Was ist Tierphysiotherapie?

Die Physiotherapie – früher auch als Krankengymnastik bekannt – findet auch bei Tierbesitzern immer mehr Zuspruch.

tierphysiotherapie-hund

Hier geht es, genauso wie bei den menschlichen Patienten, um die Konditionierung und Schmerzlinderung während der Rehabilitation und der Rekonvaleszenz, um die Erhaltung des Wohlbefindens und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der geliebten Vierbeiner. Die Tierphysiotherapie dient dazu, dass die Tiere durch effektive Behandlungsmethoden wieder ein schmerzfreies und bewegliches Leben führen. Dadurch, dass die Tierphysiotherapie immer mehr an Bedeutung und Anerkennung gewinnt, empfehlen mittlerweile auch immer mehr Tierärzte, vor allem nach einer Operation den Tierbesitzern, einen Tierphysiotherapeuten aufzusuchen. Ebenso auch, wenn keine Operation mehr möglich ist, aufgrund z.B. eines zu großen Narkoserisikos, wenn der Patient bereits sehr alt ist. Aber auch bei den Diagnosen Arthritis und Arthrose, die fast jeden fünften Hund betreffen, kann die Tierphysiotherapie schmerzlindernd wirken und dem Tier somit wieder viel Lebensfreunde schenken.

Gibt es auch Kranken- und OP-Versicherungen für Tiere?

Mittlerweile gibt es immer mehr Angebote von verschiedenen Versicherungsunternehmen die eine Kranken- und OP-Versicherung anbieten und somit viele  physiotherapeutische Leistungen, die die Tiere benötigen übernehmen. Leider haben bisher nur wenige Tierbesitzer eine solche Versicherung abgeschlossen und können sich die  Behandlungskosten dadurch nur erschwert leisten. Hier muss noch viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, als bisher getan wird. Wenn ein Hund z.B. an einem Kreuzbandriss leidet und operiert wird, fallen für den Besitzer ca. 1.500,00 € Kosten für den Tierarzt an. Dazu kommen noch die Kosten für die Physiotherapie. In den meisten Fällen, bleibt es nicht bei einem einseitigen Kreuzbandriss. Die andere Seite ist nach ca. 6 - 18 Monaten meist auch betroffen, da es zu einer Instabilität und Überbelastung kommt. Somit ist man nur bei den reinen Kosten für den Tierarzt bei ca. 3.000,00 € zzgl. Kosten für die Physiotherapie. Mit einer abgeschlossenen Versicherung, die alle Leistungen enthält, müssen sich die Besitzer keine Gedanken mehr machen, ob sie die Kosten tragen können oder nicht, denn da springt dann die Versicherung ein.

Wie läuft eine Physiotherapie bei Tieren ab?

Am Anfang steht die Suche nach einem geeigneten Therapeuten im Raum. Hier ist darauf zu achten, dass dieser über eine qualifizierte Ausbildung verfügt.

Neben der ausführlichen Theorie ist es wichtig eine Ausbildung zu absolvieren, die einen umfangreichen praktischen Teil bietet. Nur so können Tiere von dem Therapeuten erfolgreich behandelt werden. Anhaltspunkt kann die Homepage eines Therapeuten sein, der dort seine Qualifikationen hinterlegt hat oder auch die persönliche Nachfrage in Form eines Telefonats oder per E-Mail kann Aufschluss über die absolvierten Ausbildungen bringen. Zudem ist eine kontinuierliche Weiterbildung, in Form von Seminaren und Fortbildungen des Therapeuten unabdingbar, damit dieser dem Tier die beste Behandlung bieten kann.

Wenn Sie sich für einen Therapeuten entschieden haben, können Sie einen Termin für Ihren Vierbeiner vereinbaren. Bei der Terminvergabe wird Ihnen der Therapeut schon ein paar wichtige Fragen zu dem Gesundheitsstand Ihres Hundes stellen. Hier geht es hauptsächlich um die Fragen, welche gesundheitlichen Beschwerden und Krankheiten momentan bestehen. Somit ist gewährleistet, dass der Therapeut entscheiden kann, ob es sich ggf. um einen Notfall handelt.

