Was oft unbemerkt und nicht wahrgenommen wird, sind die versteckten Schimmelpilze und ihre Sporen.

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Als heterotrophe Organismen ernähren sie sich von organischen Molekülen wie Kohlenhydraten, Fetten oder Proteinen. Der Begriff heterotroph steht für eine Form der Ernährung. Hierbei kann ein Lebewesen die lebensnotwendigen organischen Stoffe nicht selber herstellen und ist daher auf die Zufuhr von außen in Form von pflanzlicher oder tierischer Nahrung angewiesen. Der Mensch ernährt sich heterotroph sowie auch viele Tiere, Pilze oder auch einige Bakterienarten.

Normalerweise ist der Kontakt mit Schimmelpilzen aus der Luft oder über Nahrungsmittel vollkommen harmlos und löst keine Immunreaktionen aus.

Bei ca. 6 % der europäischen Bevölkerung reagiert aber das Immunsystem nach dem Kontakt mit einer Allergie.

Überall und allgegenwärtig lauern nun die sichtbar oder versteckten Schimmelpilze und deren Sporen. Als Sporen bezeichnet man einzellige Fortpflanzungs- und Ausbreitungseinheiten. Je nach Jahreszeit und Witterung fliegen die Sporen, die sich bei der Vermehrung von Schimmelpilzen bilden zu tausenden in der Atemluft herum. Im Haus, im muffigen Keller, in der Küche oder im Bad – überall lauert die unsichtbare Gefahr. Einmal den Mülleimer geöffnet und schon geht es los. Die kleinen Übeltäter schwirren in der Luft und werden eingeatmet. Schimmelpilzallergien gehören zu den Atemwegserkrankungen und können bei Allergikern und Asthmatikern eine große Belastung darstellen. 

Tatsächlich wird oftmals gar nicht so schnell eine Schimmelpilzallergie bei allergischen Beschwerden angenommen, da man bei den Symptomen eher an eine Lebensmittelallergie denkt. Ist aber vom Arzt oder Heilpraktiker durch einen Haut- oder Bluttest eine Diagnose erstellt worden, stellt sich die Frage, wie es jetzt weitergeht. Was ist zu tun? Welche Veränderungen sind zu ergreifen und zu beachten, um die Lebensqualität zu verbessern? Was bisher nicht aufgefallen war, da die Situation im Alltag bisher keine Relevanz hatte, wird jetzt zum Mittelpunkt der Informationssuche und Recherche. 

Wer sind die falschen Mitbewohner und wo halten sie sich versteckt?

Die bekanntesten Schimmelpilzarten findet man unter der Bezeichnung:

  • Arternaria 
  • Cladosporinum 
  • Penicillinum
  • Aspergillus 

Die fadenförmigen Organismen gedeihen überall dort wo es feucht und warm ist und organisches Futter bereitsteht. Tatsächlich sollte jeder auf Belastungen im Haus achten, da eine Allergie auch bei bisher gesunden Personen bei zu großer Belastung oder Sensitivität immer auch neu entwickelt werden kann. Ab dem Bekanntwerden einer bestehenden Allergie auf Schimmelpilze geht spätestens jetzt die Suche nach den Auslösern los.

Augenscheinlich begutachtet werden Keller, Bad oder Duschvorhang. In der Küche sollten der Sprudelwasser-Zubereiter, Mülleimer, Kühlschrank, aber zum Beispiel auch die Blumenerde oder andere vermeintliche feuchte Bereiche im Wohnraum genauer inspiziert werden. Alle elektrischen Geräte, in denen Wasser eingefüllt wird, wie zum Beispiel Mundduschen müssen gut belüftet und getrocknet werden, um Schimmel zu vermeiden. Nicht zu vergessen sind die Luftbefeuchter oder besonders auch Klimageräte. In den letzten heißen Sommern sind die kleinen Tischkühlgeräte in Mode gekommen. Hier ist auch besondere Aufmerksamkeit geboten.

Aufspüren lassen sich die Schimmelpilze auch mit speziellen Raumlufttest oder sogenannten Abklatschtest. Der Raumlufttest wird mit einem Nährboden im Wohn- oder Kellerraum für einige Stunden aufgestellt. Bei dem Abklatschtest wird der Nährboden an die verdächtige Wand gedrückt. Ein spezielles Labor wertet die Tests aus.

Wo finden sich weitere Verstecke von Schimmelpilzen?

Nicht nur in den Räumen, nein besonders auch auf Obst und Gemüse sitzen die Übeltäter. Zum Beispiel Nahrungsmitteln wie Erdbeeren, die bodennah auf Stroh angebaut werden, sind leider oftmals hoch belastet. Im feuchten Garten oder Waldboden lauern die Schimmelpilze ebenso. Daher zählen auch die Walnüsse, die auf den Boden gefallen sind, zu den besonders belasteten Nahrungsmitteln. Belastet sind aber Gräser und Getreide. Aber auch Kompost und nicht zuletzt Vogelkäfige. 

