren, lernen dadurch selbst Rücksicht und Sensibilität. Auseinandersetzungen, die in jeden Familienalltag gehören, werden nicht als Kampf empfunden, sondern als Dialog.

Am Ende findet sich eine Lösung oder Kompromiss. Es gibt keine Gewinner und Verlierer. Jesper Juul erklärt in seinen Büchern eindrucksvoll, wie „Gleichwürdigkeit“ auch schon bei kleinen Kindern gut gelingen kann.

6.) Empathie

Es gibt Menschen, die hören zu, nur um zu antworten. Das ist keine Empathie. Auf diese Weise lerne ich den anderen nicht kennen, fühle mich nicht in ihn hinein, sondern bin allein bei mir.

Empathie bedeutet aktives Zuhören, die Position des Gegenübers einnehmen und den anderen verstehen wollen. Empathie ist eine wichtige soziale Fähigkeit, die innerhalb des Familiensystems wunderbar erlernt werden kann. Liebevolle Rücksichtnahme und gegenseitiges Interesse können regelrecht trainiert werden. Haben Kinder die Fähigkeit von Empathie verinnerlicht, verhilft es ihnen lebenslang zu gelingenden persönlichen und beruflichen Beziehungen. Sie können sich in verschiedene gesellschaftliche Systeme einfügen, andere Standpunkte verstehen und trotzdem gut für sich selbst sprechen. Persönliches Lebensglück ist in nicht unerheblichem Maß von der eigenen Fähigkeit zur Empathie abhängig.

7.) Gelassenheit

Gelassenheit ist der Gegenpol zum Stressgedanken. Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von Leistungsdruck, Konkurrenzgedanken, Erfolgsoptimierung und digitaler Datenflut. Wir sind immer erreichbar, soziale Netzwerke nutzen wir rund um die Uhr ohne digitale Pause. Dies führt zu Überforderung und Anspannung. Wir unterliegen oft unserem „inneren Antreiber“, der uns immer mehr abverlangen möchte. Auch hier bietet die Familie eine Möglichkeit zur Abgrenzung. Bewusst zu Hause abschalten, den Kopf und alle Geräte, die Strom benötigen…Stattdessen öfter mal einen „RetroAbend“ gestalten. Was haben wir Eltern früher als Kinder getan? Wir haben als Familie gemeinsam gekocht, den Tisch gedeckt, gegessen und noch lange zusammengesessen und erzählt. Wir freuten uns auf Spieleabende und damit meine ich die Spiele aus dem Karton bzw. Schachtel !!!J

Wir haben gemeinsam gelesen oder vorgelesen. Wir sind spazieren gegangen oder waren gemeinsam im Schwimmbad…

Zeit haben ist übrigens keine Zeitfrage !!!

Wir sollten unseren Kindern vermitteln, wie wichtig die

Gegenbewegung zur Anspannung ist. Entspannung bringt Erholung, führt zu seelischer Gelassenheit und damit zu einer guten psychischen Widerstandskraft, die unsere Kinder in Zukunft dringend benötigen.

  • Kinder brauchen uns als gute Vorbilder.
  • Kinder brauchen uns als Gesprächspartner.
  • Kinder brauchen unsere Stärken und unsere Schwächen. 
  • Kinder brauchen unseren Humor.
  • Kinder brauchen unsere Zuversicht.

Autor: Stefanie Hamacher, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Thema: Welche Werte sind für eine Familie wichtig?
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Webseite: https://www.therapie-stefanie-hamacher.de

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