Ratgeber Lifestyle

Sind Sie besorgt um Ihr Kind, weil es häufig Aggressionen zeigt, von starken Ängsten gequält wird, plötzlich wieder einnässt oder einkotet, an unerklärlichen Bauchschmerzen leidet, merkwürdige Tics entwickelt hat, mit Schulproblemen kämpft oder über längere Zeit traurig bis apathisch wirkt.

kleiner junge versteckt sich

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (BELLA-Studie) leiden weltweit etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen an psychischen Verhaltensauffälligkeiten. Hier stehen besonders Ängste im Vordergrund, gefolgt von auffälligem Sozialverhalten, depressiven Verstimmungen und sogenanntem ADHS/ADS.

Heutzutage werden schnell Medikamente an Kinder verschrieben wie z. B. Ritalin. Oft werden damit Symptome gelindert und somit der akute Leidensdruck gesenkt, allerdings nicht die Ursachen beseitigt. Problematisch sind hier häufig die Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder verstärkte Unruhe. Immer wieder wird auch über eine mögliche Abhängigkeit diskutiert.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich um einen Hilferuf handelt, wenn sich Kinder auffällig verhalten. Diese Kinder sind eindeutig nicht in ihrer inneren Mitte. Die Kinderseele weint.

Wo liegen die Ursachen?

In den allermeisten Fällen gibt es dafür nicht nur eine Ursache. Es kommen verschiedene Faktoren zusammen und es ist nicht einfach nur die „Schuld“ der Eltern, wie allgemein so schnell geurteilt wird.

Zum einen sind es Strukturen unserer Gesellschaft, die sich verändert haben und das Aufwachsen von Kindern oft schwierig machen.Familienstrukturen sind heutzutage anders als noch vor 30-40 Jahren. Es gibt häufiger Kinder, die mit nur einem Elternteil aufwachsen oder die ihre Großeltern nur selten sehen, da diese weit entfernt wohnen.

Auch die Eltern stehen unter größerem Druck als früher, da die Mütter eher berufstätig sind und so den Spagat zwischen Kindern und Beruf managen müssen. Sorgen oder Probleme der Eltern werden von Kindern wahrgenommen, auch wenn Eltern dies von ihren Kindern fernzuhalten versuchen.

Konflikte in der Paarbeziehung wirken sich – wenn sie länger andauern oder ungelöst bleiben – negativ auf die kindliche Entwicklung aus.

Zwar können Erwachsenenprobleme nicht von Kindern gelöst werden und dies wird von den wenigsten Eltern erwartet, jedoch versuchen Kinder auf ihre Weise eine vermeintliche Lösung herbeizuführen.

Selbstverständlich sind auch oft Erziehungsfehler verantwortlich dafür, dass Kinder sich unsicher oder unwohl fühlen und sich das dann bemerkbar macht. So kann ein sehr strenger Erziehungsstil zu Ängsten oder Unsicherheit führen. Aber auch Kinder, denen keine konsequenten Regeln und Grenzen beigebracht werden, fühlen sich haltlos und dadurch unsicher. Uneinigkeit der Eltern in Bezug auf grundlegende Dinge führen zu Verwirrung und innerer Zerrissenheit.

Manchmal liegen die Ursachen auch weit zurück. Für das Kind in dem Moment als traumatisch empfundene Ereignisse wie negative Erlebnisse im Mutterleib, eine schwierige Geburt, ein Krankenhausaufenthalt, der Tod eines Haustiers, ein Umzug oder anderes kann sich, wenn es nicht vollständig verarbeitet wurde, noch viele Jahre später als Belastung zeigen.

In nicht wenigen Fällen sind es sogar Geschehnisse im Leben der Groß- oder Urgroßeltern, die sich auf das Kind auswirken, obwohl diese weit vor der Zeugung des Kindes stattgefunden haben. Um dies zu lösen, bedarf es systemischer Therapie.

Als relativ einfach zu behebende Ursachen darf man natürlich auch schlechte Ernährung oder Bewegungsmangel nicht vergessen. Obwohl in unserer Gesellschaft kein Mangel an Nahrungsmitteln herrscht, sind doch viele Menschen unterversorgt in Bezug auf bestimmte Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente. Zudem macht sich mit vermehrtem Gebrauch von Computer, Handy und Fernseher Bewegungsunlust schon bei Kindern breit.