Bei Ihrem ersten Termin wird eine umfangreiche Erstanamnese erstellt. Diese dauert in der Regel zwischen 45 bis 90 Minuten. In dieser werden u.a. vorhandene gesundheitliche Probleme und aktuelle Befunde ausführlich besprochen. Auch die in der Vergangenheit liegende OP´s oder Krankheiten sind ein wichtiger Indikator für die erfolgreiche physiotherapeutische Behandlung des Tieres. Auch werden eventuell bestehende Blockaden, die in der Wirbelsäule vorhanden sind, in der Erstanamnese beseitigt. Außerdem sollte der Therapeut in die Erstanamnese eine Ganganalyse mit einbeziehen, sowie eine gründliche orthopädische Untersuchung der Extremitäten inklusive eine Untersuchung der Zähne, Ohren und Nase, sowie das abhören des Herzens und der Lunge mit einem Stethoskop. Auch ein paar neurologische Tests sollten vom Therapeuten angewandt werden. Zudem sind Fragen rund um die Ernährung und ob das Tier kastriert ist, essentiell. Je nach dem welche Leistungen in der Erstanamnese des Therapeuten enthalten sind.

Nach dem der Patient ausführlich untersucht und der Besitzer umfänglich zum Patienten befragt wurde, findet eine ausführliche Beratung der nächsten Schritte und weiterer Therapiemöglichkeiten statt. Je nach dem um welches gesundheitliche Problem es sich handelt, kann es notwendig sein, ein aktuelles Blut- oder Röntgenbild von Tierarzt erstellen zu lassen.

Liegen dem Therapeuten alle notwendigen Befunde vor, kann mit der Therapie begonnen werden.

Je nach dem für welche Therapie sich entschieden wird, wird der Therapeut immer wieder mit Ihnen den Therapieplan besprechen und ggf. anpassen. Man darf hier nicht vergessen, dass die Tiere alle unterschiedlich zu betrachten sind. Jedes Tier ist ein eigenes Individuum und hat Anspruch auf eine auf ihn abgestimmte Behandlung.

Viele Therapeuten bieten eine „Mobile Praxis“ an. Dies bedeutet, dass der Tierphysiotherapeut direkt zu Ihnen nach Hause oder in den Stall kommt. Gerade bei Tieren, die eine schwere OP hinter sich haben, wie z.B. ein Hund nach einem Bandscheibenvorfall, sollte vermieden werden, den Hund im Auto zum Therapeuten zu fahren. Jede Erschütterung im Auto würde dem frisch operierten Tier Schmerzen bereiten. Das sollte unbedingt vermieden werden.

Welche Leistungen und Behandlungsmöglichkeiten bietet ein Tierphysiotherapeut an?

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Welche Leistungen und Behandlungsmöglichkeiten ein Tierphysiotherapeut anbietet, ist natürlich abhängig davon, über welche Qualifikationen der Therapeut verfügt. Die Leistungen sind meist auf den Homepages ersichtlich. Viele Therapeuten erläutern auch dort die einzelnen Therapie- und Leistungsangebote, so dass sich der Tierbesitzer schon vorab des ersten Termins bei Interesse informieren kann.

Mögliche Leistungen bei einem Tierphysiotherapeuten sind:

  • Ausführliche Erstanamnese und Gesundheitscheck
  • Schmerztherapie und Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose
  • Massagen (Therapeutische- und Wohlfühlmassagen)
  • Wärmetherapie (z.B. Moxalampe, Heiße Rolle, Moor- und Kirschkernkissen)
  • Beratung zur Futtermittelallergie und ggf. Autoimmunerkrankungen
  • Erstellung von Trainingsplänen (gerade bei Sporthunden)
  • Manuelle Therapie
  • Muskelaufbau
  • Zahndiagnostik
  • Krallenpflege
  • Muskelverspannungen / Muskelschäden
  • Lahmheitsdiagnostik
  • Dorn Therapie und Breuss-Massage
  • Mittelfrequente Elektrotherapie (MET)
  • Blutegeltherapie
  • Magnetfeldtherapie
  • Sattelüberprüfung bei Pferden
  • Kinesiotaping
  • Mykotherapie
  • Leihgabe von verschiedenen Therapiegeräten (z.B. Magnetfelddecke oder Magnetfeldgamaschen, Gewichtsmanschetten, Balance-Pads, Balance-Boards, Trampolin, Cavalettistangen für Hunde, Physiogymnastikbälle etc.)

