Physiotherapie im Krankenhaus

Nach der Hüftendoprothesen Operation liegt Ihr Krankenhausaufenthalt zwischen 10 und 14 Tagen. Die Physiotherapie beginnt bereits am ersten Tag nach der Operation mit leichten Anspannungsübungen der Beine und des Gesäßes, die ohne Bewegung ausgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt tragen Sie noch den Operationsverband mit 3 Wunddrainagen. Der Verbandwechsel und das Ziehen der Drainagen erfolgen am 2. Tag. Ihr Physiotherapeut wird durch bestimmte Gelenktechniken Ihre operierte Hüfte sowohl entlasten (Traktion), als auch mobilisieren (widerlagernd/hubfrei). Ab dem 5. Tag beginnen Sie mit aktiven Kräftigungsübungen, die Sie auf das Gehen vorbereiten. Gleichzeitig beginnt auch die Gangschule, dabei werden Ihnen der richtige Umgang mit Unterarmstützen und das Einhalten der Teilbelastung gezeigt.

physiotherapie

Physiotherapie in der Reha

Auch nach dem Krankenhausaufenthalt muss weiterhin eine physiotherapeutische Behandlung erfolgen. Dazu besuchen Sie eine Reha-Klinik. Der Aufenthalt dort ist sowohl stationär, als auch ambulant möglich, je nach Gesundheitszustand des Patienten. Durch Fehlhaltungen vor der Operation aufgrund von Schmerzen, Verletzungen während der Operation und Schonhaltungen nach der Operation entstehen zum einen Verklebungen in Gewebe wie Kapsel, Bändern und Sehnen und zum anderen Verletzungen und Rückbildungen der Muskulatur.

Während des Aufenthaltes in der Reha von etwa 3-4 Wochen arbeiten viele verschiedene Abteilungen mit Ihnen daran, Sie wieder für den Alltag fit zu bekommen. Neben Massagen und Lymphdrainagen werden Sie auch an einer Vielzahl von Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit des Hüftgelenks, der Koordination und zur Kräftigung der geschwächten Muskulatur. Außerdem wird auch weiterhin das Gehen trainiert und Sie werden über alltagserleichternde Hilfsmittel aufgeklärt.

Dies geschieht sowohl in Einzel- als auch in Gruppentherapien. Insgesamt bereitet die Reha Sie auf ein selbstständiges Leben vor, so dass Sie ihren individuellen Alltag, in dem Bewegung eine wichtige Rolle spielen sollte, sicher meistern können. Auch nach der Reha ist es ratsam, regelmäßig sowohl einen Arzt, als auch einen Physiotherapeuten aufzusuchen und Kräftigungsübungen zu machen, um eventuellen Fehlhaltungen vorzubeugen.

Welche Aktivitäten sind später wieder möglich?

Die Hüftendoprothese bietet Ihnen oft eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität. Bereits drei Monate nach der OP dürfen Sie unter Absprache mit Ihrem Arzt wieder sportlich aktiv werden. Fahrradfahren, Autofahren, Schwimmen (Brustbeinschlag nach Rücksprache mit dem Arzt) und Wandern sind empfohlene und unter Einhaltung von Bewegungsregeln ohne Probleme durchführbare Sportarten. Möchten Sie Skiwandern, Joggen oder andere Sportübungen durchführen, sollten Sie das mit Ihrem Arzt absprechen. Allerdings sollten Sie Kontaktsportarten vermeiden. Länger dauernde Erschütterungen, vor allem harte Stöße, abrupte Drehbewegungen aber auch zu tiefes Sitzen können die Verankerung Ihres neuen Gelenkes im Knochen gefährden.

Hüftendoprothese - Informationen für Patienten

= totale Endoprothese des Hüftgelenks

= Ersetzen der Gelenkpfanne und des Oberschenkelkopfes

Vor der Hüft-TEP Operation

Um der Operation möglichst vorbereitet entgegen treten zu können, sollten Sie versuchen folgende Punkte zu berücksichtigen:

- Verbessern Sie Ihren Allgemeinzustand.

- Falls nötig, versuchen Sie ihr Übergewicht zu verringern.

- Sollten Sie Rauchen, versuchen Sie möglichst auch dies zu reduzieren. Giftstoffe wie Nikotin und Teer verzögern den Heilungsprozess.

- Bauen Sie vor der Operation Muskulatur auf, um dem neuen Gelenk eine stabile Umgebung zu bieten.

- Außerdem sollten Sie sich vor der Operation frühzeitig auf Allergien testen lassen. Falls Sie allergisch auf Nickel, Chrom, Antibiotika oder Jod (etc.) reagieren, wird dies bei der Auswahl ihrer Endoprothese und bei der anschließenden Therapie berücksichtigt.