Genauso wie psychische Überlastung zu körperlicher Krankheit führen kann, so gibt es das auch umgekehrt. Ein hormonelles Ungleichgewicht, versteckte Allergien oder Entzündungen können zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

In vielen Fällen ist eine Hauptursache in der Schule zu finden. Einige Kinder kommen mit dem Leistungsdruck oder bestimmten Lehrern nicht zurecht. Immer wieder gibt es auch Mobbing, welches die allermeisten Opfer zumindest anfangs verschweigen.

Je nachdem, welche Art der Verhaltensauffälligkeit bei dem jeweiligen Kind auftritt, so hat es aufgrund seiner Persönlichkeit bereits eine gewisse Disposition dazu. Ein tendenziell eher schüchternes Kind wird z. B. eher an Bauchschmerzen leiden als zu aggressivem Verhalten neigen.

Was kann man als Elternteil tun, damit es dem Kind wieder besser geht?

  • liebevoll-konsequenter Erziehungsstil und ein Halt gebendes Zuhause

  • sogenannte Qualitätszeit schaffen (Zeit, die ausschließlich für das Kind da ist)

  • gesunde Ernährung (kein Zucker oder Fast Food, viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte) und ausreichendes Trinken

  • eventuell kurzzeitige Nahrungsergänzung oder Schüssler Salze

  • Bewegung an der frischen Luft (am besten täglich und bei jedem Wetter)

  • für guten Schlaf sorgen (früh genug ins Bett, Ruhe, angenehme Temperatur)

  • Abklären von Allergien, Infektionen, hormonellen Störungen, Elektrosmog oder Wasseradern

  • Bachblütenmischungen, Spagyrik oder (noch tiefgreifender) die Klassische Homöopathie sorgen dafür, dass auf sanfte Weise Heilungsimpulse angestoßen werden

  • noch relativ unbekannt ist die Clustermedizin (naturheilkundliche Kombination aus Diagnose und Therapie), die gemeinsam mit der Klassischen Homöopathie in der Lage ist, tiefsitzende Blockaden zu beseitigen 

Und wenn das nicht ausreicht?

Manchmal ist es schwierig, alle Ursachen herauszufinden und oft unmöglich, als Elternteil alleine für eine deutliche Verbesserung des kindlichen Befindens zu sorgen; besonders bei Umständen, die von außen wirken (z.B. Mobbing oder Schwierigkeiten mit einem bestimmten Lehrer), bei unerkannten körperlichen Störungen oder bei tiefsitzenden Traumata.

In meiner Praxis werden mir häufig Kinder mit den genannten oder anderen Symptomen vorgestellt. Hier arbeite ich in der Regel zunächst mit der Klassischen Homöopathie.

Völlig wertfrei nehme ich in einem längeren Anamnesegespräch die Symptome auf, erstelle eine homöopathische Analyse und entscheide mich daraufhin für ein passendes Mittel.

Im Unterschied zur Komplexmittel-Homöopathie wird in der Klassischen Homöopathie nur ein Einzelmittel gegeben – das individuelle Konstitutionsmittel, welches nach dem Ähnlichkeitsprinzip alle relevanten Symptome abdecken sollte.

Dies sorgt dafür, dass die außer Schwingung geratene Lebenskraft wieder in der richtigen Richtung läuft. Dadurch werden zunächst psychische Symptome gelindert und das Wohlbefinden verbessert.

Auch körperliche Beschwerden klingen im Laufe der Behandlung üblicherweise bald ab. Es gibt aus Sicht der Klassischen Homöopathie nämlich nicht mehrere Krankheiten, sondern nur die Verstimmung der Lebenskraft und deren Symptome. Somit wird der Patient in seinen psychischen, geistigen und körperlichen Leiden ganzheitlich behandelt.

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Vorteilhaft ist es auch, wenn sich die Eltern zur Stabilisierung des gesamten familiären Systems gleich mitbehandeln lassen.

Denn nur ein Baum mit starken, intakten Wurzeln bringt gesunde Früchte hervor.

Autor: Kerstin Hamo
Thema: Auffälliges Verhalten bei Kindern
Webseite: https://www.naturheilpraxis-hamo.de

Autorenprofil Kerstin Hamo:

kerstin hamo

Kerstin Hamo ist Heilpraktikerin mit den Schwerpunkten Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Kinderwunschbehandlung



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