Schaffe ich das? Was, wenn ich es nicht schaffe? Bin ich gut genug dafür? Lieber fange ich gar nicht an, ich schaffe es ja doch nicht...

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Versagensängste sind allgegenwertig und in jedem Bereich unseres Lebens anzutreffen: beruflich wie privat. Von schulischen Herausforderungen bis hin zu Partnerschaft und Sexualität. Überall meinen wir, funktionieren und Leistung bringen zu müssen. Nicht immer sind diese Ängste bewußt, geschweige denn, dass wir uns bewußt wären, woher diese Ängste kommen. Vielfach weichen wir diesen angstmachenden Situationen einfach unbewußt aus- Vermeidungsstrategie. Oder die Angst wird kompensiert mit machohaftem, dominantem, großspurigem Auftreten, das keine Kritik und kein Hinterfragen zuläßt. Na ja, oder eben mit dem Gegenteil, indem wir uns unterwürfig geben, dem anderen großmütig einräumen, besser zu sein – wobei dies auch wieder in Richtung Vermeidungsstrategie geht: Sich lieber gleich mal klein machen, vielleicht sogar über das eigene Unvermögen jammern, als sich der „Gefahr“ auszusetzen, zu versagen.

Doch woher kommt diese Angst? Ist diese Versagensangst eine „Erfindung“ unserer Zeit?

Wir stehen heute von Kindesbeinen an unter einem enormen Druck: Eltern messen ihre Kinder an anderen Kindern. Das eigene Kind soll besser sein, als die anderen. Unser Wert, so scheint es, wird gemessen an Leistung, gemessen an Schulnoten, gemessen an der beruflichen Position. Und so werden wir von Beginn an in eine Zwangsjacke gesteckt, in der es heißt: Leistung bringen und ja nicht versagen. Das Kind muss - am besten direkt nach der Geburt - auf allen erdenklichen Gebieten gefördert werden, um ja auch später die besten Chancen auf ein „erfolgreiches“ Leben zu haben. Und der Erfolg des Lebens wird gemessen an der Karriereleiter, der gesellschaftlichen Position und dem Geld, nicht – wie es eigentlich sein sollte – am inneren Glücksgefühl, der inneren Harmonie und Ausgeglichenheit. Wir werden in Form gepresst, in eine Richtung geschoben, die vielleicht gar nicht die unsere ist – und wir lassen es zu. So gehen wir irgendeinen Weg, nicht aber unseren Seelenweg. Damit laufen wir zudem Gefahr, das Gespür für uns selbst zu verlieren: Wer bin ich? Was macht mich aus? Was fühle ich? Was macht mich glücklich? Wenn wir ehrlich sind, kommt das wahre Glück nicht von der Leistung, die wir bringen. Wahres Glück ist da, wo wir ganz wir selbst sein können, wo wir uns selbst lieben und annehmen – unabhängig von unserer Leistung  - und wo wir uns ebenso geliebt und angenommen fühlen und genauso die anderen betrachten können.

Wie war das früher? Wie sah es früher aus mit der Versagensangst?

Wenn auch unter anderen gesellschaftlichen Vorzeichen, so glaube ich, dass Versagensängste zu allen Zeiten gegenwärtig waren. Zu allen Zeiten gab es gesellschaftliche Vorstellungen, wie ein „echter Mann“, eine „gute Frau“ zu sein hat. Und sicher hatten auch diese Menschen Angst, in ihrer Rolle zu versagen, nicht das zu bringen, zu leisten, was von ihnen erwartet wird und dann am Rande der Gesellschaft zu stehen.

Der Druck der Erwartungen bringt also Versagensängste mit sich. Jede/r Einzelne entwickelt im Lauf des Lebens ihre / seine Strategie, um damit umzugehen. Doch laßt uns noch etwas tiefer schauen. Welches ist die tiefste Ursache, die Wurzel, dieser Angst? Ist dies tatsächlich der Druck, oder liegt die Wurzel tiefer? So tief, vielleicht, dass wir sie mit dem Verstand gar nicht greifen können?

Ängste sind etwas, das ganz tief in uns angelegt ist, das meist aus frühester Kindheit, oder sogar aus vorgeburtlichen Erfahrungen, herrührt. Darum ist die jeweilige individuelle Ursache mit dem Verstand allein meist nicht zu finden. Hier muss man tiefer gehen, über den Verstand, das Wach-Bewußtsein, hinaus. Das tue ich in meiner Praxis in Form von Hypnose und seelenschamanischer Arbeit. Hierdurch wird die tiefste Ursache, die Wurzel, einer Erkrankung – oder eben einer bestimmten Angst – ergründet. Ist diese Wurzel gefunden und sind die entsprechenden Blockaden gelöst, ist der Weg zur Heilung frei. Und unter „Heilung“ verstehe ich mehr als ausschließlich körperliche Heilung, nämlich tiefes seelisches Heilwerden, was z.B. auch die Befreiung von Ängsten bedeutet.

Versagensängste hängen zusammen mit der Angst, nicht gut genug zu sein, nicht geliebt zu werden. Dieser Mensch hat sehr früh die Erfahrung gemacht, dass er sich die Liebe „verdienen“ muss, dass er etwas leisten muss, um Anerkennung zu bekommen. Vielleicht ist er dabei immer wieder gescheitert, weil er nie genug leisten konnte, um von seinen engsten Bezugspersonen, den Eltern, die Liebe zu bekommen, die er braucht. Das Verweigern der bedingungslosen Liebe und Annahme, kann ganz unbewußt vonstatten gehen, bereits, wenn die Seele „im Anflug“ ist. Sind die Eltern beispielsweise – oder ein Elternteil – (noch) nicht bereit für ein Kind, oder haben sie Bedenken, ob sie das wohl schaffen werden mit einem Kind, ist dies eine Ablehnung dieser ankommenden Seele. Das hat nichts zu tun mit Schuld und soll auch nicht als Vorwurf gelten. Bedenken und Zweifel gehören zum Leben und laufen oft unbewußt ab. Auch dies sind Versagensängste und haben irgendwo ihren Anfang genommen. Wir sind alle nicht perfekt, haben alle unsere Schwächen. Was wir lernen dürfen, ist, uns selbst und andere mit all unseren Schwächen zu lieben und anzunehmen. Das gelingt nicht sofort und nicht immer ohne Hilfe. Doch wer von diesen tiefsitzenden Ängsten befreit ist, läßt sich nicht mehr (so leicht) unter Druck setzen, braucht nicht zwanghaft Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, braucht nichts zu beweisen. Wichtig hierbei ist außerdem, sich selbst nach und nach von Erwartungen frei zu machen und im Hier und Jetzt zu leben.

Augustinus sagte: „Liebe! Und tu was du willst.“ Und bei der „Liebe“ dürfen wir – wie bei allem anderen auch – bei uns selbst anfangen. Gib dir selbst liebende Anerkennung und lass dich von der Stimme deiner Seele leiten. Geh deinen Weg und liebe, was du tust. Dann schaffst du vieles mit Leichtigkeit, wovor du vielleicht früher Angst hattest, einfach, weil du es mit Liebe tust und du weißt, dass du immer gut genug bist.

Autor: Sabine Hug
Thema: Versagensängste – Ursachen und Therapie
Webseite: http://www.energie-therapie-hug.de

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