- Besprechen Sie vor dem Aufenthalt im Krankenhaus mit einem Arzt ihre Medikamentenliste. Medikamente wie z.B. Aspirin sind 10 Tage vor der Operation abzusetzen. Vergessen Sie trotzdem nicht, dass die Medikamentenliste im Krankenhaus gebraucht wird.

- Auch die häusliche Versorgung nach der Operation sollte bereits vor dem Eingriff geklärt werden. Bitten Sie ggf. Freunde und Familie um Hilfe oder wenden Sie sich an einen ambulanten Pflegedienst, der Sie im Haushalt unterstützen kann.

- In Ihrer häuslichen Umgebung sollte sich nach der Operation kein Hindernis und keine Stolperfalle mehr finden. Prüfen Sie auch dies ausführlich bei einem Rundgang zu Hause.

Wenn Sie sich im Krankenhaus befinden, werden Sie vor der Operation noch einige Informationen erhalten. Unter anderem werden Sie darüber aufgeklärt welche Narkoserisiken es gibt, und Ihnen wird der Vorgang und die Methode der Operation erklärt.

Operationsmethoden

Zementiert:

Der Schaft der Endoprothese wird mit Knochenzement im Schaft des Oberschenkelknochens verankert. Der Knochenzement ist eine Kunstharzverbindung und während der Verarbeitung weich, härtet aber innerhalb von Minuten im Schaft des Knochens aus. So wird auch die Hüftpfanne einzementiert. Der Vorteil dieser Methode ist eine rasche Belastbarkeit nach der Operation und eine große Stabilität. Sie wird häufig bei älteren Menschen verwendet, die an einer verminderten Knochenfestigkeit leiden.

Unzementiert:

Die künstliche Gelenkpfanne wird in den Knochen eingepresst bzw. verschraubt. Hier wird der Hüftgelenkschaft durch einen klemmenden Mechanismus im Oberschenkelknochen befestigt. Durch eine leicht poröse Oberflächenbeschichtung der Prothesenteile wächst der Knochen mit der Zeit in die Prothese ein. Hier ist eine Belastung direkt nach der Operation möglich, eine Schonung bis zur vollständigen Wundheilung jedoch sinnvoll, um sicher zu gehen, dass der Knochen vollständig mit der Prothese verwachsen ist.

1. Tag nach der Operation

Am 1. Tag nach der Hüftendoprothesen Operation müssen Sie zunächst mit Wundschmerzen rechnen, die in der Nacht meist stärker zu spüren sind, als am Tag. Dagegen nehmen Sie Medikamente ein, die den Schmerz senken. Es ist damit zu rechnen, dass der Schmerz sehr rasch abklingt, meist schon in den ersten 4 Tagen nach der Operation. Sie bekommen Kompressionsstrümpfe sowie Medikamente, um das Risiko einer Thrombose und Lungenembolie zu senken. Sehr wichtig ist es, dass Sie am ersten Tag mit der sogenannten „Frühmobilisation“ beginnen. Hierbei werden sie von einem Physiotherapeuten unterstützt. Zunächst werden erste Bewegungsübungen mit Ihnen gemacht, um den Stoffwechsel anzuregen. Je nach dem Gesundheitszustand, können Sie bereits am ersten Tag nach der Operation das Bett wieder verlassen. Durch verschiedene prophylaktische Maßnahmen kommt es zu einem deutlich verringerten Risiko verschiedener Erkrankungen wie z.B. Kontraktur oder Pneumonie.

Kontraindikationen

Nach der Operation, ist es sehr wichtig zu wissen, welche Bewegungen vermieden werden sollten, damit keine Luxation (Ausrenkung) des neu eingesetzten Gelenkes auftritt. Zunächst ist es wichtig keine Wärme auf die entzündete Stelle zu geben, damit das Bindegewebe nicht zusätzlich belastet wird. Weiterhin ist es wichtig darauf zu achten, dass man das betroffene Bein nicht nach innen und außen rotiert. Ebenso sollte man das Bein nicht über die Mittellinie überschlagen und nicht weiter als 90° beugen. Die Hüfte ist bei 90° gebeugt, wenn man das Bein in Rückenlage mit gestrecktem Bein soweit anhebt dass der Fuß Richtung Decke zeigt. Man sollte beachten, dass es ebenfalls zu einer Beugung in der Hüfte kommen kann, wenn man den Oberkörper zu weit nach vorne beugt, wie zum Beispiel beim Schuhe anziehen.

Autor: Jan Zander, Lena Heyne
Thema: Physiotherapie Hüftendoprothese

Webseite: http://phyzio-zander.de

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