Gerade im Bereich der Tierphysiotherapie gibt es auch Therapeuten, die zusätzlich noch andere Schwerpunkte in Ihrer Praxis anbieten, wie die Osteopathie, craniosacrale Therapie, Akupunktur, Akupressur, etc. Auch sind einige Tierphysiotherapeuten zusätzlich Tierheilpraktiker.

Bei welchen Krankheiten kann die Tierphysiotherapie unterstützen?

Die gängigsten Krankheitsbilder sind:

  • Blockaden in der Wirbelsäule (vom Kiefergelenk über das Iliosakralgelenk (ISG) bis hin zur Schwanzspitze)
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellenbogengelenkdysplasie (ED)
  • Kissing Spines
  • Spondylose
  • Bandscheibenvorfall
  • Futtermittelunverträglichkeit und Autoimmunerkrankungen
  • Arthrose, Arthritis (B. Schale, Spat)
  • Paresen, z. b. Radialislähmung, Cauda-equina-Syndrom
  • Neuropathien / Neuralgien
  • Wundheilungsstörungen
  • Lymphödeme
  • Nierenprobleme bei Pferden
  • Huf- / Klauenerkrankungen (z.B. Rehe, Mortellaro, Hornfäule, Hufkrebs)
  • Erkrankungen des Sehnen- und Bänderapparates (z.B. Sehnen- und Sehnenscheidentzündungen, Fesselträgerentzündungen, Kreuzbandriss, Patellaluxation)
  • Gallen (auch Piephacke, Nackenbeule etc.)
  • Hufrollenproblematik (Podotrochlose, itis)
  • Lumbago (Kreuzverschlag)
  • Myogelosen (Muskelverhärtungen) und Myalgien (Muskelschmerz)
  • Muskelatrophie
  • Ekzeme (z.B. Sommerekzem, Mauke)
  • Phlegmone (Einschuss), Abzesse
  • Narbenproblematik (auch post-OP)

Gibt es Kontraindikationen? Wann darf mein Tier nicht zur Physiotherapie?

Es gibt auch eine Reihe von Kontraindikationen. Dies bedeutet, dass eventuell für Ihr Tier nur wenige oder in seltenen Fällen keine Therapiemöglichkeiten in Frage kommen, da ein Krankheitsbild besteht, bei dem die Physiotherapie mehr Schaden anrichten, als wie sie helfen würde. Deshalb ist es umso wichtiger, ihrem Therapeuten in der Erstanamnese alles zum gesundheitlichen Zustand zu erzählen, was Sie wissen.

Reicht die physiotherapeutische Behandlung, die allein durch den Therapeuten stattfindet aus?

In den meisten Fällen, vor allem nach großen OP´s oder schon länger bestehen Krankheiten, sollte der Tierbesitzer mit seinem Tier auch zu Hause oder auf der Weide, Paddock etc. eigenständig und ergänzend (nach Absprache mit dem Therapeuten) üben. Der Therapeut kann die Übungen zeigen und geeignete Therapiegeräte ausleihen. So beschleunigt sich der Heilungsprozess. Zudem senkt es die Behandlungskosten für die Besitzer, da insgesamt weniger Termine benötigt werden.

Was sollte man noch bei der Tierphysiotherapie beachten?

Die therapeutischen Behandlungen bei einem Tierphysiotherapeuten werden leider noch von vielen unterschätzt. Vergessen darf man nicht, dass Prozesse im Körper in Gang gesetzt werden, die z.B. ausleitend wirken. Somit kann eine schwere Niereninsuffizienz oder eine Schilddrüsenüberfunktion eine Kontraindikation für viele Therapiemöglichkeiten darstellen. Auch nach vermehrter Belastung der Muskeln oder Muskelgruppen durch Massagen kann das Tier, genauso wie der Mensch, nach der Behandlung an einem Muskelkater leiden. Auch nach der Behandlung mit der Magnetfelddecke kann eine Erstverschlimmerung der bisherigen Symptome eintreten. Meist stellt dies aber keine Kontraindikation dar, sondern ist ein gewünschtes Ergebnis, da der Körper so mitteilt, dass die Therapie anschlägt. Auch Erschöpfung und Müdigkeit können nach den Behandlungen auftreten. In diesen Fällen empfiehlt sich, dass das Tier sich einige Stunden in Ruhe erholen kann. Zudem ist ein guter Physiotherapeut immer für die Tierbesitzer nach der Behandlung erreichbar. Gerade nach z.B. einer Blutegelbehandlung können Symptome auftreten, die völlig normal und erwünscht sind und keinen Anlass zur Sorge geben, die aber vom Tierbesitzer völlig falsch als Notfall eingestuft werden.

