Es ist kaum zu glauben, aber mittlerweile kann man bis zu 252 verschiedene Arten von Kopfschmerzen unterscheiden.

statue-kopfschmerzen

Kopfschmerzen können ohne besondere Ursachen auftreten. Die häufigsten Kopfschmerzen die uns geläufig sind, sind der Spannungskopfschmerz, Migräne und der Cluster-Kopfschmerz.

Als primäre Kopfschmerzen werden diese beschrieben, die keine bestimmte Ursache wie z. B. ein traumatisches Ereignis oder eine endogene oder exogene Erkrankung aufweisen.Wenn aber Kopfschmerzen Folge einer Erkrankung oder Traumatisierung sind, bezeichnet man sie als sekundären Kopfschmerz.  

Wir unterscheiden zwischen 3 häufigsten Kopfschmerzen:

Spannungskopfschmerz-Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Diese möchte ich kurz in ihrer Symptomatik erwähnen.

Spannungskopfschmerz

Dies hat im Laufe seines Lebens fast jeder Mensch einmal gehabt.

Wie fühlt sich das an:

  • es kann sich drückend, dumpf und ziehend anfühlen, meistens auf beiden Kopfseiten aber nicht pulsierend oder pochend
  • die Schmerzen werden als leicht bis mittelstark empfunden
  • die Dauer kann von ein paar Minuten und sogar bis zu einigen Tagen andauern
  • sie werden bei körperlicher Aktivität nicht stärker und versuchen eigentlich keine Übelkeit
  • normalerweise ist man noch in der Lage, seinen Alltag zu bewältigen

Migräne

In der Häufigkeit sind sie seltener als Spannungskopfschmerzen. Studien haben gezeigt, das häufiger Frauen als Männer an Migräne leiden und sogar schon Kinder davon betroffen sind.Bei Frauen spielen die Hormone eine große Rolle und beeinflussen die Migräneanfälligkeit. Der Migräneschmerz ist im Verhältnis zum Spannungskopfschmerz deutlich ausgeprägter und stärker und der Betroffene fühlt sich dadurch in seinem Alltag ziemlich eingeschränkt.

Die typischen Migräneschmerzen können sich folgendermaßen anfühlen:

  • die Intensität der Schmerzen ist von mittelstark bis stark, häufig pulsierend oder als pochend empfunden, bevorzugt ist der vordere Kopfbereich
  • auch halbseitige Schmerzen oder ein Wechsel von der einen auf die andere Seite ist möglich, wobei auch viele Patienten unter beidseitigen Attacken leiden können
  • die Dauer der Schmerzattacken reicht von mehreren Stunden bis zu 3 Tagen-Kinder sind häufig bis zu 2 Stunden betroffen
  • hinzu können auch Übelkeit, teils mit Erbrechen kommen. Berichtet wird sehr oft von einer Licht und Geräusch- und sogar Geruchsempfindlichkeit und Schwindel.

Einige Betroffene berichten von Sehstörungen, Lichtblitzen und Missempfindungen der Haut was sich wie Kribbeln oder Ameisenlaufen anfühlt.

Cluster-Kopfschmerzen

Hier fällt auf, das der C-K meistens Episodisch auftritt und dabei meistens nur eine Kopfhälfte im Bereich der Schläfe und um das Auge stark schmerzt. Bei erneuten Schmerzattacken ist immer dieselbe Seite betroffen und weil sich die Beschwerden in einer bestimmten Zeit häufen, spricht man vom Cluster-Kopfschmerz.

Was zeichnet einen Cluster-Kopfschmerz aus:

  • die Schmerzen sind sehr stark und es sind die stärksten primären Kopfschmerzen überhaupt
  • empfunden werden sie als bohrend, stechend oder sogar als brennend
  • sie dauern zwischen 1/4 Stunde und können bis zu drei Stunden anhalten
  • Sie können gehäuft über Tage oder Wochen auftreten, manchmal sogar mehrmals täglich und was auffällt, zu gleichen Uhrzeiten-auch treten die Attacken bevorzugt in den frühen Morgenstunden auf
  • es können Begleiterscheinungen wie Schwitzen auf der Stirn, trockenes oder gerötetes Auge - und verstopfte Nase hinzukommen

Was verstehe ich unter primären Kopfschmerzen?

