Ratgeber Lifestyle

Auf dem Wege zur persönlichen Entfaltung und Weiterentwicklung stoßen wir gelegentlich an Grenzen, an denen wir meinen, uns im Kreis zu drehen oder fest zu stecken. Und nicht immer gelingt es uns den nächsten Schritt aus der vermeintlichen Sackgasse auf Anhieb zu finden. Möglicherweise stecken wir in solchen Fällen in unseren “alten Mustern” fest.

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Was sind Muster?

Jeder von uns kennt das. Wie auf ein Stichwort kippt manchmal die Stimmung. Jemand sagt etwas "falsches" oder wir finden uns plötzlich in einer bestimmten Situation, die uns meistens bestens bekannt ist und wir haben das Gefühl, in einer bestimmten Weise reagieren zu müssen. Manchmal fühlen wir uns angegriffen und meinen uns verteidigen zu müssen. Manchmal haben wir den Eindruck, dass bestimmte Missgeschicke nur uns geschehen, dass sozusagen nur unser Butterbrot immer auf die Butterseite klatscht, wenn es vom Tisch fällt. ... Diese Liste mit Beispielen lässt sich beliebig erweitern.

Die Situationen, von denen hier die Rede ist, möchte ich hier gerne als "Auslöser" bezeichnen, weil sie sozusagen einen bestimmten inneren Prozess in Gang setzen, ihn also auslösen.

Unsere Reaktionen auf gewisse Auslöser (also als unangenehm empfundene Erlebnisse oder Konflikte mit anderen Menschen) sind oft stereotyp. Das bedeutet, wir handeln oder reagieren oftmals in ganz ähnlicher Art und Weise auf bestimmte Auslöser.

Wenn das so ist, könnte man auch sagen, unsere jeweilige Reaktion folgt einem gewissen "Muster". Die Begriffe Auslöser bzw. Muster sollen hier nur dazu dienen, den Sachverhalt so einfach wie möglich darzustellen.

Das Muster, also die ausgelöste Reaktion, kann beispielsweise ein bestimmtes Gefühl sein, das wir erleben, ein Gedanke, eine Vorstellung, ein verinnerlichter Glaubenssatz oder feste Überzeugung, die dann wiederum zu einer bestimmten Schlussfolgerung oder Handlung führt. So wird ein Muster durch einen Auslöser aktiviert und läuft dann meistens unbewusst ab. Wir fühlen, denken und handeln dann sozusagen ganz automatisch.

Das ist auch vollkommen in Ordnung, solange unsere Muster in unserem Lebensumfeld hilfreich und nützlich sind, sie uns in der Bewältigung des Alltag unterstützen. Sobald sie dazu führen, dass sie uns eher behindern als nützen, führen sie zu Einbußen in unserer Lebensqualität und Freude. Schlimmstenfalls verursachen sie erheblichen Stress.

Woher kommen die Muster?

Diese Muster entstehen in der Regel durch Prägungen, die ihren Ursprung meistens in unserer Kindheit haben. Wir alle wurden auf eine bestimmte Art und Weise in unserem Lebensumfeld konditioniert. Das bedeutet, dass wir gelernt haben auf bestimmte Situationen in einer ganz bestimmten Art und Weise zu reagieren. 

Nehmen wir ein ganz einfaches fiktives Beispiel:

Klara ist in einer Familie mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Sie war das sechste Kind in der Geschwisterreihe und immer, wenn es Süßigkeiten oder andere Leckereien gab, waren die größeren Geschwister schneller als sie. Sie bekam dann entweder nur ein kleines Stückchen oder manchmal auch nichts mehr ab. Klara kam oft zu kurz. Sie hat innerlich den Entschluss gefasst, wenn es etwas Gutes gibt, muss ich schnell zugreifen und mir so viel wie möglich sichern. Jetzt ist sie erwachsen und sobald etwas Leckeres auf den Tisch kommt, isst sie zu viel davon und hat daher Probleme mit ihrer Figur.

In diesem Fall wäre der Auslöser das leckere Essen und das Muster, schnell und reichlich zuzugreifen.

Außerdem musste sie die getragenen Kleidungsstücke ihrer Geschwister auftragen und bekam selten etwas Neues. Als erwachsene Frau fühlt sie sich immer noch unattraktiv, weil sie wegen der verschlissenen Sachen früher gehänselt wurde.

Hier ist es etwas komplizierter. Der Auslöser kann hier ihr eigener Anblick im Spiegel sein oder ein kritischer Blick eines Passanten oder etwas ganz anderes.

Das Muster wäre hier Klaras Gedanke, nicht attraktiv zu sein und gefühlte Unsicherheit.

Oder ein anderes Beispiel:

Paulchens Mutter nannte ihn als Kind oft „Dummerchen“, weil er so schrecklich viele Fragen stellte und sie manchmal genervt war von seiner Fragerei. Für Paulchen stand fest, dass er allen beweisen musste, dass er kein Dummerchen ist und so lernte er unablässig, wurde Klassenbester, doch wenn er etwas nicht auf Anhieb konnte, überfielen ihn sofort die größten Selbstzweifel.

Auslöser ist hier jede Situation, in der Paul seine Kompetenz unter Beweis stellen kann.