Autor: Nadine Klüppel
Thema: Ablauf einer Physiotherapie bei Tieren
Webseite: http://www.deine-tierphysiotherapie.de

<h2>Was ist Tierphysiotherapie?</h2>
<p>Die Physiotherapie &ndash; fr&uuml;her auch als Krankengymnastik bekannt &ndash; findet auch bei Tierbesitzern immer mehr Zuspruch.</p>
<div class="picbox"><img src="/images/beitraege/tierphysiotherapie-hund.jpg" alt="tierphysiotherapie-hund" class="listpic" width="450" height="315"></div>
<p>Hier geht es, genauso wie bei den menschlichen Patienten, um die Konditionierung und Schmerzlinderung w&auml;hrend der Rehabilitation und der Rekonvaleszenz, um die Erhaltung des Wohlbefindens und zur Steigerung der Leistungsf&auml;higkeit der geliebten Vierbeiner. Die Tierphysiotherapie dient dazu, dass die Tiere durch effektive Behandlungsmethoden wieder ein schmerzfreies und bewegliches Leben f&uuml;hren. Dadurch, dass die Tierphysiotherapie immer mehr an Bedeutung und Anerkennung gewinnt, empfehlen mittlerweile auch immer mehr Tier&auml;rzte, vor allem nach einer Operation den Tierbesitzern, einen Tierphysiotherapeuten aufzusuchen. Ebenso auch, wenn keine Operation mehr m&ouml;glich ist, aufgrund z.B. eines zu gro&szlig;en Narkoserisikos, wenn der Patient bereits sehr alt ist. Aber auch bei den Diagnosen Arthritis und Arthrose, die fast jeden f&uuml;nften Hund betreffen, kann die Tierphysiotherapie schmerzlindernd wirken und dem Tier somit wieder viel Lebensfreunde schenken.</p>
<h2>Gibt es auch Kranken- und OP-Versicherungen f&uuml;r Tiere?</h2>
<p>Mittlerweile gibt es immer mehr Angebote von verschiedenen Versicherungsunternehmen die eine Kranken- und OP-Versicherung anbieten und somit viele&nbsp; physiotherapeutische Leistungen, die die Tiere ben&ouml;tigen &uuml;bernehmen. Leider haben bisher nur wenige Tierbesitzer eine solche Versicherung abgeschlossen und k&ouml;nnen sich die&nbsp; Behandlungskosten dadurch nur erschwert leisten. Hier muss noch viel mehr Aufkl&auml;rungsarbeit geleistet werden, als bisher getan wird. Wenn ein Hund z.B. an einem Kreuzbandriss leidet und operiert wird, fallen f&uuml;r den Besitzer ca. 1.500,00 &euro; Kosten f&uuml;r den Tierarzt an. Dazu kommen noch die Kosten f&uuml;r die Physiotherapie. In den meisten F&auml;llen, bleibt es nicht bei einem einseitigen Kreuzbandriss. Die andere Seite ist nach ca. 6 - 18 Monaten meist auch betroffen, da es zu einer Instabilit&auml;t und &Uuml;berbelastung kommt. Somit ist man nur bei den reinen Kosten f&uuml;r den Tierarzt bei ca. 3.000,00 &euro; zzgl. Kosten f&uuml;r die Physiotherapie. Mit einer abgeschlossenen Versicherung, die alle Leistungen enth&auml;lt, m&uuml;ssen sich die Besitzer keine Gedanken mehr machen, ob sie die Kosten tragen k&ouml;nnen oder nicht, denn da springt dann die Versicherung ein.</p>
<h2>Wie l&auml;uft eine Physiotherapie bei Tieren ab?</h2>
<p>Am Anfang steht die Suche nach einem geeigneten Therapeuten im Raum. Hier ist darauf zu achten, dass dieser &uuml;ber eine qualifizierte Ausbildung verf&uuml;gt.</p>
