Was ist eigentlich Motivation?

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Ein anderes Wort dafür lautet Beweggründe. Diese bringen mich dazu, bestimmte Handlungen durchzuführen. Warum tue ich, was ich tue?

Welche Arten von Motivation gibt es denn?

Es gibt intrinsische und extrinsische Motivation. Oder auf deutsch: innere und äußere. Das gute ist: beides kann man beeinflussen. Allerdings sind die Möglichkeiten von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich, wie wir gleich sehen werden.

Was ist innere Motivation?

Wie der Name schon sagt – hier kommt die Motivation von innen. Die Tätigkeit macht Dir Riesenspaß, sie befriedigt Dich, sie macht Dich neugierig, sie weckt vielleicht den Ehrgeiz in Dir, weil Du „sowas unbedingt schaffen möchtest“. Sie entspricht voll Deinen Werten, Deinen Überzeugungen. Nimm als Beispiel Politik– wer im Wahlkampf Plakate ehrenamtlich anklebt, handelt aus seiner vollen Überzeugung für diese Partei. Wenn Du einen hohen Berg besteigst oder einen Marathon beendest, bist Du einfach nur stolz auf Dich selbst. Das gibt Dir eine unendliche Befriedigung.

Was ist dann äußere Motivation?

Bei der äußeren (extrinsischen) Motivation sagt der Name auch, woher sie kommt – von außen. Hier ziehst Du Deine Motivation daraus, dass eine Zielerreichung mit Vorteilen für Dich verbunden ist. Im Kern geht es dabei meistens um Macht, Leistung und / oder Zugehörigkeit.

Und was ist besser?

Es ist immer besser, wenn Du aus Dir heraus motiviert bist. Deine Überzeugungen werden Dir immer wieder Antrieb geben. Eine äußere Motivation sorgt vielleicht (!) dafür, dass Du es tust. Aber das Gefühl, es gern zu tun, wird schnell weniger. Stell Dir einfach vor, Du haßt Deinen Job und arbeitest nur, weil Du Geld dafür bekommst. Bist Du dann genauso motiviert, morgens zur Arbeit zu gehen wie bei einem Job, den Du richtig gern von Herzen machst (selbst wenn Du ein kleines bisschen weniger dafür bekommst)? Vielleicht (und wirklich nur vielleicht) gehst Du aus preußischem Pflichtbewusstsein trotzdem jeden Tag zur Arbeit, weil Du Dir Dein Geld ehrlich verdienen möchtest. Aber weit wahrscheinlicher stehst Du morgens auf, weil Du zu etwas möchtest, was Du liebst. Sei es ein Job, der Deinen Werten entspricht oder ein Fussballspiel, für das Du zwar kein Geld bekommst, aber in der Startelf stehst…

Wie kann ich mich selbst motivieren?

Dafür gibt es sehr viele Möglichkeiten. Manche funktionieren besser, manche nicht so gut. Welche das sind? Es ist bei jedem unterschiedlich – einfach einige probieren!

Für eine Motivation am wichtigsten:  was ist eigentlich mein Ziel?

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ – ein alter, aber immer noch richtiger Satz, der Laotse zugeschrieben wird. Ohne ein Ziel habe ich keine Motivation!

Es gibt verschiedene „Weisheiten“ zur Formulierung von Zielen. Die bekannteste in Kürze:

SMART

S - Spezifisch, also genau
M - Messbar
A - Attraktiv
R - Realistisch
T - Terminiert

Wichtig ist außerdem:

  • Positiv formuliert in der Ich-Form (also nicht „ich werde mich nicht mehr über meinen Chef ärgern“, sondern „ich werde gelassen sein“)
  • Ökologisch formuliert – geht es mir gut mit diesem Ziel oder sträubt sich etwas in mir dagegen?

Wichtig bei der Formulierung: bin ich „Weg von“ oder „Hin zu“?

Eines vorweg: jeder Mensch spricht auf eine der beiden Formulierungen mehr an. Keine ist besser oder schlechter, es ist nur anders! Wichtig ist, zu erkennen, welche es ist – dann kann man das für sich nutzen.

Weg-von-Typen ziehen eine hohe Motivation daraus, etwas zu vermeiden. Sie wollen weg vom Schmerz, vom Leid usw.

Hin-zu-Typen ziehen ihre Motivation aus dem zu Erwartenden! Sie sind damit auch empfänglicher für Belohnungen (siehe weiter unten).

Bestenfalls wenden Sie bei Ihrem Ziel beide Methoden an.

Beispiel:

„Ich reduziere mein Herzinfarktrisiko. (weg-von) Dafür reduziere ich mein Gewicht bis Jahresende auf 95 kg (hin-zu)

Und vor allem: das Ziel aufschreiben!