Das Muster, sich ganz besonders anzustrengen, um als Bester dazustehen.

Die Beispiele zeigen, wie oft ganz unbedeutend scheinende Erlebnisse in der Vergangenheit dazu führen können, dass wir bestimmte Glaubenssätze oder feste Überzeugungen, für uns bilden, wie in Paulchens Fall, "Ich muss immer der Beste sein".

Diese Überzeugung, das Muster, macht ihm später erhebliche Probleme, weil er kaum aushalten kann, etwas nicht zu können. Sein Muster zwingt ihn förmlich dazu, sich noch mehr anzustrengen. Das kann dann im Berufsleben dazu führen, dass er meint, immer mehr leisten zu müssen als alle anderen Kollegen, was wiederum dazu führt, dass er erheblich gefährdet ist, einen Burnout zu erleiden.

Viele dieser Muster, die wir in der frühen oder auch späteren Vergangenheit angelegt haben, beruhen auf Glaubenssätzen, Schlussfolgerungen oder Überzeugungen, die wir nie wieder ernsthaft überprüft oder auch nur in Frage gestellt haben. In der Regel sind sie uns nicht einmal bewusst. Sie laufen immer wieder völlig automatisch ab, wenn ein entsprechender Auslöser sie in Gang setzt. So hat jeder Mensch seine ganz individuellen Auslöser und auch individuelle Muster, die leider nicht immer hilfreich im privaten und beruflichen Umfeld sind.

Grundsätzlich sind prinzipiell alle diese Muster nichts anderes als Strategien, um unseren Alltag zu bewältigen. Aus diesem Grunde wäre es auch nicht hilfreich sie zu bewerten.

Die Frage, ob eine Strategie hilfreich ist, stellt sich im positiven Fall meist überhaupt nicht. Erst wenn in einem Lebensbereich ein gewisser Leidensdruck entsteht oder wir auf der Stelle treten, lohnt es sich, diese Muster zu überprüfen und ggf. zu überwinden.

Wie kann ich die alten Muster überwinden?

Zunächst einmal ist es wichtig zu erkennen, dass jeder von uns mehr oder weniger nach seinen eigenen Mustern lebt und interagiert. Je dichter Menschen miteinander leben oder arbeiten, umso eher zeigen sich in diesen Konstellationen auch die Muster bzw. treffen Muster aufeinander. Daher kommt es beispielsweise in der Partnerschaft/Familie oder am Arbeitsplatz auch häufiger zu Konflikten als beispielsweise in der Freizeit oder mit Freunden.

Kommt es also in einem Bereich häufiger zu Konflikten, kann schon mal etwas Erleichterung eintreten, wenn man seinen Blickwinkel nicht auf die „Probleme“richtet, sondern eher auf die dahinter liegenden Muster. Dabei geht es nicht allein um die verwendeten Begriffe, sondern vor allem darum zu erkennen, dass es eben die verborgenen Muster sind, die uns manchmal das Leben schwer machen. Der erste Schritt ist also schon mal getan.

Wenn wir auf diesem Wege weiter voranschreiten, lernen wir uns selbst immer besser kennen und verstehen. Im Idealfall wissen wir sogar, woher das Muster stammt, welches wir gerade untersuchen. Im Falle von Paulchen, aus der Formulierung "Dummerchen", welche von der Mutter eigentlich gar nicht böse gemeint war.

Wenn der inzwischen erwachsene Paul nun den Glaubenssatz: "Ich muss immer der Beste sein" genauer untersucht, wird er feststellen, dass diese Aussage im wahren Leben gar nicht stimmen kann. Niemand kann immer der Beste sein. Hat er dies einmal erkannt, gelingt es ihm allmählich immer öfter gelassener zu bleiben.

Ein wundervolles Hilfsmittel im Prozess des Bewusst Machens und der Überwindung von alten hinderlichen Mustern ist die Klopfakupressur.

Bei dieser Technik werden bestimmte Akupunkturpunkte sanft mit den Fingern beklopft, während gleichzeitig die eigenen Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit dem entsprechenden Thema benannt werden. Diese Technik eignet sich sowohl zur Selbstanwendung als auch begleitet in einer Therapiesitzung im geschützten Rahmen.

Die Wirkweise des Klopfens beruht auf mehreren Faktoren. Ein sehr wichtiger Aspekt dabei ist, dass durch das Beklopfen der Akupunkturpunkte das körpereigene Energiesystem angeregt und harmonisiert wird. Darüber hinaus finden tiefe Erkenntnisprozesse statt, die dabei helfen sich selbst besser zu verstehen und anzunehmen und die alten hinderlichen Muster zu überwinden.

Auf meiner  Homepage finden Sie weitere Informationen zu diesem Themenbereich.

Jedes überwundene alte Muster vergrößert Ihren Handlungsspielraum, macht Sie freier und unabhängiger!

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie unterstütze ich Sie jederzeit gern beim Aufspüren und Überwinden der alten Muster. Manchmal genügt schon ein kleiner Impuls von außen, um den nächsten Entwicklungsschritt zu tun.

Mit den besten Wünschen für ein erfülltes Leben

Rita Hagen

Heilpraktikerin für Psychotherapie

Autor: Rita Hagen
Thema: Raus aus den alten Mustern
Webseite: https://www.rita-hagen.de

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