<p>Neben der ausf&uuml;hrlichen Theorie ist es wichtig eine Ausbildung zu absolvieren, die einen umfangreichen praktischen Teil bietet. Nur so k&ouml;nnen Tiere von dem Therapeuten erfolgreich behandelt werden. Anhaltspunkt kann die Homepage eines Therapeuten sein, der dort seine Qualifikationen hinterlegt hat oder auch die pers&ouml;nliche Nachfrage in Form eines Telefonats oder per E-Mail kann Aufschluss &uuml;ber die absolvierten Ausbildungen bringen. Zudem ist eine kontinuierliche Weiterbildung, in Form von Seminaren und Fortbildungen des Therapeuten unabdingbar, damit dieser dem Tier die beste Behandlung bieten kann.</p>
<p>Wenn Sie sich f&uuml;r einen Therapeuten entschieden haben, k&ouml;nnen Sie einen Termin f&uuml;r Ihren Vierbeiner vereinbaren. Bei der Terminvergabe wird Ihnen der Therapeut schon ein paar wichtige Fragen zu dem Gesundheitsstand Ihres Hundes stellen. Hier geht es haupts&auml;chlich um die Fragen, welche gesundheitlichen Beschwerden und Krankheiten momentan bestehen. Somit ist gew&auml;hrleistet, dass der Therapeut entscheiden kann, ob es sich ggf. um einen Notfall handelt.</p>
<p>Bei Ihrem ersten Termin wird eine umfangreiche Erstanamnese erstellt. Diese dauert in der Regel zwischen 45 bis 90 Minuten. In dieser werden u.a. vorhandene gesundheitliche Probleme und aktuelle Befunde ausf&uuml;hrlich besprochen. Auch die in der Vergangenheit liegende OP&acute;s oder Krankheiten sind ein wichtiger Indikator f&uuml;r die erfolgreiche physiotherapeutische Behandlung des Tieres. Auch werden eventuell bestehende Blockaden, die in der Wirbels&auml;ule vorhanden sind, in der Erstanamnese beseitigt. Au&szlig;erdem sollte der Therapeut in die Erstanamnese eine Ganganalyse mit einbeziehen, sowie eine gr&uuml;ndliche orthop&auml;dische Untersuchung der Extremit&auml;ten inklusive eine Untersuchung der Z&auml;hne, Ohren und Nase, sowie das abh&ouml;ren des Herzens und der Lunge mit einem Stethoskop. Auch ein paar neurologische Tests sollten vom Therapeuten angewandt werden. Zudem sind Fragen rund um die Ern&auml;hrung und ob das Tier kastriert ist, essentiell. Je nach dem welche Leistungen in der Erstanamnese des Therapeuten enthalten sind.</p>
<p>Nach dem der Patient ausf&uuml;hrlich untersucht und der Besitzer umf&auml;nglich zum Patienten befragt wurde, findet eine ausf&uuml;hrliche Beratung der n&auml;chsten Schritte und weiterer Therapiem&ouml;glichkeiten statt. Je nach dem um welches gesundheitliche Problem es sich handelt, kann es notwendig sein, ein aktuelles Blut- oder R&ouml;ntgenbild von Tierarzt erstellen zu lassen.</p>
<p>Liegen dem Therapeuten alle notwendigen Befunde vor, kann mit der Therapie begonnen werden.</p>
<p>Je nach dem f&uuml;r welche Therapie sich entschieden wird, wird der Therapeut immer wieder mit Ihnen den Therapieplan besprechen und ggf. anpassen. Man darf hier nicht vergessen, dass die Tiere alle unterschiedlich zu betrachten sind. Jedes Tier ist ein eigenes Individuum und hat Anspruch auf eine auf ihn abgestimmte Behandlung.</p>
<p>Viele Therapeuten bieten eine &bdquo;Mobile Praxis&ldquo; an. Dies bedeutet, dass der Tierphysiotherapeut direkt zu Ihnen nach Hause oder in den Stall kommt. Gerade bei Tieren, die eine schwere OP hinter sich haben, wie z.B. ein Hund nach einem Bandscheibenvorfall, sollte vermieden werden, den Hund im Auto zum Therapeuten zu fahren. Jede Ersch&uuml;tterung im Auto w&uuml;rde dem frisch operierten Tier Schmerzen bereiten. Das sollte unbedingt vermieden werden.</p>