Die Nahrungsmittel selber bilden keine Schimmelpilzsporen, diese haften eher auf der Außenhaut oder der Schale. Gerade im Sommer und im Herbst müssen Schimmelpilzallergiker besonders achtsam sein. Da im Sommer die Belastung in der Luft besonders hoch ist, haften die Sporen an dem reif oder überreif gewordenem Obst. Die Schimmelsporen gelangen in diesem Fall nicht über die Luft, sondern über den Hautkontakt beim Verzehr in den Körper. Wenn man die belasteten Früchte in die Hand nimmt und sich dann an Auge oder Nase fasst, kann es sofort z.B. zu den gefürchteten „Heuschnupfen-Symptomen“ kommen.

Welche allergischen Symptome und Beschwerden können durch die Schimmelpilze ausgelöst werden?

Es gibt zahlreiche Symptome, die mit einer Allergie auf Schimmelpilze in Zusammenhang gebracht werden. Die zahlreichen Beschwerden verursachen oftmals eine große Einschränkung der Lebensqualität. So können die Lunge und die Atemwege betroffen sein. Symptome wie eine laufende Nase, Niesreiz, tränende Augen, Schwellung im Mund und Hals, trockener Husten, pfeifende Atmung, Verschleimung der Atemwege bis hin zu Asthma und akuter Atemnot können Anzeichen für Schimmelpilze sein.

Tatsächlich kann es aber auch zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kommen. Hier kann man die unliebsamen Mitbewohner auch in Form eines Stuhltestes aufspüren, wenn sie sich dort angesiedelt haben. Beschwerden können hier auch vielfältig sein: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen.

Eine Vielzahl der Reaktionen können auch die Haut betreffen wie zum Beispiel: Hautsymptome, Jucken, Neurodermitis, Quaddeln oder Nesselsucht. Ebenso können allgemeine körperliche Einschränkungen und Unwohlsein wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Migräne oder Schlafstörungen die Folge sein.

Was ist bei Nahrungsmitteln und ihrem Verzehr zu beachten?

In den warmen Sommer- und Herbstmonaten muss besonders mit Schimmelpilzbildung und Sporen gerechnet werden. Wie schon beschrieben, haften die Sporen an der Außenhaut oder der Schale von Lebensmitteln. Durch die Wärme finden sie ein sehr gutes Klima für die Vermehrung vor. Nahrungsmittel können unterschiedlich befallen sein. Bei Obst, Gemüse, Gewürzen oder Tee ist der Befall oftmals gar nicht zu bemerken. Daher ist es sehr wichtig, sich mit den versteckten Sporen auseinanderzusetzen, sie aufzuspüren und zu erkennen.

Wie wäscht man am besten die Schimmelpilzsporen von den empfindlichen Nahrungsmitteln ab? Man kann sich schon denken, dass es nicht ausreicht die Nahrungsmittel einfach nur mit Wasser abzubrausen. Empfohlen wird, dass man das Obst und Gemüse in einer großen Schüssel mit warmen Wasser für einige Minuten eingeweicht und dann nochmal abgebraust.

Mein Tipp: Alle empfindlichen frischen Lebensmittel mit einigen Tropfen Grapefruitkernöl oder Natron abwaschen.

Welche Nahrungsmittel sollten bei einer Schimmelpilzallergie gemieden werden?

Patienten mit Schimmelpilzallergien können auch Symptome durch den Verzehr von Nahrungsmitteln bekommen. Auf Nahrungsmittel die Hefe- und Schimmelpilze in natürlicher Form enthalten, muss daher sehr streng verzichtet werden. Sie können zum sofortigen Auslösen einer Allergie führen. Hefen werden auch zum haltbarmachen von Nahrungsmitteln oder für die Verbesserung von Geschmack verwendet. Industriell hergestellte Lebensmittel die zum Beispiel aus reifem Obst hergestellt wurden, können mit verschimmeltem Obst zubereitet worden sein, das kann bei der Herstellung von Tomatenketchup, Obstsaft oder Wein genutzt wird. Süßweine sind besonders belastet, da an den Weintrauben ein Edelpilz, auch als Edelfäule bezeichnet, zur Herstellung verwendet wird. Absichtlich zugesetzte Schimmelkulturen, wie bei Blauschimmelkäse sollten auch nicht verzehrt werden.

Fertigprodukte sollten im Allgemeinen bei Schimmelpilzallergikern nicht auf dem Speiseplan stehen. Gerade im mariniertem Fleisch, Dosengerichten oder Fertigmenüs lassen sich die Schimmelpilze nachweisen.

