„Danke, das wars, Herr Meier, …“ der Prüfer schaut bedauernd auf. „Tut mir leid, aber das war leider zu wenig, Sie haben nicht bestanden. Versuchen Sie es doch nächstes Jahr noch einmal…“!

Ängstlich schaut Herr Meier den Prüfer an, nickt betrübt, steht auf, bedankt sich und verlässt den Prüfungsraum. Er schließt die Türe, tritt auf den Flur und ZACK .. blitzartig fallen ihm alle Antworten ein.

Black Out! Das war´s .. zu spät!

mann-lauft-dunklen-gang-entlang

So oder ähnlich ergeht es vielen Menschen in ihrem Leben, besonders wenn Herausforderungen, die für den Lebensweg gravierend sind, anstehen. Diese totale Denkblockade, die auch bei einem Bewerbungsgespräch, einer Präsentation oder einer freien Rede vor Publikum auftreten kann, ist nicht nur äußerst unangenehm sondern lässt sich auch mit Vernunft nicht beheben.

Doch, was passiert da eigentlich in uns und was kann man tun?

Grundsätzlich lässt sich dieses „Phänomen“ aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Auf der körperlichen Ebene ist unser Stresshormon Cortisol dafür verantwortlich. Dieses Hormon wird in der Nebenniere gebildet und zwar bei „Gefahr“. Rein evolutionär gesehen lautete die „Gefahr“ damals, vor dem „Säbelzahntiger“ zu stehen und entweder mit ihm zu kämpfen oder vor ihm wegzulaufen. Denn der Körper erhält durch das Cortisol mehr Energie für Arme, Beine und Lunge um entsprechend zu reagieren, in diesem Fall, zu überleben. Leider geht das zu Lasten des Denkens. Wer kann komplizierte Denkaufgaben lösen, wenn es gerade gilt, zu überleben?

tiger brullt

Glücklicherweise müssen heute in den westlichen Nationen die wenigsten Menschen um ihr Leben kämpfen, doch der „Stress“, den wir empfinden, hat den gleichen Einfluss auf unseren Körper. Unsere „Gefahr“, unser Stress, ist heute ein anderer, so z.B. die o.g. Prüfungssituation des Herrn Meier, oder auch Auseinandersetzungen mit dem Chef, den Kollegen, der Familie usw. All das sorgt dafür, dass die gleichen körperlichen Prozesse in uns ablaufen und das Hormon Cortisol ausgeschüttet wird.

Wieso empfinden wir das als Stress?

Weil unsere Gedanken, unsere Befürchtungen, Sorgen und Zweifel einen massiven Einfluss auf unseren Körper und dessen Vorgänge haben. Alles in uns hört sozusagen mit, wenn wir denken. Am Beispiel von Herrn Meier: vielleicht war das nicht seine 1. Prüfung, die er nicht bestanden hat und die Angst vor dem erneuten Versagen war sehr groß. Oder sein Selbstbewusstsein ist sehr gering („Das schaffe ich eh nicht!“). Vielleicht gibt es in seinem Umfeld Menschen, die es von ihm erwarten … all das macht Druck.

Doch wir sind dem allen nicht hilflos ausgeliefert. Wir können etwas tun.

Wenn wir verstehen, dass jeder Gedanke Einfluss hat auf unseren Körper und unsere Gefühle (schließen Sie mal die Augen und stellen Sie sich vor, Sie würden jetzt in eine Zitrone beißen, Na? .. produziert Ihr Mund mehr Speichel?) dann können wir diese Gedanken auch verändern und sie uns zunutze machen.

Herr Meier hätte sich beispielsweise mental auf diese Prüfung vorbereiten können.  Einige Wochen zuvor hätte er täglich einen ruhigen Platz aufgesucht, sich hingelegt, die Augen geschlossen und sich vorgestellt, wie er in seiner Prüfung ganz ruhig und gelassen die Fragen des Prüfers beantwortet. Er fühlt sich stark und selbstbewusst, die Atmosphäre ist eine wohlwollende und entspannte und am Ende gratuliert ihm der Prüfer zu der hervorragenden Prüfung.

mann liegt entspannt auf wiese

Das nennt man visualisieren. Die körperliche Entspannung ermöglicht den Zugang zu unserem Unterbewusstsein, jenem Teil von uns, in dem all unsere Erfahrungen, Überzeugungen und Glaubensätze abgespeichert sind. Durch das „So tun als ob ..“ also das Vorstellen einer Idealsituation (Prüfung) geben wir dem Unterbewusstsein eine neue Aufgabe. Denn es kann nicht unterscheiden, ob eine Situation real oder nur fiktiv ist. Es setzt einfach das um, was es als „Programm“ erhält. Hier; die ideale Prüfungssituation. Doch dieses autodidaktische Umsetzen, also tägliches visualisieren, erfordert eine gewisse Disziplin und Ausdauer. Einmal visualisieren reicht da leider nicht aus.