<h2>Welche Leistungen und Behandlungsm&ouml;glichkeiten bietet ein Tierphysiotherapeut an?</h2>
<div class="picbox"><img src="/images/beitraege/tierphysiotherapie-hund.jpg" alt="tierphysiotherapie-hund" class="listpic" width="450" height="315"></div>
<p>Welche Leistungen und Behandlungsm&ouml;glichkeiten ein Tierphysiotherapeut anbietet, ist nat&uuml;rlich abh&auml;ngig davon, &uuml;ber welche Qualifikationen der Therapeut verf&uuml;gt. Die Leistungen sind&nbsp; meist auf den Homepages ersichtlich. Viele Therapeuten erl&auml;utern auch dort die einzelnen Therapie- und Leistungsangebote, so dass sich der Tierbesitzer schon vorab des ersten Termins bei Interesse informieren kann.</p>
<p>M&ouml;gliche Leistungen bei einem Tierphysiotherapeuten sind:</p>
<ul>
<li>Ausf&uuml;hrliche Erstanamnese und Gesundheitscheck</li>
<li>Schmerztherapie und Behandlungsm&ouml;glichkeiten bei Arthrose</li>
<li>Massagen (Therapeutische- und Wohlf&uuml;hlmassagen)</li>
<li>W&auml;rmetherapie (z.B. Moxalampe, Hei&szlig;e Rolle, Moor- und Kirschkernkissen)</li>
<li>Beratung zur Futtermittelallergie und ggf. Autoimmunerkrankungen</li>
<li>Erstellung von Trainingspl&auml;nen (gerade bei Sporthunden)</li>
<li>Manuelle Therapie</li>
<li>Muskelaufbau</li>
<li>Zahndiagnostik</li>
<li>Krallenpflege</li>
<li>Muskelverspannungen / Muskelsch&auml;den</li>
<li>Lahmheitsdiagnostik</li>
<li>Dorn Therapie und Breuss-Massage</li>
<li>Mittelfrequente Elektrotherapie (MET)</li>
<li>Blutegeltherapie</li>
<li>Magnetfeldtherapie</li>
<li>Sattel&uuml;berpr&uuml;fung bei Pferden</li>
<li>Kinesiotaping</li>
<li>Mykotherapie</li>
<li>Leihgabe von verschiedenen Therapieger&auml;ten (z.B. Magnetfelddecke oder Magnetfeldgamaschen, Gewichtsmanschetten, Balance-Pads, Balance-Boards, Trampolin, Cavalettistangen f&uuml;r Hunde, Physiogymnastikb&auml;lle etc.)<br /><br /></li>
</ul>
<p>Gerade im Bereich der Tierphysiotherapie gibt es auch Therapeuten, die zus&auml;tzlich noch andere Schwerpunkte in Ihrer Praxis anbieten, wie die Osteopathie, craniosacrale Therapie, Akupunktur, Akupressur, etc. Auch sind einige Tierphysiotherapeuten zus&auml;tzlich Tierheilpraktiker.</p>
<h2>Bei welchen Krankheiten kann die Tierphysiotherapie unterst&uuml;tzen?</h2>
<p>Die g&auml;ngigsten Krankheitsbilder sind:</p>
<ul>
<li>Blockaden in der Wirbels&auml;ule (vom Kiefergelenk &uuml;ber das Iliosakralgelenk (ISG) bis hin zur Schwanzspitze)</li>
<li>H&uuml;ftgelenksdysplasie (HD)</li>
<li>Ellenbogengelenkdysplasie (ED)</li>
<li>Kissing Spines</li>
<li>Spondylose</li>
<li>Bandscheibenvorfall</li>
<li>Futtermittelunvertr&auml;glichkeit und Autoimmunerkrankungen</li>
<li>Arthrose, Arthritis (B. Schale, Spat)</li>
<li>Paresen, z. b. Radialisl&auml;hmung, Cauda-equina-Syndrom</li>
<li>Neuropathien / Neuralgien</li>
<li>Wundheilungsst&ouml;rungen</li>
<li>Lymph&ouml;deme</li>
<li>Nierenprobleme bei Pferden</li>
<li>Huf- / Klauenerkrankungen (z.B. Rehe, Mortellaro, Hornf&auml;ule, Hufkrebs)</li>
<li>Erkrankungen des Sehnen- und B&auml;nderapparates (z.B. Sehnen- und Sehnenscheidentz&uuml;ndungen, Fesseltr&auml;gerentz&uuml;ndungen, Kreuzbandriss, Patellaluxation)</li>
<li>Gallen (auch Piephacke, Nackenbeule etc.)</li>
<li>Hufrollenproblematik (Podotrochlose, itis)</li>
