Echt jetzt? Das soll helfen? Beckenbodentraining bei einer Physiotherapeutin und regelmäßige Übungseinheiten zuhause soll eine positive Auswirkung auf die Blase haben, in dem es den Beckenboden trainiert und wieder festigt? Zu schön, um wahr zu sein!

Nicht überzeugt davon war eine Frauenärztin meines Vertrauens bis dato, seltsamerweise höre ich dies vermehrt aber auch von einigen Klientinnen und Freundinnen. Immer wieder das selbe, jedes Mal.
Das vielleicht lustigste Zitat in dieser Richtung – aufgeschnappt von einer sehr guten Freundin – war: „Beckenbodentraining, ja wenn Sie sich dies antun wollen, nehmen Sie doch einfach eine Hormoncreme“. Gesagt getan und dennoch keine effektive Linderung auf Dauer. Schon seltsam, oder? Oder auch gut: „Reizblase und Beckenbodentraining, da gibt es keinen Zusammenhang!“. Nicht wahr? Oder?
Also mal ganz ehrlich: Eine ganzheitliche Beratung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sieht für mich ganz anders aus!
Als dies eine kompetente ortsansässige Urologin hörte, schüttelte sie nur verwundert ihren Kopf und meinte: „Man sollte als Arzt, bzw. Ärztin doch froh sein, wenn die Patienten von sich aus etwas tun wollen, aktiv werden wollen“. Auch, wenn in Hinsicht körperlicher Betätigung jahrelang eine Pause war. Lieber spät als nie, nicht wahr?
Und ja, natürlich hilft Beckenbodentraining bei Frauen und aber auch bei Männern, z.B. nach einer vorangegangenen Operation.
Ja, natürlich hat eine Reizblase auch etwas mit Stress zu tun, und ja, natürlich ist es auch hilfreich zu schauen, wie man das eigene Leben entstressen kann. Durch bewusste Pausen, in den Alltag integrierte Atemübungen, schöne Spaziergänge und auch mit dem Wort „nein,“ wenn die Familie immer etwas will und man als Mutter, Ehefrau und Oma dabei auf der Strecke bleibt.
Daher ist der Besuch eines Entspannungskurses mit regelmäßigen Treffen eine sehr gute Idee, dem Wahnsinn zuhause zu entfliehen, wenn auch nur für eine Stunde.
Und dabei hilft einfach, was auch gefällt. Die einen üben liebend gerne Pilates, auch gut für den Beckenboden, die anderen schwören auf Yoga, und wieder andere lieben es, wenn auch nur einmal in der Woche sich hinzulegen und die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson Schritt für Schritt zu erlernen. Und natürlich sind hier auch Muskelgruppen dabei, die den Beckenboden trainieren. Ganz nebenbei – und oft zuerst gar nicht selbst bemerkt – stellt sich auch von Stunde zu Stunde eine ganz angenehme Entspannung ein.
Blasenprobleme unterschiedlichster Art sind mit zunehmendem Alter ein Thema bei so vielen Frauen und ein Stück auch ganz normal. Und dennoch ist dies – und das höre ich auch in der Praxis immer wieder – noch ein sehr schambehaftetes Thema.
Neben den Wechseljahrsbeschwerden übrigens, wie z.B. Schlafstörungen und Hitzewallungen, über die man am Besten auch nicht spricht, auch wenn man sie jahrelang hat.
Ich kann mich noch genau erinnern, wie meine Mutter ihre Unterhose und Strumpfhose jedes Mal nach einem nur einstündigen Spaziergang heimlich im Bad wusch und aufhängte. Sie sprach aber nie darüber und ich dachte mir natürlich damals meinen Teil.
Jetzt bin ich, wie viele Freundinnen und auch Klientinnen eben auch in einem Alter, in dem der Zahn der Zeit nagt. Und wenn man nicht vorzeitig diverse körperliche Einschränkungen – und da rede ich nicht nur von der Blase – erleiden will, muss Frau aktiv werden, so einfach ist dies!
- Und dennoch, bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihnen gesagt wird, dass dies eben die Krankheit der alten Frau ist, auch wenn es witzig gemeint ist.
- Sorgen Sie bitte gut für sich!
- Probieren Sie verschiedene Techniken aus, und bleiben Sie bei dem, was Ihnen gut tut und auch gefällt.
- Vor allem nehmen Sie sich bitte die Zeit für sich, auch wenn es schwer fällt.
- Wechseln Sie die Frauenärztin, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihnen nicht mehr richtig zuhört, oder viel zu schnell, ohne sie zu untersuchen, gleich eine Diagnose stellt, auf die sie beharrt, auch wenn Sie Einspruch erheben.
- Lassen sie so etwas nicht mit sich machen.
- Es gibt immer auch die Möglichkeit einer zweiten sogar dritten Arztmeinung und ja, die zahlt Ihnen die Kasse.
Fallbeispiel:
Ich habe schon viele Jahre in der Praxis eine 62 jährige Klientin, die schon mehrere Operationen an und in der Blase über sich ergehen lassen musste, auch weil ihr lange Zeit kein Arzt richtig zugehört hat. Sie wurde am Beginn ihrer Symptome von Arzt zu Arzt geschickt und es wurde kostbare Zeit vertan! Zuerst war es nur eine Blasenentzündung, die immer wieder kehrte, obwohl aber selten Bakterien gefunden wurden. Dann war es angeblich eine Reizblase und in Folge wurde ihr von einer anderen Ärztin eine Blasensenkung attestiert. Am Ende blieb vor drei Jahren nur noch als einzige Option die Operation, der sie sich mit großen Ängsten unterzog.
Und danach als sie operiert war und ihre Blase künstlich angehoben wurde, verweigerte ihr die Kasse zu allem Überfluss auch noch das Beckenbodentraining, da ihr Problem ja gelöst sei. War es aber nicht. Ihre Beschwerden und Schmerzen gingen weiter und weitere zwei Operationen folgten leider innerhalb der letzten zwei Jahre .
Und genau diese Klientin kommt schon seit vielen Jahren meist einmal im Monat zu mir in die Praxis und gönnt sich bei mir eine Stunde Progressive Muskelentspannung, strahlt hinterher immer und meint, wie gut dies ihr und natürlich auch ihrer Blase tut.
Und jetzt fragen Sie sich vielleicht zum Abschluss, was mache ich denn für sich auch im Sinne von Selbstfürsorge? Ich gehe in einen Qi Gong-Kurs und freue mich auf mein Beckenbodentraining bei einer mir bestens bekannten Physiotherapeutin.
Alles Liebe
Ihre Barbara Michaela Hux
Autor: Barbara Michaela Hux, Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz
Thema: Beckenbodentraining bei Blasenproblemen
Webseite: https://www.barbara-hux.de