Eine Studie der Harvard-University ergab, dass das Aufschreiben von Zielen einen viel höheren Effekt auf die Motivation hat als die einfache gedankliche Überlegung! Tipp: Zettel mit den Zielen (großes Ziel, aber auch die Zwischenziele) an verschiedenen Punkten in der Wohnung hinkleben… am Spiegel im Bad, am Kühlschrank, an der Innenseite der Wohnungstür…

Etwas ungewöhnlich, aber hilfreich… von extrinsischer zu intrinsischer Motivation

Viel kann bei uns Menschen über den Faktor Geld gesteuert werden. Das ist normalerweise – ganz klar – eine extrinsische Motivation, wie z.B. als Gehalt.

Wenn ich jetzt etwas kenne (z.B. eine Partei, ein Sportverein o.ä.), was ich hasse wie die Pest und mich verpflichte, dieser verhassten Institution eine Summe Geld zukommen zu lassen, die mir auch weh tut – dann wird das schnell zu einer intrinsischen Motivation.

Machen wir ein Beispiel: als überzeugter Pazifist spenden Sie 1.000 € an die amerikanische Waffenlobby, falls Sie nicht bis zum festgelegten Datum ein Wunschgewicht von xx kg erreicht haben. Sie sind begeistert von Waffen? Dann spenden Sie die 1.000 € an ein Programm, das für die Verschärfung von Waffengesetzen eintritt, falls Sie das Ziel nicht erreichen. Das gleich geht auch mit politischen Parteien (NPD vs. Grüne) oder Sportvereinen (Schalke 04 vs. Borussia Dortmund o.ä.). Wichtig ist nur, dass Sie die Seite, der Sie spenden würden, ernsthaft verachten. Sie werden hochmotiviert sein, diese Spende nicht leisten zu müssen – das ist dann eine intrinsische Motivation. Es gibt dafür übrigens eine Webseite, die „hilft“, wirklich zu spenden und keine Ausrede zu suchen: www.stickk.com

Du kannst es natürlich auch einfach mit einem Freund machen – aber Vorsicht: es sind schon Freundschaften zerbrochen, wenn der Freund das Geld dann wirklich spendest, Du aber der Meinung bist, Du hättest gute Gründe, warum Du das Ziel nicht geschafft hast…

Immer eine gute Motivation: Belohnungen! 

Belohnen ist für unsere Motivation besser als bestrafen – also sorgen wir dafür, dass wir oft, aber nicht zu oft belohnt werden. Wie machen wir das?

1.) Teilen wir das große Ziel in kleine Teilziele auf!

Die gute alte Salami-Taktik – so haben wir viel schneller und häufiger Erfolg und können uns selbst belohnen. Die Ziele sollen realistisch sein, aber auch kein Selbstläufer. Und immer dann, wenn Sie ein solches Teilziel erreicht haben, gönnst Du Dir eine Belohnung, die Du vorher überlegt hast. Es versteht sich von selbst, dass es das eigentliche Ziel nicht konterkarieren soll – ein Besuch bei McDonald´s nach den ersten 2 kg Gewichtsabnahme wäre so ein No-go. Dann lieber der Besuch eines schönen Eishockeyspiels, eine Wellness-Massage oder sonst etwas, was Dir Spaß macht.

2.) Schreib Dir die Dinge, die Du für Dein Teilziel brauchst, auf eine kleine To-do-Liste für den nächsten Tag. Wichtig: achte darauf, dass Du sie nicht überfrachtest – die Betonung liegt auf KLEIN! Sie muss realistisch sein, und sie soll einen Zeitplan haben (sonst weißt Du ja nicht, ob sie realistisch ist). Nicht dass die Liste länger ist als eine Warteschlange auf einem städtischen Amt… So hast Du leichter Erfolgserlebnisse und kannst Dich selbst belohnen!

Auch immer gut: ein Lob!

Hast Du einen Partner, dem Du vertraust? Dem Du auch Deine Teilziele anvertrauen kannst?

Falls ja, vereinbare mit ihm / ihr regelmäßige Berichte. Und wenn Du Dein Teilziel erreicht hast, dann ist auch ein Lob angebracht – so etwas spornt an! Sei stolz auf Dich und das Erreichte!

Mach mal ´nen Quickie!

Nicht so, wie Du jetzt vielleicht denkst!

Wenn Du grade komplett demotiviert bist – nimm Dir vor, einfach nur mal fünf Minuten das zu machen, wozu Du grade keinen Bock hast. Die 5 Minuten hast Du doch? Und entweder Du bist dann doch so vertieft, dass es länger wird und Du doch aufräumst / joggst / was auch immer, oder Du hast nach fünf Minuten immer noch keine Lust. OK, dann hör für heute auf und verschiebe es auf einen FESTGELEGTEN Termin – nicht auf irgendwann…  Aber oft wirst Du dann länger als die 5 Minuten machen und hast dann auch Dein kleines Erfolgserlebnis und wieder was geschafft!

Falls möglich – mach es morgens!

Morgens hat der Mensch die meiste Energie. Wenn es bei Dir also irgendwie möglich ist – mach Sachen, bei denen Du Dich selbst motivieren muss, so früh wie möglich!

Probier es einfach mal aus – Du wirst überrascht sein, was Du alles kannst!

Autor: Thomas Harthan
Thema: Sich selbst motivieren
Webseite: http://www.mensch-moeglichkeiten.de

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