Darunter fallen: Migräne,Clusterkopfschmerzen,Spannungskopfschmerzen und all diese Kopfschmerzen können einen akuten oder chronischen Verlauf haben.

Was verstehe ich unter sekundären Kopfschmerzen?

Diese können durch bestimmte Grunderkrankungen verusacht werden wie:

  • Herz-Kreislauf-und Lungenerkrankungen
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule
  • Kraniale Ursachen wie: Hörsturz, Störung des Gleichgewichtorgans, Augenerkrankungen, Erkrankungen der Ohren,
  • Intrakranielle Ursachen wie: Hirntumor, Blutungen, Meningitis
  • Stoffwechselerkrankungen und hormonelle Ursachen
  • chronischer Substanzgebrauch/Abhängigkeit
  • Kopf und Gesichtsneuralgien
  • Sonstige Formen

Wie kann ich einen Patienten mit Kopfschmerzen in der TCM-Praxis behandeln?

Da es so viele unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen gibt, ist es besonders wichtig zunächst in einem ausführlichen Anamnesegespräch, Puls und Zungendiagnose die möglichen Ursachen gemeinsam mit dem Patienten zu ergründen.  

Wann treten die Kopfschmerzen auf? Gibt es ein zeitliches Auftreten,z.B. immer morgens, mittags, nachmittags ,abends oder sogar nachts?Wie ist der Schmerzcharakter und wo sitzt der Schmerz? Wie häufig leidet der Patient unter seinen Kopfschmerzen?Gibt es mögliche Auslöser, die der Patient beobachtet hat, z.B. nach bestimmten Essen,Trinken,Bewegung,Ruhe,Ärger,Stress,vor oder nach der Menstruation.…?

Mitgebrachte Befunde von Labor, CT, Röntgen, MRT etc. können zudem sehr hilfreich sein.

Die Anamnese muss dann sorgfältig ausgewertet werden und geschaut werden, welche Möglichkeiten kann ich dem Patienten anbieten, damit ich ihn dabei unterstützen kann, an der Ursache zu arbeiten und seine Lebensqualität zu verbessern. Dies funktioniert nur, wenn der Patient bereit ist , auch etwas in seinem Leben oder Lebenswandel zu verändern. So verstehe ich die Arbeit mit dem Patienten auch als „Teamwork“.

In der TCM gibt es für den Schmerz unterschiedliche Gründe.Jede Krankheit die wir in westlicher als auch in der TCM kenne , kann bei der Entstehung von Kopfschmerzen eine Rolle spielen. Schmerzen entstehen aus Sicht der TCM durch eine Blockade von Qi oder durch eine Stagnation.

Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich:

  • Störung der Muster gemäß Zang Fu (Zang Organe= Yin-Organe: Leber,Herz,Milz,Lungen, Nieren und Perikard; Fu Organe = Yang-Organe: Gallenblase, Magen,Dünndarm,Blase,dreifache Erwärmer)

  • Störungen der Muster gemäß Leitbahnen (es gibt 12 Hauptleitbahnen, sowie 8 Sondermeridiane die sich von der Schädeldecke bis zu den Zehen ziehen)
  • Störungen der Muster gemäß pathogenen Faktoren:-innere pathogen Faktoren und äußere pathogene Faktoren ( z.B. Viren, Bakterien,Pollen,klimatische Veränderungen,Wind-Hitze-KälteNässe/Feuchtigkeit,Sommerhitze)

Und nicht zu unterschätzen, die soziale Komponente und die Emotionen.