<li>Lumbago (Kreuzverschlag)</li>
<li>Myogelosen (Muskelverh&auml;rtungen) und Myalgien (Muskelschmerz)</li>
<li>Muskelatrophie</li>
<li>Ekzeme (z.B. Sommerekzem, Mauke)</li>
<li>Phlegmone (Einschuss), Abzesse</li>
<li>Narbenproblematik (auch post-OP)</li>
</ul>
<h2>Gibt es Kontraindikationen? Wann darf mein Tier nicht zur Physiotherapie?</h2>
<p>Es gibt auch eine Reihe von Kontraindikationen. Dies bedeutet, dass eventuell f&uuml;r Ihr Tier nur wenige oder in seltenen F&auml;llen keine Therapiem&ouml;glichkeiten in Frage kommen, da ein Krankheitsbild besteht, bei dem die Physiotherapie mehr Schaden anrichten, als wie sie helfen w&uuml;rde. Deshalb ist es umso wichtiger, ihrem Therapeuten in der Erstanamnese alles zum gesundheitlichen Zustand zu erz&auml;hlen, was Sie wissen.</p>
<h2>Reicht die physiotherapeutische Behandlung, die allein durch den Therapeuten stattfindet aus?</h2>
<p>In den meisten F&auml;llen, vor allem nach gro&szlig;en OP&acute;s oder schon l&auml;nger bestehen Krankheiten, sollte der Tierbesitzer mit seinem Tier auch zu Hause oder auf der Weide, Paddock etc. eigenst&auml;ndig und erg&auml;nzend (nach Absprache mit dem Therapeuten) &uuml;ben. Der Therapeut kann die &Uuml;bungen zeigen und geeignete Therapieger&auml;te ausleihen. So beschleunigt sich der Heilungsprozess. Zudem senkt es die Behandlungskosten f&uuml;r die Besitzer, da insgesamt weniger Termine ben&ouml;tigt werden.</p>
<h2>Was sollte man noch bei der Tierphysiotherapie beachten?</h2>
<p>Die therapeutischen Behandlungen bei einem Tierphysiotherapeuten werden leider noch von vielen untersch&auml;tzt. Vergessen darf man nicht, dass Prozesse im K&ouml;rper in Gang gesetzt werden, die z.B. ausleitend wirken. Somit kann eine schwere Niereninsuffizienz oder eine Schilddr&uuml;sen&uuml;berfunktion eine Kontraindikation f&uuml;r viele Therapiem&ouml;glichkeiten darstellen. Auch nach vermehrter Belastung der Muskeln oder Muskelgruppen durch Massagen kann das Tier, genauso wie der Mensch, nach der Behandlung an einem Muskelkater leiden. Auch nach der Behandlung mit der Magnetfelddecke kann eine Erstverschlimmerung der bisherigen Symptome eintreten. Meist stellt dies aber keine Kontraindikation dar, sondern ist ein gew&uuml;nschtes Ergebnis, da der K&ouml;rper so mitteilt, dass die Therapie anschl&auml;gt. Auch Ersch&ouml;pfung und M&uuml;digkeit k&ouml;nnen nach den Behandlungen auftreten. In diesen F&auml;llen empfiehlt sich, dass das Tier sich einige Stunden in Ruhe erholen kann. Zudem ist ein guter Physiotherapeut immer f&uuml;r die Tierbesitzer nach der Behandlung erreichbar. Gerade nach z.B. einer Blutegelbehandlung k&ouml;nnen Symptome auftreten, die v&ouml;llig normal und erw&uuml;nscht sind und keinen Anlass zur Sorge geben, die aber vom Tierbesitzer v&ouml;llig falsch als Notfall eingestuft werden.</p><p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Autor: </strong>Nadine Klüppel<br><strong>Thema: </strong>Ablauf einer Physiotherapie bei Tieren<br><strong>Webseite:</strong> <a href="http://www.deine-tierphysiotherapie.de" target="_blank" title="http://www.deine-tierphysiotherapie.de">http://www.deine-tierphysiotherapie.de</a></span></p>

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