Erheblich leichter und angenehmer ist es, sich professionelle Hilfe in Form eines seriösen und gut ausgebildeten Hypnosetherapeuten/therapeutin zu suchen.

Die Hypnose (griech. Hypnos = Schlaf) stellt ein sehr effektives und probates Mittel unserer Zeit dar, mit dessen Hilfe sich umfassend und dauerhaft Veränderungen unserer Verhaltensweisen herbeiführen lassen. Sogenannte „Klassiker“ der Hypnosetherapie sind die Rauchentwöhnung und Gewichtsreduktion, da die Erfolgsquote sehr hoch ist.

Bereits im Jahr 2006 wurde die Hypnosetherapie durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftliche Behandlungsmethode in der Psychotherapie der Bundesrepublik Deutschland anerkannt.

Und dennoch erlebe ich es immer wieder, dass viele Menschen Angst vor Hypnose haben. Nicht zuletzt aufgrund von Showhypnosen, in denen suggeriert wird, dass Hypnose willenlos macht oder gar gegen den Willen eines Menschen eingesetzt werden kann.

Dem ist überhaupt nicht so. Um eine Veränderung der Verhaltensweise eines Menschen herbei zu führen ist es unabdingbar, dass der jeweilige Klient bereit dazu ist. Ohne inneres „Ja“ geht gar nichts. Und dieses „Ja“ bezieht sich nicht nur auf die Bereitschaft, etwas verändern zu wollen, sondern auch auf den Hypnose-Therapeuten. Ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Therapeut und Klient ist ebenso wichtig und wesentlich und sollte im Vorfeld, in einem Kennlern-Gespräch, offen angesprochen werden.

Hypnose gegen Prüfungsangst - Was passiert in solch einer Sitzung?

besprechungszimmer

Als erstes findet ein Vorgespräch statt, wo ganz genau festgelegt wird, was das Ziel der Sitzung ist. Es werden alle Fragen geklärt und der Ablauf der Sitzung erläutert. Dann bittet der Hypnose-Therapeut den Klienten es sich auf einer Liege oder einem Sessel bequem zu machen. Anschließend beginnt die Sitzung mit einer angeleiteten Entspannung für den Körper. Diese geht in die sogenannte Trance über. Eine Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand, der meist mit körperlicher Entspannung und gleichzeitiger Konzentration, z.B. auf die Stimme des Therapeuten, einhergeht. Der Therapeut leitet in der Hypnose gegen Prüfungsangst den Klienten an, sich seine ideale Prüfungssituation gedanklich vorzustellen, mit lebhaften Bildern und den entsprechenden Gefühlen dazu.

Während der Sitzung bedient sich der Therapeut in der Regel unterschiedlicher Hilfsmittel. Ein Hilfsmittel bei der Hypnose gegen Prüfungsangst stellt z.B. der sogenannte „Anker“ dar. Ein Anker kann z.B. ein Punkt an der Hand sein, der mit guten und kraftvollen Gefühlen verbunden wird. Gemeint sind Gefühle, die entstehen bei Gedanken wie „Ich schaffe das“ und „Ich bin stark, mutig und selbstsicher“ oder „Jetzt fallen mir alle Lösungen ein“.  In der Prüfungssituation lässt sich dann das damit verbundene Gefühl (z.B. stark, mutig und selbstsicher sein) durch bloßes Berühren des Punktes abrufen.

Ob eine Sitzung bei der Hypnose gegen Prüfungsangst ausreicht oder mehrere Sitzungen benötigt werden hängt weitestgehend von dem Klienten und dem, was er als Persönlichkeit mitbringt, ab.

Das heißt, ein grundsätzlich ängstlicher Mensch benötigt ggf. mehr Unterstützung als ein Mensch, der diese Prüfungsangst als einzige Angstquelle, die ihn in seinem Leben behindert, erlebt.

Abschließend einige Hinweise für die Wahl eines guten Therapeuten/In. Selbstverständlich sollte dieser über eine gute Ausbildung verfügen und ggf. einem Verband angehören. Doch ebenso wichtig ist es, sich in seinen oder ihren Händen aufgehoben zu fühlen. Das heißt, kommuniziert der Therapeut mit Ihnen auf Augenhöhe, ist er einfühlsam und gibt Ihnen das Gefühl, das Ihr Anliegen auch für ihn wichtig ist? Das ist elementar für Ihr gutes Gefühl und für Ihren Erfolg, denn Hypnose ist Vertrauenssache!

Autor: Christiane Franke
Thema: Hypnose gegen Prüfungsangst
Webseite: http://www.praxis-franke-heilpraktikerin.de

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