Anhand der Anamnese ist es möglich, die Hinweise des Patienten für die Diagnosenstellung zu bearbeiten und eine geeignete Therapie zusammenzustellen. Als Therapeut werte ich die Angaben des Patienten folgendermaßen ein:

  • hat der Pat. ein Leere-Gefühl im Kopf, dann gibt mir das ein Hinweis auf eine mögliche NierenSchwäche
  • Sind die Schmerzen chronischen Charakters und finden sich immer wieder an einer Stelle, zeigen sich dort bohrend, dann deutet dies auf eine Blut-Stagnation hin
  • Ein pochender, pulsierender Schmerz wird als eine Leber-Dysharmonie gedeutet
  • Besonders ein plötzlicher Beginn, gibt mir den Hinweis auf einen pathogenen Faktor
  • Wind-Kälte zeigen sich durch akute Stetigkeit und Schmerzen im Nacken an
  • Ein Schweregefühl ist immer ein Zeichen von Nässe und Schleim
  • Qi und Blut-Mangel bei dumpfen Kopfschmerzen, vom Leere-Typ
  • Bei starken,stechenden Schmerzen immer bei Fülle.Hier besonders bei Nässe, Schleim, Stagnation und Hitze
  • Der langsame Beginn zeigt einen inneren pathogenen Faktor an

Anschließend teile ich die Kopfschmerzen nach dem Ort (wo ist der Schmerz) und nach den Meridianen (Leitbahnen) ein:

(Hier nur eine kurze Ausführung)

  • Stirnkopfschmerzen
  • Kopfschmerzen in der Stirnmitte
  • Scheitelkopfschmerzen
  • Hinterkofpschmerzen
  • Seitenkopfschmerzen
  • Kopfschmerzen Medialer-Orbitrand -Kopfschmerzen Lateraler Orbitrand

Welche Therapiemöglichkeiten kann ich dem Patienten bei Kopfschmerzen empfehlen?

Anbieten kann ich in meiner Praxis folgende Therapien:

  • Akupunktur ( die Akupunkturpunkte werden individuell gewählt)
  • Massage
  • Schröpfbehandlung (Besonders hilfreich bei Spannungskopfschmerz und möglichen Blockaden im Bereich der HWS, aber auch bei Verspannungen und dadurch bedingten Kopfschmerzen) -Mykotherapie ( Individuelle abgestimmt, hier sei der Shiitake-Heilpilz besonders im Visier)

Als Empfehlung gebe ich folgende Tipps weiter:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Erlernen von Entspannungsmöglichkeiten : z.B.:Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Atemübungen, Meditation, Autogenes Training
  • Sport, Dehnübungen, Yoga,
  • Achtsamkeitsübungen und genereller achtsamer Umgang mit sich selbst
  • eine schulmedizinische Untersuchung (z.B.:Neurologische oder Orthopädische Abklärung)

Eine Behandlung in meiner Praxis bei Kopfschmerzen, ersetzt keine schulmedizinische Therapie.Es dient dem Patienten lediglich dazu, sich mit dem Thema Kopfschmerzen gezielt auseinander zu setzen und dem Patienten Denkanstöße die seinen Lebenswandel betreffen, zu geben.Gemeinsam Gedanken darüber zu machen, wie-wann-wo-weshalb die Kopfschmerzen auftreten.Wie geht der Patient mit dem Kopfschmerz um, welche Strategien der

Schmerzbewältigung wendet er an?Welche „Baustellen“ müssen noch bearbeitet werden und/ oder bereiten „Kopfzerbrechen“?Wo betreibt der Patient „Raubbau“ mit seinen Kräften? Oft bewirkt das genaue Hinsehen und das aktive Auseinandersetzen mit der eigenen Situation, häufig schon ein Lösen einer möglichen Blockade, die den Heilungsprozess unterstützen kann. Wichtig ist auch, wie schon anfangs erwähnt, das der Patient selbst an der Situation etwas ändern will und nicht in die Erwartungshaltung geht, das der Therapeut allein der ausschlaggebende am Erfolg der Therapie ist.

Autor: Jenny Mörth-Kretschmer, Heilpraktikerin
Thema: Kopfschmerzen in der TCM
Webseite: https://tcm-moerth.de

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