Tatsächlich werden zur Verarbeitung von Lebensmitteln auch Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen verwendet. Das Enzym Alpha Amylase wird zum Beispiel zur Verbesserung der Eigenschaften von Mehl eingesetzt. Aber auch für die Herstellung von Marmelade, Käse oder Quark. In fermentierten Lebensmitteln wie z. B. Sauerkraut sind auch Schimmelpilze enthalten. Auch Sojasauce und hefehaltige Brotaufstriche sollten ebenfalls nicht verzehrt werden.

Ganz versteckt sind Zusatzstoffe in Lebensmitteln, die mit Hilfe von Schimmelpilzen hergestellt werden. Hierzu zählt die Zitronensäure, die unter Anwendung des Schimmelpilzes Aspergillus Niger hergestellt wird und unter der Bezeichnung E 330 deklariert wird. Hier können schon Spuren der verwendeten Substanzen zum Auslösen der Allergie führen. Auch die Zusatzstoffe E 380 (Triammoniumcitrat) und E 1505 (Triethycitrat) zählen zu den Stoffen, die vermieden werden müssen, da ihre Herstellung ebenfalls unter der Verwendung von Schimmelpilzstoffwechselprodukten erfolgt und oftmals auch von Schimmelpilzallergikern nicht vertragen werden.

Jedes Lebensmittel kann mit Schimmelpilzen befallen sein. Es gibt Nahrungsmittel, die als sehr empfindlich oder eher unempfindlich gelten. Abgepackte Beeren können schon von Schimmel befallen sein. Daher kauft man besser tiefgefrorene Früchte oder wenn sie frisch geerntet sind.

Weitere häufige Belastungen finden sich:

  • auf gelagertem Obst und Gemüse
  • auf Brot und anderen Getreideprodukten,
  • in Nüssen,
  • in Bier und Wein,
  • auf tierischen Produkten, z.B. Milchprodukten
  • Hefe,
  • in Konservierungs- oder Farbstoffen verarbeiteter Nahrungsmittel.

Worauf sollten Schimmelpilz Allergiker achten? Meine Tipps:

  • Gemüse und Obst sollten am besten kühl gelagert werden. Hier bieten sich die besonderen Kühlfächer in modernen Kühlschränken an.
  • Die Lebensmittel sollten immer im Kühlschrank in den dafür vorgesehenen Fächer platziert werden, damit die richtige Kühltemperatur gewährleistet werden kann. 
  • Obst und Gemüse werden vor dem Verzehr gründlich gewaschen. Auch mit Zugabe von Grapefruitkernöl oder Natron.
  • Rohes Gemüse wie Karotten oder Rüben vor dem Verzehr immer schälen, auch Äpfel. 
  • Empfindlich sind gemahlene Nüsse. Hier bietet es sich an, die Nüsse bei Bedarf selber frisch zu mahlen. Ansonsten ist die Schimmelbildung zu hoch. 
  • Brot und Backwaren in entsprechenden Behältnissen, wie Brottöpfe oder Kästen, trocken und gut belüftet aufbewahren. Brot und Backwaren besonders in Augenschein nehmen. Kleine Schimmelpunkte nicht herausschneiden, sondern das ganze Stück sofort im Biomüll entsorgen.
  • Zubereitete Lebensmittel nicht auf dem Herd oder in der Küche stehen lassen. Nach dem Abkühlen sofort in den Kühlschrank stellen.
  • Achtgeben sollte man dringend auf Käsestücke, die in Folie verpackt sind. Das gilt ebenso für Salate, welche in Folie verpackt worden sind. Hierunter finden die Pilze einen sehr guten Lebensraum und entwickeln sich rasant.
  • Eine gute Alternative, um Lebensmittelreste abzudecken und auch aufzubewahren, sind Stoffstücke aus Baumwolle, die mit Bienenwachs überzogen sind. Darin halten sich Lebensmittel länger frisch.
  • Einen Mundschutz zu tragen, kann auch beim Umgang und der Verarbeitung von Lebensmitteln hilfreich sein.
  • Arbeitsplätze und Kühlschränke sollten oft mit Alkohol gereinigt werden.
  • Häufiges Händewaschen sollte zur Routine gehören.
  • Wasser nicht in Mundduschen oder Klimageräten stehen lassen.

Über die Vermeidung mit kontaminierten Lebensmitteln oder Gegenständen lassen sich auch in Kombination mit naturheilkundlichen Maßnahmen gute Verbesserungen der Lebensqualität erzielen.

In der naturheilkundlichen Praxis stehen viele Möglichkeiten offen, dem Schimmelpilzallergiker zur Seite zu stehen. Über verschiedene Maßnahmen lässt sich das Immunsystem stärken, damit sich die Widerstandskraft gegen die unliebsamen Allergieauslöser verbessert.

Autor: Hiltraud Klöpperpieper, Heilpraktikerin
Thema: Schimmelpilze
Webseite: https://praxis-lebenssprudel.de

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